{"id":19122,"date":"2013-10-27T17:14:19","date_gmt":"2013-10-27T17:14:19","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=19122"},"modified":"2013-10-27T17:14:19","modified_gmt":"2013-10-27T17:14:19","slug":"autolobby-einflussreicher-als-gedacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=19122","title":{"rendered":"Autolobby einflussreicher als gedacht"},"content":{"rendered":"<p>Auf die deutsche Autoindustrie muss jede Bundesregierung achten. Der Einfluss der Vorzeigebranche ist aber offenbar gr\u00f6\u00dfer als gedacht, wie urspr\u00fcnglich vertrauliche Dokumente zeigen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Die deutsche Automobilindustrie ist unbestritten wichtig f\u00fcr das Land, viele Arbeitspl\u00e4tze h\u00e4ngen an ihr, erfolgreich ist sie \u00fcberall in der Welt. Das ist gut f\u00fcr Deutschland. Klar ist deshalb auch, dass bisher jede Bundesregierung vergleichsweise offene Ohren hatte und haben muss f\u00fcr Interessen dieser Branche.<\/p>\n<p>Nun bekannt gewordene Briefwechsel zwischen dem Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) und Bundesministerien deuten allerdings offenbar darauf hin, dass der Einfluss der Autolobby gr\u00f6\u00dfer ist als bislang angenommen. Nach einem <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/mobilitaet\/2013-10\/autoindustrie-lobby-energielabel\/seite-1\">Bericht der \u201eZeit\u201c<\/a> hat der VDA die Verordnung \u00fcber die Kennzeichnung des Energieverbrauchs von Neuwagen sogar zwischen Ministerien abgestimmt.<\/p>\n<p>Der VDA habe im April 2010 an drei Ministerien geschrieben, insbesondere zu Beginn des neuen Kennzeichnungssystems \u201esollte sichergestellt werden, dass alle Hersteller ihre Top-Produkte auch in den vordersten R\u00e4ngen wiederfinden\u201c.  Das mittlerweile eingef\u00fchrte sogenannte Energielabel soll zeigen, wie effizient ein Fahrzeug Kraftstoff verbraucht und wie viel Kohlendioxid es ausst\u00f6\u00dft.<\/p>\n<h2>Wirtschaftsministerium weist Kritik zur\u00fcck<\/h2>\n<p>Gelegentlich, hei\u00dft es in dem Bericht weiter, h\u00e4tten die Autolobbyisten Pl\u00e4ne der Bundesregierung besser gekannt als die daran beteiligten Ministerien. Das gehe aus internen Schreiben des Wirtschaftsministeriums hervor. Ein VDA-Abteilungsleiter habe im April 2010 beispielsweise eine Ministerialr\u00e4tin des Wirtschaftsministeriums informiert, dass das Bundesumweltministerium (BMU) einen Vorschlag des Wirtschaftsministeriums falsch verstehe. Es solle dem Umweltministerium die Formeln nochmal erkl\u00e4ren. \u201eSonst rechnet das BMU falsch\u201c, habe der VDA-Vertreter angemahnt. In einem anderen Schreiben erw\u00e4hne eine Beamtin des Ministeriums, man stehe mit der Autoindustrie \u201eauf Arbeitsebene st\u00e4ndig in Kontakt\u201c.<\/p>\n<p>Der Verein LobbyControl kritisiert die enge Abstimmung zwischen Autolobby und Regierung. Die jetzt \u00f6ffentlich gewordenen Briefwechsel \u00fcberschritten eine Grenze. \u201eHier hat ein Lobbyverband nicht einfach nur seine Positionen \u00fcbermittelt, sondern gleich noch die Ressortabstimmung \u00fcbernommen. Das zeigt, welch hohen Stellenwert der VDA f\u00fcr die Bundesregierung hat\u201c, sagt Christina Deckwirth von LobbyControl der \u201eZeit\u201c. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums wies die Kritik zur\u00fcck. Es sei \u00fcblich, Verb\u00e4nde schon einzubeziehen, wenn Referentenentw\u00fcrfe erarbeitet w\u00fcrden. Und nicht nur der VDA sei involviert worden.<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich h\u00e4tten die zitierten Briefwechsel und Akten nicht \u00f6ffentlich bekannt werden sollen. Die Umweltorganisation Deutsche Umwelthilfe erstritt bis vor dem Europ\u00e4ischen Gerichtshof Einsicht in die Akten, das Gericht entschied im Juli entsprechend.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/energieeffizienz-autolobby-einflussreicher-als-gedacht-12636202.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/energieeffizienz-autolobby-einflussreicher-als-gedacht-12636202.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf die deutsche Autoindustrie muss jede Bundesregierung achten. 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