{"id":18896,"date":"2013-06-13T16:09:27","date_gmt":"2013-06-13T16:09:27","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=18896"},"modified":"2013-06-13T16:09:27","modified_gmt":"2013-06-13T16:09:27","slug":"wenn-vodafone-290-euro-kassiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=18896","title":{"rendered":"Wenn Vodafone 290 Euro kassiert"},"content":{"rendered":"<p>Vodafone hat eine erschreckend hohe Rechnung geschickt. 290 Euro fordert der Mobilfunkanbieter allein f\u00fcr Datentransfer. Die Geschichte wiederholt sich. Es scheint also kein Einzelfall.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Vodafone hat eine erschreckend hohe Rechnung geschickt. Schon nach zwei Tagen sind au\u00dferordentliche Geb\u00fchren angefallen. 290 Euro fordert der Mobilfunkanbieter allein f\u00fcr Datentransfer. Die Aufregung unter einigen Lesern ist gro\u00df. Die Geschichte wiederholt sich oft und nimmt stets die gleiche Wendung, so dass man annehmen darf, es handele sich nicht um Einzelf\u00e4lle ahnungsloser Kunden, die vom Handy aufs Smartphone wechseln oder mit einer vermeintlich g\u00fcnstigen Superflat in die Smartphone-Welt einsteigen &#8211; sondern um einen Marketingtrick.<\/p>\n<p>Man muss sich dazu ins Dickicht der Vertr\u00e4ge und des Kleingedruckten begeben. Es geht stets um die Texte der Fu\u00dfnoten, die mehrere Seiten lang sein k\u00f6nnen. Und es geht um die Kosten f\u00fcr die Datennutzung in den Mobilfunknetzen, um \u201eunbegrenzt UMTS\u201c, \u201eunbegrenztes Surfen\u201c, um Vodafone Mail und \u201eMusik aufs Handy laden\u201c. Das alles riecht und schmeckt nach mobiler Internetnutzung, nach \u201eextra viel drin f\u00fcr junge Leute\u201c, wie es auf der roten Homepage hei\u00dft. Doch wer bei einem der Superflat-Tarife zu Preisen von monatlich f\u00fcnf Euro bis hin zu 80 Euro zuschl\u00e4gt, hat als Smartphone-Nutzer einen Fehler gemacht. Er merkt es aber erst sp\u00e4ter, normalerweise mit der n\u00e4chsten Monatsabrechnung.<\/p>\n<h2>Das alles ist jedoch nicht kostenlos<\/h2>\n<p>Man legt die Superflat-Sim-Karte in sein iPhone oder den Androiden, die nun fast immer automatisch die Internetzugangsdaten konfigurieren. Es wird also der APN &#8211; der passende Zugangspunkt &#8211; web.vodafone.de f\u00fcr das Vodafone-Netz, eingetragen, und man kann loslegen mit dem Web-Browser, mit der E-Mail oder dem Musikh\u00f6ren bei Streaming-Diensten. Das alles ist jedoch nicht kostenlos. Denn man muss in den Vodafone-Superflat-Tarifen jede Fu\u00dfnote lesen. Etwa im Vodafone \u201eInfo Dok\u201c Nummer 4020, das aus elf Seiten besteht, die Anmerkung Nummer 28, die mit der rhetorischen Frage eingeleitet wird: \u201eWas zahle ich f\u00fcr die Nutzung des Vodafone-live-Portals im deutschen Vodafone-Netz, wenn ich die Tarifoption Vodafone Happylive UMTS habe?\u201c Auf diese praxisnahe Frage, die bestimmt jeden Tag der Kundenbetreuung gestellt wird, kommt die zun\u00e4chst erfreulich erscheinende Antwort: \u201eNichts! Wenn Sie die Tarifoption Vodafone Happylive UMTS gebucht haben, berechnen wir f\u00fcr Sie den Zugang zum Vodafone-live-Portal \u00fcber den APN wap.vodafone.de aus dem deutschen Vodafone-Mobilfunknetz nicht extra.\u201c<\/p>\n<p>Wenn der geneigte Leser nun r\u00e4tselt, warum Vodafone seine Happy-Hippo-Produkte in langatmigen Sprachspielen mit dem Ergebnis pr\u00e4sentiert, dass es \u201enichts\u201c kostet, dann hat er die juristische Finesse dieser Formulierung \u00fcbersehen. Hier ist vom Zugangspunkt wap.vodafone.de die Rede. Ins Internet kommt man allerdings, siehe oben, mit web.vodafone.de. Die Wap-Variante stammt aus den Anfangszeiten des Mobilfunks, man landet, wenn \u00fcberhaupt, auf einer mannigfach kastrierten Portalseite von Vodafone, die mit dem Internet so viel zu tun hat wie ein Kettcar mit einem Auto. Kurzum: Wap kann man vergessen, das Smartphone kennt es ohnehin nicht, es stellt sich automatisch auf Web ein, und dann kommt \u00fcber kurz oder lang die Quittung. Denn, siehe Fu\u00dfnote Nummer 28, letzter Satz, des R\u00e4tsels L\u00f6sung: \u201eEine Nutzung (des Internets) au\u00dferhalb des Vodafone-live-Portals kostet 0,09 Euro pro Minute.\u201c<\/p>\n<h2>Nur nicht bei Vodafone<\/h2>\n<p>Neun Cent die Minute, was bedeutet das? Ein Smartphone kappt die Verbindung zum Internet nie. Auch dann nicht, wenn keine Daten flie\u00dfen. Es k\u00f6nnten ja welche kommen, und da im mobilen Internet typischerweise nach Volumina abgerechnet wird, ist\u2019s egal. Nur nicht bei Vodafone. Neun Cent die Minute sind rund 130 Euro am Tag. Nach 290 Euro brutto deckelt Vodafone vorsichtshalber die Abrechnung. Warum? W\u00fcrde man den Kunden bis zum Monatsende in die Falle laufen lassen, st\u00fcnden fast 4000 Euro f\u00fcr Datenverbindungen auf der Rechnung. Das macht sich nicht gut, denn der typische Smartphone-Kunde zahlt f\u00fcr sein Datenvolumen um die zehn Euro im Monat. Juristen k\u00f6nnten nach einem Blick ins Strafgesetzbuch von gewerbsm\u00e4\u00dfiger wucherischer \u00dcbervorteilung sprechen.<\/p>\n<p>Also wird vorzeitig abgedreht, und nun kommt das gute Ende einer b\u00f6sen Geschichte. Es ist ja alles nicht so schlimm, sagt der freundliche Verk\u00e4ufer im Shop und bietet eine kulante L\u00f6sung an, sofern man hier und jetzt in den richtigen Vertrag wechsle, einen Vodafone \u201eRed\u201c. Der ist nat\u00fcrlich deutlich teurer, aber f\u00fcr so gut wie alles gibt es einen Rabatt. Einige Tage sp\u00e4ter kommt die E-Mail von Vodafone: \u201eWeil uns Ihre Zufriedenheit sehr wichtig ist, schreiben wir Ihnen den entstandenen Betrag aus Ihrer Rechnung einmalig gut.\u201c Und damit man nicht noch einmal auf so wirre Gedanken kommt, sich etwa ein Handy au\u00dferhalb der Vodafone-Welt zu kaufen, wird Abschreckendes nachgelegt: Handys w\u00fcrden leider regelm\u00e4\u00dfig mit dem Internet kommunizieren. \u201eWenn Sie das Handy bei uns kaufen, sind Sie zu Ihrem eigenen Schutz immer an einen Tarif gebunden, der diese Verbindungskosten mit abdeckt. Wenn Sie sich ein Handy auf dem freien Markt besorgen, greift dieser Automatismus nicht.\u201c<\/p>\n<p>Wer diese Geschichte mit diesem Drehbuch erlebt hat, wird sich hintergangen f\u00fchlen, nach dem Motto: Man locke den Kunden mit lauten Versprechungen in einen ersten Vertrag, lasse ihn \u00fcber die Fallstricke des Kleingedruckten ins Nichts fallen, wo man ihn anschlie\u00dfend mit der Kulanzregelung und dem Hinweis auf den b\u00f6sen freien Markt rettet. Bis auf jene, die aus Scham oder Unwissenheit ohne Einspruch einfach bezahlen, versteht sich.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/fallstrick-superflatrate-wenn-vodafone-290-euro-kassiert-12210690.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/fallstrick-superflatrate-wenn-vodafone-290-euro-kassiert-12210690.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vodafone hat eine erschreckend hohe Rechnung geschickt. 290 Euro fordert der Mobilfunkanbieter allein f\u00fcr Datentransfer. Die Geschichte wiederholt sich. 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