{"id":20630,"date":"2013-12-02T11:57:35","date_gmt":"2013-12-02T11:57:35","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=20630"},"modified":"2013-12-02T11:57:35","modified_gmt":"2013-12-02T11:57:35","slug":"die-vergessene-krankheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=20630","title":{"rendered":"Die vergessene Krankheit"},"content":{"rendered":"<p>Im Allg\u00e4u und in Norddeutschland tritt die Rindertuberkulose wieder auf. Noch vor f\u00fcnfzig Jahren wusste jedes Kind, dass man sich durch rohe Milch ansteckt. Jetzt greift eine neue Sorglosigkeit um sich.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Ein klarer Abend im Herbst, irgendwo in Norddeutschland. Der Bauernhof liegt direkt an einer Landstra\u00dfe, auf der Berufst\u00e4tige aus der nahegelegenen Stadt zur\u00fcck nach Hause fahren, in ihre l\u00e4ndlichen Vororth\u00e4uschen. Nicht wenige stoppen pl\u00f6tzlich und biegen in einen holprigen Weg ein, auf den Schilder hinweisen: \u201eFrische Milch vom Hof\u201c. Dem Betrieb etwas vorgelagert steht ein H\u00e4uschen mit dem Schild \u201eMilchtankstelle\u201c, darin ein silbergl\u00e4nzender Automat, eine K\u00fcchenbank zum Ausruhen, eine Sp\u00fcle und leere Milchflaschen. F\u00fcr siebzig Cent sprudelt ein Liter kalte, rohe Milch von den Schwarzbunten des Betriebs aus einem Hahn. Ein Zettel in Klarsichth\u00fclle klebt am Automaten: \u201eRohmilch vor dem Gebrauch abkochen!\u201c steht da. Darunter werden zwar Paragraphen zitiert, aber trotzdem bleibt unklar: Ist das wirklich eine Vorschrift oder eher ein guter Rat? Immerhin stehen in einem Regal zwischen Sp\u00fcle und Automat nicht nur leere Literflaschen mit Schraubdeckeln, sondern auch Becher und Gl\u00e4ser. Wie viele m\u00fcde St\u00e4dter wohl an diesem f\u00fcr die Jahreszeit warmen Abend nicht nur eine Flasche f\u00fcr zu Hause abf\u00fcllen, sondern auch rasch ein k\u00fchles Glas frische Milch hinunterst\u00fcrzen?<\/p>\n<p>Der Rohmilchverzehr boomt, mehr als ein halbes Jahrhundert, nachdem man in Deutschland begonnen hat, Milch durch Pasteurisierung zu entkeimen. Nicht nur das Naturerlebnis wie zwischen den norddeutschen D\u00f6rfern im genannten Beispiel lockt die Verbraucher, es sind auch K\u00e4sespezialit\u00e4ten wie Camembert de Normandie, Roquefort oder Allg\u00e4uer Emmentaler, die man nur mit unerhitzter Milch herstellen kann. Vergessen sind die Gr\u00fcnde, warum man das Erhitzungsverfahren im Jahr 1947 fl\u00e4chendeckend einf\u00fchrte.<\/p>\n<h2>Vor allem Kinder betroffen<\/h2>\n<p>Pasteurisiert man die Milch, werden Keime abget\u00f6tet, die vom Rind auf den Menschen \u00fcberspringen k\u00f6nnen. In den Jahren nach dem Krieg zielte man vor allem auf einen Erreger ab: Mycobacterium bovis, den Erreger der Rindertuberkulose. Er geh\u00f6rt zum Mycobacterium-tuberculosis-Komplex, zu den Keimen, die beim Menschen Tuberkulose ausl\u00f6sen k\u00f6nnen. In den drei\u00dfiger und vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts waren zehn Prozent aller menschlichen Tuberkulosen durch den Erreger vom Rind verursacht. J\u00e4hrlich starben etwa tausend Menschen an der Zoonose. Unter den tuberkulosekranken Kindern war sogar die H\u00e4lfte mit dem Keim vom Rind infiziert.<\/p>\n<p>Das Pasteurisieren der Milch war ein wichtiger Teil einer Doppelstrategie, mit der es in den f\u00fcnfziger Jahren gelang, die Seuche in Deutschland langfristig zur\u00fcckzudr\u00e4ngen. Die zweite S\u00e4ule der Strategie war das Testen aller Best\u00e4nde auf Tuberkulose und das Keulen infizierter Rinder. Man betrieb dieses Programm jahrzehntelang so konsequent, dass die Bundesrepublik 1997 von der WHO offiziell f\u00fcr frei von Rindertuberkulose erkl\u00e4rt wurde. Seitdem hat man die regelm\u00e4\u00dfigen Kontrollen eingestellt. Nur noch auf dem Schlachthof werden die Organe der Tiere inspiziert. Noch heute erinnern an manchen alten Rinderst\u00e4llen Schilder an das Programm: \u201eStaatlich anerkannter tuberkulosefreier Bestand\u201c steht in l\u00e4ngst verblasster Schrift darauf.<\/p>\n<h2>Lokales Geschehen im Allg\u00e4u?<\/h2>\n<p>Doch in diesem Jahr hat die Vergangenheit die Milchwirtschaft und die Rinderhalter eingeholt \u2013 und auch die deutschen Verbraucher. Im Allg\u00e4u hatte man Ende 2012 bei der Untersuchung auf dem Schlachthof Rinder entdeckt, die mit dem Erreger Mycobacterium caprae infiziert waren, einer Unterart von M. bovis. Beide Typen k\u00f6nnen die Lymphknoten der Tiere charakteristisch ver\u00e4ndern und sichtbare Knoten in der Lunge und anderen Organen bilden. Man entschied sich daraufhin in Bayern, alle Rinder in den alpennahen Landkreisen zu untersuchen. Seitdem wurden 49 Ausbr\u00fcche der Rindertuberkulose aus Bayern gemeldet, alle aus dem Allg\u00e4u. 148000 Rinder aus 3800 Betrieben untersuchte man insgesamt im Untersuchungsprogramm \u201eAlpenkette\u201c. 222 Rinder wurden positiv getestet. Der Infektionsweg scheint klar zu sein: \u201eEs ist ein lokales Geschehen, das wahrscheinlich auf Kontakte zwischen Rindern und Rotwild auf den Almen zur\u00fcckgeht\u201c, erkl\u00e4rt Markus Schick, der Pr\u00e4sident des Bayerischen Landesamtes f\u00fcr Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Einen definitiven Beweis gibt es noch nicht, aber Tests an erlegtem Rotwild in der Alpenregion ergaben ebenfalls Infektionen mit Mycobacterium caprae.<\/p>\n<p>Doch inzwischen sind auch F\u00e4lle au\u00dferhalb des Allg\u00e4us bekanntgeworden, in Baden-W\u00fcrttemberg und Niedersachsen- die nieders\u00e4chsischen F\u00e4lle stehen nicht mit denen im Allg\u00e4u in Verbindung, ergaben Typisierungen des Erregers. Entdeckt wurden die Ausbr\u00fcche auch, weil der Bundesrat im Juli eine Regelung verabschiedet hatte, derzufolge bis Ende April 2014 eine aussagekr\u00e4ftige Stichprobe aller mehr als 24 Monate alten weiblichen Rinder in Deutschland auf Tuberkulose untersucht werden soll. Bisher gab es j\u00e4hrlich etwa zwanzig Ausbr\u00fcche in Deutschland.<\/p>\n<h2>Wo man sucht, wird man f\u00fcndig<\/h2>\n<p>Wegen der neuen Zahlen mehren sich nun Stimmen, die davon ausgehen: Wo man ihn sucht, dort findet man den Erreger auch. Schon in den Vorjahren war hin und wieder Tuberkulose auf dem Schlachthof entdeckt worden, etwa 2008 bei einer Kuh in Schleswig-Holstein. Nachdem man die Kontaktbetriebe des Bestandes gefunden hatte, wurden schlie\u00dflich 135 infizierte Rinder auf elf H\u00f6fen entdeckt. \u00d6ffentlich blieben diese F\u00e4lle damals fast unbemerkt. Und die Beh\u00f6rden tolerieren ein \u201eHintergrundrauschen\u201c- weniger als 0,1 Prozent der Best\u00e4nde d\u00fcrfen infiziert sein, ohne dass der Status \u201etuberkulosefrei\u201c einer Region gef\u00e4hrdet ist.<\/p>\n<p>\u00dcber die Situation im Allg\u00e4u ist weit mehr nach au\u00dfen gedrungen als \u00fcber die F\u00e4lle aus dem Jahr 2008 im Norden Deutschlands. Experten glauben, dass das an der Art der Verwendung der Allg\u00e4uer Kuhmilch liegt. \u201eIm Allg\u00e4u werden \u00fcberproportional viel Rohmilch und Rohmilchprodukte hergestellt und verzehrt\u201c, sagt Christian Menge, Leiter des Instituts f\u00fcr molekulare Pathogenese am Friedrich-Loeffler-Institut in Jena. \u201eDaraus ergibt sich die ganze Diskussion, die jetzt gef\u00fchrt wird.\u201c Denn f\u00fcr die Weitergabe von Mycobacterium bovis an den Menschen gilt: \u201eMit Abstand die gr\u00f6\u00dfte Bedeutung hat der Verzehr nichtpasteurisierter Milch\u201c, sagt Menge. Dass man sich durch Kontakt zu Rindern anstecke, sei hingegen sehr unwahrscheinlich. Und auch rohes Rindfleisch, etwa Tatar, ist viel weniger riskant als rohe Kuhmilch. \u201eWenn der Erreger auch die Muskulatur bef\u00e4llt, muss ein Tier schon schwer betroffen sein\u201c, sagt der Veterin\u00e4rmediziner Menge. Das Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung gab in diesem Jahr eine Erkl\u00e4rung zu der Gefahr heraus, die von infizierten Best\u00e4nden f\u00fcr den Menschen ausgeht. Beim K\u00e4se komme es auf die Sorte, den Salzgehalt und die Reife- und Trocknungsdauer an, hei\u00dft es hier: \u201eBei Rohmilchweichk\u00e4se oder Frischk\u00e4se ist mit einer l\u00e4ngeren \u00dcberlebensphase der Mykobakterien zu rechnen als bei Schnitt- oder Hartk\u00e4se.\u201c Der Verzehr von Hartk\u00e4se wie Emmentaler oder Bergk\u00e4se, der lange reift, sei mit einem geringen Risiko behaftet. Die Risikoexperten sehen wie auch Christian Menge insbesondere rohe Milch, etwa aus Hofautomaten, als gef\u00e4hrlich an.<\/p>\n<p>Hinter dem heutigen Wissen \u00fcber die Rindertuberkulose liegt eine lange Geschichte. Robert Koch warnte schon 1882, in dem Jahr, in dem er den wichtigsten Tuberkuloseerreger Mycobacterium tuberculosis entdeckte, in einem Vortrag vor Fleisch und Milch tuberkul\u00f6ser Rinder und bezeichnete die Krankheit als \u201eauf den Menschen \u00fcbertragbar\u201c. Jahrelang stritt man \u00fcber die richtige Strategie, die Seuche auszurotten, und versuchte sich erfolglos an einer Impfung. Die Pasteurisierung der Milch wurde zun\u00e4chst abgelehnt, weil man f\u00fcrchtete, wichtige Vitamine zu zerst\u00f6ren. Milch galt als Heilmittel, \u201eMilchkuren\u201c f\u00fcr Kleinkinder waren beliebt. Oft blieben Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung aus, obwohl man Hinweise auf die Seuche fand. So etwa 1896 im Zwickauer Schlachthof, als pl\u00f6tzlich auffiel, dass die Katzen des Betriebs, die mit der Milch der Schlachtk\u00fche gef\u00fcttert wurden, an Tuberkulose litten.<\/p>\n<p>Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg waren noch immer 60 Prozent der deutschen Rinderherden infiziert. 1952 begann man mit dem Bek\u00e4mpfungsprogramm, f\u00fcr das die Rinder eine Spritze mit dem Antigen-Pr\u00e4parat Tuberkulin in die Unterhaut erhielten. Ein Anschwellen der Haut galt ab einer definierten Dicke als Zeichen einer Infektion und bedeutete, dass das Rind gekeult werden musste.<\/p>\n<h2>Probleme auf dem Schlachthof<\/h2>\n<p>Schon in den sechziger Jahren war Deutschland praktisch frei von Rindertuberkulose, getestet wurde aber weiter. Seitdem die WHO die Tuberkulosefreiheit 1997 best\u00e4tigt hat, verl\u00e4sst man sich nur noch auf die sogenannte Passiv\u00fcberwachung: Die Mitarbeiter von Schlachth\u00f6fen m\u00fcssen auf charakteristische Ver\u00e4nderungen achten, wenn sie die Schlachtk\u00f6rper untersuchen. \u201eDie Schlachtk\u00f6rperuntersuchung ist ein wichtiges Standbein\u201c, sagt Menge. \u201eEs gibt aber auch ein Problem dabei. Die Ver\u00e4nderungen k\u00f6nnen erst relativ sp\u00e4t entdeckt werden. Die Tiere sind eine ganze Weile infiziert, bevor sich die Lymphknoten ver\u00e4ndern.\u201c Zudem sei der Erreger nach dem Eindringen in das Tier zun\u00e4chst Monate oder sogar Jahre nur in einem einzigen Gewebe. \u201eDie Gefahr, dass man genau an dem befallenen Lymphknoten vorbeischneidet, ist gro\u00df.\u201c<\/p>\n<p>Viele Kritiker sehen die in Bayern und zuvor schon in anderen Bundesl\u00e4ndern hin und wieder am Schlachtband aufgefallenen Rinder als Zeichen daf\u00fcr, dass eine hohe Dunkelziffer wahrscheinlich ist. Als warnendes Beispiel dient oft Gro\u00dfbritannien. \u201eMan hat in der Zeit des Zweiten Weltkriegs und unmittelbar danach die Rindertuberkulose in Gro\u00dfbritannien konsequent bek\u00e4mpft und hatte dann sehr geringe Pr\u00e4valenzraten\u201c, sagt Christian Menge. \u201eAber ab den siebziger Jahren griff die Seuche dann, von Westengland ausgehend, wieder um sich. Es gibt in Gro\u00dfbritannien ein Wildtierreservoir f\u00fcr den Erreger, das vor allem beim Dachs liegt. Man h\u00e4tte bei der Bek\u00e4mpfung noch f\u00fcnf, sechs Jahre weitermachen m\u00fcssen, man hat zu fr\u00fch wieder nachgelassen.\u201c Die Kurve der Erkrankungen bei den britischen Rindern stieg in den vergangenen Jahren kontinuierlich an, 2010 bog sie ab, seitdem bewegt man sich auf einem Plateau.<\/p>\n<p>Menge h\u00e4lt die Regelung, in Deutschland zun\u00e4chst Stichproben zu untersuchen statt gro\u00dfer Teile des Gesamtbestandes wie vor Jahrzehnten, f\u00fcr einen \u201eguten Mittelweg\u201c. Die Tiere werden mit dem Tuberkulintest untersucht. Ein schnelles Verfahren, mit dem etwa gro\u00dfe Mengen an Blutproben gescreent werden k\u00f6nnen, ist noch nicht in Sicht. Zwar gibt es erste molekularbiologische Methoden, mit denen der Erreger nachgewiesen werden kann, aber, so Menge: \u201eWir erwarten keinen Durchbruch.\u201c In Jena hat man ein PCR-Verfahren entwickelt, das innerhalb von 72 Stunden nach Eingang der Probe im Labor ein Ergebnis liefert. Es bietet aber nur bei stark ver\u00e4nderten oder stark mit Erregern behafteten Geweben eine gute Sensitivit\u00e4t. Au\u00dferdem kann es nur nach der T\u00f6tung der Tiere angewendet werden.<\/p>\n<p>Die Zahlen, die bis jetzt vorliegen, sieht Menge noch nicht als Beleg daf\u00fcr, dass die Rindertuberkulose im Verborgenen grassiert. \u201eDie F\u00e4lle in Niedersachsen standen miteinander in Verbindung. Ein Betrieb war betroffen, die anderen Ausbr\u00fcche waren Kontaktbetriebe.\u201c Den Erreger vollst\u00e4ndig zu eliminieren, h\u00e4lt er ohnehin nicht f\u00fcr realistisch. Das Allg\u00e4u, sagt Menge, m\u00fcsse man wegen des Kontakts zu Rothirschen in gewisser Weise als endemisches Gebiet sehen.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des deutschlandweiten Screenings, das bis 2014 fortgef\u00fchrt werden soll, werden eine Entscheidungsgrundlage bieten f\u00fcr das weitere Vorgehen. Christian Menge h\u00e4lt es schon jetzt f\u00fcr sinnvoll, den Umgang mit Rohmilch zu \u00fcberdenken. \u201eProblematisch ist, dass die Rindertuberkulose aus dem Bewusstsein der Menschen verschwunden ist. In den f\u00fcnfziger und sechziger Jahren wusste jeder, was das Schild ,Rohmilch abkochen\u2018 auf Bauernh\u00f6fen bedeutet. Heute kann man dieses Wissen nicht mehr voraussetzen.\u201c Am Robert Koch-Institut beobachtet man, wie sich die Mycobacterium-bovis-Infektionen beim Menschen in Deutschland entwickeln (siehe \u201eKein R\u00fcckgang der F\u00e4lle beim Menschen\u201c). Eins macht den Wissenschaftlern Sorge: Zwar gibt es keinen Anstieg. Aber das ist in diesem Fall keine positive Nachricht. Denn eigentlich m\u00fcssten die Fallzahlen zur\u00fcckgehen, nachdem die Seuche so lange als besiegt galt.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/tuberkulose-der-rinder-die-vergessene-krankheit-12680981.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/tuberkulose-der-rinder-die-vergessene-krankheit-12680981.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Allg\u00e4u und in Norddeutschland tritt die Rindertuberkulose wieder auf. Noch vor f\u00fcnfzig Jahren wusste jedes Kind, dass man sich durch rohe Milch ansteckt. 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