{"id":19453,"date":"2013-10-30T16:14:24","date_gmt":"2013-10-30T16:14:24","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=19453"},"modified":"2013-10-30T16:14:24","modified_gmt":"2013-10-30T16:14:24","slug":"basf-will-fracking-test-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=19453","title":{"rendered":"BASF will Fracking-Test in Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Der Vorstandschef der BASF will beweisen, dass der Abbau von Schiefergas in Deutschland sicher ist. Deshalb fordert er einen Test des umstrittenen Fracking. Das k\u00f6nne zehn Jahre Versorgungssicherheit beim Gas bringen, sagt er. Doch nicht jeder ist so optimistisch.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Der Vorstandsvorsitzende des Chemiekonzerns BASF kennt sich mit Gas aus. Kurt Bock l\u00e4sst es durch eine Konzerntochtergesellschaft f\u00f6rdern \u2013 und sein Unternehmen verbraucht auch selbst viel Energie. Zudem ist die BASF auf der ganzen Welt t\u00e4tig. Insofern sind f\u00fcr den Konzern aus Ludwigshafen die Energiepreise auf der ganzen Welt relevant. Eine neue Ammoniak-Anlage baut das Unternehmen deshalb lieber in den Vereinigten Staaten.<\/p>\n<p>Dort sind die Gaspreise viel niedriger als hierzulande, weil sich die Amerikaner entschieden haben, die Schiefergas-F\u00f6rdertechnik mit dem Namen \u201eFracking\u201c in gro\u00dfem Stil anzuwenden. Dadurch erlebt Amerika derzeit einen industriellen Aufschwung. Und BASF-Vorstandschef Bock findet deshalb, dass auch Deutschland seine in tiefen Gesteinsschichten lagernden Energiereserven nicht ungenutzt lassen sollte.<\/p>\n<p>Er fordert einen Test des Fracking auch in Deutschland \u2013 und schlie\u00dft sich damit einer Meinung an, die sein Vorstandskollege <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/schiefergasfoerderung-basf-sieht-potentiale-durch-fracking-auch-in-deutschland-12057846.html\">Harald Schwager schon vor einigen Monaten in der F.A.Z. vertreten<\/a> hatte. Auch eine F\u00f6rderung in Deutschland schlie\u00dfe BASF nicht aus, sagte Bock. Nur auf diesem Weg k\u00f6nne unter kontrollierten Bedingungen die Sicherheit und Umweltvertr\u00e4glichkeit der F\u00f6rdermethode gezeigt werden, sagte der Chemiemanager am Dienstag auf einer Veranstaltung des Internationalen Clubs Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW): \u201eWir w\u00fcrden das gerne beweisen.\u201c<\/p>\n<h2>Bock: Schiefergas k\u00f6nnte zehn Jahre lang den gesamten Gasverbrauch in Deutschland sichern<\/h2>\n<p>Kritiker der Technik, bei der Wasser und Chemikalien unter Tage gepresst werden, um Gas aus dem Gestein zu l\u00f6sen, bef\u00fcrchten allerdings massive Umweltbelastungen. Bock beurteilt diese Risiken anders und verweist darauf, dass sich mit der Nutzung von Schiefergas nach ihm vorliegenden Berechnungen zehn Jahre lang der gesamte Gasverbrauch in Deutschland sichern lasse. Zudem zeigten alle bisherigen Erfahrungen mit der F\u00f6rderung von \u00d6l oder Gas, dass man immer noch sehr viel mehr finde, wenn man erst einmal angefangen habe, bestimmte Vorkommen auszubeuten. Diese Erfahrung mache BASF mit seiner eigenen \u00d6l- und Gasf\u00f6rderung durch die Tochtergesellschaft Wintershall auch selbst. Derzeit stammten nur 14 Prozent des in Deutschland verbrauchten Gases aus heimischer F\u00f6rderung. \u201eUnd die Gasproduktion ist mittlerweile r\u00fcckl\u00e4ufig\u201c, sagte Bock, da die Berg\u00e4mter angesichts der politisch aufgeladenen Fracking-Diskussion derzeit z\u00f6gerten, auch nur Projekte zu genehmigen, die im Rahmen jahrzehntelang erprobter F\u00f6rdertechniken ablaufen sollten.<\/p>\n<p>Schon in der vergangenen Woche hatte Bock zur Vorlage der j\u00fcngsten Quartalszahlen gesagt, dass BASF 500 Millionen Euro mehr Gewinn im Jahr machen k\u00f6nnte, w\u00fcrde der gr\u00f6\u00dfte Produktionsstandort Ludwigshafen von den Schiefergas-Preisen der Vereinigten Staaten profitieren (F.A.Z. vom 26. Oktober). Tats\u00e4chlich kostet Gas in Deutschland aber fast dreimal so viel wie in den Vereinigten Staaten. Und trotz der Befreiung von der EEG-Umlage und des konzerneigenen Energielieferanten Wintershall ist dieser Unterschied nach den Worten von Bock auch in Ludwigshafen zu sp\u00fcren: \u201eDenn wir zahlen auch konzernintern Marktpreise, h\u00f6chstens mit einem kleinen Mengenrabatt.\u201cFracking-Methoden sind eigentlich gar nichts Neues. Sie werden in Deutschland schon seit rund 50 Jahren eingesetzt \u2013 und zwar zur F\u00f6rderung von Erdgas, wobei man aber genau nach der Art der dadurch erreichten Lagerst\u00e4tten unterscheiden muss. Und mit der Ausbeutung von Lagerst\u00e4tten f\u00fcr Kohlefl\u00f6zgas oder eben f\u00fcr das Schiefergas, um das es in der aktuellen Diskussion geht, gibt es in Deutschland bislang nur vereinzelt Erfahrungen.<\/p>\n<p>Fachleute argumentieren, dass sich der Einsatz von Fracking zur Gewinnung von Schiefergas auch nicht lohne, da die Umweltgefahren im dichtbesiedelten Deutschland zu gro\u00df seien. Die meisten Sorgen kreisen dabei um die Qualit\u00e4t des Grundwassers. Zudem seien die F\u00f6rdermengen zu gering. Bock h\u00e4lt dieser Argumentation die Zeitspanne von zehn Jahren autonomer Versorgungssicherheit entgegen \u2013 und wiederholt seine Warnung vor einer bevorstehenden Abwanderung der energieintensiven Industrie aus Deutschland. Immerhin: Er ist zuversichtlich, dass die Politik das Problem erkannt hat, und hofft, dass von der k\u00fcnftigen Regierungskoalition wenigstens das Erneuerbare-Energien-Gesetz \u201ezukunftsf\u00e4hig\u201c gemacht wird.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/schiefergas-basf-will-fracking-test-in-deutschland-12641303.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/schiefergas-basf-will-fracking-test-in-deutschland-12641303.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Vorstandschef der BASF will beweisen, dass der Abbau von Schiefergas in Deutschland sicher ist. Deshalb fordert er einen Test des umstrittenen Fracking. Das k\u00f6nne zehn Jahre Versorgungssicherheit beim Gas bringen, sagt er. Doch nicht jeder ist so optimistisch.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":50086,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[312,303],"tags":[5347,808,266,1684,274,1685],"class_list":["post-19453","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unternehmen","category-wirtschaft","tag-amerika","tag-basf","tag-deutschland","tag-ludwigshafen","tag-usa","tag-wintershall"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19453","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=19453"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19453\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/50086"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=19453"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=19453"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=19453"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}