{"id":19090,"date":"2013-10-26T17:12:35","date_gmt":"2013-10-26T17:12:35","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=19090"},"modified":"2013-10-26T17:12:35","modified_gmt":"2013-10-26T17:12:35","slug":"nsa-enthullungen-durfen-zusammenarbeit-nicht-behindern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=19090","title":{"rendered":"\u201eNSA-Enth\u00fcllungen d\u00fcrfen Zusammenarbeit nicht behindern\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Amerika hat im Verh\u00e4ltnis zu den Partnern erstmals Spannungen eingestanden, die durch den Aussp\u00e4hskandal hervorgerufen wurden. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Steinmeier sieht das Freihandelsabkommen gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Die Vereinigten Staaten haben Spannungen im Verh\u00e4ltnis zu einigen ihrer Partner wegen der Aktivit\u00e4ten des Geheimdienstes NSA eingestanden. Au\u00dfenamtssprecherin Jennifer Psaki sagte am Freitag in Washington, die Enth\u00fcllung der amerikanischen Geheimdienstaktivit\u00e4ten habe bei vielen Partnern und Freunden Kritik hervorgerufen. Washington f\u00fchre nun mit diesen Verb\u00fcndeten Diskussionen.<\/p>\n<p>Die Enth\u00fcllungen des fr\u00fcheren NSA-Mitarbeiters Edward Snowden d\u00fcrften aber die Zusammenarbeit \u00fcber Syrien und Iran oder die Verhandlungen \u00fcber ein Freihandelsabkommen nicht behindern. Das w\u00e4re wirklich ein Fehler, sagte Psaki weiter.<\/p>\n<p>Eine Delegation der Bundesregierung wird in den kommenden Wochen wegen der NSA-Aff\u00e4re nach Washington reisen. \u201eWir erwarten, dass sie eine Reihe von Treffen mit ma\u00dfgeblichen Mitarbeitern verschiedener Beh\u00f6rden haben werden\u201c, best\u00e4tigte Psaki. Weitere Einzelheiten des Besuchs seien noch nicht bekannt. Unklar blieb auch, ob die deutsche Delegation von amerikanischer Seite offiziell eingeladen wurde. In Berlin hatte zuvor der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter mitgeteilt, dass \u201ehochrangige Regierungsvertreter\u201c in K\u00fcrze nach Washington reisen sollen, um dort mit Vertretern des Wei\u00dfen Hauses und des Geheimdienstes NSA zu sprechen. Die Teilnehmerliste stehe noch nicht fest. Weitere Details nannte auch Streiter nicht.<\/p>\n<h2>Steinmeier: \u201eDas hat Folgen\u201c<\/h2>\n<p>Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Frank-Walter Steinmeier, sieht die Verhandlungen \u00fcber ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Amerika allerdings sehr wohl gef\u00e4hrdet. Nach Informationen der \u201eFrankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung\u201c (F.A.S.) sagte Steinmeier, durch das Abh\u00f6ren des Kanzlerhandys sei ein Vertrauensverlust eingetreten: \u201eDas hat Folgen.\u201c Die Verhandlungen \u00fcber das Freihandelsabkommen verlangten von beiden Seiten viel Vertrauen, sagte Steinmeier: \u201eIch sehe gro\u00dfe Schwierigkeiten, die Verhandlungen zu einem erfolgreichen Ende zu f\u00fchren, wenn nicht endlich Klarheit \u00fcber die amerikanische Abh\u00f6rpraxis in Europa geschaffen wird.\u201c Das gelte nicht nur f\u00fcr die Gegenwart und die Zukunft, sondern auch f\u00fcr die Vergangenheit.<\/p>\n<p>Unionspolitiker wandten sich jedoch gegen eine Verkn\u00fcpfung zwischen den Abkommen und der Handy-Aff\u00e4re. Der Parlamentarische Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Grosse-Br\u00f6mer, sagte der F.A.S.: \u201eEs besteht kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen den aktuellen Geschehnissen und den Verhandlungen zum Freihandelsabkommen.\u201c Grosse-Br\u00f6mer warnte davor, \u00fcbereilt zu handeln. Der Abschluss eines solchen Abkommens sei schlie\u00dflich f\u00fcr beide Seiten von hohem Interesse.<\/p>\n<p>Auch der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion G\u00fcnter Krings (CDU) warnte davor, mit einem Aussetzen der Verhandlungen zu drohen. Die Europ\u00e4er w\u00fcrden von einem solchen Abkommen mehr profitieren als Amerika: \u201eDas wei\u00df die Regierung in Washington, insofern w\u00e4re es ein schwaches Druckmittel\u201c, sagte Krings der F.A.S. Die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt, wies auf die Interessen Bayerns hin: \u201eDas Freihandelsabkommen mit den USA ist insbesondere auch der bayerischen Exportwirtschaft ein wichtiges Anliegen\u201c, sagte sie der F.A.S. Zwar m\u00fcssten die aktuellen Geschehnisse infolge der Abh\u00f6raktionen der Vereinigten Staaten in die Verhandlungen einbezogen werden. \u201eEinen vorschnellen Abbruch der Verhandlungen halte ich aber derzeit f\u00fcr nicht zielf\u00fchrend\u201c, sagte Hasselfeldt.<\/p>\n<h2>Frankreich arbeitet angeblich mit NSA zusammen<\/h2>\n<p>Das ebenso wie Deutschland mutma\u00dflich von Spionageaktivit\u00e4ten betroffene <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/codename-lustre-frankreich-liefert-informationen-an-britische-und-us-geheimdienste-1.1804606\">Frankreich arbeitet nach Informationen des NDR und der \u201eS\u00fcddeutschen Zeitung\u201c mit amerikanischen und britischen Geheimdiensten zusammen<\/a> und liefert ihnen systematisch Informationen. Schon vor einiger Zeit habe die franz\u00f6sische Regierung unter dem Codenamen \u201eLustre\u201c ein sogenanntes Drittparteiabkommen mit dem Geheimdienstb\u00fcndnis \u201eFive Eyes\u201c geschlossen, berichtet die \u201eS\u00fcddeutsche Zeitung\u201c in ihrer Wochenendausgabe. Dies gehe aus Dokumenten Snowdens hervor.<\/p>\n<p>Dem B\u00fcndnis geh\u00f6ren neben Amerika die von Washington bevorzugten Partner Gro\u00dfbritannien, Neuseeland, Australien und Kanada an. Dem Bericht nach sollen neben Frankreich auch Israel, Schweden und Italien einen \u00e4hnlichen Kooperationsvertrag mit dem britischen und amerikanischen Geheimdienst geschlossen haben.<\/p>\n<h2>Gemeinsame UN-Resolution mit Brasilien<\/h2>\n<p>Beim EU-Gipfel in Br\u00fcssel hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Fran\u00e7ois Hollande Garantien von Pr\u00e4sident Barack Obama f\u00fcr ein Ende der Bespitzelung engster Verb\u00fcndeter gefordert. Frankreich und Deutschland hatten in Br\u00fcssel deutlich gemacht, dass sie bis Ende Dezember klare Regeln f\u00fcr die Zusammenarbeit ihrer Geheimdienste mit den Vereinigten Staaten haben wollen.<\/p>\n<p>Deutschland will sich \u00fcberdies bei den Vereinten Nationen gegen das Aussp\u00e4hen elektronischer Kommunikation einsetzen. Eine entsprechende Resolution, die den Schutz von Privatsph\u00e4re und Menschenrechten betont, soll gemeinsam mit Brasilien in der kommenden Woche in einen Ausschuss f\u00fcr humanit\u00e4re Fragen der UN-Vollversammlung eingebracht werden, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Freitag in New York aus Diplomatenkreisen. Zuvor hatte das Magazin \u201eForeign Policy\u201c dar\u00fcber berichtet. Noch im November k\u00f6nnte die Resolution angenommen werden. Unter anderem fordert der Entwurf auch die UN-Menschenrechtskommissarin auf, sich des Themas anzunehmen.<\/p>\n<p>Das Papier sei allerdings keine Reaktion auf die vermutete Spionageattacke gegen ein Handy Merkels, sondern werde seit l\u00e4ngerem vorbereitet, hie\u00df es. Es solle eine Diskussion unter anderem \u00fcber den Schutz der Kommunikation im \u00f6ffentlichen Raum vor staatlichen Eingriffen ansto\u00dfen und Regelungsl\u00fccken aufsp\u00fcren. Deutschland und Brasilien hatten sich &#8211; neben anderen L\u00e4ndern &#8211; zuletzt erbost \u00fcber die Bespitzelungen durch den Geheimdienst NSA gezeigt.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/washington-nsa-enthuellungen-duerfen-zusammenarbeit-nicht-behindern-12635045.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/washington-nsa-enthuellungen-duerfen-zusammenarbeit-nicht-behindern-12635045.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Amerika hat im Verh\u00e4ltnis zu den Partnern erstmals Spannungen eingestanden, die durch den Aussp\u00e4hskandal hervorgerufen wurden. 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