{"id":18714,"date":"2013-07-02T16:08:44","date_gmt":"2013-07-02T16:08:44","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=18714"},"modified":"2013-07-02T16:08:44","modified_gmt":"2013-07-02T16:08:44","slug":"belohnung-fur-langfristige-erfolge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=18714","title":{"rendered":"Belohnung f\u00fcr langfristige Erfolge"},"content":{"rendered":"<p>Das Europ\u00e4ische Parlament stimmt \u00fcber neue Regeln f\u00fcr Boni an Investmentfonds-Manager ab. Ob es daf\u00fcr eine Mehrheit gibt, ist ungewiss.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Sie ist die Reaktion der EU auf den Betrugsskandal um den einstigen Nasdaq-Chef Bernhard Madoff: die Neufassung der EU-Richtlinie f\u00fcr Investmentfonds. Die EU-Kommission reagierte auf die Ende 2008 ans Licht gekommene Aff\u00e4re, indem sie eine Versch\u00e4rfung der Haftungsregeln f\u00fcr Depotbanken vorschlug. Wenn an diesem Mittwoch das Europaparlament \u00fcber die neue Regeln abstimmt, werden jedoch zwei ganz andere Dinge im Vordergrund stehen. Denn der federf\u00fchrend f\u00fcr das Dossier zust\u00e4ndige Europaabgeordnete Sven Giegold (Gr\u00fcne) will die Neufassung dazu nutzen, nach den Bankerboni auch die Boni f\u00fcr die Manager von Investmentfonds zu deckeln, und gegen Ausw\u00fcchse bei Zahlungen von leistungsbezogenen Honoraren vorgehen.<\/p>\n<p>Die Boni will Giegold wie bei den Bankern auf das Doppelte des Fixgehalts begrenzen. Das soll auch verhindern, dass die Vorgaben f\u00fcr die Banken umgangen werden k\u00f6nnen. Auf gro\u00dfe Resonanz stie\u00df dieser Vorsto\u00df hierzulande nicht, weil es in der deutschen Fondsbranche keine exzessiven Bonusmodelle wie in London gibt. Anders sieht das bei den leistungsbezogenen Honoraren (der Performance Fee) aus. Zahlen m\u00fcssen die Kunden diese, wenn der Fonds sich selbst gesteckte Ziele \u00fcbertrifft. In der Regel geht es darum, einen bestimmten Index zu schlagen. Immer mehr Fondsgesellschaften haben solche Honorare in den vergangenen Jahren zus\u00e4tzlich zu Geb\u00fchren wie Ausgabeaufschl\u00e4gen oder Verwaltungsgeb\u00fchren eingef\u00fchrt. Das motiviere die Manager zu besseren Leistungen, argumentieren sie.<\/p>\n<h2>Noch nicht in trockenen T\u00fcchern<\/h2>\n<p>Tats\u00e4chlich belegen Studien, dass Investmentfonds mit erfolgsabh\u00e4ngiger Verg\u00fctung gar nicht besser als andere Investmentfonds abschneiden. Das eigentliche Problem ist nach Ansicht von Verbrauchersch\u00fctzern, dass die Gesellschaften die Ziele oft so niedrig setzen, dass sie leicht erreicht werden k\u00f6nnen, und selbst dann schon Geld flie\u00dft, wenn das Ziel nur kurzfristig \u00fcbertroffen wird. Vor allem aber muss der Kunde zwar im Erfolgsfall zahlen, wird aber nicht im Falle des Misserfolgs entsch\u00e4digt. Genau das will Giegold \u00e4ndern: Ein Erfolgsbonus soll nur noch erlaubt sein, wenn der Vergleichsindex im Zeitraum von mindestens einem Jahr \u00fcbertroffen wurde und wenn dem Bonus auch ein entsprechender Malus gegen\u00fcbersteht. In Amerika gibt es solche Vorgaben schon. Die Konsequenz: Es gibt nur noch wenige Fonds mit einer Performance Fee.<\/p>\n<p>Ob sich Giegold durchsetzt, ist offen. Die Vertreter der Investmentfonds, wie der deutsche Fondsverband BVI, haben Abgeordnete der konservativen Fraktionen EVP und ECR sowie der Liberalen Fraktion \u00fcberzeugt, gegen den Vorsto\u00df zu stimmen. Setzen sie sich durch, droht in der EU ein Flickenteppich verschiedener Regeln. Die deutsche Aufsichtsbeh\u00f6rde Bafin etwa schreibt f\u00fcr alle in Deutschland aufgelegten Fonds seit dem 1. Juli schon eine gewisse Symmetrie bei der Performance Fee vor. Die Fondsgesellschaften d\u00fcrfen seither keine Sonderverg\u00fctungen f\u00fcr gute Monate oder Quartale mehr beziehen, sondern nur f\u00fcr einen Zeitraum von mindestens einem Jahr. Zudem muss ein schlechteres Abschneiden als der Vergleichsindex \u00fcber einen Zeitraum von f\u00fcnf Jahren auf die Performance Fee angerechnet werden.<\/p>\n<p>In anderen L\u00e4ndern, so etwa in Luxemburg, gibt es solche Vorgaben nicht. Die Fondsgesellschaften k\u00f6nnten die Bafin-Regeln also umgehen, indem sie ihre Fonds in Luxemburg auflegen. Verkaufen k\u00f6nnten sie die Fonds anschlie\u00dfend dennoch in der gesamten EU. Selbst wenn die \u00c4nderungsantr\u00e4ge von der Mehrheit des Europ\u00e4ischen Parlaments abgelehnt werden, ist die Beschr\u00e4nkung der Performance Fee noch nicht in trockenen T\u00fcchern. Denn neben dem Parlament muss auch der Ministerrat den neuen Regeln zustimmen. Die Staaten aber haben sich bisher nicht auf eine Linie festgelegt.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/fonds-mehr\/boni-an-investmentfonds-manager-belohnung-fuer-langfristige-erfolge-12268922.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/fonds-mehr\/boni-an-investmentfonds-manager-belohnung-fuer-langfristige-erfolge-12268922.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Europ\u00e4ische Parlament stimmt \u00fcber neue Regeln f\u00fcr Boni an Investmentfonds-Manager ab. 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