{"id":20624,"date":"2013-11-18T11:57:29","date_gmt":"2013-11-18T11:57:29","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=20624"},"modified":"2013-11-18T11:57:29","modified_gmt":"2013-11-18T11:57:29","slug":"ol-ohne-kannchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=20624","title":{"rendered":"\u00d6l ohne K\u00e4nnchen"},"content":{"rendered":"<p>Nachf\u00fcllbare \u00d6lk\u00e4nnchen sollen in spanischen Gastst\u00e4tten verboten werden. Die EU war vor Kurzem mit einem entsprechenden Vorsto\u00df gescheitert. Auch in Spanien wird nun heftig dar\u00fcber gestritten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Was den Eurokraten im Sommer misslang, will die spanische Regierung jetzt im Winter selbst durchsetzen: ein Verbot der nachf\u00fcllbaren \u00d6lk\u00e4nnchen in den 350.000 Restaurants, Bars und Caf\u00e9s des Landes. Das Kabinett unter Vorsitz von Ministerpr\u00e4sident Mariano Rajoy beschloss die Ma\u00dfnahme, die als \u201ek\u00f6nigliches Dekret\u201c zum 1. Januar in Kraft treten soll. Die Hersteller des \u201efl\u00fcssigen Goldes\u201c jubeln, das Gastst\u00e4ttengewerbe klagt lauthals.<\/p>\n<p>Als vor einigen Monaten <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/olivenoel-in-restaurants-schnelle-kaennchen-wende-der-eu-kommission-12192354.html\">ein entsprechender Vorsto\u00df in Br\u00fcssel <\/a>unternommen wurde, gab es unter anderem Kritik aus den \u201eNordl\u00e4ndern\u201c, deren Touristen zu Millionen einen gro\u00dfen Teil der spanischen Oliven\u00f6l-Kundschaft ausmachen. Der Spott \u00fcber die neue Version einer \u201eSuche nach der perfekt geschwungenen Banane\u201c lie\u00df das Projekt sterben.<\/p>\n<p>Aber Spanien will sich nun ausnahmsweise doch einmal ein Beispiel an Portugal nehmen, wo die K\u00e4nnchen schon vor Jahren etikettierten Flaschen weichen mussten.<\/p>\n<p>Die lebhafte Debatte sieht nun Hersteller und Abf\u00fcller im Widerspruch zu Restaurantbesitzern, Konsumenten und Umweltsch\u00fctzern. Die Erstgenannten r\u00fchmen das Dekret als \u00fcberf\u00e4lligen Beitrag zur Hygiene, zum Verbraucherschutz, zur Markttransparenz, zur Exportsteigerung und Qualit\u00e4tsverbesserung. Die anderen sehen dahinter nur eine versteckte Subvention f\u00fcr die zumeist in Andalusien beheimateten gr\u00f6\u00dften Oliven\u00f6lproduzenten der Welt mit durchschnittlich 1,3 Millionen Tonnen im Jahr. Au\u00dferdem rechnen sie mit Preiserh\u00f6hungen und unn\u00fctzen Bergen neuen Sonderm\u00fclls und verbitten sich, im Zeichen des jahrzehntelang tolerierten simplen Auff\u00fcllens mit \u00d6l von nicht immer erster Qualit\u00e4t noch nachtr\u00e4glich zu Betr\u00fcgern gestempelt zu werden.<\/p>\n<p>Die neuen Flaschen sollen nun eine \u00d6ffnung und einen Verschluss haben, die sich allen Kunstgriffen zum Nachf\u00fcllen aus der gro\u00dfen Kanne entziehen. Sie sollen im Interesse der allgemeinen Gesundheit jene K\u00e4nnchen ersetzen, die, wenn sie nicht regelm\u00e4\u00dfig gereinigt wurden, nach wiederholtem Nachf\u00fcllen etwas ranzig zu riechen pflegen. Au\u00dferdem meldeten einige Bef\u00fcrworter der Umstellung grunds\u00e4tzliche Zweifel daran an, dass die K\u00e4nnchen mit ihren schmalen H\u00e4lsen \u00fcberhaupt in die Sp\u00fclmaschine gesteckt und nicht nur lauwarm ausgewaschen worden seien.<\/p>\n<p>Carlos Falc\u00f3, Markgraf von Gri\u00f1on und einer der gr\u00f6\u00dften spanischen Wein- und Oliven\u00f6l-Produzenten, lobte die Regierung und sagte, es sei h\u00f6chste Zeit, das \u00d6l durch fachgerechte Etikettierung wie guten Wein zu behandeln. Wenn es am Ende etwas teurer w\u00fcrde, so habe der Verbraucher immerhin die Garantie, ein wirklich sauberes Erzeugnis vorgesetzt zu bekommen. Falc\u00f3 vers\u00e4umte es auch nicht, an einen gro\u00dfen Skandal in Spanien in den achtziger Jahren zu erinnern, als r\u00fccksichtslose Panscher Oliven\u00f6l, das mit hochgiftigem Maschinen\u00f6l verschnitten war, auf den Markt brachten. Damals gab es sogar Todesopfer.<\/p>\n<p>Den K\u00f6chen, Kellnern und Gastst\u00e4ttenbesitzern will das alles dennoch nicht einleuchten. Sie argumentieren, dass man ihnen doch schlie\u00dflich alles, was mit Essen und Trinken zu tun habe, anvertraue, und dass sie nicht ausgerechnet beim \u00d6l unter Generalverdacht der Betr\u00fcgerei gestellt werden sollten.<\/p>\n<p>Das K\u00e4nnchenverbot werde nur zu einer gro\u00dfen Verschwendung des Lebensmittels und zus\u00e4tzlichen Umwelt- und Entsorgungsproblemen f\u00fchren. Das Gesetz gibt ihnen immerhin eine Gnadenfrist von zwei Monaten bis Ende Februar, um die schon eingekauften alten Vorr\u00e4te aufzubrauchen.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/lebensstil\/essen-trinken\/spanien-oel-ohne-kaennchen-12669924.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/lebensstil\/essen-trinken\/spanien-oel-ohne-kaennchen-12669924.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachf\u00fcllbare \u00d6lk\u00e4nnchen sollen in spanischen Gastst\u00e4tten verboten werden. Die EU war vor Kurzem mit einem entsprechenden Vorsto\u00df gescheitert. 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