{"id":19278,"date":"2013-10-28T12:16:13","date_gmt":"2013-10-28T12:16:13","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=19278"},"modified":"2013-10-28T12:16:13","modified_gmt":"2013-10-28T12:16:13","slug":"hersteller-wehren-sich-gegen-stiftung-warentest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=19278","title":{"rendered":"Hersteller wehren sich gegen Stiftung Warentest"},"content":{"rendered":"<p>Bosch und mehrere Fahrradhersteller werfen der Stiftung Warentest praxisferne Pr\u00fcfmethoden vor. Sie habe Verbraucher verunsichert und vom Kauf abgehalten. Nun werden Umsatzeinbu\u00dfen in Millionenh\u00f6he beklagt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Neun von sechszehn E-Bikes waren im Sommer bei einem Test der Stiftung Warentest durchgefallen &#8211; jetzt formiert sich Widerstand gegen diese Ergebnisse. Die Hersteller der R\u00e4der kritisieren die \u201epraxisfernen Tests\u201c und eine \u201enegativ aufgebauschte Berichterstattung\u201c. Durch die desastr\u00f6sen Testberichte sei es zu Umsatzausf\u00e4llen in Millionenh\u00f6he gekommen.<\/p>\n<p>Von europ\u00e4ischen Normen abweichende Testverfahren h\u00e4tten zu Ergebnissen gef\u00fchrt, die ein falsches Bild ergeben h\u00e4tten, beklagten die Unternehmen Bosch eBike Systems, Cloppenburger Derby Cycle AG und die Schweizerische Biketec AG zusammen mit dem Zweirrad-Industrie-Verband (ZIV) am Montag in Berlin. Im Juni hatte die Stiftung in ihrer Zeitschrift \u201eTest\u201c von Rahmen- und Lenkerbr\u00fcchen, Bremsversagen und Funkst\u00f6rungen bei sogenannten Pedelecs (zulassungsfreie Fahrr\u00e4der, die mit einem Elektromotor den Radfahrer bis 25 km\/h unterst\u00fctzen) berichtet.<\/p>\n<p>Die Hersteller kritisierten, dass etwa das Testergebnis zur elektromagnetischen Vertr\u00e4glichkeit f\u00fcr das Rad von Kalkhoff zuf\u00e4llig sei. Die von der Stiftung Warentest und dem ADAC behaupteten St\u00f6rungen von Funkdiensten oder des Radio- und Fernsehempfangs seien mit keiner Nachmessung nachzuweisen.<\/p>\n<p>Claus Fleischer von Bosch erl\u00e4uterte, dass sich die behaupteten Funkst\u00f6rungen zum einen nicht reproduzieren lie\u00dfen und au\u00dferdem die Interpretationen falsch und irref\u00fchrend seien. So sei nicht mit 75 % der Motorleistung (etwa 18 km\/h) auf die St\u00f6rstrahlung getestet worden, sondern durch Bet\u00e4tigung der Schiebehilfe. Dies f\u00fchre zu einer v\u00f6llig ver\u00e4nderten Antennensituation. Seidler warf die Frage auf, ob die Stiftung aus Kostengr\u00fcnden den Test in Schiebemodus habe vornehmen lassen: \u201eEin Test im Schiebemodus ist in etwa so relevant wie die Ermittlung des Kraftstoffverbrauchs bei einem Auto im R\u00fcckw\u00e4rtsgang.\u201c Die von der Stiftung gefundene einzelne Grenzwert\u00fcberschreitung liege zudem \u00fcberhaupt nicht im Bereich der Funkdienste von Polizei und Feuerwehr.<\/p>\n<h2>Protest gegen Versuchsanordnung und Interpretation<\/h2>\n<p>Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Biketec Kurt Sch\u00e4r wandte sich gegen die Testanordnung der Betriebsfestigkeitspr\u00fcfung, bei der laut Stiftung Warentest ein Rahmenteil am Hinterrad gebrochen sei. Die Testanordnung und die daraus abgeleiteten Aussagen seien sachlich unhaltbar. Sch\u00e4r k\u00fcndigte an, dass sein Unternehmen eine Schadensersatzklage erw\u00e4ge. Die Umsatzeinbr\u00fcche seien f\u00fcr Biketec existenzgef\u00e4hrdend gewesen.<\/p>\n<p>Offenbar spielt es eine Rolle, dass die Schweizer im Gegensatz zu Derby Cycle nicht versucht haben, Testobjekte von der Stiftung Warentest zur\u00fcckzukaufen. Wie Mathias Seidler, ehemaliger Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Derby Cycle, ausf\u00fchrte, wurde von der Stiftung der R\u00fcckkauf an die Bedingung gekn\u00fcpft, dass die Unternehmen auf das Einlegen jeglicher Rechtsmittel im Vorhinein verzichteten.<\/p>\n<p>Siegfried Neuberger, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des ZIV, erkl\u00e4rte, die Mitgliedsunternehmen seines Verbandes h\u00e4tten ein gro\u00dfes Interesse daran, zusammen mit der Stiftung an detaillierten Pr\u00fcfprogrammen zu arbeiten, in denen alle Testkriterien transparent und reproduzierbar seien. Au\u00dferdem m\u00fcssten betroffene Anbieter genauer \u00fcber Testergebnisse informiert werden, und zwar vor Ver\u00f6ffentlichung der Ergebnisse. Nur auf diese Weise k\u00f6nnten offensichtliche Fehler bei der Versuchsdurchf\u00fchrung und der Interpretation vermieden werden. Im Falle des Pedelec-Tests habe es im Vorfeld der Ver\u00f6ffentlichung genauso wie danach erhebliche Kommunikationsschwierigkeiten mit der Stiftung gegeben.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/streit-um-e-bike-test-hersteller-wehren-sich-gegen-stiftung-warentest-12634110.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/streit-um-e-bike-test-hersteller-wehren-sich-gegen-stiftung-warentest-12634110.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bosch und mehrere Fahrradhersteller werfen der Stiftung Warentest praxisferne Pr\u00fcfmethoden vor. Sie habe Verbraucher verunsichert und vom Kauf abgehalten. 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