{"id":20032,"date":"2013-11-05T16:05:07","date_gmt":"2013-11-05T16:05:07","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=20032"},"modified":"2013-11-05T16:05:07","modified_gmt":"2013-11-05T16:05:07","slug":"das-geschaft-mit-den-teemuffeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=20032","title":{"rendered":"Das Gesch\u00e4ft mit den Teemuffeln"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcnf Berliner Gr\u00fcnder nehmen sich mit ihrer \u201e5Cups and some sugar GmbH\u201c Starbucks zum Vorbild. Sie wollen das angestaubte Image des Tees neu aufpolieren. Dabei hat das Team gro\u00dfe Pl\u00e4ne.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Wer ein Unternehmen im Aufbruch sehen will, ist bei Patrick Ulmer und seinen vier Compagnons in diesen Tagen richtig: Hinter der Backsteinfassade der einstigen Fabriketage in Berlin-Reinickendorf stapeln sich noch Umzugskartons, werden M\u00f6bel aufgebaut. Bis September hatte die \u201e5Cups and some sugar GmbH\u201c ihren Sitz in einem Ladengesch\u00e4ft im Szenebezirk Friedrichshain. Nun aber ist die Expansion mit H\u00e4nden zu greifen.<\/p>\n<p>Links am Ende des Flurs, der die insgesamt 300 Quadratmeter verbindet, ist die Herzkammer: Eine Batterie von Arbeitspulten, jedes eingerahmt von mehrst\u00f6ckigen Regalen mit Dutzenden Beh\u00e4ltern \u2013 hier werden Tees gemischt, grammgenau und ganz nach Kundenwunsch. Zum Beispiel: 40 Prozent Darjeeling, 30 Prozent Assam, 20 Prozent Minze und je 5 Prozent Rosenbl\u00fcten und Zimt. Diese Kreation soll selbst notorische Kaffeetrinker ins Gr\u00fcbeln bringen. Oder, besser \u2013 sie anregen, die Teemischung weiter auf den eigenen Geschmack hin abzustimmen.<\/p>\n<p>Denn dies ist das Gesch\u00e4ftsmodell: Tee nicht blo\u00df als fertiges Produkt vertreiben, sondern den Kauf zu einem individuellen Erlebnis mit individuellem Ergebnis machen. Bisher ist \u201e5Cups\u201c vor allem ein Onlineshop, in der heutigen Form existiert er erst seit einem Jahr. Doch die Perspektive ist klar: Langfristig soll ein Netz realer L\u00e4den entstehen, schon jetzt entsteht im neuen Domizil eine Probierk\u00fcche f\u00fcr Teeseminare. Es sind also erkennbar nicht blo\u00df virtuelle Gesch\u00e4fte. An guten Tagen gingen bereits mehr als 500 Bestellungen ein, berichtet Ulmer. Und die Weihnachtssaison stehe ja erst bevor.<\/p>\n<h2>Kommt jetzt der Tee-Trend?<\/h2>\n<p>Eine Vorl\u00e4uferfirma \u201eMyteamix\u201c war seit 2008 am Markt, doch erst 2012 fand das heutige Team zusammen, um die Idee mit ganzer Professionalit\u00e4t voranzutreiben. Jedenfalls scheinen die f\u00fcnf Gesellschafter (\u201e5Cups\u201c) \u2013 Andr\u00e9 Kramp, Eike Pazulla, Ingo Schr\u00f6der, Patrick Ulmer und Moritz Weeger \u2013 mit ihren Berufserfahrungen ein geeignetes Spektrum abzudecken, nebenbei eines, das man in Berlin wohl leichter findet als anderswo: ausgewiesene Teekenner mit fundierten Kenntnissen der Mediengestaltung, Warenwirtschaft und Logistik- Wirtschafts- und Medieninformatiker mit Erfahrung als IT-Projektmanager und Unternehmer- au\u00dferdem ein Werbeprofi: Patrick Ulmer.<\/p>\n<p>Dennoch wirkt es erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftig, warum Teevertrieb ein zukunftsweisendes Gesch\u00e4ft sein soll. Die Suchmaschine findet zu \u201eTee\u201c und \u201eShop\u201c 265 Millionen Treffer- fast jeder Teeladen ist im Netz pr\u00e4sent. Wozu also auch noch \u201e5Cups\u201c? Der \u201eKaffee-Trend\u201c, legt der 36-j\u00e4hrige Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer dar, habe seinen Zenit \u00fcberschritten. Nach der ersten Bl\u00fcte der Latte-Macchiato-Kultur sei nun auch die Produktdifferenzierung \u2013 von Doubleshot \u00fcber Ahornsirup bis laktosefrei \u2013 ausgereizt. \u00dcberdies stelle sich selbst Starbucks auf den Tee-Trend ein. Das Unternehmen aus Seattle hat 2012 f\u00fcr 620 Millionen Dollar den Teeh\u00e4ndler Teavana gekauft.<\/p>\n<h2>Individuelle Geschenke und ein vielf\u00e4ltiges Misch-Konzept<\/h2>\n<p>Noch immer, sagt Ulmer, d\u00e4chten Millionen Menschen bei Tee an abgepackte Br\u00fchbeutel oder Grippe. Genau hier liege gro\u00dfes Potential. Er schw\u00e4rmt davon, \u201eTeemuffel zu begeistern\u201c und von Kundenbindung durch Anregung zur Individualit\u00e4t. Die Umsetzung: Wer sich seine Bestellung zusammengemischt hat, kann dem Tee bei \u201e5Cups\u201c sogar einen eigenen Namen geben- dieser wird mit der Zutatenliste auf die Packung gedruckt. Das sei ein \u201eGeschenk-Erlebnis\u201c, so Ulmer. Und es sei im \u00dcbrigen auch f\u00fcr Firmen interessant, die gerade nach originellen Weihnachtspr\u00e4senten im Dienste der eigenen Kundenbindung fahnden.<\/p>\n<p>Der Grundstock des Gesch\u00e4fts sind 50 Teesorten und Zutaten, das ist aus der Perspektive der Warenwirtschaft beherrschbar. Gro\u00dfe Teeh\u00e4ndler m\u00f6gen gr\u00f6\u00dfere Sortimente haben, doch das Misch-Konzept treibt die Vielfalt faktisch gen unendlich. Die betriebswirtschaftliche Kehrseite ist, dass anspruchsvolle Handarbeit n\u00f6tig ist: das Abwiegen und Mischen immer wieder unterschiedlicher Bestellungen an den \u201eMischpulten\u201c. Es gebe bereits Kontakt zu einem Anlagenbauer, der beim Automatisieren helfen k\u00f6nne, sagt Ulmer. Doch diese Investition sei noch zu gro\u00df.<\/p>\n<h2>\u201eEin durch und durch positives Produkt: Tee\u201c<\/h2>\n<p>Erstes Etappenziel ist, dass sich das Gesch\u00e4ft selbst tr\u00e4gt, das sei f\u00fcr 2014 nun in Reichweite. \u201eDas erste Gr\u00fcndungsjahr haben wir f\u00fcnf voll aus eigener Tasche finanziert\u201c, berichtet er. Das sei quasi Teil des Gr\u00fcndungsschwurs gewesen: \u201eIst jeder von uns bereit, f\u00fcr diese Idee notfalls sein letztes Hemd zu geben?\u201c Mit Banken h\u00e4tten sie gesprochen, ohne sich viel zu erwarten. Doch f\u00fchrte in diesem Jahr ein anderer Finanzierungsweg zum Erfolg: \u00dcber \u201eCompanisto.de\u201c, eine Internetb\u00f6rse f\u00fcr Investitionskapital, sammelten sie binnen 29 Tagen 300.000 Euro ein- die erste Zielmarke von 150.000 Euro war schon nach einer Woche erreicht. Da sei die Erleichterung riesig gewesen, erinnert sich Ulmer. Immerhin war dies nebenbei der Beweis, dass viele Unbefangene an \u201e5Cups\u201c glauben: Genau 741 Finanziers, die zwischen f\u00fcnf und 20.000 Euro investiert haben.<\/p>\n<p>Doch warum l\u00e4sst sich ein Werbeprofi mit zw\u00f6lf Jahren Berufserfahrung auf so etwas ein? \u201eIch wollte nicht l\u00e4nger gute Kommunikation f\u00fcr oft nur m\u00e4\u00dfige Produkte machen\u201c, sagt er. Andere Werber w\u00fcrden irgendwann mit Engagements f\u00fcr Greenpeace idealistisch \u2013 \u201ewir stecken hier alles in ein durch und durch positives Produkt: den Tee\u201c. Und in dessen Verpackung. Denn sie steht f\u00fcr den zweiten gro\u00dfen Erfolg dieses Jahres: F\u00fcr die Gestaltung der Pappbeh\u00e4lter erntete \u201e5Cups\u201c den Designpreis \u201eRed-Dot-Award\u201c.<\/p>\n<p>Das alles klingt jedenfalls ganz und gar nicht nach Teebeuteln oder Grippe. Geht es nach den f\u00fcnf Berlinern, wird der TeeTrend sogar bald Cocktailbars erfassen \u2013 denn auch f\u00fcr Longdrink-Kreationen biete das duftende Produkt viel Potential. F\u00fcr geeignete Gesch\u00e4ftsanbahnungen hat sich die \u201e5Cups and some sugar GmbH\u201c soeben auf der Szenemesse \u201eBarkonvent\u201c der deutschen Barkeeper-Elite pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/lebensstil\/essen-trinken\/berliner-gruender-das-geschaeft-mit-den-teemuffeln-12646365.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/lebensstil\/essen-trinken\/berliner-gruender-das-geschaeft-mit-den-teemuffeln-12646365.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcnf Berliner Gr\u00fcnder nehmen sich mit ihrer \u201e5Cups and some sugar GmbH\u201c Starbucks zum Vorbild. Sie wollen das angestaubte Image des Tees neu aufpolieren. 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