{"id":18498,"date":"2013-07-26T16:07:48","date_gmt":"2013-07-26T16:07:48","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=18498"},"modified":"2013-07-26T16:07:48","modified_gmt":"2013-07-26T16:07:48","slug":"alternativen-fur-griechenland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=18498","title":{"rendered":"Alternativen f\u00fcr Griechenland"},"content":{"rendered":"<p>Zwei neue Parteien wollen Griechenland aus der Eurozone und zur\u00fcck zur Drachme f\u00fchren. Eine davon leitet der politische Ziehvater von Oppositionsf\u00fchrer Alexis Tsipras. Dar\u00fcber freut sich vor allem Ministerpr\u00e4sident Antonis Samaras.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">W\u00e4re die Welt so einfach, wie der griechische Oppositionsf\u00fchrer Alexis Tsipras sie seinen Anh\u00e4ngern auslegt, in Griechenland w\u00e4re alles in bester Ordnung. Im vergangenen Sommer, w\u00e4hrend der Kampagne zur Parlamentswahl, versprach der Athener Krisenmatador, als Ministerpr\u00e4sident werde er den Geldgebern des Landes \u201eaggressive Neuverhandlungen\u201c aufzwingen und sie so zu Zugest\u00e4ndnissen n\u00f6tigen.<\/p>\n<p>Seine Botschaft war verf\u00fchrerisch: Bleibt Athen stark, wird Berlin schwach. Es werde wieder L\u00f6hne wie zu Vorkrisenzeiten geben, die Schulden des Landes w\u00fcrden gestrichen. Knapp 27 Prozent der W\u00e4hler schenkten Tsipras Glauben &#8211; oder zumindest ihre Stimme. Nur knapp verfehlte sein Linksb\u00fcndnis \u201eSyriza\u201c das Ziel, st\u00e4rkste Kraft zu werden.<\/p>\n<p>Ausgerechnet Tsipras\u2019 Entdecker und politischer Ziehvater \u00fcbt nun jedoch Kritik an der holzschnittartigen Krisenlogik von Syriza und ihrem Chef. \u201eEs gibt in Griechenland die vor allem von Syriza unterst\u00fctzte Ansicht, dass wir mit einer Regierung, die h\u00e4rter mit den Geldgebern verhandeln w\u00fcrde, viel besser dast\u00fcnden. Zu glauben, man m\u00fcsse nur auf den Tisch hauen und bekomme dann alles, ist aber naiv. So funktioniert es nicht\u201c, stellt Alavanos fest.<\/p>\n<p>Alekos Alavanos war Tsipras\u2019 Vorg\u00e4nger an der Spitze von Syriza. Da er seit Jahrzehnten eine Galionsfigur der griechischen Linken ist, kann die Partei ihn nun schlecht als reaktion\u00e4ren Steigb\u00fcgelhalter des Gro\u00dfkapitals abstempeln, wie sie es sonst gern tut mit ihren Kritikern. Die Behauptung, wenn Athen hart bleibe, k\u00f6nne es die Eurozone in die Knie zwingen, werde durch den Fall Zypern widerlegt, h\u00e4lt Alavanos seinem Nachfolger vor: \u201eZypern startete mit der denkbar h\u00e4rtesten Verhandlungsposition.<\/p>\n<h2>\u201ePlan B\u201c f\u00fcr Athen<\/h2>\n<p>Bei der Abstimmung \u00fcber das erste Memorandum mit der Troika stimmte das gesamte Parlament mit Nein oder enthielt sich, was einer Ablehnung gleichkam. In Griechenland wurde damals gejubelt. Zypern schien zu zeigen, dass auch kleine Staaten Verhandlungsmacht haben. Aber wir haben ja gesehen, was danach geschah.\u201c Danach geschah n\u00e4mlich das Gegenteil von dem, was Tsipras als Ziel \u201eaggressiver Neuverhandlungen\u201c ausgibt: Die Europ\u00e4ische Zentralbank k\u00fcndigte an, sie werde Zyperns Banken von der f\u00fcr sie existentiellen Notfall-Liquidit\u00e4tsversorgung abschneiden, f\u00fcge Nikosia sich nicht. \u201eDas Ergebnis nach einer Woche war f\u00fcr Zypern in vielerlei Hinsicht schlechter als die erste L\u00f6sung. Es war eine Katastrophe\u201c, res\u00fcmiert Alavanos. Im Mai, etwa sechs Wochen nach dem zyprischen Drama, hat er \u201ePlan B\u201c gegr\u00fcndet, seine eigene Partei. Sie tritt gem\u00e4\u00dfigter auf als Syriza, ist aber eigentlich radikaler. Tsipras ruft zwar zum Aufstand gegen das vermeintliche deutsche Spardiktat auf und forderte auch einmal, die Unterh\u00e4ndler der Troika zu ignorieren, wenn sie nach Athen kommen, beharrt aber stets auf Griechenlands Mitgliedschaft in der Eurozone.<\/p>\n<p>\u201cPlan B\u201c dagegen sagt, wer die Austerit\u00e4tspolitik ablehne, m\u00fcsse auch bereit sein, aus der gemeinsamen W\u00e4hrung auszuscheiden. Die Partei schl\u00e4gt vor, Griechenland solle wieder die Drachme einf\u00fchren. Mit der \u201eAlternative f\u00fcr Deutschland\u201c hat er zwar keinen Kontakt, \u201eaber ich halte das f\u00fcr eine interessante Bewegung. Sie denken freier, nicht nach festgelegten Schemata\u201c, lobt Alavanos, der Deutsch versteht und nach eigenem Bekunden \u201ealles\u201c liest, was Hans-Werner Sinn schreibt. Der Name des deutschen Wirtschaftswissenschaftlers f\u00e4llt fast immer, wenn man mit griechischen Eurogegnern spricht.<\/p>\n<p>Es geh\u00f6rt zu den Seltsamkeiten der griechischen Krise, dass der Erzlinke Alavanos eine bessere Meinung von dem konservativen deutschen \u00d6konomen hat als von Alexis Tsipras, dem neuen Star der griechischen Linken. \u201eIn Tsipras\u2019 Rede auf dem j\u00fcngsten Parteikongress von Syriza kam das Wort ,Eurozone\u2019 \u00fcberhaupt nicht vor\u201c, kritisiert Alavanos. \u201eTsipras hat nur davon geredet, wie schlecht Merkel und Sch\u00e4uble seien. Wie aber kann die wichtigste Partei der Opposition eine andere Politik fordern, ohne sich den Problemen von Griechenlands Mitgliedschaft in der Eurozone zu stellen?\u201c<\/p>\n<p>Die Wiedereinf\u00fchrung der Drachme war in der politischen Debatte Griechenlands bisher tabu. Nur die Kommunistische Partei will das Land aus der Eurozone f\u00fchren, aber Griechenlands Kommunisten befinden sich seit Dekaden in einer sp\u00e4tstalinistischen Tiefschlafphase und spielen in der griechischen Politik keine gestaltende Rolle, obwohl sie stets im Parlament vertreten sind. Dass nun eine Partei ernsthaft f\u00fcr die Drachme wirbt, ist neu. Allerdings warnt Alavanos auf jeder Parteiveranstaltung, dass eine R\u00fcckkehr zur Drachme f\u00fcr sich allein nicht die L\u00f6sung sei. \u201eZugleich m\u00fcssen die griechischen Banken verstaatlicht sowie alle Tilgungs- und Zinszahlungen an ausl\u00e4ndische Gl\u00e4ubiger eingestellt werden.\u201c<\/p>\n<p>Sollte Athen sich weigern, die alten griechischen Staatsschulden sowie auch die aus dem zweiten Hilfspaket von 130 Milliarden Euro entstandenen Verbindlichkeiten zu bedienen, h\u00e4tten Griechenlands Gl\u00e4ubiger ein veritables Problem. Dann tr\u00e4te ein, wovor Angela Merkel im Februar 2012 warnte, als sie sagte, Griechenland d\u00fcrfe nicht bankrottgehen, weil die Deutschen sonst \u201eHaftungsrisiken\u201c zu tragen h\u00e4tten, \u201edie wir nicht mehr beherrschen k\u00f6nnen\u201c.<\/p>\n<h2>Wird der Schuldendienst eingestellt?<\/h2>\n<p>Auf die Frage, ob Griechenland die R\u00fcckzahlung der Schulden vollst\u00e4ndig und endg\u00fcltig verweigern oder nur ein (weiteres) Moratorium anstreben solle, antwortet Alavanos ausweichend. Er spricht davon, dass Griechenland \u201ein der ersten Zeit\u201c nach Einf\u00fchrung der Drachme den Schuldendienst einstellen m\u00fcsse, \u201ef\u00fcr ein Jahr oder so, ich wei\u00df es nicht genau\u201c. Anfangs werde es vermutlich \u201egro\u00dfe Probleme\u201c mit der EU geben, sagt der Politiker, der von 1981 bis 2004 erst f\u00fcr die Kommunistische Partei und danach f\u00fcr das inzwischen in der Syriza aufgegangene Linksb\u00fcndnis Synaspismos Abgeordneter im Europ\u00e4ischen Parlament war. Fest stehe, dass die Griechen nur durch eine Kombination der Befreiung von ihrer Schuldenlast und der Einf\u00fchrung der Drachme griechische Produkte wieder zu wettbewerbsf\u00e4higen Preisen anbieten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dazu sei zudem eine Sonderreglung (\u201copt-out\u201c) n\u00f6tig, die es der griechischen Landwirtschaft erm\u00f6gliche, ihre Produkte ohne Begrenzung durch europ\u00e4ische Quoten zu exportieren. \u201eGriechenland ist nach dem Beitritt zur EG 1981 von einem traditionellen Exporteur zu einem Importeur landwirtschaftlicher Produkte geworden. Wir m\u00fcssen unbedingt wieder unsere Landwirtschaft entwickeln, um Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen\u201c, sagt Alavanos. Allerdings erw\u00e4hnt er nicht, dass die Knochenjobs in der Landwirtschaft, vor allem zur Erntezeit, seit Jahren fast nur noch von Albanern, Bulgaren und anderen Zuwanderern erledigt werden. Selbst im f\u00fcnften Jahr der Krise und angesichts einer Rekordarbeitslosigkeit von fast 30 Prozent ist es vielen Bauern unm\u00f6glich, griechische Erntehelfer zu finden. Ein griechischer Winzer klagte im vergangenen Jahr, er k\u00f6nne keine Griechen f\u00fcr die Lese in seinen Weinbergen gewinnen, obwohl die meisten Jugendlichen seines Dorfes arbeitslos seien. Die schweren oder schmutzigen Arbeiten in Griechenland verrichten fast ausschlie\u00dflich Saisonarbeiter oder Einwanderer aus ehemals kommunistischen Staaten. Ohne die bienenflei\u00dfigen Albaner br\u00e4che die Landwirtschaft in vielen Gegenden Griechenlands zusammen.<\/p>\n<h2>\u201eNew Deal\u201c als Modell?<\/h2>\n<p>Auch andere Aspekte von \u201ePlan B\u201c wirken unausgereift. Alavanos bezeichnet den amerikanischen \u201eNew Deal\u201c als Modell f\u00fcr Griechenland und sagt, der Staat m\u00fcsse \u201ein der ersten Phase der Protagonist bei der Schaffung von Arbeit sein\u201c. Um eine \u201eaggressive Politik gegen Depression und Arbeitslosigkeit zu verfolgen\u201c, seien au\u00dfer dem Kreditwesen auch wichtige Branchen wie Telekommunikation, Wasserversorgung und das Stromnetz zu verstaatlichen. Doch woher soll Griechenland, das nach der von Alavanos propagierten Einstellung des Schuldendienstes kaum mehr mit finanzieller Hilfe von au\u00dfen rechnen k\u00f6nnte, das Geld f\u00fcr all die staatlichen Investitionsprogramme erhalten?<\/p>\n<p>Und wie soll es mit der vermutlich von Beginn an zu einem inflation\u00e4ren Sturzflug ansetzenden Drachme den Import von \u00d6l, Gas, Benzin oder Medikamenten finanzieren? \u201eEs stimmt, Importe w\u00fcrden sofort ziemlich teuer, und \u00d6l oder Hochtechnologie k\u00f6nnen wir nicht durch eigene Produktion ersetzen\u201c, gibt Alavanos zu. Doch habe Griechenland schon jetzt fast einen Prim\u00e4r\u00fcberschuss erwirtschaftet und k\u00f6nne, befreit von der Last f\u00fcr Zins und Tilgung seiner Schulden, die Einnahmen aus den als Folge der Abwertung der Drachme gesteigerten Exporten verwenden, um die Importe zu finanzieren. Dass diese Rechnung aufgeht, bezweifeln viele \u00d6konomen, doch Alavanos beeindruckt das nicht, denn er ist selbst einer.<\/p>\n<h2>Mehrheit der Griechen f\u00fcr Verbleib in der Eurozone!<\/h2>\n<p>Allerdings stellt sich die Frage, ob solche Berechnungen \u00fcberhaupt n\u00f6tig sind, denn eine Mehrheit der Griechen &#8211; 65 Prozent laut einer dieser Tage ver\u00f6ffentlichten Umfrage des seri\u00f6sen Athener Meinungsforschungsinstituts \u201eKapa Research\u201c &#8211; ist trotz jahrelanger Rezession f\u00fcr einen Verbleib ihres Landes in der Eurozone. Und auch jenes Drittel, das sich gegen den Euro ausspricht, steht nicht automatisch hinter Alavanos. Griechische Demoskopen sagen zwar, dass \u201ePlan B\u201c der Sprung \u00fcber die Dreiprozenth\u00fcrde zum Einzug ins Parlament gelingen k\u00f6nne, aber noch ist die Partei laut Umfragen alles andere als eine ma\u00dfgebliche Kraft.<\/p>\n<p>Dass sei zwei Monate nach ihrer Gr\u00fcndung auch nicht zu erwarten, wendet Alavanos ein. Er gibt sich sicher, dass seine Initiative mit der Zeit Einfluss auf einige der etablierten Parteien haben werde, und erinnert daran, dass es in Tsipras\u2019 Syriza schon jetzt eine innerparteiliche Opposition von etwa 30 Prozent gebe, die gegen den Euro sei. Einstweilen d\u00fcrfte sich aber vor allem der griechische Ministerpr\u00e4sident Antonis Samaras \u00fcber \u201ePlan B\u201c freuen, denn die neue Partei zieht haupts\u00e4chlich W\u00e4hler von Syriza ab. Dass die Regierungspartei \u201eNea Dimokratia\u201c von Samaras in Umfragen zuletzt einen halben Prozentpunkt vor der Partei von Tsipras lag, hat sie auch Alavanos zu verdanken.<\/p>\n<p>Am anderen Ende von Athens Innenstadt, in der ehemals angesehenen, nun aber sch\u00e4bigen Gegend n\u00f6rdlich des Omonia-Platzes, hat Theodoros Katsanevas sein B\u00fcro. Der ehemalige Schwiegersohn von Andreas Papandreou, dem griechischen Ministerpr\u00e4sidenten der achtziger und fr\u00fcheren neunziger Jahre, erwarb seinen Doktortitel an der London School of Economics, war von 1989 bis 2004 Abgeordneter der Panhellenischen Sozialistischen Bewegung im griechischen Parlament und lehrt heute Volkswirtschaft an der Universit\u00e4t Pir\u00e4us.<\/p>\n<p>Katsanevas ist ebenfalls ein Eurogegner. In B\u00fcchern, Aufs\u00e4tzen und auf Vortragsreisen durch Griechenland versucht er seine Landsleute davon zu \u00fcberzeugen, dass es ihnen ohne den Euro besserginge. \u201eDer harte Euro passt nicht zur griechischen Wirtschaft. Griechenland braucht eine weiche W\u00e4hrung und eine harte Regierung. Eine Regierung, die sparsam mit Steuergeldern und streng mit Gewerkschaften umgeht\u201c, sagt Katsanevas. Neulich hat er an der Universit\u00e4t M\u00fcnster auf Einladung eines lokalen Funktion\u00e4rs der \u201eAlternative f\u00fcr Deutschland\u201c einen Vortrag dar\u00fcber gehalten, warum Griechenland in der Eurozone fehl am Platze sei.<\/p>\n<h2>\u201eDer Euro hetzt die Europ\u00e4er gegeneinander auf\u201c<\/h2>\n<p>In seinen Reden betont Katsanevas zwar stets seine Pr\u00e4gung als \u00d6konom, doch sein wichtigstes Argument gegen den Euro ist politisch: \u201eDie Austerit\u00e4tspolitik hat in weiten Teilen unseres Kontinents eine massenhafte Abneigung gegen alles geschaffen, was mit dem Projekt Europa in Verbindung steht. Die Abneigung w\u00e4chst, der Euro hetzt die Europ\u00e4er gegeneinander auf. Am Ende wird das nicht nur das kleine Griechenland zerst\u00f6ren, sondern auch Deutschland und Europa. Das m\u00fcssen wir verhindern.\u201c Deshalb hat auch Katsanevas eine Partei gegr\u00fcndet. Er verheimlicht nicht, dass ihr Name (\u201cDrachme. F\u00fcnf-Sterne-Bewegung\u201c) von den Erfolgen Beppe Grillos inspiriert wurde. Doch eigentlich sei ihm der Italiener zu populistisch, behauptet Katsanevas. Seine Vorbilder sind Hans-Werner Sinn, der amerikanische Volkswirtschaftler Paul Krugman, \u201ezwei der gr\u00f6\u00dften \u00d6konomen unserer Zeit, die uns viele Ideen vermittelt haben\u201c.<\/p>\n<p>Im September will die Drachmenpartei mit einer Kampagne f\u00fcr ein Referendum \u00fcber ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro beginnen. \u201eWenn wir einen halbwegs gleichberechtigten Zugang zu den Medien haben, k\u00f6nnen wir die Leute davon \u00fcberzeugen, dass es f\u00fcr Griechenland besser w\u00e4re, zur Drachme zur\u00fcckzukehren. Leider sind die Medien vollst\u00e4ndig unter Kontrolle der Kr\u00e4fte, die den Euro beibehalten wollen. Wir werden ignoriert\u201c, klagt Katsanevas.<\/p>\n<p>Am liebsten h\u00e4tte er es, wenn der europ\u00e4ische S\u00fcden unter F\u00fchrung Italiens geschlossen aus der Eurozone ausscherte. \u201eItalien hat die St\u00e4rke, um das Tor zu \u00f6ffnen. Wenn es eine Koalition des S\u00fcdens gibt, wird alles leichter werden. Der harte Euro ist ein Kost\u00fcm, das den Volkswirtschaften des europ\u00e4ischen S\u00fcdens nicht passt.\u201c Katsanevas l\u00e4chelt, als ihm die Frage gestellt wird, wie Griechenland denn mit seiner weichen Drachme k\u00fcnftig Importe aus der Eurozone oder \u00d6l und Gas aus Russland bezahlen wolle. \u201eDie Frage kommt immer\u201c, sagt er und beantwortet sie zun\u00e4chst mit einem Scherz: \u201eF\u00fcr eine Weile werden wir wohl auf Kaviar und Lamborghinis verzichten m\u00fcssen, aber Nahrungsmittel haben wir genug in Griechenland &#8211; und Autos kann man reparieren.\u201c<\/p>\n<p>Ernsthaft f\u00fchrt er dann aus, die \u201eschwierige Phase\u201c nach der Wiedereinf\u00fchrung der Drachme werde laut seinen Sch\u00e4tzungen etwa eineinhalb Jahre w\u00e4hren, und es sei nicht zu leugnen, dass in dieser Zeit mit Lieferengp\u00e4ssen, Schwarzmarkthandel und Schmuggel zu rechnen sei. Aber das werde sich legen &#8211; und das Argument, ein Drachmen-Griechenland k\u00f6nne sich kein \u00d6l oder Gas mehr leisten, l\u00e4sst Katsanevas nicht gelten. \u201eAuch Albanien, Rum\u00e4nien, Bulgarien oder \u00c4thiopien haben eigene W\u00e4hrungen, aber sie f\u00fchren trotzdem \u00d6l und Gas ein. Warum soll Griechenland das nicht auch k\u00f6nnen?\u201c Schlie\u00dflich habe es in Griechenland auch schon vor dem Beitritt zur Eurozone Benzin und Heiz\u00f6l gegeben. Das stimmt &#8211; aber vielleicht sollte Katsanevas dennoch ein wenig an seinen Argumenten feilen. Vergleiche mit \u00c4thiopien und Albanien werden die Griechen vermutlich nicht von den Segnungen einer R\u00fcckkehr zur Drachme \u00fcberzeugen.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/europaeische-union\/rueckkehr-zur-drachme-alternativen-fuer-griechenland-12294825.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/europaeische-union\/rueckkehr-zur-drachme-alternativen-fuer-griechenland-12294825.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei neue Parteien wollen Griechenland aus der Eurozone und zur\u00fcck zur Drachme f\u00fchren. Eine davon leitet der politische Ziehvater von Oppositionsf\u00fchrer Alexis Tsipras. 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