{"id":20666,"date":"2013-12-04T14:26:08","date_gmt":"2013-12-04T14:26:08","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=20666"},"modified":"2013-12-04T14:26:08","modified_gmt":"2013-12-04T14:26:08","slug":"aufseher-wittern-viele-weitere-finanzskandale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=20666","title":{"rendered":"Aufseher wittern viele weitere Finanzskandale"},"content":{"rendered":"<p>Die Strafen f\u00fcr Banken fallen immer h\u00f6her aus. Ein Ende ist nicht in Sicht: Finanzkontrolleure vermuten weitere Tricksereien. Trotz der negativen Nachrichten w\u00e4chst die Zahl der Boni-Million\u00e4re in den Kreditinstituten unbeirrt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Immer mehr Banken <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/wegen-zinsmanipulation-eu-verhaengt-1-7-milliarden-euro-strafe-gegen-banken-12694063.html\">bekommen Rekordstrafen aufgebrummt<\/a>, aber die Aufseher sind mit der Aufarbeitung der Finanzskandale noch lange nicht am Ende. Gerade erst haben Untersuchungen begonnen, <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/fruehaufsteher\/markt-fuer-edelmetalle-bafin-prueft-verdacht-auf-goldpreis-manipulation-12682967.html\">ob und wie Banken am Goldmarkt die Preise manipuliert haben<\/a>. Schlie\u00dflich sind nur f\u00fcnf Geldh\u00e4user daran beteiligt, wenn jeden Nachmittag in London der Goldpreis festgestellt wird. Auch der Silbermarkt gilt als sehr anf\u00e4llig f\u00fcr Preisabsprachen. Selbst auf dem liquiden Devisenmarkt, wo t\u00e4glich W\u00e4hrungen f\u00fcr 5 Billionen Dollar umgesetzt werden, sollen Banken an den Kursen getrickst haben. Der Vorwurf dahinter: Kennen Banken k\u00fcnftige Preise, k\u00f6nnen sie gut verdienen, indem sie Wetten darauf abschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Die Strafen, mit denen Banken f\u00fcr Fehlverhalten b\u00fc\u00dfen m\u00fcssen, werden immer h\u00f6her. Das amerikanische Justizministerium hat wegen unlauterer Hypothekengesch\u00e4fte gegen die amerikanische JP Morgan eine Rekordbu\u00dfe von 13 Milliarden Dollar verh\u00e4ngt. Zudem hagelt es h\u00e4ufig Strafen wegen Verst\u00f6\u00dfen gegen Geldw\u00e4schebestimmungen. So musste die asiatisch-britische HSBC 1,9 Milliarden Dollar zahlen, weil sie Geld mexikanischer Drogenbosse gewaschen haben soll. Auch f\u00fcr Verfehlungen am Zinsmarkt hat es schon Strafen gegeben, bevor die EU-Kommission am Mittwoch mit 1,7 Milliarden Euro die h\u00f6chste jemals von ihr verh\u00e4ngte Kartellstrafe gegen sechs Banken ausgesprochen hat.<\/p>\n<h2>Weitere Strafen im Libor-Skandal wahrscheinlich<\/h2>\n<p>Weil sie zugegeben haben, dass Mitarbeiter sich bei der Festlegung der europ\u00e4ischen und japanischen Referenzzinss\u00e4tze Euribor und Tibor abgesprochen haben, zahlen die Deutsche Bank 725 Millionen Euro, die franz\u00f6sische Soci\u00e9t\u00e9 G\u00e9n\u00e9rale 446 Millionen, die britische Royal Bank of Scotland 391 Millionen und die amerikanischen Banken Citigroup und JP Morgan 80 und 70 Millionen Euro. Weil sie einen noch wichtigeren Referenzzins, den britischen Libor, manipuliert haben, sind schon Strafen von umgerechnet rund 2,5 Milliarden Euro verh\u00e4ngt worden: gegen die Schweizer Bank UBS 1140 Millionen Euro, gegen die niederl\u00e4ndische Rabobank 780 Millionen sowie gegen die britischen Royal Bank of Scotland 370 Millionen und Barclays 230 Millionen Euro.<\/p>\n<p>Aufseher wittern Tricksereien auch mit dem f\u00fcr Tauschgesch\u00e4fte (Swaps) ma\u00dfgeblichen Derivatezins Isdafix. Nahezu alle Vorw\u00fcrfe wegen Preismanipulationen richten sich gegen einen Kern von f\u00fcnf bis zehn internationale Gro\u00dfbanken, zu dem oft die Deutsche Bank geh\u00f6rt. Die gr\u00f6\u00dfte Strafe droht ihr wegen amerikanischen Hypothekengesch\u00e4ften \u2013 zumindest l\u00e4sst dies die Rekordstrafe von 13 Milliarden Dollar f\u00fcr JP Morgan erwarten. Zudem sind weitere Strafen im Libor-Skandal wahrscheinlich. Derzeit ist die Aufsicht zu einer Sonderpr\u00fcfung in der Deutschen Bank. Insgesamt hat die Bank f\u00fcr Rechtsrisiken, darunter auch der Prozess mit den Erben von Leo Kirch, <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/libor-kirch-insolvenz-so-viele-strafen-drohen-der-deutschen-bank-12638838.html\">mit 4 Milliarden Euro vorgesorgt<\/a>. Es ist zweifelhaft, ob dies ausreicht, auch wenn dies f\u00fcr die am Mittwoch verh\u00e4ngte Strafe der EU \u201eweitestgehend\u201c der Fall ist.<\/p>\n<p>Auch k\u00f6nnen amerikanische Banken die Rekordstrafen der Aufseher derzeit besser verkraften. So verdiente JP Morgan allein im zweiten Quartal 2013 rund 4,8 Milliarden Dollar. Die europ\u00e4ischen Banken geraten gegen\u00fcber ihren amerikanischen Rivalen, gemessen an den Gewinnen, ins Hintertreffen. Dennoch zahlen sie hohe Boni. Nach Angaben der Bankenaufsicht ist die Zahl der Einkommensmillion\u00e4re in den europ\u00e4ischen Kreditinstituten im vergangenen Jahr um 11 Prozent auf 3529 Banker gestiegen.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/nach-rekordstrafe-fuer-banken-aufseher-wittern-viele-weitere-finanzskandale-12695220.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/nach-rekordstrafe-fuer-banken-aufseher-wittern-viele-weitere-finanzskandale-12695220.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Strafen f\u00fcr Banken fallen immer h\u00f6her aus. Ein Ende ist nicht in Sicht: Finanzkontrolleure vermuten weitere Tricksereien. 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