{"id":18431,"date":"2013-09-28T12:33:37","date_gmt":"2013-09-28T12:33:37","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=18431"},"modified":"2013-09-28T12:33:37","modified_gmt":"2013-09-28T12:33:37","slug":"wenn-der-krebs-sich-durch-die-seele-frisst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=18431","title":{"rendered":"Wenn der Krebs sich durch die Seele frisst"},"content":{"rendered":"<p>Eine Tumorerkrankung stellt das Leben des Patienten auf den Kopf, und das der Freunde und Angeh\u00f6rigen auch. Psycho-Onkologen bieten Unterst\u00fctzung an.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Hartmut und Cornelia Sch\u00f6ffner machen so ziemlich alles gemeinsam. Sie haben zwei T\u00f6chter, zwei gemeinsame Praxen f\u00fcr Physiotherapie &#8211; und dann erkrankten sie beide an Krebs. Hartmut Sch\u00f6ffner erhielt seine Diagnose vor f\u00fcnf Jahren, Dickdarmkrebs, er wurde operiert, die Chemotherapie folgte. \u201eDanach war ich nur noch die H\u00e4lfte\u201c, sagt der heute 52 Jahre alte Mann. Als die Familie glaubte, alles sei \u00fcberstanden, entdeckten die \u00c4rzte in Cornelia Sch\u00f6ffners Brust einen b\u00f6sartigen Tumor. Das war im vergangenen Jahr.<\/p>\n<p>Heute sitzen die Sch\u00f6ffners im B\u00fcro ihrer neuen Praxis im schicken Frankfurter Westend, beide sehen gesund aus, gar nicht nach Leid und Tod, vielmehr schlank und sportlich. Im Trainingsraum neben dem B\u00fcro keucht ein Patient auf einem Fitnessrad, dort stehen wuchtige Pilates-Ger\u00e4te aus hellem Holz und schwarzem Lederpolster. \u201eWir haben die B\u00e4nke neu beziehen lassen\u201c, sagt Hartmut Sch\u00f6ffner.<\/p>\n<h2>\u201eDie Zeit war immer viel zu knapp\u201c<\/h2>\n<p>Nicht nur in den R\u00e4umlichkeiten ihrer Praxis hat sich in der vergangenen Zeit einiges ver\u00e4ndert. Mit dem Krebs haben die beiden auch ihr Leben neu eingerichtet. Sie gehen jetzt oft gemeinsam mit dem Hund spazieren. Fr\u00fcher ein Unding, wie sie erz\u00e4hlen, die Zeit war immer viel zu knapp, man hat sich lieber abgewechselt. \u201e\u00dcber die Arbeit reden wir beim Spazieren aber nicht\u201c, sagt Hartmut Sch\u00f6ffner. Bei dem Satz wird klar, dass auch das alles andere als selbstverst\u00e4ndlich ist bei einem Paar, das zugleich eine Gesch\u00e4ftspartnerschaft pflegt. Cornelia Sch\u00f6ffner sagt mit ironischem Unterton: \u201eFrau Senf hat es uns verboten.\u201c<\/p>\n<p>Bianca Senf, rotbraunes Haar, K\u00e4mpfernatur, sitzt in ihrem B\u00fcro am Universit\u00e4ren Centrum f\u00fcr Tumorerkrankungen (UCT) an der Uniklinik Frankfurt vor einer mit Pfirsichfarbe gewischten Wand und schmunzelt: \u201eManchen Patienten f\u00e4llt es sehr schwer, die eigenen Bed\u00fcrfnisse durchzusetzen.\u201c In solchen F\u00e4llen d\u00fcrften sie sich zur Not auf die Gebote ihrer Psychoonkologin berufen. \u201eDas taugt dann zumindest f\u00fcr eine Zeit als Kr\u00fccke\u201c, sagt die Leiterin der Zentrale Psychoonkologie am UCT.<\/p>\n<h2>Krebs seelisch verarbeiten<\/h2>\n<p>Senf ber\u00e4t und begleitet Krebspatienten. Sie verordnet keine Chemos oder Bestrahlungen, das ist die Aufgabe der Onkologen. Als Psychoonkologin hat sie mit der psychischen Verfassung der Patienten zu tun. Krebs bef\u00e4llt nicht nur den K\u00f6rper, sondern muss nat\u00fcrlich auch seelisch verarbeitet werden. Dass viele Patienten von psychosozialer Unterst\u00fctzung profitieren, klingt banal. Dennoch ben\u00f6tigte die Psychoonkologie Zeit und Durchsetzungskraft, um sich zu etablieren. Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft f\u00fcr Psychosoziale Onkologie gibt es seit drei\u00dfig Jahren.<\/p>\n<p>Ungef\u00e4hr so lange ist auch Senf dabei. \u201eAlles fing an mit der Betreuung von krebskranken Kindern\u201c, sagt sie. Wie gehe ich mit der Glatze nach der Chemo um? Wie verhalte ich mich gegen\u00fcber Gleichaltrigen? Sozialarbeiter sollten die jungen Patienten bei diesen Fragen unterst\u00fctzen, waren aber schnell \u00fcberfordert. Viele Kinder waren richtig depressiv, manche litten unter Angstst\u00f6rungen. Dann wurden auch Psychologen zu Rate gezogen. Mit der Zeit erweiterte sich das Klientel: die Eltern krebskranker Kinder, erwachsene Krebspatienten, und inzwischen suchen auch viele Angeh\u00f6rige Senf und ihre Kollegen auf. Krebs frisst sich durch das gesamte soziale Umfeld. Krebs trifft den Partner, die Kinder, Freunde und Verwandte.<\/p>\n<h2>Mit Kindern \u00fcber Krebs reden<\/h2>\n<p>\u201cKennen Sie den Song von Madonna?\u201c, fragt Senf. In \u201eMother and Father\u201c singt der Popstar von ihrer krebskranken Mutter, die sie im Alter von f\u00fcnf Jahren verlor, und von ihrem Vater, der seine Trauer verbarg und mit der Tochter nicht redete. Kinder von Krebspatienten, wei\u00df die Medizin heute, sind hoch belastet, viele leiden im Erwachsenenalter unter physischen und psychischen Krankheiten, sagt Senf. Bei diesen S\u00e4tzen holt sie eine Brosch\u00fcre heraus, die sie verfasst hat, der Titel lautet: \u201eMit Kindern \u00fcber Krebs sprechen\u201c. \u201eDie gibt es jetzt auch in t\u00fcrkischer Sprache\u201c, sagt sie stolz. Viele haben als Kind die Erfahrung gemacht, dass man die Erkrankung eines Elternteils vor ihnen geheim hielt, nicht mit ihnen redete.<\/p>\n<p>Hartmut Sch\u00f6ffner wollte reden, unbedingt. Zu seinen Chancen auf Heilung hatten die \u00c4rzte ihm damals gesagt: \u201efifty-fifty\u201c. \u201eNach der Operation habe ich f\u00fcr mich gesp\u00fcrt, dass ich Unterst\u00fctzung brauche\u201c, erinnert er sich. \u201eWie gehe ich mit meinen \u00c4ngsten um? Wie kann ich meine Mitmenschen sch\u00fctzen?\u201c Er hat sich umgeh\u00f6rt, im Internet nach Adressen gesucht, und letztlich Bianca Senf gefunden.<\/p>\n<h2>Psychische Belastung<\/h2>\n<p>Sie ist Psychotherapeutin, will ihre Patienten aber nicht als psychisch krank eingestuft wissen. Im Gegenteil, dann reagiert die sonst so gelassene Frau heftig. \u201eMan kann einem Krebskranken doch nicht noch zus\u00e4tzlich eine psychopathologische Diagnose stellen, nur damit seine Behandlung bei einem Psychoonkologen bezahlt wird\u201c, raunt sie, und ihr Groll richtet sich gegen die Krankenkassen &#8211; die nur im Fall einer psychischen Erkrankung eine Therapie genehmigen. \u201eSollen wir den Patienten auch noch eine Anpassungsst\u00f6rung bescheinigen, wenn sie aus unserer Perspektive v\u00f6llig ad\u00e4quat auf eine Diagnose reagieren? Das w\u00e4re eine Frechheit!\u201c<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich h\u00e4tten Krebspatienten Angst vor dem Tod, sagt Senf. Nat\u00fcrlich fragten sie sich, wie es weiter geht. Viele haben schwierige Erlebnisse aus dem Krankenhausalltag zu verarbeiten. Auch wenn die Krankheit vorl\u00e4ufig besiegt ist, m\u00fcssen die Menschen mit dem Wissen leben, dass der Krebs zur\u00fcck kommen kann. Psychoonkologen sprechen von einer Belastung, unter der die Patienten manifeste \u00c4ngste und Depressionen entwickeln k\u00f6nnen. \u201eDas hat \u00fcbrigens nichts mit der Schwere der Krebserkrankung zu tun\u201c, sagt Senf. Je fr\u00fcher ein Patient unterst\u00fctzt werde, desto geringer sei die Gefahr, dass sich aus \u201enormalen\u201c \u00c4ngsten eine Panikst\u00f6rung entwickle.<\/p>\n<h2>Suche nach dem \u201eF\u00fcnkchen Lebensenergie\u201c<\/h2>\n<p>Es helfe aber nicht, die \u00c4ngste zu unterdr\u00fccken, ist Senf \u00fcberzeugt. \u201eHier tut es gut, mit jemandem zu sprechen, der die Todesangst aush\u00e4lt.\u201c Das sind im Zweifel sie oder ihre Kollegen. Wo Patienten die Hoffnung aufgeben, suchen die Psychoonkologen nach einem F\u00fcnkchen Lebensenergie, und sei er noch so schwach. Senf nennt es den \u201eroten Lebensfaden\u201c. Meist sp\u00fcrt sie diesen Faden im Gespr\u00e4ch auf, wenn sich die Patienten pl\u00f6tzlich aufrichten, die Augen zu leuchten beginnen. Weil sie etwa von einer geliebten Person sprechen oder von einem Hobby, das ihnen am Herzen liegt. Dort setzt Senf an, versucht zu vermitteln, dass es sich lohnt, einen Umgang mit den \u00c4ngsten zu finden.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich hatte auch Hartmut Sch\u00f6ffner Angst zu sterben. \u201eNoch gr\u00f6\u00dfer aber war die Angst vor dem Siechtum\u201c, erz\u00e4hlt er. Seine T\u00f6chter kennen ihn als den stets aktiven Vater, der pausenlos plappert. \u201eIch wollte nicht, dass mich meine Kinder als graues M\u00e4nnlein erleben m\u00fcssen.\u201c Bianca Senf habe gesagt: Sie k\u00f6nnen sich die \u00c4ngste erlauben, sie sind die normale emotionale Reaktion auf die Diagnose. Dass sie sich eher Gedanken machen w\u00fcrde, wenn er gar keine Angst f\u00fchlte. Und dass es eine Riesenkr\u00e4nkung ist, wenn man seine altbekannte Rolle nicht mehr aus\u00fcben kann. Dann korrigiert sich Sch\u00f6ffner: \u201eIch soll ja nicht ,man\u2019 sagen, wenn ich ,ich\u2019 meine. Hat Frau Senf gesagt.\u201c<\/p>\n<h2>\u201eFeiern sie endlich ihre \u00dcberstunden ab.\u201c<\/h2>\n<p>Auch im Beruf war Sch\u00f6ffners Rolle die des Guten, des Machers, immerzu bereit, noch einen Patienten in den l\u00e4ngst vollen Terminplan zu schieben, der \u00fcber 50 Stunden in der Woche vorsah. In einer Sitzung bei Senf sollte er die angeh\u00e4uften \u00dcberstunden an die Wand schreiben &#8211; die Liste reichte bis zur Decke. \u201eWoran denken Sie, wenn Sie an etwas Sch\u00f6nes denken?\u201c, habe die Therapeutin ihn gefragt. Seine Antwort lautete nicht: die Arbeit. Sondern: \u201eIch streife durch weite Felder.\u201c \u201eDann tun Sie das\u201c, habe Senf gesagt, \u201eund feiern Sie endlich ihre \u00dcberstunden ab!\u201c<\/p>\n<p>Sch\u00f6ffner schrieb 120 Briefe und verschickte sie an seine Patienten. Diese konnten lesen, dass es in der Praxis Sch\u00f6ffner k\u00fcnftig anders zugehen werde. Der Tenor: \u201eUnd jetzt liege ich hier und kann nicht mehr.\u201c Ein Befreiungsschlag, sagt Sch\u00f6ffner. Wenn Patienten heute dar\u00fcber klagen, nicht gleich einen Termin zu bekommen, entgegnet er: \u201eAber Sie wissen doch, seit meiner Krebserkrankung arbeite ich weniger, meine Frau passt auf mich auf!\u201c Der Gewinn dabei: Mehr Zeit f\u00fcr die Familie und f\u00fcr die Partnerschaft. \u201eWir sind seit 1989 verheiratet, und man kann schon sagen: Das Feuer war ein bisschen raus\u201c, gibt Hartmut Sch\u00f6ffner zu und greift nach der Hand seiner Frau. Sie wiegt den Kopf.<\/p>\n<h2>\u201eSie werden daran nicht sterben.\u201c<\/h2>\n<p>Mit seiner Erkrankung aber seien sie wieder n\u00e4her zusammenger\u00fcckt. Fr\u00fchmorgens sitzen sie seitdem jeden Tag zu zweit in der K\u00fcche, vor ihnen steht dann die h\u00fcbsche gusseiserne Kanne, und trinken gr\u00fcnen Tee. Dann genie\u00dfen sie es, ein Paar zu sein. Oder wenn sie mit dem Hund unterwegs sind. \u201eIch habe mich auf dem Feld gesehen, aber niemals allein\u201c, sagt er mit sanfter Stimme. \u201eMeine Frau war immer dabei.\u201c Ohne den Krebs und die psychologische Unterst\u00fctzung h\u00e4tte er es wohl nicht geschafft, sich mehr Zeit f\u00fcr die Partnerschaft zu nehmen &#8211; und weniger zu arbeiten. Davon ist Hartmut Sch\u00f6ffner \u00fcberzeugt. \u201eOffenbar brauchte ich die Holzhammermethode, um mein Muster zu \u00e4ndern.\u201c<\/p>\n<p>Der Holzhammer schlug im vergangenen Jahr ein weiteres Mal zu, mit der Brustkrebsdiagnose von Cornelia Sch\u00f6ffner. \u201eIch habe nichts gemerkt, gar nichts\u201c, sagt sie und scheint es ihrem K\u00f6rper immer noch \u00fcbelzunehmen, keine Signale gesendet zu haben. Immerhin hatte ihre Gyn\u00e4kologin auch eine gute Nachricht: \u201eSie werden daran nicht sterben\u201c, hatte sie gesagt, \u201eden Rest kriegen wir schon in Griff.\u201c<\/p>\n<h2>Beide Eltern an Krebs erkrankt<\/h2>\n<p>Nur der pers\u00f6nliche Rest entglitt Cornelia Sch\u00f6ffner. Sie sah die T\u00f6chter, damals 19 und 21 Jahre alt, die sich sorgten. Sie sagten, es sei eine Gei\u00dfel, dass beide Eltern an Krebs erkrankt waren. Sie mussten zusehen, wie schwer die Strahlentherapie der Mutter zusetzte. \u201eIch war so m\u00fcde\u201c, sagt Sch\u00f6ffner, dumpf und schwer klingt die Stimme, als sie sich erinnert. \u201eVorher lebte ich ja nach der Devise: Es gibt nichts, was nicht geht.\u201c<\/p>\n<p>Doch irgendwann ging in der Partnerschaft nichts mehr. \u201eSie hatte f\u00fcr mich immer auf einem Podest gestanden\u201c, sagt Hartmut Sch\u00f6ffner \u00fcber seine Frau, \u201eund mit der Diagnose hatte man sie herunter geschubst.\u201c Reden konnten die beiden nicht dar\u00fcber. Sie sprach nicht. Er fragte nicht. Inzwischen ging auch Cornelia Sch\u00f6ffner zu Bianca Senf. In der Psychoonkologie ist man pragmatisch, macht auch mal Ausnahmen von mancher psychotherapeutischen Regel, berichtet Senf. Zum Beispiel von der, niemals beide Partner zu behandeln. F\u00fcr die Ehe der Sch\u00f6ffners vermutlich gro\u00dfes Gl\u00fcck.<\/p>\n<h2>Kommunikatives Loch<\/h2>\n<p>\u201cSehr viele Paare fallen in ein kommunikatives Loch\u201c, sagt Senf. Wenn der Kranke glaubt, den Partner nicht mit seinen \u00c4ngsten belasten zu d\u00fcrfen. Und umgekehrt. \u201eAngeh\u00f6rige haben schreckliche Angst um den Partner. Aber auch um sich selbst.\u201c Schlie\u00dflich stellten sie sich die legitime Frage: Wie geht es eigentlich f\u00fcr mich weiter? Viele Paare w\u00e4hlen bei diesen brenzligen Themen die Vermeidungsstrategie und schweigen. Zu den Sch\u00f6ffners sagte Senf irgendwann: Schluss!, aus!, jetzt setzen wir uns zu dritt zusammen! Er f\u00fchle sich ausgeschlossen, erfuhr Cornelia Sch\u00f6ffner dann von ihrem Mann. Und Hartmut Sch\u00f6ffner musste einsehen, dass jeder anders mit der Krankheit umgeht. Dass die einen reden, die anderen lieber nicht. \u201eAber das musste ich auch erst gesagt bekommen.\u201c<\/p>\n<p>\u00dcberzeugungsarbeit leisten Psychoonkologen auch immer noch unter der \u00c4rzteschaft. L\u00e4ngst nicht alle Mediziner stehen hinter dem Anliegen der Psychologen. \u201eSeit zehn Jahren gibt es validierte Instrumente, um festzustellen, wann ein Patient einen Psychoonkologen braucht\u201c, sagt Senf. Manche klingen simpel: Wie sch\u00e4tzen Sie ihre Belastung zurzeit auf einer Skala von null bis zehn ein? Doch scheuen sich viele \u00c4rzte, danach zu fragen. Sie rufen den Psychoonkologen eher, wenn der Patient weint. Insgesamt aber, bemerkt Senf, w\u00fcrde die Unterst\u00fctzung der Psychoonkologen noch viel zu selten in Anspruch genommen. \u201eGanz besonders die weniger auff\u00e4lligen Patienten, die Ruhigen, gehen uns durch die Lappen, um es einmal salopp zu formulieren.\u201c Manchen \u00c4rzten fehle es an Empathie, glaubt Senf, und oft nat\u00fcrlich auch an Zeit.<\/p>\n<h2>Anspruch auf psychoonkologische Betreuung<\/h2>\n<p>Bald soll jeder Krebspatient zumindest einen Anspruch auf psychoonkologische Betreuung haben. So soll es im Nationalen Krebsplan stehen, daf\u00fcr k\u00e4mpfen Senf und ihre Kollegen seit Jahren. Es gibt eine Vorlage der Fachgesellschaft, dass jeder Krebspatient zehn Sitzungen ganz unb\u00fcrokratisch genehmigt bekommt. Der Antrag wird derweil gepr\u00fcft. Senf wei\u00df aber auch, dass nicht alle Patienten ein solches Angebot selbstverst\u00e4ndlich annehmen. Weil der Psychotouch abschreckend wirke.<\/p>\n<p>\u201cAch\u201c, sagt Hartmut Sch\u00f6ffner, \u201ef\u00fcr mich waren die Sitzungen eher wie ein Coaching.\u201c Bald steht eine Nachsorgeuntersuchung an, das ist immer heikel. Deshalb hat er schon einen Termin bei Bianca Senf vereinbart.<\/p>\n<p>Am Empfang der frisch renovierten Praxisr\u00e4ume haben die Sch\u00f6ffners eine Karte ausgelegt, darauf ist die neue Adresse der Praxis notiert. Wer sie umdreht, liest einen Satz, den das Paar an ihre Patienten richtet, vielleicht auch an sich selbst. Gr\u00fcn und kleingedruckt steht da: \u201ealles wird gut.\u201c<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/familie\/psycho-onkologie-wenn-der-krebs-sich-durch-die-seele-frisst-12584503.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/familie\/psycho-onkologie-wenn-der-krebs-sich-durch-die-seele-frisst-12584503.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Tumorerkrankung stellt das Leben des Patienten auf den Kopf, und das der Freunde und Angeh\u00f6rigen auch. 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