{"id":18692,"date":"2013-09-05T16:08:40","date_gmt":"2013-09-05T16:08:40","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=18692"},"modified":"2013-09-05T16:08:40","modified_gmt":"2013-09-05T16:08:40","slug":"ruckversicherer-schwimmen-im-geld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=18692","title":{"rendered":"R\u00fcckversicherer schwimmen im Geld"},"content":{"rendered":"<p>Trotz gro\u00dfer Katastrophensch\u00e4den zeigen sich die R\u00fcckversicherer robust. Ihr Gesch\u00e4ft ist so attraktiv, dass es frisches Kapital anzieht.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Die Rollen vor dem j\u00e4hrlichen R\u00fcckversicherungstreffen in Monte Carlo sind klar verteilt: Die Makler betonen die Chancen ihrer Kunden auf g\u00fcnstigere Pr\u00e4mienraten, die R\u00fcckversicherer liefern Argumente f\u00fcr h\u00f6here Preise, und die Ratingagenturen versuchen, die Gesch\u00e4ftsrisiken zutreffend zu prognostizieren. Die drei gro\u00dfen Ratingagenturen sind sich dabei in ihren grunds\u00e4tzlichen Einsch\u00e4tzungen einig. Moody\u2019s, Fitch und Standard &#038;amp- Poor\u2019s sehen f\u00fcr die Branche einen stabilen Ausblick, wie sie im Vorfeld des \u201eRendez-vous de Septembre\u201c im F\u00fcrstentum am Mittelmeer sagen.<\/p>\n<p>Aus Sicht von S&#038;amp-P besteht eines der wichtigsten Risiken darin, dass die Branche weiter viel externes Kapital anzieht. Auf der Suche nach attraktiveren Anlagem\u00f6glichkeiten als festverzinslichen Papieren investieren Pensionskassen und Fondsgesellschaften im R\u00fcckversicherungsmarkt. \u00dcber Anlagevehikel wie sogenannte Sidecars oder Katastrophenbonds k\u00f6nnen sie Risiken zeichnen, die weitgehend unkorreliert mit den Finanzm\u00e4rkten sind und die bei hohem Risiko bis hin zum Totalausfall hohe Verzinsungen bieten. Dieses zus\u00e4tzliche Kapital f\u00fchrt aber auch zu einem \u00dcberangebot. Die Ratingexperten rechnen f\u00fcr dieses Jahr sogar damit, dass das Emissionsvolumen neuer Katastrophenbonds so hoch sein k\u00f6nnte wie im Rekordjahr 2007, als 7 Milliarden Dollar von Investoren f\u00fcr solche Anleihen eingesammelt wurden, mit denen sich die Geldgeber ab einer bestimmten Schadenh\u00f6he an den Zahlungen beteiligen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Das im Markt vorhandene Eigenkapital beziffert S&#038;amp-P auf 388 Milliarden Euro &#8211; noch nie war dieser Wert so hoch. Allein die 23 Unternehmen, die S&#038;amp-P beobachtet, h\u00e4tten 34 Milliarden Dollar mehr Kapital, als sie f\u00fcr ihre jeweilige Ratingstufe eigentlich ben\u00f6tigen w\u00fcrden. Diese Entwicklungen wirken sich f\u00fcr die R\u00fcckversicherer negativ auf ihre Pr\u00e4mienraten aus. Erstversicherer, die sich gegen Naturkatastrophen in Florida r\u00fcckversichert haben, zahlten zur Mitte dieses Jahres 15 bis 20 Prozent weniger als im Vorjahr.<\/p>\n<p>Wie die Grafik zeigt, kann die Branche derzeit auf sehr positive Kennziffern verweisen. Zwar betont der Munich-Re-Chef Nikolaus von Bomhard seit Jahren, dass hohe zweistellige Eigenkapitalrenditen der Vergangenheit angeh\u00f6ren d\u00fcrften, wenn die Risiken angemessen sind. Doch mit 14,4 Prozent erreichen die R\u00fcckversicherer hier in diesem Jahr einen beachtlichen Wert. Auch mit einer Schaden-Kosten-Quote von 88,1 Prozent erreichen sie ein langj\u00e4hriges Tief. Nur 88 Cent m\u00fcssen die Unternehmen f\u00fcr jeden Euro Pr\u00e4mieneinnahme f\u00fcr Sch\u00e4den und eigene Kosten aufbringen.<\/p>\n<p>        \t    \t\t\t\t      <script type=\"text\/javascript\">ajaxRenderFinanzModul(\"\/\", \"7.2373903\", \"fdl_125712576\", false, \"\", \"article\", \"\")-<\/script><\/p>\n<p>Dieser Wert d\u00fcrfte sich aber bei sinkenden Preisen in den kommenden Jahren verschlechtern, erwarten auch die Experten von Fitch. An ihrem stabilen Ausblick f\u00fcr die Branche wollen sie festhalten, sollte nicht ein Schadenereignis auftreten, das allein Zahlungen von mehr als 60 Milliarden Dollar nach sich zieht. Erst wenn ein solches Ereignis verbunden w\u00e4re mit einer pl\u00f6tzlichen Ver\u00e4nderung des Kapitalmarktzinses um 3 Prozentpunkte, w\u00fcrde dies die Unternehmen vor gro\u00dfe Herausforderungen stellen.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt teilen beide Ratingagenturen die Einsch\u00e4tzung, dass der Niedrigzins eines der bedeutendsten Risiken f\u00fcr die Branche ist. Er habe dazu gef\u00fchrt, dass die R\u00fcckversicherer ihre Risiken vorsichtiger zeichneten, weil sie Verluste in der Versicherungstechnik nicht mehr mit Erl\u00f6sen aus der Kapitalanlage verrechnen k\u00f6nnen. Im Vergleich zu Erstversicherern m\u00fcssten die R\u00fcckversicherer aber nicht so lange Laufzeiten f\u00fcr ihre Kapitalanlage festlegen. Dadurch seien sie auch weniger anf\u00e4llig f\u00fcr einen pl\u00f6tzlichen Zinsanstieg, schreiben die Ratinganalysten von Fitch.<\/p>\n<p>Auf das kontinuierlich zunehmende Kapitalangebot in der Branche h\u00e4tten die Unternehmen schon in der Vergangenheit sinnvoll reagiert, hei\u00dft es in der Einsch\u00e4tzung von Moody\u2019s. Die R\u00fcckversicherer selbst trieben die Entwicklung des Verbriefungsmarktes voran und profitierten entsprechend auch davon. Allerdings bestehe die Gefahr, dass das Zeichnen von Katastrophenrisiken in den Vereinigten Staaten mit der Zunahme neuer Akteure zu einem Massenprodukt werde, bef\u00fcrchtet Standard &#038;amp- Poor\u2019s. Die R\u00fcckversicherer m\u00fcssten deshalb auf n\u00fctzliche Dienstleistungen f\u00fcr ihre Kunden setzen. Kleineren Marktteilnehmern k\u00f6nne dabei auch die Spezialisierung auf bestimmte Sparten helfen.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/aktien\/katastrophenschaeden-rueckversicherer-schwimmen-im-geld-12561269.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/aktien\/katastrophenschaeden-rueckversicherer-schwimmen-im-geld-12561269.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz gro\u00dfer Katastrophensch\u00e4den zeigen sich die R\u00fcckversicherer robust. 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