{"id":20670,"date":"2013-12-04T14:26:08","date_gmt":"2013-12-04T14:26:08","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=20670"},"modified":"2013-12-04T14:26:08","modified_gmt":"2013-12-04T14:26:08","slug":"banken-konnen-eu-strafen-meist-muhelos-zahlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=20670","title":{"rendered":"Banken k\u00f6nnen EU-Strafen meist m\u00fchelos zahlen"},"content":{"rendered":"<p>Die EU-Kommission hat Banken zu einer Milliarden-Strafe f\u00fcr Zinsmanipulationen verdonnert. Die Geldh\u00e4user k\u00f6nnen sie zumeist leicht zahlen. Sie verdienen vielfach gut und haben vorgesorgt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Die EU-Kommission verh\u00e4ngt wegen Zinsmanipulationen Geldbu\u00dfen in Rekordh\u00f6he. Sechs Banken m\u00fcssen in die Kasse greifen und insgesamt gut <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/wegen-zinsmanipulation-eu-verhaengt-1-7-milliarden-euro-strafe-gegen-banken-12694063.html\">1,7 Milliarden Euro berappen<\/a>. Wirklich hart trifft das die Mehrheit der nun verurteilten Geldh\u00e4user gleichwohl nicht. Denn sie verdienen h\u00e4ufig wieder ordentlich oder haben schon vorgesorgt und riesige R\u00fcckstellungen in ihren Bilanzen gebildet f\u00fcr alle m\u00f6glichen Rechtsstreitigkeiten, die direkt und mittelbar mit der Finanzkrise zusammenh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Letzteres gilt zum Beispiel f\u00fcr die Deutsche Bank. Sie muss mit insgesamt 725 Millionen Euro die gr\u00f6\u00dfte einzelne nun erteile Geldbu\u00dfe zahlen. Zwar hat der deutsche Branchenprimus im dritten Quartal unter dem Strich nur 18 Millionen Euro verdient. Der Mini-Gewinn liegt aber vornehmlich auch daran, dass das Geldhaus noch mehr Geld f\u00fcr genau solche Urteile wie das nun im Libor-Skandal ergangene zur\u00fcckgelegt hat. Mehr als 4 Milliarden Euro h\u00e4lt die Deutsche Bank f\u00fcr ihre anh\u00e4ngigen Krisen-Streitigkeiten vor. \u201eDie Vergleichssumme ist bereits weitestgehend in den R\u00fcckstellungen der Bank f\u00fcr Rechtsstreitigkeiten ber\u00fccksichtigt\u201c, teilt die Bank nun mit. Weitere R\u00fcckstellungen in gr\u00f6\u00dferem Umgang seien nicht erforderlich.<\/p>\n<p>Amerikas Gro\u00dfbank Citigroup verdiente im vergangenen Quartal netto mehr als 3 Milliarden Dollar &#8211; da fallen die nun von der EU-Kommission verh\u00e4ngten 70 Millionen Euro Libor-Bu\u00dfe kaum ins Gewicht. Gleichwohl gilt: Die Strafe bemisst sich nicht an dem, was die Bank verdient, sondern nach der Dauer des vermuteten Vergehens, wie <a href=\"http:\/\/europa.eu\/rapid\/press-release_IP-13-1208_de.htm?locale=en\">die Kommission auf ihrer Internetseite<\/a> aufschl\u00fcsselt.<\/p>\n<p>Die ebenfalls mit einer Bu\u00dfe belegte franz\u00f6sische Bank Soci\u00e9t\u00e9 G\u00e9n\u00e9rale verdiente in den Monaten Juli, August und September mehr als ein halbe Milliarde Euro. Im Verh\u00e4ltnis dazu machen sich die nun verh\u00e4ngten 450 Millionen Euro st\u00e4rker bemerkbar: Sozusagen h\u00e4tte sie nun drei Monate f\u00fcr die Strafe gearbeitet. Tats\u00e4chlich hat aber auch die Soci\u00e9t\u00e9 G\u00e9n\u00e9rale vorgesorgt und kann auf eine 700 Millionen Euro hohe schon vorgenommene R\u00fcckstellung f\u00fcr Libor\/Euribor-Strafen zur\u00fcckgreifen.<\/p>\n<p>Eher bemerkbar macht sich die Strafe f\u00fcr die britische Royal Bank of Scotland. Sie brach w\u00e4hrend der Finanzkrise beinahe zusammen und wurde mit 45 Milliarden Pfund gerettet und teilverstaatlicht. Zwar verringerte sie gerade ihren Verlust gegen\u00fcber dem Vorjahr um 40 Prozent auf 828 Millionen Pfund &#8211; davon kann sie die 390 Millionen Euro Geldbu\u00dfe aber nicht zahlen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Amerikas gr\u00f6\u00dftes Geldhaus JP Morgan bedeuten die nun zu zahlenden 80 Millionen Euro eher \u201ePeanuts\u201c. Die Bank wies f\u00fcr das dritte Quartal zwar einen Fehlbetrag von 380 Millionen Dollar aus. Sie einigte sich allerdings gerade mit Amerikas Justiz auf einen zweistelligen Milliardenbetrag als Vergleich f\u00fcr Fehlverhalten vor der Finanzkrise &#8211; dagegen f\u00e4llt die nun verh\u00e4ngte Bu\u00dfe wenig ins Gewicht. Au\u00dferdem ver\u00f6ffentlichte die Bank gerade erst, dass sie gesetzliche <a href=\"http:\/\/www.cnbc.com\/id\/101103176\">Reserven in H\u00f6he von 23 Milliarden Dollar<\/a> vorh\u00e4lt.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/geldbussen-wegen-zinsmanipulation-banken-koennen-eu-strafen-meist-muehelos-zahlen-12694636.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/geldbussen-wegen-zinsmanipulation-banken-koennen-eu-strafen-meist-muehelos-zahlen-12694636.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die EU-Kommission hat Banken zu einer Milliarden-Strafe f\u00fcr Zinsmanipulationen verdonnert. Die Geldh\u00e4user k\u00f6nnen sie zumeist leicht zahlen. 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