{"id":20500,"date":"2013-11-27T14:00:46","date_gmt":"2013-11-27T14:00:46","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=20500"},"modified":"2013-11-27T14:00:46","modified_gmt":"2013-11-27T14:00:46","slug":"weihnachtsbote-im-anflug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=20500","title":{"rendered":"Weihnachtsbote im Anflug"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcberlebt der Komet Ison seine H\u00f6llenfahrt um die Sonne, k\u00f6nnte der Schweifstern im Dezember als beeindruckendes Himmelsschauspiel zu sehen sein.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">H\u00f6chstens f\u00fcnf Kilometer gro\u00df ist der fragile Brocken aus Fels, Eis und Staub aus den kalten Au\u00dfenbezirken des Sonnensystems. Derzeit entscheidet sich, ob das als \u201eKomet Ison\u201c bekanntgewordene Objekt C\/2012 S1 auch der Gluthitze der Sonne trotzen kann.<\/p>\n<p>Mit mehr als 600 Kilometern pro Sekunde wird Ison am Donnerstag unser Tagesgestirn in einer fast 180 Grad engen Kurve passieren und sich der 6000 Grad hei\u00dfen Oberfl\u00e4che bis auf 1,1 Millionen Kilometer n\u00e4hern, was weniger als einem Sonnendurchmesser entspricht. \u00dcbersteht Ison diesen H\u00f6llenritt, k\u00f6nnte er anschlie\u00dfend sogar f\u00fcr das blo\u00dfe Auge am Himmel sichtbar werden und ein Himmelsschauspiel liefern, wie man es in Europa seit 1997 nicht mehr erlebt hat. Damals stand der Komet Hale-Bopp wochenlang am Himmel.<\/p>\n<h2>Isons seltsame Bahn<\/h2>\n<p>Ison elektrisiert seit Monaten Profi- wie Hobbyastronomen, die jedes Stadium seiner Entwicklung verfolgen. Spektakul\u00e4re &#8211; und reichlich unausgegorene &#8211; Vorhersagen kursierten schon, kurz nachdem die Astronomen Vitali Nevski und Artyom Novichonok den Kometen am 21. September 2012 als unscheinbares Lichtp\u00fcnktchen auf Himmelsfotografien des russischen Kislovodsk-Observatoriums entdeckt hatten. Denn die Bahnkurve von Ison ist ungew\u00f6hnlich, wahren die meisten Kometen doch einen respektvollen Abstand zur Sonne.<\/p>\n<p>Wie Ison stammen die meisten Schweifsterne aus der \u201eOortschen Wolke\u201c, ein nach dem niederl\u00e4ndischen Astronom Jan Hendrik Oort benanntes, bislang nur vermutetes Kometenreservoir am Rand des Sonnensystems. Manchmal gelangen die Objekte durch St\u00f6rungen anderer K\u00f6rper in die N\u00e4he der Sonne, aber nur wenige gehen dabei so sehr auf Tuchf\u00fchlung wie Ison. Im Dezember 2011 passierte der Komet Lovejoy (C\/2011 W3) die Sonne sogar in nur 140 000 Kilometer Distanz, dem halben Abstand Erde-Mond. Lovejoys beeindruckender Schweif war allerdings nur von der S\u00fcdhalbkugel der Erde sichtbar.<\/p>\n<p>                \t                                                <!--\/\/ End Fullscreen Foto \/\/-->    <\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Kometenbahnen den Keplerschen Gesetzen folgen und daher recht genau vorausberechnet werden k\u00f6nnen, l\u00e4sst sich die Helligkeitsentwicklung eines Kometen kaum prognostizieren &#8211; vor allem nicht, wenn er wie Ison zum ersten Mal in die Sonnenn\u00e4he ger\u00e4t.<strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Ein gewaltiger Schweif<\/strong><\/p>\n<p>Wie hell ein Komet bei seiner Ann\u00e4herung an die Sonne wird, h\u00e4ngt davon ab, wie viel von seinem Eis durch die Hitze verdampft und als Gas aus dem Kometenkern schie\u00dft. Denn von der Erde sichtbar ist nur die hell leuchtende Kometenkoma, eine Wolke aus Gas und Staub, die den Kern vollst\u00e4ndig einh\u00fcllt. Der geladene Teilchenwind der Sonne und der Druck, den ihr Licht auf die Staubpartikeln der Koma aus\u00fcbt, sorgt schlie\u00dflich f\u00fcr das Erkennungsmerkmal eines Kometen: seinen Schweif. Ison schm\u00fcckte bereits Ende November ein mindestens acht Millionen Kilometer langer Gasschweif, seine Koma erreichte einen Durchmesser von \u00fcber 100 000 Kilometern &#8211; das Zehnfache des Erddurchmessers.<\/p>\n<p>Nach zwei Helligkeitsausbr\u00fcchen am 13. und 19. November war Ison bereits f\u00fcr ge\u00fcbte Beobachter mit einfachen Ferngl\u00e4sern zu sehen. Im Laufe dieser Woche ist Ison am Taghimmel von der Erde aus nicht zu beobachten, mit den im All stationierten Sonnenobservatorien Stereo und Soho indes k\u00f6nnen die Forscher seinen Feuerritt verfolgen. Zu Wochenbeginn mehrten sich die Anzeichen, dass der Kometenkern schon im Anflug auf die Sonne auseinanderbricht. Ob und wie hell Ison im Laufe der ersten Dezemberwoche am Morgenhimmel sichtbar wird, k\u00f6nnen die Experten derzeit nicht sicher voraussagen.<\/p>\n<h2>Lernen f\u00fcr Europas Rosetta-Projekt<\/h2>\n<p>Ein Zerbrechen w\u00e4re f\u00fcr die Astronomen keine Katastrophe &#8211; sondern eine seltene M\u00f6glichkeit, das Innere eines \u201eFossils\u201c aus der Anfangszeit unseres Sonnensystems genauer zu untersuchen. Das Material des eisigen Boten aus der Oortschen Wolke hat sich seit 4,5 Milliarden Jahren nicht ver\u00e4ndert. Die Erkenntnisse d\u00fcrften auch den Forschern der europ\u00e4ischen Raumfahrtagentur Esa n\u00fctzen, wenn die Sonde Rosetta im Sommer kommenden Jahres in einen Orbit um den Kometen Churyumov-Gerasimenko einschwenken und den Landeroboter \u201ePhilae\u201c auf der Kometenoberfl\u00e4che absetzen wird.<\/p>\n<p><strong>Wann, wo und wie?<\/strong><\/p>\n<p>Die besten Chancen, Ison mit eigenen Augen zu sehen, bestehen am fr\u00fchen Morgen bei D\u00e4mmerungsbeginn zwischen dem 4. und dem 16. Dezember. Ob Ison allerdings einen pr\u00e4chtigen Schweif entwickelt, ist noch unsicher. Im Laufe des Monats zieht der Komet seine Bahn in Richtung Norden, von Monatsmitte an ist er im Sternbild Herkules auch am Abendhimmel zu sehen. Allerdings entfernt sich Ison wieder von der Sonne, seine Helligkeit nimmt ab. Zudem st\u00f6rt in der zweiten Dezemberh\u00e4lfte das helle Mondlicht. Zu Weihnachten k\u00f6nnte Ison im Falle seines \u00dcberlebens mit einem Fernglas oder Teleskop weiterhin aufzusp\u00fcren sein.<\/p>\n<p>Am 27. Dezember wird Ison die Erde in einem Abstand von 65 Millionen Kilometern passieren.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/weltraum\/komet-ison-weihnachtsbote-im-anflug-12680977.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/weltraum\/komet-ison-weihnachtsbote-im-anflug-12680977.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcberlebt der Komet Ison seine H\u00f6llenfahrt um die Sonne, k\u00f6nnte der Schweifstern im Dezember als beeindruckendes Himmelsschauspiel zu sehen sein.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":50086,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2058,430,429],"tags":[5344,893],"class_list":["post-20500","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-home","category-weltraum","category-wissen","tag-europa","tag-sonnensystem"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20500","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=20500"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20500\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/50086"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=20500"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=20500"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=20500"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}