{"id":19194,"date":"2013-10-24T17:15:38","date_gmt":"2013-10-24T17:15:38","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=19194"},"modified":"2013-10-24T17:15:38","modified_gmt":"2013-10-24T17:15:38","slug":"mehr-als-eine-million-kinder-in-deutschland-in-armut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=19194","title":{"rendered":"Mehr als eine Million Kinder in Deutschland in Armut"},"content":{"rendered":"<p>Auch in Staaten wie Deutschland, wo weitgehend Wohlstand herrscht, fallen viele Heranwachsende durchs Raster. Wer als Kind dauerhaft in Armut lebt, ist sp\u00e4ter deutlich unzufriedener.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">In Deutschland leben einer Studie zufolge rund 1,1 Millionen Kinder und Jugendliche viele Jahre lang in Armut. Rund 8,6 Prozent aller Heranwachsenden haben demnach \u201elangj\u00e4hrige Armutserfahrungen\u201c gemacht, hei\u00dft es in der am Donnerstag in Berlin vorgestellten Untersuchung des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF zur Lage der Kinder in Deutschland 2013. Daf\u00fcr wurden im Auftrag des Kinderhilfswerkes die Lebensverh\u00e4ltnisse von Betroffenen zwischen 2000 und 2010 untersucht.<\/p>\n<p>Der Vorsitzende von UNICEF Deutschland, J\u00fcrgen Heraeus, betonte, dass die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen in Deutschland im internationalen Vergleich zwar gut sei. Im Vergleich der OECD-Staaten liege Deutschland bei der Kinderarmut unter 29 L\u00e4ndern im Mittelfeld auf Platz 11. \u201eDurchschnittswerte bergen aber die Gefahr, dass gravierende Probleme nicht gesehen werden\u201c, sagte Heraeus.<\/p>\n<h2>\u201eDie Kinder haben es schwer, Selbstvertrauen zu entwickeln\u201c<\/h2>\n<p>Bei Heranwachsenden, die hierzulande von Armut betroffen sind, sei es besonders problematisch, wenn diese Situation lange anh\u00e4lt. \u201eDiese Kinder haben es schwer, Selbstvertrauen zu entwickeln. Ihre Eltern haben oft resigniert\u201c, betonte Heraeus weiter. Die Kinder z\u00f6gen sich dann zur\u00fcck etwa in starken Medienkonsum.<\/p>\n<p>Dem UNICEF-Bericht mit dem Titel \u201eReiche, kluge, gl\u00fcckliche Kinder?\u201c zufolge leben 6,9 Prozent der Heranwachsenden in Deutschland zwischen sieben und elf Jahre lang in einem Haushalt, der mit weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens auskommen muss. Rund 1,7 Prozent aller Kinder und Jugendlichen wuchsen sogar zw\u00f6lf bis 17 Jahre unter diesen schwierigen Bedingungen auf.<\/p>\n<p>Je l\u00e4nger und je \u00f6fter Kinder Phasen von relativer Armut durchleben, desto negativer sind die Folgen nicht nur f\u00fcr die materielle Situation. Wer als Kind dauerhaft unterhalb der Armutsgrenze leben muss, ist als Erwachsener deutlich unzufriedenerer mit seinem Leben, hei\u00dft es in dem Bericht weiter. Gelernte Hoffnungslosigkeit mache es schwer, Herausforderungen im weiteren Leben zu meistern.<\/p>\n<h2>Vor allem Kinder Alleinerziehender betroffen<\/h2>\n<p>Zu den benachteiligten Kindern z\u00e4hlen UNICEF zufolge h\u00e4ufig vor allem Kinder von alleinerziehenden Eltern. Um oberhalb der Armutsgrenze zu liegen, m\u00fcsse etwa ein alleinerziehendes Elternteil eines Kindes &#8211; je nach Bundesland &#8211; ein Haushaltseinkommen von mindestens 1.100 bis 1.300 Euro zur Verf\u00fcgung haben.<\/p>\n<p>Der Sozialwissenschaftler Hans Bertram von der Berliner Humboldt-Universit\u00e4t betonte als Autor der Studie: \u201eDie Gesellschaft wandelt sich. Heute gibt es mehr Alleinerziehende\u201c. Die Politik sowie auch die Kirchen sollten sich dieser Herausforderung st\u00e4rker stellen, f\u00fcgte Heraeus hinzu.<\/p>\n<p>Von langj\u00e4hrigen Armutserfahrungen betroffen seien aber auch oft Kinder von arbeitslosen Eltern sowie Kinder mit Gewalterfahrungen, hie\u00df es weiter. Von der neuen Bundesregierung forderte das Kinderhilfswerk deshalb eine \u201ezielgenaue und fr\u00fchzeitige\u201c F\u00f6rderung dieser Kinder. Zudem m\u00fcssten Bund, L\u00e4nder und Gemeinden alle Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, um verfestigte Armutssituationen bei Kindern zu verhindern.<\/p>\n<p>Konkret m\u00fcsse die Zahl der Betroffenen in den n\u00e4chsten Jahren halbiert werden, forderte der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von UNICEF-Deutschland, Christian Schneider. Zwar gebe es keinen Zweifel am n\u00f6tigen Ausbau von Kindertagesst\u00e4tten und Ganztagsschulen. Dennoch m\u00fcssten \u201egezielt Ressourcen\u201c zu Kindern flie\u00dfen, die besonders benachteiligt sind. N\u00f6tig seien spezielle Pr\u00e4ventionsprogramme, f\u00fcgte Bertram hinzu.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/familie\/unicef-bericht-mehr-als-eine-million-kinder-in-deutschland-in-armut-12632682.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/familie\/unicef-bericht-mehr-als-eine-million-kinder-in-deutschland-in-armut-12632682.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch in Staaten wie Deutschland, wo weitgehend Wohlstand herrscht, fallen viele Heranwachsende durchs Raster. 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