{"id":20560,"date":"2013-11-28T16:25:11","date_gmt":"2013-11-28T16:25:11","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=20560"},"modified":"2013-11-28T16:25:11","modified_gmt":"2013-11-28T16:25:11","slug":"computeruhren-als-handlanger-des-smartphones","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=20560","title":{"rendered":"Computeruhren als Handlanger des Smartphones"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich hatten alle auf Apples iWatch gewartet. Doch dann kamen Sony mit der Smartwatch 2 und Samsung mit der Galaxy Gear. Wozu taugen diese Computeruhren?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Das Alugeh\u00e4use der Smartwatch von Sony ist mit 122,5 Gramm recht schwer. Sie ist mit USB-Mikroanschluss und Bluetooth in Version 3.0 ausger\u00fcstet. Das Armband gibt es aus Stahl, Silikon oder Leder in verschiedenen Farben. Wie die meisten aktuellen mobilen Ger\u00e4te von Sony ist auch die Smartwatch 2 wasserfest. Der Armgelenk-Computer tarnt sich zun\u00e4chst als normale Armbanduhr.<\/p>\n<p>Das digitale Zifferblatt verr\u00e4t lediglich Uhrzeit und Datum. Die drei Zeichen am unteren Rand deuten allerdings an, dass die Uhr auch irgendetwas mit Android zu tun hat. Erst das Dr\u00fccken des seitlichen Knopfes l\u00f6st den Wechsel zur Computeruhr aus. Das abgedunkelte Display erhellt sich, und seine Ber\u00fchrungsempfindlichkeit wird aktiviert. Dr\u00fcckt man das Haus-Symbol, erscheinen Symbole, deren Bedeutung zwar eindeutig ist, das Design aber altbacken daherkommt. Die Zeichen Wecker, Telefonh\u00f6rer, Brief, Taschenlampe und Schraubenzieher erinnern an jene Zeit, als Handys noch Tasten hatten und nur zum Telefonieren da waren.<\/p>\n<p>Damit auf der Smartwatch \u00fcberhaupt etwas geschieht, muss die Uhr mit einem Smartphone gekoppelt werden. Das ist mit jedem beliebigen Androidger\u00e4t ab Version 4.0 m\u00f6glich. Die Bluetooth-Verbindung ist somit die st\u00e4ndige Fessel zwischen Uhr und Handy. Mit der App \u201eSmart Connect\u201c aktiviert und f\u00fcttert man den Mini-Computer am Handgelenk. Im Play Store warten spezielle Programme, die man mit dem Smartphone herunterl\u00e4dt und die sich dann direkt auf der Uhr installieren. Wir haben uns kostenlose Apps wie Twitter, Facebook und Google-Mail draufgepackt. Es gibt einige weitere wie Wetter, Slideshow, Musikplayer oder RSS-Feed.<\/p>\n<p>Im Alltag sieht das dann so aus, dass die Uhr vibriert (kann ausgeschaltet werden), etwa wenn neue Nachrichten hereinkommen. Weil das Display mit einer Gr\u00f6\u00dfe von 1,6 Zoll und der Aufl\u00f6sung 220 mal 176 Pixel wenig Platz bietet, liest man im Falle der Twitter-App entweder eine Liste mit verst\u00fcmmelten Tweets, die man dann einzeln ausw\u00e4hlt, um sie vollst\u00e4ndig zu sehen, oder man wischt von Tweet zu Tweet. So funktioniert das auch f\u00fcr Mails und Facebook-Nachrichten. Sony geht von drei bis vier Tagen Akkudauer bei normalem Gebrauch aus, was nach unserer Erfahrung durchschnittlich hinkommen k\u00f6nnte. Die Smartwatch kostet 179 Euro.<\/p>\n<p>F\u00fcr seine Galaxy Gear verlangt und bietet Samsung mehr. Diese Computeruhr kostet 299 Euro. Daf\u00fcr kann man mit ihr fotografieren und telefonieren. Die technischen Details klingen nach Computer. Die Galaxy Gear hat Bluetooth 4.0, das Display l\u00f6st mit 320 \u00d7 320 auf bei einer Gr\u00f6\u00dfe von 1,6 Zoll. Der Prozessor ist mit 800 Megahertz getaktet. 4 Gigabyte interner und 512 Megabyte Arbeitsspeicher stehen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Die Galaxy Gear sieht etwas futuristischer aus, und sie wiegt nur 73,8 Gramm. Ihr Kameraauge im Armband und das Mikro-Lautsprecher-Modul im Verschluss zeigen un\u00fcbersehbar, dass es sich um keine gew\u00f6hnliche Uhr handelt. Leider wird auch hier das James-Bond-Gef\u00fchl dadurch getr\u00fcbt, dass ein Smartphone als st\u00e4ndiger Partner in der Jacken- oder Hosentasche stecken muss. Samsung l\u00e4sst neben dem aktuellen Note 3 nach einem Update angeblich auch den Einsatz mit dem Galaxy S4 und weiteren hauseigenen Modellen zu.<\/p>\n<p>Einen \u00dcberraschungseffekt konnten wir in der Redaktion dennoch erzielen, als wir ein ankommendes Gespr\u00e4ch annahmen, indem wir \u00fcber das Display der Galaxy Gear wischten, den Arm zum Ohr bewegten und mit dem Gespr\u00e4ch begannen. Das Smartphone war in der Tasche versteckt. Leider mussten wir das Gespr\u00e4ch bald wieder beenden, weil uns der Arm in dieser Stellung schnell schmerzte und die Kollegen nicht h\u00f6ren wollten, was unser Gespr\u00e4chspartner so alles erz\u00e4hlt. Ein schneller und heimlicher Kameraschuss aus dem Handgelenk f\u00e4llt ebenfalls schnell auf, weil das Ger\u00e4usch des Ausl\u00f6sens un\u00fcberh\u00f6rbar ist. Daf\u00fcr ist die Bildqualit\u00e4t der 1,9-Megapixel-Kamera ganz in Ordnung.<\/p>\n<p>L\u00e4sst man die Telefonie- und Foto-Funktionalit\u00e4t au\u00dfen vor, beschr\u00e4nkt sich der Einsatz auf die gleichen M\u00f6glichkeiten wie bei der Smartwatch von Sony. Auch hier zieht man sich \u00fcber eine App (Gear Manager) weitere Anwendungen auf die Uhr. Allerdings nicht aus dem Play Store, sondern aus Samsungs eigenem Portal. Unter Benachrichtigungen kann man &#8211; nach einem k\u00fcrzlichen Update seitens Samsung &#8211; Anrufe, SMS, Mails, Tweets, Evernote- oder Flipboard-Elemente einlaufen lassen. Ebenso wie bei der Smartwatch zeigt sich ein strukturelles Problem. Tweets enthalten h\u00e4ufig Links, und diese k\u00f6nnen mit solchen Uhren nicht ge\u00f6ffnet werden, weil es keinen Browser gibt und eine solche Darstellung aufgrund des kleinen Displays ohnehin sinnlos w\u00e4re. Der Griff zum Smartphone bleibt unerl\u00e4sslich.<\/p>\n<p>Samsungs Galaxy Gear gef\u00e4llt im t\u00e4glichen Gebrauch besser. Die Symbole machen mehr Spa\u00df, weil sie modern und schlicht aussehen. In der Grundeinstellung sind sie so gestaltet, dass jeweils ein Symbol den Bildschirm belegt und man zum n\u00e4chsten wischen muss. Der Finger gleitet dabei geschmeidiger als auf dem Sony-Ger\u00e4t. Auch ist bei der Galaxy Gear die tempor\u00e4re Anzeige der Uhrzeit elegant gel\u00f6st.<\/p>\n<p>Das Display schaltet sich zwar sp\u00e4testens f\u00fcnf Minuten nach Inaktivit\u00e4t ab. Doch die \u00fcbliche Armbewegung, um zu schauen, wie sp\u00e4t es ist, schaltet es wieder an. Die Galaxy Gear h\u00e4lt mit durchschnittlich einem vollem Tag Akkudauer weniger lange als die Smartwatch.<\/p>\n<h2>Ger\u00e4tegattung ohne Sinn<\/h2>\n<p>Unabh\u00e4ngig von einzelnen technischen St\u00e4rken und Schw\u00e4chen dieser Computeruhren stellt sich allerdings die Frage, was der Sinn dieser Ger\u00e4tegattung ist. Die geringe Gr\u00f6\u00dfe des Displays wird immer dazu f\u00fchren, dass die seri\u00f6se Lekt\u00fcre von Nachrichten jeder Art weiter auf dem Smartphone stattfinden wird. Und das Verfassen einer Nachricht mit der Diktierfunktion ist keine Alternative. Ernst gemeinte Telefonate wird man mit der Galaxy Gear nicht f\u00fchren wollen, und ein Foto hat man auch schnell mit dem Smartphone gemacht.<\/p>\n<p>Solche Computeruhren ersparen einzig und allein den Griff in die Hosen- oder Jackentasche. Diesen Komfort erkauft man sich aber mit einer erheblichen Qualit\u00e4tsreduktion in nahezu jeder Anwendung. Dann ist der Spa\u00df zu Ende.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/smartwatch-2-und-galaxy-gear-computeruhren-als-handlanger-des-smartphones-12679436.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/smartwatch-2-und-galaxy-gear-computeruhren-als-handlanger-des-smartphones-12679436.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich hatten alle auf Apples iWatch gewartet. Doch dann kamen Sony mit der Smartwatch 2 und Samsung mit der Galaxy Gear. 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