{"id":20423,"date":"2013-11-23T15:46:52","date_gmt":"2013-11-23T15:46:52","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=20423"},"modified":"2013-11-23T15:46:52","modified_gmt":"2013-11-23T15:46:52","slug":"wichtige-entscheidungen-vertagt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=20423","title":{"rendered":"Wichtige Entscheidungen vertagt"},"content":{"rendered":"<p>Viele Papiere hat die Klimakonferenz vereinbart, doch die sind recht weich. Bis zuletzt rangen die Delegierten in kleinen Runden, wie \u00e4rmeren L\u00e4ndern Sch\u00e4den durch den Klimawandel ersetzt werden sollen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Die UN-Klimakonferenz in Warschau hat sich auf einen Fahrplan f\u00fcr den Weltklimavertrag geeinigt, der bis 2015 in Paris abgeschlossen werden soll. Der Text ist aber sehr weich, und der wichtigste Punkt wurde vertagt. Dabei geht es darum, inwiefern die Klimaschutzziele der einzelnen Staaten verbindlich festgelegt werden sollen. \u201eDas Papier sagt zwar, dass auch die Ziele der Schwellenl\u00e4nder Rechtskraft haben. Wie verbindlich das ist, bleibt aber offen\u201c, kritisierte Christoph Bals von der Organisation Germanwatch. Auch Papiere zu den Themen Finanzen und Waldschutz wurden verabschiedet.<\/p>\n<p>Einig wurden sich die Delegierten auch beim sogenannten Warschau-Mechanismus. Er besagt, inwiefern \u00e4rmere L\u00e4nder einen Ausgleich f\u00fcr Verluste und Sch\u00e4den durch den Klimawandel erhalten. In der letzten Verhandlungsrunde wurde dieser Mechanismus auf Dr\u00e4ngen der Entwicklungsl\u00e4nder noch etwas st\u00e4rker gewichtet, als urspr\u00fcnglich vorgesehen war.<\/p>\n<h2>\u201eEin schwaches Ergebnis\u201c<\/h2>\n<p>\u201eAngesichts des Taifuns \u201eHaiyan\u201c und anderer Katastrophen halten wir das f\u00fcr ein schwaches Ergebnis\u201c, kritisierte Thomas Hirsch von Brot f\u00fcr die Welt. Auf Zugest\u00e4ndnisse vor allem der Vereinigten Staaten hatte der Vertreter Bangladeschs im Namen der G77-Staaten und China gedr\u00e4ngt: \u201eWenn wir jetzt eine Vereinbarung erreichen, haben wir einen Meilenstein erreicht.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr die Entwicklungsl\u00e4nder sei eine Vereinbarung des Warschau-Mechanismus von \u00e4u\u00dferster Dringlichkeit, dr\u00e4ngte auch der philippinische Delegationsf\u00fchrer Yeb Sano: \u201eWir werden nicht mit leeren H\u00e4nden nach Hause gehen. (&#8230;) Wir brauchen nur noch einen k\u00fchnen Schritt. Dies ist ein Schl\u00fcsselmoment.\u201c<\/p>\n<p>Der Vertreter Boliviens beklagte, dass es auch in anderen Bereichen an klaren Aussagen fehle. Eine Vertreterin der philippinischen Delegation kritisierte: \u201eWir brauchen konkrete Zahlen, um in den Entwicklungsl\u00e4ndern Anpassungsma\u00dfnahmen zu verst\u00e4rken. Stattdessen haben wir nur vage Formulierungen.\u201c<\/p>\n<h2>Unverbindliche Erkl\u00e4rung ohne konkrete Zwischenziele<\/h2>\n<p>Beim lange umstrittenen Punkt Finanzen gaben die Delegierten eine recht unverbindliche Erkl\u00e4rung ab, ohne konkrete Zwischenziele wie Jahre oder Geldbetr\u00e4ge zu nennen, wie es die Entwicklungsl\u00e4nder gefordert hatten. Der grobe Rahmen des Green Climate Fund (Gr\u00fcner Klimafonds) soll jedoch bis zum Fr\u00fchsommer 2014 ausgehandelt werden, so dass dann Geld eingezahlt werden kann.<\/p>\n<p>Bereits bei der Klimakonferenz von Kopenhagen hatten die Delegierten zugesagt, Geld f\u00fcr Klimaschutz in Entwicklungsl\u00e4ndern und deren Anpassung an die Klimafolgen bereitzustellen. Der Betrag sollte bis zum Jahr 2020 auf 100 Milliarden Dollar (74 Milliarden Euro) j\u00e4hrlich steigen.<\/p>\n<p>Vertreter von Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, die die Konferenz am Donnerstag unter Protest verlassen hatten, zeigten sich entt\u00e4uscht. \u201eDer derzeitige Text \u00fcber Finanzen ist nichts als eine \u00dcbung in sprachlicher Yoga\u201c, sagte Oxfam-Direktorin Winnie Byanyima in einer Stellungnahme am Samstag. \u201eIm dritten Jahr im Folge haben die (Teilnehmer-)L\u00e4nder einen neuen Weg gefunden, absolut nichts zu sagen. Das wird einige der \u00e4rmsten und am schwersten von Klimafolgen betroffenen L\u00e4nder der Welt mit tiefen L\u00f6chern in ihren bereits knappen Budgets zur\u00fccklassen.\u201c<\/p>\n<p>Ein Lichtblick f\u00fcr die Konferenz war ein Rahmenpapier f\u00fcr den Waldschutz. Darin wird festgelegt, unter welchen Bedingungen arme L\u00e4nder im Rahmen der Klimaverhandlungen Geld f\u00fcr den Schutz ihrer W\u00e4lder erhalten k\u00f6nnen. UN-Klimachefin Christiana Figueres sagte, dies werde helfen, die Freisetzung von Kohlendioxid durch die Zerst\u00f6rung der W\u00e4lder deutlich zu reduzieren. Diese tr\u00e4gt derzeit zu rund 20 Prozent zum menschengemachten Treibhauseffekt bei.<\/p>\n<p>\u201eDie Entscheidung ist ein guter Rahmen f\u00fcr den Schutz der W\u00e4lder, deren Einwohner und deren Artenvielfalt\u201c, sagte Waldexpertin Kristin Gerber von der Organisation Germanwatch. \u201eDies ist ein Licht am Horizont f\u00fcr eine baldige Umsetzung des Waldschutzprogramms.\u201c Der Vertrag sei aber noch nicht soweit fertig, dass nun schon Geld eingezahlt werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/klima\/klimakonferenz-wichtige-entscheidungen-vertagt-12678572.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/klima\/klimakonferenz-wichtige-entscheidungen-vertagt-12678572.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Papiere hat die Klimakonferenz vereinbart, doch die sind recht weich. 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