{"id":20077,"date":"2013-11-19T14:36:18","date_gmt":"2013-11-19T14:36:18","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=20077"},"modified":"2013-11-19T14:36:18","modified_gmt":"2013-11-19T14:36:18","slug":"mercedes-soll-chinesischer-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=20077","title":{"rendered":"Mercedes soll chinesischer werden"},"content":{"rendered":"<p>Premiere im Reich der Mitte: F\u00fcr 625 Millionen Euro kauft sich Daimler als erster ausl\u00e4ndischer Hersteller in ein Staatsunternehmen ein.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Dem deutschen Automobilkonzern Daimler ist daran gelegen, dass sein chinesischer Partner Beijing Automotive Industry Holding Co. (Baic) m\u00f6glichst bald bei ihm einsteigt. \u201eWir dr\u00fccken klar unsere Offenheit aus\u201c, sagte Dieter Zetsche, der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG aus Stuttgart, am Dienstag in Peking. Auch Baic sei sehr an einer Beteiligung interessiert, aber es gebe keine Entscheidung. Am Montag hatte Baic-Chef Xu Heyi gesagt, man pr\u00fcfe den Einstieg. Zetsche deutete an, dass die Verhandlungen wiederaufgenommen w\u00fcrden, sobald die Chinesen ihre Pkw-Sparte Baic Motor an die B\u00f6rse gebracht h\u00e4tten: \u201eDerzeit fokussieren sie sich ganz auf den B\u00f6rsengang.\u201c K\u00e4me die Vereinbarung zustande, w\u00e4ren die beiden Unternehmen wechselseitig aneinander beteiligt. Denn seit Dienstag h\u00e4lt Daimler 12 Prozent an Baic Motor. Zetsche war mit Finanzvorstand Bodo Uebber und China-Vorstand Hubertus Troska nach Peking gekommen, um den Vertrag zu unterschreiben (F.A.Z. vom 19. November). Die Anteils\u00fcbernahme erfolgt \u00fcber eine Kapitalerh\u00f6hung, f\u00fcr die 12 Prozent zahlt Daimler 625 Millionen Euro. Rechnerisch ist der B\u00f6rsenkandidat Baic Motor also 5,2 Milliarden Euro wert. Die Marktkapitalisierung von Daimler ist zw\u00f6lfmal so hoch.<\/p>\n<p>Es ist das erste Mal, dass ein ausl\u00e4ndisches Unternehmen bei einem staatlichen chinesischen Autohersteller einsteigt. K\u00fcnftig sitzen Uebber und Troska im Aufsichtsrat von Baic Motor. Im Gegenzug stockt das chinesische Unternehmen seinen Anteil am Gemeinschaftsunternehmen mit Daimler namens Beijing Benz Automotive Corporation (BBAC) um einen Punkt auf 51 Prozent auf. Diese Partnerschaft besteht seit zehn Jahren. Ausl\u00e4ndische Hersteller sind in dem autorit\u00e4r regierten Land, das sich zu einer \u201esozialistischen Marktwirtschaft\u201c bekennt, zu solchen Joint Ventures gezwungen.<\/p>\n<p>                \t                                                <!--\/\/ End Fullscreen Foto \/\/-->    <\/p>\n<p>Die Mehrheits\u00fcbernahme bei BBAC ist eine Voraussetzung f\u00fcr den B\u00f6rsengang von Baic Motor. Nur wenn das Unternehmen die Beteiligung konsolidieren kann, erf\u00fcllt es die notwendigen Kapitalanforderungen. In einer weiteren Anteilsverschiebung haben die Schwaben wiederum die Mehrheit an der gemeinsamen Vertriebsgesellschaft BMBS \u00fcbernommen. Die entsprechenden Vertr\u00e4ge seien alle von den chinesischen Beh\u00f6rden genehmigt worden, hie\u00df es. Mercedes war in China nicht zuletzt wegen Auslieferungsschwierigkeiten und konkurrierender Vertriebskan\u00e4le ins Hintertreffen geraten, die in einen Preiswettbewerb zueinander getreten waren und dadurch die Margen geschm\u00e4lert hatten. Vor einem Jahr wurden diese Kan\u00e4le zur BMBS zusammengefasst.<\/p>\n<p>Zetsche bestritt, dass die Chinesen nach der Mehrheits\u00fcbernahme k\u00fcnftig das Sagen bei BBAC h\u00e4tten. \u201eDie Beteiligungsh\u00f6he ist das eine, die Unternehmensf\u00fchrung das andere. Wir erwarten keine \u00c4nderungen in der Ausrichtung von Produktion oder Verkauf.\u201c Man sei an einem \u201estarken Partner\u201c interessiert, der langfristig auch eigene Fahrzeuge in Drittm\u00e4rkte exportieren werde. Mercedes m\u00fcsse diesen Wettbewerb aber nicht f\u00fcrchten, da sich Baic nicht im Premiummarkt engagiere. Zetsche h\u00e4lt an seiner \u201eStrategie 2020\u201c fest, wonach der Konzern in sieben Jahren f\u00fchrend im globalen Premiummarkt sein will. Au\u00dferhalb Chinas habe man Audi schon hinter sich gelassen und zu BMW aufgeschlossen. \u201eWir wissen, dass wir auch in China n\u00e4her an BMW und Audi herankommen m\u00fcssen, um unsere Ziele zu erreichen. Wir sehen hier einen guten Fortschritt. Es gibt da noch eine L\u00fccke, aber der Schwung ist da.\u201c In den ersten zehn Monaten wuchs der Mercedes-Absatz in China um 8 Prozent, im gleichen Zeitraum 2012 waren es nur 1,5 Prozent gewesen. Audi schaffte bis Oktober 2013 ein Plus von 6 Prozent, BMW 27 Prozent.<\/p>\n<p>Troska sagte, die neue S-Klasse als Mercedes-Flaggschiff verkaufe sich ausgezeichnet in China. Die Nachfrage \u00fcbersteige die Lieferm\u00f6glichkeiten aus Deutschland- Absatzzahlen nannte er nicht. Sein Unternehmen wolle in Zukunft auch dem chinesischen Gebrauchtwagenmarkt mehr Aufmerksamkeit schenken. Er sei klein, werde aber stark wachsen. Troska best\u00e4tigte, dass die Stuttgarter in Peking das erste Mercedes-Benz-Museum au\u00dferhalb Deutschlands zu bauen gedenken. Noch gebe es weder ein Gel\u00e4nde noch eine Entscheidung f\u00fcr einen Architekten.<\/p>\n<p>Die Baic-Gruppe ist einer der gr\u00f6\u00dften Autohersteller in China. 2012 verkaufte sie 1,7 Millionen Fahrzeuge. Rund 83 000 Mitarbeiter erwirtschaften einen Umsatz von 33,4 Milliarden Dollar, der Jahres\u00fcberschuss betr\u00e4gt 1,1 Milliarden.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/automobilindustrie-mercedes-soll-chinesischer-werden-12671733.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/automobilindustrie-mercedes-soll-chinesischer-werden-12671733.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Premiere im Reich der Mitte: F\u00fcr 625 Millionen Euro kauft sich Daimler als erster ausl\u00e4ndischer Hersteller in ein Staatsunternehmen ein.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":50086,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[312,303],"tags":[971,2002,457,321,1486,1965,453,720],"class_list":["post-20077","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unternehmen","category-wirtschaft","tag-audi","tag-beijing","tag-bmw","tag-china","tag-daimler","tag-dieter-zetsche","tag-mercedes-benz","tag-peking"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20077","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=20077"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20077\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/50086"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=20077"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=20077"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=20077"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}