{"id":18726,"date":"2013-08-05T16:08:46","date_gmt":"2013-08-05T16:08:46","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=18726"},"modified":"2013-08-05T16:08:46","modified_gmt":"2013-08-05T16:08:46","slug":"weltgroster-milchexporteur-am-pranger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=18726","title":{"rendered":"Weltgr\u00f6\u00dfter Milchexporteur am Pranger"},"content":{"rendered":"<p>Giftige Bakterien in Milchprodukten: Nach einer R\u00fcckruf-Aktion steht der neuseel\u00e4ndische Konzern Fonterra am Pranger. Auff\u00e4lligkeiten gab es schon vor mehr als einem Jahr.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Nach dem Fund hochgiftiger Bakterien in Molke bem\u00fcht sich der weltgr\u00f6\u00dfte Milchexporteur Fonterra aus Neuseeland um Schadensbegrenzung. \u201eWir entschuldigen uns aufrichtig bei den Menschen, die betroffen sind\u201c, sagte Konzernchef Theo Spierings am Montag auf einer Pressekonferenz in Peking. Das Unternehmen hatte am Wochenende vor den Bakterien gewarnt, die demnach eine lebensgef\u00e4hrliche Botulismus-Vergiftung ausl\u00f6sen k\u00f6nnen. Es gebe bislang aber keine Hinweise, dass jemand erkrankt sei.<\/p>\n<p>Nun steht der Konzern wegen seiner schleppenden Informationspolitik am Pranger. Es geht um Molke, die schon im Mai 2012 produziert worden war. Erst vergangene Woche h\u00e4tten Tests die Bakterien nachgewiesen, teilte Fonterra mit. Au\u00dfer nach China wurde die Molke auch nach Australien, Malaysia, Saudi-Arabien, Thailand und Vietnam verkauft und m\u00f6glicherweise in S\u00e4uglingsmilch, Sportgetr\u00e4nken und anderen Produkten weiter verarbeitet.<\/p>\n<p>Nach Bekanntwerden des Skandals reiste Firmen-Chef Spierings sofort nach China. Dort sind die Enth\u00fcllungen von besonderer Brisanz: Erst 2008 gab es einen Skandal um verseuchte, einheimische Babymilch. Seitdem setzen Eltern in China auf Pulver aus dem Ausland. 83 Prozent des importierten Milchpulvers in China kommt aus Neuseeland. Spierings versprach volle Kooperation mit den Beh\u00f6rden. Derweil verh\u00e4ngte China ein Importverbot f\u00fcr Fonterra-Waren und nahm Milchprodukte aus den Regalen.<\/p>\n<h2>Milchprodukte vom Markt genommen<\/h2>\n<p>Auch in Neuseeland wurde eine S\u00e4uglingsmilch vom Markt genommen. In Superm\u00e4rkten in Hongkong, Singapur, Australien und anderswo werden Best\u00e4nde wegen des Ansturms knapp. In China trauen Eltern einheimischer S\u00e4uglingsmilch nicht mehr, seit Produzenten vor f\u00fcnf Jahren die Chemikalie Melamin in Milch gemischt hatten, um mehr Protein vorzut\u00e4uschen. Mindestens sechs S\u00e4uglinge starben, fast 300 000 erkrankten. Fonterra war zu 43 Prozent an der Firma Sanlu beteiligt, die im Zentrum des Skandals stand.<\/p>\n<p>Neuseelands Regierungschef John Key \u00e4u\u00dferte sich im Radio kritisch \u00fcber das Unternehmen: \u201eWir werden den Informationsfluss untersuchen, und welche Schritte Fonterra unternommen hat.\u201c Key zeigte sich \u201eetwas erstaunt\u201c, dass Fonterra nicht sofort reagiert habe, als im Mai vergangenen Jahres schon etwas gefunden worden sei. Das Unternehmen versprach Aufkl\u00e4rung \u00fcber die Zeitabl\u00e4ufe.<\/p>\n<p>In China sind jetzt vier Unternehmen betroffen, insbesondere Dumex, ein Hersteller von Babymilchpulver. Die Firma hatte 208 Tonnen m\u00f6glicherweise verunreinigte Molke bei Fonterra gekauft. Die H\u00e4lfte ging in die Produktion von S\u00e4uglingsmilchpulver, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua chinesische Aufsichtsbeh\u00f6rden zitierte. Insgesamt seien mit der gesamten Lieferung 726 Tonnen verschiedene Milchprodukte hergestellt worden, von denen 420 Tonnen bereits auf dem chinesischen Markt verkauft worden seien.<\/p>\n<p>\u201eWir verstehen v\u00f6llig, dass es Sorgen bei Eltern und Verbrauchern in der ganzen Welt gibt\u201c, sagte Spierings. Eltern h\u00e4tten das Recht, sich darauf verlassen zu k\u00f6nnen, dass S\u00e4uglingsmilch und andere Milchprodukte sicher seien. Fonterra ist eine Bauernkooperative mit 17 300 Mitarbeitern. Sie produziert 16 Milliarden Liter Milch im Jahr. Der Umsatz liegt bei 19,8 Milliarden Neuseel\u00e4ndischen Dollar (11,6 Milliarden Euro). Die Fonterra-Aktien brachen am Montag um fast zehn Prozent ein, ein Verlust von fast 600 Millionen Euro.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/gesundheit\/neuseeland-weltgroesster-milchexporteur-am-pranger-12397700.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/gesundheit\/neuseeland-weltgroesster-milchexporteur-am-pranger-12397700.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Giftige Bakterien in Milchprodukten: Nach einer R\u00fcckruf-Aktion steht der neuseel\u00e4ndische Konzern Fonterra am Pranger. 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