{"id":18858,"date":"2012-11-13T16:09:19","date_gmt":"2012-11-13T16:09:19","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=18858"},"modified":"2012-11-13T16:09:19","modified_gmt":"2012-11-13T16:09:19","slug":"klug-verliert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=18858","title":{"rendered":"Klug verliert"},"content":{"rendered":"<p>Ein Anthropologe aus Stanford sieht schwarz:  Die paar tausend Gene, die unseren Intellekt pr\u00e4gen, erodieren seit mehr als hundert Generationen. Was also tun?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Dass der Grieche vor dreitausend Jahren einer Hochkultur angeh\u00f6rte und heute welt\u00f6konomisch auf den Rang eines Sozialhilfeempf\u00e4ngers gerutscht ist, geh\u00f6rt jetzt auch zu den Erscheinungen der menschlichen Geschichte, die genetisch leicht zu erkl\u00e4ren sind. Der Athener der Antike war intellektuell einfach in einer besseren Position. Er war uns evolutionspsychologisch sogar haushoch \u00fcberlegen. In \u201eTrends in Genetics\u201c rechnet uns der amerikanische Anthropologe Gerald Crabtree von der Stanford-Universit\u00e4t in zwei Teilstudien vor, weshalb der Grieche, aber l\u00e4ngst nicht nur er durchaus wehm\u00fctig werden darf, wenn er hundert oder zweihundert Generationen zur\u00fcckblickt.<\/p>\n<p>Damals waren die zwei- bis f\u00fcnftausend Gene, die Homo sapiens f\u00fcr die Realisierung seines vollen intellektuellen Potentials ben\u00f6tigt, in ihrer h\u00f6chsten Bl\u00fcte. Seitdem geht es langsam, aber stetig bergab, sagt der Genetiker. Der Flynn-Effekt ist schiere Illusion, die Beobachtung, wonach der moderne Mensch in den ersten f\u00fcnfzig Jahren nach Einf\u00fchrung von Intelligenztests sukzessive um ein paar Punkte besser abgeschnitten hat, ist f\u00fcr den Genforscher neurologisch mit dem Verbot von bleihaltigem Benzin und der Eliminierung kindlicher Schilddr\u00fcsenerkrankungen gut erkl\u00e4rbar. Fakt sei vielmehr: Unsere Intelligenz erodiert, und zwar ungebremst. Sie wird einfach nicht mehr gebraucht. Das \u00dcbel hat wohl mit der Sesshaftigkeit begonnen, danach geriet der Mensch genetisch auf die schiefe Bahn<\/p>\n<h2>Fatale Mutationen<\/h2>\n<p>Die Erbanlagen, die aus ihm den \u00dcberlebensk\u00fcnstler und das Universalgenie der Evolution machten, wurden von da an nicht mehr ben\u00f6tigt. Entsprechend fielen fatale Mutationen in diesen Genen kaum mehr ins Gewicht. Und wenn wir weiter so bequem und faul in den Tag hineinleben und uns hinter dem Laptop auf den Meriten der fr\u00fchen Hochkulturen ausruhen, prophezeit der Wissenschaftler, werden in weiteren dreitausend Jahren in jedem unserer Nachkommen mindestens ein bis zwei weitere fatale Genver\u00e4nderungen verankert sein, die den schlauen Fuchs in uns sukzessive zum Verschwinden bringen.<\/p>\n<p>Was also ist zu tun? Crabtree rechnet mit technischen Genoptimierungsstrategien der kommenden Generationen. Wir hingegen setzen unsere Hoffnungen vollst\u00e4ndig in den genetischen Wildtyp und pl\u00e4dieren daf\u00fcr, die indigenen Reste von Intellektualit\u00e4t noch konsequenter zu sch\u00fctzen als bisher. Jeder Versuch der Zivilisierung muss als Versuch der Zerst\u00f6rung unserer intellektueller Reservoire angesehen werden und sollte von h\u00f6chster Stelle verboten werden.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/mensch-gene\/glosse-fragile-intelligenz-klug-verliert-11959427.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/mensch-gene\/glosse-fragile-intelligenz-klug-verliert-11959427.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Anthropologe aus Stanford sieht schwarz: Die paar tausend Gene, die unseren Intellekt pr\u00e4gen, erodieren seit mehr als hundert Generationen. 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