{"id":19631,"date":"2013-11-04T11:12:44","date_gmt":"2013-11-04T11:12:44","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=19631"},"modified":"2013-11-04T11:12:44","modified_gmt":"2013-11-04T11:12:44","slug":"was-genuss-im-kopf-auslost","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=19631","title":{"rendered":"Was Genuss im Kopf ausl\u00f6st"},"content":{"rendered":"<p>Dopamin wird ausgesch\u00fcttet, wenn wir etwas genie\u00dfen &#8211; fettiges Essen beispielsweise. Auch Drogensucht basiert auf dieser Wirkung. Doch zwischen Belohnung zwischendurch und echter Sucht besteht immer noch ein kleiner Unterschied.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Verhalten, das das \u00dcberleben unserer Spezies sichert, hat die Evolution mit Gl\u00fccksgef\u00fchlen verkn\u00fcpft. Wir lieben fettiges Essen, weil es uns einen Energieschub verschafft. Sex sichert uns Nachkommen und ist deshalb so genussvoll. Bei all diesen Handlungen sorgt der im Gehirn ausgesch\u00fcttete Neurotransmitter Dopamin f\u00fcr einen Gl\u00fcckskick und steuert damit unser Verhalten. Wie sich einzelne Nervenzellen im Gehirn solche Gen\u00fcsse merken, hat jetzt eine Forschergruppe um Jeremy Day von der University of Alabama in Birmingham entschl\u00fcsselt. Sie konnte an Ratten erstmalig zeigen, dass bei dem Prozess Gene, die bei Erinnerungen eine Rolle spielen, chemisch &#8211; epigenetisch &#8211; ver\u00e4ndert werden (\u201eNature Neuroscience\u201c, doi: 10.1038\/nn.3504).<\/p>\n<p>Die epigenetischen Markierungen auf den Genen sind nichts anderes als Methylierungen der Erbsubstanz DNA. Bei einer Methylierung wird eine Methylgruppe, bestehend aus einem Kohlenstoffatom und drei Wasserstoffatomen, an bestimmte Basen des Erbfadens angeh\u00e4ngt. Durch diesen Mechanismus k\u00f6nnen Gene an- und abgeschaltet werden, ohne die Gensequenz, die wir von unseren Eltern erben, direkt zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<h2>Heroin kann den Belohnungskreislauf kapern<\/h2>\n<p>Die untersuchten Nervenzellen kommen in einer Gehirnregion mit dem Namen Area tegmentalis ventralis im Mittelhirn vor. Hier wird Dopamin produziert, das den Nucleus accumbens im Vorderhirn stimuliert. Beide Hirnstrukturen spielen im Belohnungssystem des Gehirns eine wichtige Rolle. Werden sie aktiviert, f\u00fchlen wir uns gl\u00fccklich und zufrieden. Ungl\u00fccklicherweise kapern Drogen wie Heroin oder Kokain diesen Belohnungskreislauf. Im Vergleich zu einer leckeren Mahlzeit sorgen sie allerdings f\u00fcr eine viel st\u00e4rkere Dopaminaussch\u00fcttung. Eine Sucht kann sich entwickeln.<\/p>\n<p>Den Hirnforschern um Day gelang jedoch eine \u00fcberraschende Entdeckung. Blockierten sie die Methylierungen der Area tegmentalis ventralis, konnten die Ratten keine neuen Erinnerungen bilden, die mit Belohnung verkn\u00fcpft waren. Versuchten sie das Gleiche im Nucleus accumbens, blieb der Effekt aus.<\/p>\n<p>F\u00fcr Rauschmittel wie Kokain gilt das nicht. Bereits fr\u00fcher konnte gezeigt werden, dass Kokain sehr wohl die DNA-Methylierung im Nucleus accumbens beeinflusst und so zum Suchtverhalten beitr\u00e4gt. Die Wissenschaftler schlussfolgern daraus: Drogen scheinen andere epigenetische Mechanismen zu benutzen, die zur Sucht f\u00fchren, als nat\u00fcrliche Gen\u00fcsse. F\u00fcr die Entwicklung k\u00fcnftiger Medikamente gegen S\u00fcchte ist diese Erkenntnis entscheidend. Denn m\u00f6glicherweise gelingt es so eines Tages, S\u00fcchte zu lindern, ohne dabei das nat\u00fcrliche Belohnungssystem negativ zu beeinflussen, so die Hoffnung der Forscher.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/mensch-gene\/gluecksgefuehle-was-genuss-im-kopf-ausloest-12638310.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/mensch-gene\/gluecksgefuehle-was-genuss-im-kopf-ausloest-12638310.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dopamin wird ausgesch\u00fcttet, wenn wir etwas genie\u00dfen &#8211; fettiges Essen beispielsweise. Auch Drogensucht basiert auf dieser Wirkung. 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