{"id":18830,"date":"2012-10-27T16:09:12","date_gmt":"2012-10-27T16:09:12","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=18830"},"modified":"2012-10-27T16:09:12","modified_gmt":"2012-10-27T16:09:12","slug":"in-der-stille-der-nacht-verrat-sich-der-kafer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=18830","title":{"rendered":"In der Stille der Nacht verr\u00e4t sich der K\u00e4fer"},"content":{"rendered":"<p>Nichts f\u00fcrchten Hausbesitzer mehr als Sch\u00e4dlinge im Geb\u00e4lk. Fachwerk und Eichenparkett k\u00f6nnen schnell zu Staub zerfallen. Aber ist es wirklich der Hausbock, der sich durchs Holz nagt?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Es ist ruhig in Langenroda. Das 260-Seelen-Dorf in Nordostth\u00fcringen hat eine Bockwindm\u00fchle, eine neoromanische Kirche, alte gemauerte Backh\u00e4user, und man sieht bei gutem Wetter sowohl Kyffh\u00e4user als auch Wendelstein. Es ist ein sonniger Herbsttag, die Bl\u00e4tter der Trauerweide mitten auf dem Hof von Selmar Petzoldt rascheln leise, sonst kein Laut. Doch das t\u00e4uscht. \u201eHier schnorpst und knorpst es \u00fcberall\u201c, sagt Petzoldt und \u00f6ffnet die T\u00fcr zum Allerheiligsten.<\/p>\n<p>Es ist ein altes Stallgeb\u00e4ude, voll mit Holzstapeln, Brettern, Balken und Kl\u00f6tzen. Staubteilchen tanzen im einfallenden Licht, alles wirkt friedlich. \u201eEs ist ein Hauen und Stechen rundherum\u201c, erkl\u00e4rt dagegen Petzoldt. Er meint damit die Holzinsekten in den zahlreichen Stapeln. Zu sehen oder zu h\u00f6ren ist kein einziges Tier.<\/p>\n<p>Petzoldt betreibt in Langenroda ein Sachverst\u00e4ndigenb\u00fcro f\u00fcr biologische Bauwerksuntersuchungen. An ihn wendet sich, wer zum Beispiel ein historisches Geb\u00e4ude mit Holzkonstruktion erhalten m\u00f6chte. Im Dachstuhl oder Fachwerk k\u00f6nnen Kerbtiere im Verborgenen agieren. Um die Sch\u00e4den abzusch\u00e4tzen, sind Fachleute meist darauf angewiesen, die sp\u00e4rlichen Zeichen zu deuten, welche die Insekten hie und da hinterlassen. Die ausgewachsenen K\u00e4fer, deren Eier, Larven oder Puppen bekommen sie nicht unbedingt zu Gesicht.<\/p>\n<h2>Holz durchl\u00f6chert wie ein Schweizer K\u00e4se<\/h2>\n<p>Die im Stall scheinbar wild gestapelten Scheite, Bretter, Pf\u00e4hle und Balken in unterschiedlichen Stadien des Verfalls sind daher Feldversuch, Laborexperiment, Zoo und Aktivit\u00e4tsarchiv in einem. Laut Selmar Petzoldt ist hier alles vertreten: von Sch\u00e4dlingen wie dem Gek\u00e4mmten Nagek\u00e4fer, dem Trotzkopf und der Totenuhr \u00fcber deren Gegner &#8211; etwa Zitterspinnen oder Blaue Fellk\u00e4fer &#8211; bis hin zu sogenannten Sekund\u00e4rnutzern der Aush\u00f6hlungen wie etwa Schlupfwespen und Wildbienen. \u201eMan muss eben genau hinschauen\u201c, ermuntert der Hausherr seinen Besucher. Na dann. Ja, dieser Stamm sieht ein bisschen wie Schweizer K\u00e4se in Grau aus. Ovale Ausflugl\u00f6cher von vier bis acht Millimetern Durchmesser sind Markenzeichen des Gemeinen Hausbocks. Ob aber ein St\u00fcck Holz nach wie vor von ebendiesem Hylotrupes bajulus befallen ist &#8211; und man ihn bek\u00e4mpfen muss &#8211; ist damit noch lange nicht klar. Seine Larven schieben kein Holzmehl nach au\u00dfen- sie fressen sich durchs Holz und verstopfen die G\u00e4nge mit dem, was ihr Verdauungssystem von dieser recht ballaststoffreichen Kost \u00fcbrig l\u00e4sst. Oft sind n\u00e4chtliche Fra\u00dfger\u00e4usche im Geb\u00e4lk der verl\u00e4sslichste Hinweis.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr den Hausbock gilt, gilt auch f\u00fcr andere M\u00f6bel- und Balkensch\u00e4dlinge: Es l\u00e4sst sich oft nur schwer beantworten, ob das Holz \u00fcberhaupt noch befallen ist. Schlie\u00dflich kann man den tragenden St\u00e4nderbalken eines Fachwerkhauses oder Urgro\u00dfmutters Biedermeierschrank nicht mal eben gro\u00dffl\u00e4chig aufs\u00e4gen. Fachleute identifizieren Sch\u00e4dlinge, indem sie Proben entnehmen oder Holzbereiche auf spezielle Weise abkleben. \u201eNach meiner Erfahrung sind in 90 Prozent der F\u00e4lle die Schadorganismen gar nicht mehr da\u201c, sagt Petzoldt.<\/p>\n<h2>Der Hausbock ist der gr\u00f6\u00dfte Holzzerst\u00f6rer<\/h2>\n<p>Anders ist die Lage in seinem Holzlabor, wo er durchaus mal einen Scheit auf dem Hackklotz spalten kann. Zum Vorschein kommen prompt Fra\u00dfg\u00e4nge, Puppenwiegen, Kotpartikel. Auch ein paar Larven kann er entdecken: die des Gemeinen Nagek\u00e4fers, auch als M\u00f6belk\u00e4fer bekannt. Eine lebende Hausbocklarve ist aber auch hier nicht zu finden, denn, so Petzoldt, die Art, deren Spuren in unz\u00e4hligen Geb\u00e4uden in ganz Deutschland zu finden sind, ist in seiner Gegend inzwischen \u201efast vom Aussterben bedroht\u201c.<\/p>\n<p>In Europa ist der Hausbock aber nach wie vor die Nummer eins der Holzzerst\u00f6rer. Allein die Gr\u00f6\u00dfe der Tiere und der Durchmesser ihrer G\u00e4nge k\u00f6nnen Bauherren in Angst und Schrecken versetzen. Die Larven sind bis zu zweieinhalb Zentimeter lang und recht dick, sie k\u00f6nnen mehr als zehn Jahre im Holz verbringen. Und zuweilen widerlegen sie mit ihrem Verhalten Lehrb\u00fccher, in denen zum Beispiel steht, dass Holz, das schon l\u00e4nger als 60 Jahre in einem Geb\u00e4ude ist, nicht mehr von ihnen befallen wird. Das stimmt, meistens. In brandenburgischen Barockkirchen aber sind die Larven erneut aktiv.<\/p>\n<h2>Teer\u00f6l hilft nicht<\/h2>\n<p>Warum werden die alten Gottesh\u00e4user pl\u00f6tzlich wieder heimgesucht? Eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung daf\u00fcr kennt der Berliner Architekt und Holzschutzsachverst\u00e4ndige Ingo M\u00fcller: Der Grund k\u00f6nnte sein, das dem Hausbock \u00fcblicherweise bestimmte Milben nachfolgen, die ihm zu schaffen machen. An Holz, das Spuren dieser Milben aufweise, \u201egeht der Hausbock nicht mehr ran\u201c, sagt M\u00fcller. Nach ein paar hundert Jahren sind diese Signale aber verschwunden. Der K\u00e4fer k\u00f6nnte dann also erneut einfallen. \u201eVielleicht is dit so, vielleicht ooch anders.\u201c<\/p>\n<p>Dem Experten helfen vor allem Beobachtungen und Erfahrungswerte. M\u00fcller erz\u00e4hlt, wie er mal beim Angeln ein Hausbockweibchen bei der Eiablage an einem Pfahl beobachten konnte. Die Tiere brauchen daf\u00fcr ordentliche Spalten im Holz. An diesen laufen sie entlang und deponieren an breiter Stelle ein Ei mittels ihrer langen Leger\u00f6hre. Dem Architekten fielen dabei zwei Besonderheiten auf: Das Teer\u00f6l, in das der Pfahl zum Schutz vor Pilzen und Insekten getaucht worden war, st\u00f6rte das K\u00e4ferweibchen nicht im Geringsten. Was allerdings die Eiablage verhinderte, war ein kleiner Eingriff. M\u00fcller steckte Schilfst\u00fccke in die Spalten, was das Tier offensichtlich irritierte und zum Abflug veranlasste. In Kirchen, in denen man heute die Reste von einst eingebrachten Kiensp\u00e4nen in Ritzen findet, sind die Balken meist vom Hausbock verschont geblieben. W\u00e4ren solche H\u00fcrden wom\u00f6glich der beste Schutz gegen den Sch\u00e4dling? Vielleicht. M\u00fcller will sich aber auch da nicht festlegen.<\/p>\n<h2>Die \u201eTotenuhr\u201c klopft im Holz<\/h2>\n<p>Treffpunkt mit Ingo M\u00fcller ist das Anatomische Theater auf dem Charit\u00e9-Areal in Berlin. Er hat mitgeholfen, das jetzt wiederer\u00f6ffnete historische Lehrgeb\u00e4ude zu sanieren. Hineinzugehen, um zu zeigen, was dort gemacht wurde, h\u00e4lt M\u00fcller nicht f\u00fcr sinnvoll. \u201eDa sieht man ja gar nichts mehr, alles zu\u201c, winkt er ab und stellt stattdessen eine Kiste voller Holzscheite auf die Motorhaube seines Kombis. Umgehend hat man ein St\u00fcck Eiche mit Befallsspuren des Gescheckten Nagek\u00e4fers in der Hand.<\/p>\n<p>Dass gerade diese Art, die wegen ihrer Klopfger\u00e4usche im Holz auch als \u201eTotenuhr\u201c bekannt ist, hier zugange war, erkennt M\u00fcller an den mit etwa 0,3 Millimetern Durchmesser relativ gro\u00dfen Kotpartikeln. Die Ausscheidungen der Trotzkopfk\u00e4fer-Larven sind dagegen viel feiner, obwohl diese mit f\u00fcnf Millimetern die gleiche K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe aufweisen und \u00e4hnliche Fra\u00dfspuren hinterlassen. Beiden Arten gemein ist allerdings, dass sie durch Pilze vorgesch\u00e4digtes Holz befallen: Sie k\u00f6nnen auf dieses zus\u00e4tzliche Problem im Bauwerk hinweisen.<\/p>\n<h2>Manch Sch\u00e4dling kommt als Souvenir aus dem Ausland<\/h2>\n<p>Feuchte Balkenk\u00f6pfe bieten Pilzen und den nachfolgenden Insekten nahezu ideale Lebensbedingungen. Aber die derzeit wahrscheinlich gr\u00f6\u00dfte Bedrohung f\u00fcr Balken, Parkett und Schrank sind winzige Insekten, die keine Pilze als Vorarbeiter brauchen, mit sehr trockenen Verh\u00e4ltnissen klarkommen und sich zudem schnell vermehren: Splintholzk\u00e4fer, meist sind es per Holzimport eingeschleppte Arten der Gattung Lyctus. Sie befallen zwar nur Laubholzarten, k\u00f6nnen aber ein Eichenparkett \u201eziemlich pl\u00f6tzlich zu Staub zerfallen lassen\u201c, sagt M\u00fcller. Viele holzverarbeitende Betriebe seien mit diesen Sch\u00e4dlingen kontaminiert &#8211; f\u00fcr den Privatkunden gleiche es einem Lotteriespiel, ob er sie sich ins Haus holt oder nicht.<\/p>\n<p>Uwe Noldt vom Zentrum f\u00fcr Holzwirtschaft der Universit\u00e4t Hamburg sieht die Neuank\u00f6mmlinge aus der Familie der Lyctidae ebenfalls als zunehmendes Problem. \u201eDamit gehen die Holzh\u00e4ndler sehr schweigsam um\u201c, sagt Noldt, der bis zu 60 F\u00e4lle pro Jahr begutachten muss &#8211; beim Zoll oder in Unternehmen. Ist das Holz und somit der tropische Sch\u00e4dling erst einmal irgendwo eingebaut, ist es schwer, die urspr\u00fcngliche Herkunft sicher nachzuweisen, schlie\u00dflich k\u00f6nnte er auch aus einem h\u00f6lzernen Souvenir oder \u00fcber andere Wege ins Haus gelangt sein. Sogar in Au\u00dfenlagern, wo sie nach allgemeiner Lehrmeinung einen Winter nicht \u00fcberstehen sollten, hat Noldt bereits eingeschleppte Lyctus-Vertreter gefunden &#8211; und zwar quicklebendig. \u201eWir wissen im Moment nicht, wie das weitergehen wird\u201c, sagt der Biologe \u00fcber die sich ausbreitende Plage.<\/p>\n<h2>Sch\u00e4dlinge halten sich nicht an Lehrbuchwissen<\/h2>\n<p>Abgesehen von eingewanderten Spezies, zu denen unter anderen auch Termiten z\u00e4hlen, werden neuartige Baumaterialien und Techniken, die Klima und Portemonnaie sch\u00fctzen sollen, in Zukunft m\u00f6glicherweise Sch\u00e4den nach sich ziehen. Einerseits k\u00f6nnen D\u00e4mmverfahren neue Lebensr\u00e4ume entstehen lassen. Andererseits halten sich Schadorganismen kaum an das, was \u00fcber sie in Lehrb\u00fcchern steht, und sie lassen sich auch durch die Schutzma\u00dfnahmen des modernen Hausbaus nicht immer fernhalten.<\/p>\n<p>So k\u00f6nnten sich die Larven der nur frisches Holz besiedelnden Riesenholzwespen pl\u00f6tzlich in einem Flachdach wiederfinden, sagt Uwe Noldt. Wenn sie aus dem eingebauten Holz schl\u00fcpfen, bahnen sie sich mit ihren kr\u00e4ftigen Mundwerkzeugen den Weg durch Holz, Isoliermaterial und Dachfolie und schaffen auf diese Weise Eintrittsstellen f\u00fcr Wasser, Pilze und andere Insekten.<\/p>\n<h2>Wissen \u00fcber Verhaltensweisen ist mangelhaft<\/h2>\n<p>Wer sich mit Holzbau und Sanierungen besch\u00e4ftigt, kann in seinem Berufsleben zahlreiche anekdotische Erfahrungswerte sammeln. Doch viele Praktiker w\u00fcnschten, es gebe mehr Forschung. Zum Beispiel Versuche wie jene von Noldt, der mit Pheromon- und Klebefallen experimentiert. Wie stark der Klebstoff sein muss, damit sie haften bleiben, ist von den wenigsten Arten bekannt. Bei anderen fehlt es an Wissen \u00fcber die Verhaltensweisen, so dass sich Strategien zur Kontrolle oder Beobachtung nur schwer entwickeln lassen. Grubenholzk\u00e4fer etwa, die gerne feuchte Bodenbretter oder Sperrholz besiedeln, besitzen einen voll ausgebildeten Fl\u00fcgelapparat &#8211; aber fliegen sah man noch keinen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Hauseigent\u00fcmer sind solche Details wohl unerheblich, sie interessieren sich mehr daf\u00fcr, wie sich ein vom Zerfall bedrohtes Geb\u00e4ude noch retten l\u00e4sst. Das konnte der Berliner Architekt und Holzgutachter J\u00f6rg Wappler in den vergangenen Jahren ausprobieren. Wappler hat f\u00fcr seine Familie und eine Sozialinitiative 2004 eine Beinahe-Ruine im uckerm\u00e4rkischen Dorf Melzow gekauft, und nach wie vor werkelt er daran herum. Inzwischen sind aber l\u00e4ngst die Nebengeb\u00e4ude dran, das Haupthaus ist trocken, gem\u00fctlich und wirkt ganz und gar nicht bauf\u00e4llig. Bei n\u00e4herer Betrachtung sind die durchl\u00f6cherten, aber tragf\u00e4higen und nicht mehr von Sch\u00e4dlingen befallenen St\u00e4nder zu erkennen. Einige Schwellen wurden ausgetauscht. Die Originale liegen in Scheiben ges\u00e4gt, ge\u00f6lt und gewachst als Holzfu\u00dfboden im Flur- Fra\u00dfspuren bilden ein Ornament. An den Eichenpfetten des Dachstuhls wurden die gesch\u00e4digten Au\u00dfenschichten abgetragen. Ihr Querschnitt ist jetzt geringer, sie halten trotzdem- ob ein Bauteil noch stabil genug ist, l\u00e4sst sich etwa mit einem Bohrwiderstandsmessger\u00e4t ermitteln. In einem St\u00e4nder der Au\u00dfenwand f\u00e4llt eine Schnittstelle ins Auge. Das fehlende Holzst\u00fcck holt Uwe Wappler aus dem Schuppen: Es ist ein von d\u00fcnnen Lamellen durchzogener, ansonsten hohler Klotz. Darin hauste einst, von au\u00dfen kaum sichtbar, eine Ameisenkolonie.<\/p>\n<h2>Mit Technik gegen die Natur<\/h2>\n<p>Ganz allgemein ist zu empfehlen, Sch\u00e4den von einem unabh\u00e4ngigen Gutachter sch\u00e4tzen zu lassen, der selbst keine Firma zur Insektenbek\u00e4mpfung f\u00fchrt und Gegenma\u00dfnahmen verkauft. Im Falle von J\u00f6rg Wappler war es wiederum von Vorteil, dass er Bauherr und Planer in einem war. F\u00fcr einen Kunden h\u00e4tte Wappler das Haus nach der geltenden DIN-Norm 68100 begutachten m\u00fcssen. Darin steht unter anderem die Vorgabe, dass befallene Bauteile ausgetauscht werden m\u00fcssen. Die Sanierung w\u00e4re Zehntausende Euro teurer &#8211; oder gar nicht erst begonnen worden. In der Praxis geht man pragmatisch vor: \u201eAm Ende entscheidet der Bauherr, ob er nach DIN-Norm saniert oder nicht, aber der Architekt tr\u00e4gt letztlich die Verantwortung\u201c, sagt Wappler. \u00dcblich sind deshalb oft jede Menge Vertragsklauseln, um sich gegen eventuelle Regressforderungen abzusichern.<\/p>\n<p>Es gibt verschiedene M\u00f6glichkeiten, die unerw\u00fcnschten Biotope im Trockenholz zu stabilisieren und die Holzinsekten zu bek\u00e4mpfen. Als chemische Keule dienen etwa Borsalze, und in manchen F\u00e4llen werden betroffene St\u00fccke mit Sulfuryldifluorid-Gas behandelt. Auch W\u00e4rme kann als Waffe dienen, wenn Bauteile oder ganze Geb\u00e4udebereiche eingepackt und auf \u00fcber 60 Grad Celsius erhitzt werden. Neben Hei\u00dfluft erweist sich hier Infrarotlicht als n\u00fctzlich. Au\u00dferdem zeigen Mikrowellen Wirkung.<\/p>\n<h2>Ein Cranach-Altar wurde mit Wespen behandelt<\/h2>\n<p>Der Idealfall w\u00e4re eine Bek\u00e4mpfung auf biologische Weise &#8211; mit Hilfe nat\u00fcrlicher Feinde der Holzzerst\u00f6rer. Doch nachgewiesene Erfolge sind bislang rar. In Erfurt beispielsweise kamen Tausende Erzwespen gegen Anobium-M\u00f6belk\u00e4fer zum Einsatz, was 2005 rund um den Globus f\u00fcr Schlagzeilen sorgte, schlie\u00dflich ging es bei dieser Abwehrschlacht um den Cranach-Altar. Die biologische Methode sei kosteng\u00fcnstiger, schonender, umweltfreundlicher und weniger aufwendig als Alternativmethoden, konnte man damals lesen. Tats\u00e4chlich aber war der Erfolg kaum abzusch\u00e4tzen, und das Altargem\u00e4lde wurde doch mit Gas behandelt. Zur biologischen Insektenbek\u00e4mpfung \u201ebrauchten wir unbedingt mehr kontrollierte Experimente und gute Beobachtungsstudien im Feld\u201c, sagt Uwe Noldt.<\/p>\n<p>Wie eine solche Studie aussehen k\u00f6nnte, l\u00e4sst sich in der Nachbarschaft von Selmar Petzoldt begutachten. In der neoromanischen Kirche von Langenroda rieselt Holzmehl aus den B\u00e4nken: Bedrohlicher Befall durch Holzw\u00fcrmer, denkt man als Laie. Hier seien jedoch die Larven des winzigen, h\u00fcbschen Blauen Fellk\u00e4fers \u201esehr aktiv\u201c, sagt Petzoldt. Sie suchen in den Fra\u00dfg\u00e4ngen nach Holzw\u00fcrmern und schaffen deren Hinterlassenschaften nach drau\u00dfen. Viel Bohrmehl kann bedeuten, dass zahlreiche Fellk\u00e4ferlarven in den B\u00e4nken unterwegs sind. Oder dass ein paar wenige hungrig die G\u00e4nge nach kaum mehr vorhandenen Anobien durchsuchen. Und vielleicht f\u00e4llt gerade eine der fleischfressenden Larven \u00fcber einen Holzzersetzer her &#8211; h\u00f6ren kann man es nicht.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/natur\/kaeferbefall-im-holzhaus-in-der-stille-der-nacht-verraet-sich-der-kaefer-11932984.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/natur\/kaeferbefall-im-holzhaus-in-der-stille-der-nacht-verraet-sich-der-kaefer-11932984.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nichts f\u00fcrchten Hausbesitzer mehr als Sch\u00e4dlinge im Geb\u00e4lk. Fachwerk und Eichenparkett k\u00f6nnen schnell zu Staub zerfallen. 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