{"id":18453,"date":"2013-09-29T12:33:42","date_gmt":"2013-09-29T12:33:42","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=18453"},"modified":"2013-09-29T12:33:42","modified_gmt":"2013-09-29T12:33:42","slug":"gut-zuhoren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=18453","title":{"rendered":"Gut zuh\u00f6ren!"},"content":{"rendered":"<p>Auf der europ\u00e4ischen Kopfh\u00f6rermesse Can Jam zeigten Au\u00dfenseiter ihre St\u00e4rken. Marken aus Japan, Amerika und China sind dendeutschen ebenb\u00fcrtig. Und wer hat den besten Kopfh\u00f6rer der Welt?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Kurt Brinkhoff winkt ab. \u201eGeh weg mit dem Ding!\u201c, sagt er zu dem freundlichen Mann hinter dem Tisch, der ihm vor wenigen Minuten noch diesen m\u00e4chtigen Kopfh\u00f6rer mit Holzelementen zum Probeh\u00f6ren in die Hand gegeben hat. Es ist eigentlich ein Kompliment: \u201eJetzt brauche ich keinen mehr zu h\u00f6ren!\u201c Dabei ist der Westfale zwei Stunden von Minden nach Essen gefahren, um sich auf der ersten europ\u00e4ischen <a href=\"http:\/\/www.canjam.de\/marken-brands\/\" target=\"_blank\">Kopfh\u00f6rermesse \u00fcber 50 Marken<\/a> anh\u00f6ren zu k\u00f6nnen. Am Stand von Audionext scheint schon Schluss zu sein, als er gefrustet den LCD3 von Audeze vom Kopf nimmt. Brinkhoff ist nicht der einzige, der fasziniert und zugleich resigniert ist. 2000 Euro kostet das Topmodell. <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/kopfhoerer-audeze-lcd2-ein-amerikaner-mit-anziehungskraft-12016061.html\" target=\"_blank\">Das amerikanische Unternehmen hat sich auf das magnetostatische Wandlerprinzip spezialisiert<\/a>. Dabei wird eine extrem d\u00fcnne Folie zwischen zwei gro\u00dfen, gegens\u00e4tzlich gepolten Magneten aufgespannt. Durch diese flie\u00dft Strom, sie schwingt dann zwischen den Magneten hin und her und erzeugt die Schallwellen.<\/p>\n<p>Genau hinter dem Stand von Audionext hat Sieveking Sound ebenfalls Kopfh\u00f6rer mit magnetostatischem Prinzip aufgebaut. <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/audio-video\/kopfhoerer-he-500-von-hifiman-aus-china-und-doch-alles-andere-als-billig-11503455.html\" target=\"_blank\">HiFiMan HE-500<\/a> und HE-6 fallen aufgrund ihres schlichten \u00c4u\u00dferen weniger auf. Auch im Preis halten sie sich etwas zur\u00fcck: Rund 700 und 1200 Euro sind hier die Schmerzgrenzen. Wie alle Magnetostaten arbeiten die Kopfh\u00f6rer des Unternehmens mit Sitz in China sehr schnell und exakt, was etwa im Tieftonbereich dazu f\u00fchrt, dass ein sehr trockener Bass erzeugt wird.<\/p>\n<p><!--\/\/ End Fullscreen Foto \/\/-->    <\/p>\n<p>Auf der <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/kopfhoerermesse-can-jam-12588507.html\" target=\"_blank\">Can Jam macht es enormen Spa\u00df<\/a>, von Tisch zu Tisch zu ziehen und sich in Ruhe neue Kopfh\u00f6rer aufzusetzen. <a href=\"http:\/\/www.zollverein.de\/#\/angebote\/sanaa-gebaeude-events-mit-ein-und-ausblicken\" target=\"_blank\">Dazu tr\u00e4gt die Atmosph\u00e4re des Ortes bei<\/a>. Der Veranstalter hat sich f\u00fcr einen riesigen Raum im Sanaa-Geb\u00e4ude auf dem Gel\u00e4nde des Weltkulturerbes Zeche Zollverein entschieden. Der ist enorm hell, hat mindestens zehn Meter hohe W\u00e4nde aus Sichtbeton, und der Boden ist mit einem hellen Teppichboden ausgelegt. Durch die \u00fcberschaubare Besucherzahl gibt es kein Gedr\u00e4nge zwischen den St\u00e4nden. Man kann stressfrei zwischen ihnen hin und her wechseln. Wer besonders schnell ist und den richtigen Zeitpunkt abpasst, kann Kopfh\u00f6rer somit fast direkt vergleichen.<\/p>\n<p>Nicht weit entfernt von den Magnetostaten von Audeze und HiFiMan wollen die Artverwandten von Stax am Stand von Audiotrade zeigen, dass auch sie eine Folie blitzschnell schwingen lassen k\u00f6nnen. Elektrostatische Kopfh\u00f6rer produziert das japanische Unternehmen seit Anfang der sechziger Jahre. Dieses Bauprinzip funktioniert \u00e4hnlich, verzichtet aber komplett auf Magneten. Damit hier die Folie in Schwingung kommt, wird an sie eine hohe Spannung von mehreren hundert Volt angelegt. An ihrer Seite sitzen zwei gegens\u00e4tzlich gepolte Elektroden, deren Ladung von den Musiksignalen bestimmt wird. Die Folie wird also auf einer Seite angezogen und gleichzeitig auf der anderen abgesto\u00dfen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der H\u00f6rprobe des neuen Flaggschiffs der Stax-Modelle bleibt bei manchen der Mund staunend offen. Der SR-009 klingt \u00e4hnlich perfekt wie der LCD3 von Audeze. Es d\u00fcrfte bei beiden daran liegen, dass die Schallwellen von einer sehr d\u00fcnnen und leichten Folienmembran erzeugt werden. Den Bass in Peter Gabriels \u201eDon\u2019t give up\u201c haben wir schon auf einigen Top-Modellen geh\u00f6rt, aber in einer solch trockenen Zartheit wie beim SR-009 noch nie. Wenn man den Preis des neuen Stax-Modells nachfragt, bekommt man den Mund immer noch nicht zu. Der SR-009 kostet zirka 5000 Euro, dazu kommen nochmal zirka 3000 Euro f\u00fcr den Verst\u00e4rker, der bei Elektrostaten notwendig ist.<\/p>\n<h2>Orpheus zum Anh\u00f6ren<\/h2>\n<p>Der Stax-Kopfh\u00f6rer ist an diesem Tag preislich und klanglich noch nicht der H\u00f6hepunkt. Sennheiser hat n\u00e4mlich f\u00fcr die Can Jam eine Legende mitgebracht: Orpheus. Diese Kombination aus Kopfh\u00f6rer und Verst\u00e4rker zieht auch auf der IFA oder High End immer wieder Neugierige an. Das Einmalige auf dieser Messe ist, dass man sich das geheimnisvolle Objekt in Ruhe anh\u00f6ren kann.<\/p>\n<p>Vor etwa zwanzig Jahren wollte Sennheiser das technisch M\u00f6gliche ausreizen und hatte ohne wirtschaftliche Zielvorgaben drauflos entwickelt. Das Ergebnis des Projektes war ein elektrostatischer Kopfh\u00f6rer mit R\u00f6hrenverst\u00e4rker. Es war der Legendenbildung sicherlich zutr\u00e4glich, dass man die St\u00fcckzahl vor vorneherein auf wenige hundert Exemplare begrenzt hatte. Es gab allerdings eh nicht so viele Musikliebhaber, die mal ebenso 20.000 Mark ausgeben konnten. Paul McCartney war einer von ihnen und bestellte ein Exemplar.<\/p>\n<p>Chefentwickler Axel Grell kam erst zu Sennheiser, als das Projekt Orpheus nahezu abgeschlossen war. Aber er kann hier auf der Can Jam jedes Detail erkl\u00e4ren und vor allen Dingen verst\u00e4ndlich machen, warum das Produkt so teuer ist. Da w\u00e4re etwa die nur 1 Mikrometer d\u00fcnne Membran, die mit Platin bedampft ist. Oder die filigranen Elektroden, die in ihrem elektrischen Feld die Membran hin- und herbewegen. Sie bestehen aus 0,5 Millimeter dickem Glas, auf das eine hauchd\u00fcnne Goldschicht aufgetragen ist. Die Wandlertechnik des Orpheus ist so d\u00fcnn gebaut, dass man durch die Muschel schauen kann, wenn man sie gegen das Licht h\u00e4lt. \u00dcberraschenderweise hat Sennheiser die Entwicklung des elektrostatischen Bauprinzips nach Erscheinen des Orpheus eingestellt und sich ganz auf die elektrodynamischen Kopfh\u00f6rer konzentriert. Und das &#8211; wie auch auf der Can Jam zu h\u00f6ren war &#8211; mit Erfolg. Der mittlerweile nun vier Jahre alte <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/audio-video\/sennheiser-hd-800-der-meister-zeigt-sich-im-detail-1920034.html\" target=\"_blank\">Sennheiser HD 800 gilt in vielen Redaktionen und Foren nach wie vor als Referenz<\/a> f\u00fcr offene, ohrumschlie\u00dfende Kopfh\u00f6rer.<\/p>\n<p>Valentin Hogea gef\u00e4llt eigentlich gar kein Kopfh\u00f6rer auf dieser Messe. Der freundliche junge Mann aus Schweden ist allerdings nicht hierher gereist, um zu meckern und alles niederzumachen. Obwohl er hauptberuflich Arzt ist, kann er zu vielen Kopfh\u00f6rern etwas Konstruktives sagen, weil er in seiner Freizeit f\u00fcr das Blog <a href=\"http:\/\/www.headfonia.com\" target=\"_blank\">Headfonia.com<\/a> schreibt. Kopfh\u00f6rer sind seine Leidenschaft. Dennoch habe er alle seine bisherigen Modelle verkauft. Und die Produkte, die er um seinen Hals tr\u00e4gt und in der Hand h\u00e4lt? \u201eDas sind modifizierte Kopfh\u00f6rer\u201c, erkl\u00e4rt er. Einer davon ist der HE-5 von HiFiMan aus dem Jahr 2007. Hogea hat ihn nicht selbst umgebaut, sondern bei \u201eLuis\u201c gekauft. Stecker, Polster, Kabel sind neu, aber auch Bauteile im Inneren. Der Kopfh\u00f6rer klingt nun so, wie es der schwedische Arzt h\u00f6ren will.<\/p>\n<p>Eigentlich d\u00fcrften die Kenner auf der Can Jam nur ein Unternehmen vermissen. AKG l\u00e4sst sich hier nicht blicken. Dabei haben die \u00d6sterreicher einige beachtenswerte Modelle im Angebot. Und k\u00f6nnten sogar eine Legende zur Schau stellen. Vielleicht ist ja der K-1000 im n\u00e4chsten Jahr dabei. Wir w\u00fcrden ihn uns auf jeden Fall gerne anh\u00f6ren.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/audio-video\/kopfhoerermesse-can-jam-gut-zuhoeren-12595721.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/audio-video\/kopfhoerermesse-can-jam-gut-zuhoeren-12595721.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf der europ\u00e4ischen Kopfh\u00f6rermesse Can Jam zeigten Au\u00dfenseiter ihre St\u00e4rken. Marken aus Japan, Amerika und China sind dendeutschen ebenb\u00fcrtig. 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