{"id":18832,"date":"2013-02-19T16:09:12","date_gmt":"2013-02-19T16:09:12","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=18832"},"modified":"2013-02-19T16:09:12","modified_gmt":"2013-02-19T16:09:12","slug":"karlsruhe-starkt-rechte-homosexueller-paare","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=18832","title":{"rendered":"Karlsruhe st\u00e4rkt Rechte homosexueller Paare"},"content":{"rendered":"<p>Homosexuelle, die in einer eingetragenen Partnerschaft leben, d\u00fcrfen k\u00fcnftig ein von ihrem Partner zuvor angenommenes Kind adoptieren. Die vorherige Gesetzesregelung versto\u00dfe gegen das Recht auf Gleichbehandlung und ist demnach verfassungswidrig, entschieden die Richter in Karlsruhe.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Homosexuelle, die in einer eingetragenen Partnerschaft leben, d\u00fcrfen nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe k\u00fcnftig ein von ihrem Partner zuvor angenommenes Kind adoptieren. Die Regelung, die Schwulen und Lesben eine sogenannte Sukzessivadoption verbietet, Ehepaaren aber erlaubt, widerspreche dem Recht auf Gleichbehandlung des Grundgesetzes und sei demnach verfassungswidrig., Das entschied der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts an diesem Dienstag in Karlsruhe. Bis 30. Juni 2014 muss der Gesetzgeber eine verfassungskonforme Regelung schaffen.<\/p>\n<p>Bislang konnte ein homosexueller Lebenspartner nur das leibliche Kind des anderen adoptieren &#8211; etwa, wenn das Kind einer fr\u00fcheren heterosexuellen Beziehung entstammt oder nach einer Samenspende zur Welt kam. Bei dem Urteil ging es ausdr\u00fccklich nicht um Fremdkindadoptionen f\u00fcr homosexuelle Paare. (1 BvR 3247\/09 und 1BvL 1\/11)<\/p>\n<h2>Verfassungsbeschwerde in zwei F\u00e4llen<\/h2>\n<p>Verhandelt worden waren zwei F\u00e4lle, in denen einmal ein Mann und einmal eine Frau vor dem Eingehen einer Lebenspartnerschaft je ein nichtleibliches Kind angenommen hatten und der Partner das Kind ebenfalls adoptieren wollte. Verfassungsbeschwerde eingelegt hatte unter anderem eine \u00c4rztin aus M\u00fcnster. Ihre langj\u00e4hrige Partnerin hatte 2004 ein M\u00e4dchen aus Bulgarien adoptiert. Doch den Wunsch der \u00c4rztin, gleichfalls Adoptivmutter zu werden, lehnten die Gerichte ab.<\/p>\n<p>Experten argumentierten bei der Verhandlung, eine Sukzessivadoption entspreche den Interessen des Kindes, weil eine rechtliche Verfestigung das Kind sch\u00fctze. So k\u00f6nne im Falle einer Trennung ein Familiengericht entscheiden, wo das Kind besser leben solle. Im Falle des Todes des Partners, der das Kind adoptiert hatte, w\u00e4re es f\u00fcr das Kindeswohl besser, wenn das Kind weiter beim anderen Partner leben k\u00f6nnte. Vorteile durch eine Adoption gebe es zudem beispielsweise im Erbrecht und im Unterhaltsrecht.<\/p>\n<h2>Gr\u00fcne euphorisch, CDU-Politiker kritisiert<\/h2>\n<p>Die Gr\u00fcnen haben euphorisch auf das Urteil aus Karlsruhe reagiert.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" lang=\"de\">\n<p>Lebenspartnerschaftliche Familie vom @<a href=\"https:\/\/twitter.com\/bverfg\">bverfg<\/a> erstmals anerkannt. Verfassungsrechtlicher Meilenstein! <a href=\"https:\/\/t.co\/HESfOodC\" title=\"https:\/\/www.facebook.com\/permalink.php?story_fbid=10151444656057698&#038;amp-id=46819172697\">facebook.com\/permalink.php?\u2026<\/a><\/p>\n<p>&#038;mdash- Volker Beck (@Volker_Beck) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/Volker_Beck\/status\/303795903637123073\">19. Februar 2013<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script>\t\t\t\t<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" lang=\"de\">\n<p>Entscheidung des <a href=\"https:\/\/twitter.com\/search\/%23BVerfG\">#BVerfG<\/a>: Volles <a href=\"https:\/\/twitter.com\/search\/%23Adoptionsrecht\">#Adoptionsrecht<\/a> f\u00fcr gleichgeschlechtliche Partner! Endlich Gleichheit f\u00fcr alle sozialen Eltern!<\/p>\n<p>&#038;mdash- Ulrich Schneider (@ulrich_hn) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ulrich_hn\/status\/303793693347962880\">19. Februar 2013<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script>\t\t\t\t<\/p>\n<p>Fraktionschefin Renate K\u00fcnast sprach von einem Sieg f\u00fcr die Kinder, denn diese seien jetzt auch rechtlich verbunden mit denen, die im Alltag schon l\u00e4ngst ihre sozialen Eltern seien. \u201eWiederholt hat Karlsruhe die schwarzgelbe Regierung zurechtgewiesen, weil sie an den Bed\u00fcrfnissen von Familien in Deutschland vorbeigeht\u201c, sagte K\u00fcnast. \u201eFamilie ist da, wo Erwachsene Verantwortung \u00fcbernehmen &#8211; egal, ob Hetero oder Homo.\u201c<\/p>\n<p>Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) bezeichnete die Entscheidung als \u201ehistorischen Schritt f\u00fcr Regenbogenfamilien\u201c. Kinder in diesen Familien br\u00e4uchten Rechtssicherheit. Die FDP wolle mehr f\u00fcr gleichgeschlechtliche Paare erreichen. Diese Form solle mit der Ehe gleichgestellt werden, so die Ministerin.<\/p>\n<p>CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt \u00e4u\u00dferte Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das Urteil. Wenn es anders ausgefallen w\u00e4re, w\u00e4re es \u201eweniger nachvollziehbar gewesen\u201c, so die CSU-Politikerin in Berlin. Bei weitergehende Regelungen im Adoptionsrecht von homosexuellen Paaren habe sie aber \u201epers\u00f6nliche Bedenken\u201c.<\/p>\n<p>CDU-Politiker Tankred Schipanski hingegen kritisierte die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. Sie verkenne \u201edie Grundidee von Ehe und Familie\u201c, schrieb er auf Twitter.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" lang=\"de\">\n<p>Keine Sternstunde des BVerfG am heutigen Tag. Idee des Adoptionsrechts f\u00fcr Homosexuelle verkennt die Grundidee von Ehe u Familie.<\/p>\n<p>&#038;mdash- Tankred Schipanski (@TSchipanski) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/TSchipanski\/status\/303802717518848000\">19. Februar 2013<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script>\t\t\t\t<\/p>\n<h2>\u00d6sterreich muss Adoptionsgesetz f\u00fcr Homosexuelle \u00e4ndern<\/h2>\n<p>Auch am Europ\u00e4ischen Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte (EGMR) wurde an diesem Dienstag \u00fcber das Adoptionsrecht homosexueller Paare entschieden. Geklagt hatte ein lesbisches Paar in \u00d6sterreich, das bisher jahrelang vergeblich um die Stiefkindadoption gek\u00e4mpft hatte. Auch Schwule und Lesben sollten die M\u00f6glichkeit haben, leibliche Kinder ihrer Partner oder Partnerinnen zu adoptieren, befand der EGMR. Das Verbot der \u201eStiefkindadoption\u201c werteten die Richter als diskriminierend, weil unverheiratete heterosexuelle Paare das Kind des jeweiligen Partners in \u00d6sterreich adoptieren d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Die \u00f6sterreichischen Gerichte h\u00e4tten diese Ungleichbehandlung \u201enicht \u00fcberzeugend zum Schutz der Familie oder des Kindeswohls\u201c begr\u00fcnden k\u00f6nnen, hie\u00df es in dem Urteil. In Deutschland ist die<br \/>Stiefkindadoption f\u00fcr homosexuelle Lebenspartner erlaubt, ebenso wie in einer Reihe der 47 Europaratsl\u00e4nder. Ma\u00dfgebend ist dieses EGMR-Urteil vor allem f\u00fcr zahlreiche L\u00e4nder Osteuropas, wo die Adoption zumeist auf heterosexuelle Ehepaare beschr\u00e4nkt ist.<\/p>\n<p>Der EGMR kann keine nationalen Gesetze \u201ekippen\u201c. Das bleibt dem betroffenen Land \u00fcberlassen. Gegen das Urteil der 17 EGMR-Richter ist keine Berufung m\u00f6glich. \u00d6sterreich muss nun die entsprechenden Gesetze \u00e4ndern.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/familie\/adoption-karlsruhe-staerkt-rechte-homosexueller-paare-12085805.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/familie\/adoption-karlsruhe-staerkt-rechte-homosexueller-paare-12085805.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Homosexuelle, die in einer eingetragenen Partnerschaft leben, d\u00fcrfen k\u00fcnftig ein von ihrem Partner zuvor angenommenes Kind adoptieren. 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