{"id":20506,"date":"2013-11-26T14:00:55","date_gmt":"2013-11-26T14:00:55","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=20506"},"modified":"2013-11-26T14:00:55","modified_gmt":"2013-11-26T14:00:55","slug":"warme-semmeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=20506","title":{"rendered":"Warme Semmeln"},"content":{"rendered":"<p>Der Automarkt liegt darnieder? Ist uns doch egal, sagen Mini und Porsche und fahren Antidepressiva heran. Passend zur Jahreszeit, mitten im November.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Autos verkaufen ist derzeit keine besondere Freude. In Europa verdirbt vor allem der lahme S\u00fcden von Spanien \u00fcber Portugal bis Frankreich und Italien allen Herstellern die Laune, und auch die j\u00fcngste zarte Aufw\u00e4rtstendenz ist bislang nicht mehr als ein Strohfeuer. Zum Trost m\u00fcssen mit erfreulicherer Nachfrage gesegnete M\u00e4rkte in Asien und Amerika herhalten, aber wenn die heimische Region nicht in Fahrt kommt, werden sich weder Laune noch Bilanzen nachhaltig aufhellen. Und dann ist pl\u00f6tzlich November 2013: Am Montag vergangener Woche zieht Mini im britischen Oxford den Schleier von seinem neuen Modell, zwei Tage danach schiebt Porsche in Los Angeles seinen neuen Macan ins Rampenlicht. Eine Woche, zwei automobile Sensationen, und es geh\u00f6rt wenig Mut zu der Vorhersage: Diese beiden werden sich verkaufen wie die ber\u00fchmten warmen Semmeln.<\/p>\n<p>The proof of the pudding im Sinne der um regierungsf\u00e4hige Partnerschaften ringenden Bundeskanzlerin treten Porsche und Mini zwar erst im Fr\u00fchjahr 2014 an, doch schon jetzt lassen die Reaktionen des Publikums und die Planungen der Konzerne vermuten, dass die Angebote aus Stuttgart und M\u00fcnchen besser ankommen werden als die aus Berlin. Mini erwartet, wohlgemerkt mit dem Auslaufmodell, in diesem Jahr einen Absatzrekord von 300000 St\u00fcck. Und weil der Hunger der Fans offenbar nicht zu stillen ist, soll zur Produktion in Oxford und der Fertigung bei Magna-Steyr in \u00d6sterreich von Mitte 2014 an eine zus\u00e4tzliche im niederl\u00e4ndischen Born aufgenommen werden. Dort hat der BMW-Konzern, zu dem Mini geh\u00f6rt, die ehemals gemeinsam von Mitsubishi und Volvo betriebene Fabrik namens Nedcar \u00fcbernommen.<\/p>\n<h2>Absatz und Umsatz werden zulegen<\/h2>\n<p>Porsche seinerseits ist schon vor der offiziellen Vorstellung seines \u201ekleinen\u201c Gel\u00e4ndewagens vom Interesse \u00fcberrollt worden und hat mehrfach sein Absatzziel angehoben. Nun mussten sich die Stuttgarter festlegen, denn die Fabrik in Leipzig, die f\u00fcr 500 Millionen Euro eine eigene Fertigungslinie bekommen hat, muss planen. 50000 Autos im Jahr lautet die Vorgabe. Das w\u00fcrde den in den vergangenen Jahren schier unaufhaltsamen Aufstieg von Porsche weiter beschleunigen. Mindestens Absatz und Umsatz werden zulegen, und der Vorstand um Matthias M\u00fcller wird alles daransetzen, trotz der nicht ganz so \u00fcppigen Marge wie beim Cayenne dank h\u00fcbsch bepreister Sonderverf\u00fchrungen auch mit dem kleineren Macan einen erklecklichen Ergebnisbeitrag einzufahren. Man darf sich das auf der Zunge zergehen lassen: Dank seiner Gel\u00e4ndewagen Cayenne und Macan ( unter uns Familienv\u00e4tern, die Teile gehen ja auch echt scharf) f\u00e4hrt der Sportwagenhersteller in eine neue Dimension. Kein Wunder, dass die Herren von Bentley oder Jaguar vor ohnm\u00e4chtiger Wut in die Kotfl\u00fcgel bei\u00dfen und sich fragen, warum ihre eigenen Gel\u00e4ndewagen noch in den Entwicklungsschuhen stecken, statt l\u00e4ngst ebenso zwischen Sylt und Sultan abzur\u00e4umen.<\/p>\n<p><!--\/\/ End Fullscreen Foto \/\/-->    <\/p>\n<p>Porsche bezeichnet den Macan, dessen Name vom indonesischen Wort f\u00fcr Tiger abgeleitet ist, als kompakt, was relativ richtig ist. Die Gr\u00f6\u00dfe orientiert sich am Genspender Audi Q5, von dem nach schw\u00e4bischer Bearbeitung m\u00f6glichst wenig \u00fcbriggeblieben sein soll. 4,68 Meter ist der Porsche lang, 1,92 Meter breit (ohne Au\u00dfenspiegel), 1,62 Meter hoch, der Radstand betr\u00e4gt 2,80 Meter, und das Heck macht ihn zum schr\u00e4gen Typen. 500 Liter schluckt der Kofferraum, wird die Bank umgeworfen, passen theoretisch 1500 Liter hinein. Elemente des Supersportwagens 918 Spyder zieren den Macan, unter anderem am schicken Lenkrad. Ansonsten setzt auch der neueste Porsche auf die m\u00e4chtige, ansteigende Mittelkonsole, die nicht jedermanns Freude ist. S\u00e4mtliche Varianten sind serienm\u00e4\u00dfig mit dem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe ausgestattet. Allradantrieb ist stets an Bord, gesteuert \u00fcber eine elektronische Lamellenkupplung, welche die Kraft immer an der Hinterachse l\u00e4sst und bei Bedarf die Vorderachse zuschaltet. Zun\u00e4chst sorgen drei Sechszylinder f\u00fcr Vortrieb: Macan S, 3,0-Liter-V6-Biturbo, 340 PS, 0\u2013100 km\/h in 5,2s, H\u00f6chstgeschwindigkeit 254 km\/h, Normverbrauch 9,0 Liter. Macan S Diesel, 3,0-Liter-V6-Turbodiesel, 258 PS, 0\u2013100 km\/h in 6,3s, H\u00f6chstgeschwindigkeit 230 km\/h, Verbrauch 6,3 Liter. Macan Turbo, 3,6-Liter-V6-Biturbo, 400 PS, 0\u2013100 km\/h in 4,8s, H\u00f6chstgeschwindigkeit 266 km\/h, Verbrauch 9,2 Liter. Die Preise sind typisch und deutlich h\u00f6her als die des Audi Q5. Macan S: 57930 Euro, S Diesel: ebenfalls 57930 Euro, Turbo: 79826 Euro, zuz\u00fcglich Extras. Die Markteinf\u00fchrung ist am 5. April 2014 vorgesehen.<\/p>\n<p>Der Mini ist da schon vier Wochen im Handel. Der neue sehe aus wie der alte, sagen viele auf den ersten Blick, doch wir halten es da mit der Bulldogge Spike, die in der Werbekampagne die Hauptrolle spielt. Der knuddelige Hund beschnuppert den Neuank\u00f6mmling missbilligend und weigert sich zun\u00e4chst, einzusteigen. Es folgt nat\u00fcrlich ein Happy End: Nach ein paar Kilometern h\u00e4lt der Mini an einem Stoppschild, was Spike erregt. Er bellt das Schild an, bis die Fahrt endlich weitergeht.<\/p>\n<p>Vorschriften zum Unfallschutz, Ma\u00dfnahmen zur Verringerung des CO2-Abdrucks, W\u00fcnsche nach gr\u00f6\u00dferem Innenraum, mehr Komfort und Lifestyle-Einrichtungen wie Facebook- oder Twitterzugang entfernen den j\u00fcngsten immer weiter vom puristischen Original, aber die junge, zahlungskr\u00e4ftige Kundschaft scheint das zu honorieren. Die Nase (des Mini, nicht der Dogge) ist flacher und breiter in den Wind gestreckt, die Au\u00dfenspiegel thronen wie Bratpfannen auf der T\u00fcr, die R\u00fccklichter sind platt wie nie. L\u00e4nger (3,82 Meter), breiter (1,72 Meter) und h\u00f6her (1,41 Meter) ist der neue Mini, der Radstand hat zugelegt, hinten geht es indes noch immer knapp ausreichend zu. Das Material im Innenraum f\u00fchlt sich besser an als zuvor, die Qualit\u00e4t, das war n\u00f6tig, scheint zugelegt zu haben. Erstmals ziehen Dreizylindermotoren ein. Zum Start gibt es den Cooper mit 136 PS zu 19700 Euro, den Cooper S (einziger Vierzylinder) mit 192 PS zu 23800 Euro und den Cooper D mit 116 PS zu 21450 Euro. Cabriolet, ein vom Zweit\u00fcrer abgeleiteter Viert\u00fcrer und Countryman folgen. Und einige Derivate mehr. Schon heute ist jedes sechste Auto von BMW ein Mini. Nach Geschmack der M\u00fcnchener darf es gern noch ein bisserl mehr werden.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/porsche-macan-und-mini-cooper-s-warme-semmeln-12677696.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/porsche-macan-und-mini-cooper-s-warme-semmeln-12677696.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Automarkt liegt darnieder? Ist uns doch egal, sagen Mini und Porsche und fahren Antidepressiva heran. 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