{"id":18389,"date":"2013-10-18T12:33:24","date_gmt":"2013-10-18T12:33:24","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=18389"},"modified":"2013-10-18T12:33:24","modified_gmt":"2013-10-18T12:33:24","slug":"die-kasse-in-der-hosentasche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=18389","title":{"rendered":"Die Kasse in der Hosentasche"},"content":{"rendered":"<p>Kartenzahlungen einfach mit dem Smartphone annehmen: Mehrere Unternehmen machen das Handy zum Kartenterminal. H\u00e4ndler und Kunden freuen sich \u00fcber eine h\u00f6here Flexibilit\u00e4t.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Das Schmuckst\u00fcck gef\u00e4llt, der Preis ist in Ordnung, nur hat man beim Flohmarktbesuch nicht mit einem Spontankauf in dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung gerechnet. Was tun? Adresse tauschen und darauf hoffen, dass der Verk\u00e4ufer nicht zwischenzeitlich einen solventen Abnehmer findet? Auch aus Sicht des H\u00e4ndlers erscheint der Kaufaufschub problematisch, k\u00f6nnte sich der Kunde die Sache doch anders \u00fcberlegen: Aus den Augen, aus dem Sinn. Neuerdings aber ist mit dem Smartphone oder Tablet eine rasche L\u00f6sung zur Hand. Unternehmen wie iZettle, Payleven und Sum Up machen Mobilger\u00e4te zu Kartenterminals f\u00fcr Kredit- und Girokarten. Leseger\u00e4t verbinden, dann l\u00e4sst sich \u00fcbers iPhone, iPad oder Android-Ger\u00e4t mit Karte zahlen.<\/p>\n<p>Dass sich Smartphones f\u00fcr Kartenterminals eignen, hat in Amerika das Unternehmen Square bewiesen. Inzwischen nehmen dort mehr als vier Millionen Gesch\u00e4fts- und Privatleute Zahlungen \u00fcber 15 Milliarden Dollar j\u00e4hrlich mit Squares Technik entgegen. Die Kreditkarte wird durch einen kleinen, geschlitzten Plastikw\u00fcrfel gezogen, der mit seinem Klinkenstecker im Mobilger\u00e4t steckt. Die Unterschrift erfolgt auf dem Bildschirm des Smartphones oder Tablets (iOS oder Android). Das ist alles.<\/p>\n<h2>Mobile Kartenzahlung ist sicherer<\/h2>\n<p>R\u00fcckenwind gab dem Unternehmen, das 2010 unter anderen vom Twitter-Gr\u00fcnder Jack Dorsey ins Leben gerufen wurde, die hohe Akzeptanz der Kreditkarte in Amerika. Der deutsche H\u00e4ndler freut sich hingegen \u00fcber Bargeld. Mehr als 55 Prozent der Betr\u00e4ge klingeln laut einer Studie des EHI Retail Institute bar in der Kasse. Und beim Karteneinsatz in deutschen Gesch\u00e4ften begleichen Kreditkarten nur etwas mehr als f\u00fcnf Prozent der bargeldlosen Zahlungen.<\/p>\n<p>Grund genug f\u00fcr Anbieter mobiler Kartenl\u00f6sungen, auch Girokarten (EC, Maestro oder V-Pay) einzubeziehen. Die EC-Karte z\u00fcckten 2012 immerhin rund 35 Prozent der Kunden an der Ladenkasse. Und noch ein Unterschied besteht zum Heimatland der Kartenzahlung: Dort gen\u00fcgt es, den Magnetstreifen der Karte durchs Leseger\u00e4t zu ziehen, w\u00e4hrend hier der Chip auf Kredit- oder Girokarte gelesen wird. Dies macht das Verfahren technisch komplizierter und auch sicherer. Die in Deutschland vertretenen Anbieter bef\u00fcrchten daher nicht, dass Square, das seit Mai auch in Japan operiert, einfach auf dem europ\u00e4ischen Markt auftritt. Doch sollte Square transatlantische Aktivit\u00e4ten entfalten, so sind die europ\u00e4ischen Konkurrenten, die \u00fcber die hier erforderliche Banklizenz verf\u00fcgen, sicherlich an Gespr\u00e4chen interessiert.<\/p>\n<h2>Sum Up-Kartenleser gratis f\u00fcr Gewerbetreibende<\/h2>\n<p>Voraussetzung f\u00fcr das mobile Kreditkartenterminal sind Chipkartenleser, die entweder in den Kopfh\u00f6rerausgang gest\u00f6pselt oder per Bluetooth mit dem Handy gekoppelt werden. Die Aufsteckmodule h\u00e4lt die Rasterung ihres Klinkensteckers in der Audiobuchse, die automatisch auf h\u00f6chste Lautst\u00e4rke geschaltet wird, damit der Leser funktioniert. Wem solcher Aufbau am Handy zu instabil erscheint, der greift zum externen Bluetooth-Leser mit winzigem Statusdisplay und numerischer Tastatur f\u00fcr die PIN-Eingabe. Alle Leseger\u00e4te werden von den Anbietern \u00fcber ihre Internetseite direkt vertrieben und sind nicht zwischen den verschiedenen Diensten austauschbar.<\/p>\n<p><!--\/\/ End Fullscreen Foto \/\/-->    <\/p>\n<p>Sum Up verschickt seinen Aufsteckkartenleser gratis nach erfolgreichem Abschluss der Registrierung, die allerdings einen Nachweis f\u00fcr den gewerblichen Einsatz erfordert. Der Sum-Up-Kartenleser hat an seiner Unterseite eine Schiene, die das aufgesetzte Ger\u00e4t gegen Verdrehen sch\u00fctzt. Das etwa 30 Gramm wiegende Sum-Up-Ger\u00e4t liest Chipkarten, nicht aber Magnetstreifen. Wer auch ausl\u00e4ndische Karten ohne Chips verarbeiten m\u00f6chte &#8211; beispielsweise Taxifahrer -, bekommt von Sum Up einen separaten Durchzugsleser.<\/p>\n<h2>iZettle und Payleven bieten Bluetooth-Kartenleser an<\/h2>\n<p>iZettle l\u00e4sst seinen Kunden f\u00fcr gesch\u00e4ftlichen und privaten Einsatz die Wahl zwischen einem Bluetooth-Ger\u00e4t (99 Euro) und einem Aufsteckger\u00e4t (25 Euro). Der Aufsteckleser bietet nicht nur einen Schacht f\u00fcr Chipkarten, sondern zus\u00e4tzlich eine Durchzugsf\u00fchrung f\u00fcr Magnetstreifenkarten. Deswegen ist der Aufsatz gr\u00f6\u00dfer, dicker und schwerer (rund 40 Gramm), daf\u00fcr lassen sich auch Kreditkarten annehmen, die lediglich Magnetstreifen haben. Das gilt ebenfalls f\u00fcr den iZettle-Bluetooth-Leser, der \u00fcbrigens billiger im Telekom-Shop erh\u00e4ltlich ist (24,95 Euro inklusive 20 Euro Transaktionsguthaben).<\/p>\n<p>Payleven pr\u00e4feriert f\u00fcr private und gesch\u00e4ftliche Kunden den externen Bluetooth-Kartenleser (99 Euro), da er die sichere Transaktionsbest\u00e4tigung per PIN erm\u00f6glicht. Das Payleven-Ger\u00e4t gibt es auch in Apple-Stores (130 Euro, inklusive 30 Euro Transaktionsguthaben) und dem Media-Markt-Onlineshop (130 Euro, einschlie\u00dflich 20 Euro Transaktionsguthaben). Wer Wert auf eine Aufsteckl\u00f6sung legt, kann sich bei Payleven f\u00fcr den gewerblichen Bedarf einen Durchzugleser f\u00fcr 10 Euro bestellen.<\/p>\n<h2>Mit einem Fingerzeig bezahlt<\/h2>\n<p>Die Apps der verschiedenen Hersteller funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Nachdem die App auf dem Mobilger\u00e4t gestartet ist, der Anwender mit seinem Konto eingeloggt und der Kartenleser verbunden ist, wird auf dem Touchscreen der zu bezahlende Betrag eingegeben und nach Wunsch um eine Beschreibung erg\u00e4nzt. Bei allen drei Anbietern kann auch auf eine eigens angelegte Produktdatenbank zur\u00fcckgegriffen werden. Diese f\u00fcr Gesch\u00e4ftsleute wichtige Funktion steht bei iZettle nur in den iOS-Apps zur Verf\u00fcgung. Im erweiterten Modus von Sum Up l\u00e4sst sich, gern gesehen in der Gastronomie, auch ein freiwilliges Trinkgeld an das Bedienungspersonal in die Rechnung auf- und von der Mehrwertsteuer ausnehmen.<\/p>\n<p>Mit einem Tipp auf \u201eBezahlen\u201c wird die Transaktion eingeleitet und im n\u00e4chsten Schritt eine Bezahlmethode ausgew\u00e4hlt. Hier bietet iZettle die gr\u00f6\u00dfte Bandbreite, die nicht nur American Express und JBC umfasst, sondern zudem die M\u00f6glichkeit einr\u00e4umt, Kreditkartenzahlungen manuell vorzunehmen durch Eingabe von Kartennummer, G\u00fcltigkeitsdatum und Sicherheitscode. Allerdings fallen hierbei h\u00f6here Geb\u00fchren an. Was American Express betrifft, so haben Sum Up und Payleven die baldige Akzeptanz angek\u00fcndigt.<\/p>\n<h2>Aufsteckger\u00e4te verlangen Unterschrift des Kunden<\/h2>\n<p>Wird die Karte in den Leser eingesteckt und die Buchung best\u00e4tigt, werden die Daten des Karten-Chips im Leser gem\u00e4\u00df dem Payment Card Industry Data Security Standard (PCI-DSS-konform) verschl\u00fcsselt und dann vom mobilen Ger\u00e4t \u00fcber eine sichere Verbindung an die Server von Sum Up, Payleven oder iZettle \u00fcbertragen. Sie leiten die Anfrage an die sogenannte Acquiring Bank weiter, die die Kartenzahlung f\u00fcr den H\u00e4ndler abrechnet. Anschlie\u00dfend l\u00e4uft die Transaktion \u00fcber das Karteninstitut &#8211; beispielsweise Mastercard oder Maestro &#8211; weiter bis zu jenem Institut, das die Karte an den Kunden ausgegeben hat. Wenn alle Beteiligten die Transaktion in Echtzeit \u00fcberpr\u00fcft und freigegeben haben, erh\u00e4lt der H\u00e4ndler auf dem Bildschirm seines Mobilger\u00e4ts das abschlie\u00dfende OK.<\/p>\n<p>Da der PIN-Code von Kredit- und Debit-Karten aus Sicherheitsgr\u00fcnden nicht auf dem Smartphone direkt eingetippt werden darf, wird bei den Aufsteckger\u00e4ten zur Authentifizierung lediglich die Unterschrift des Karteninhabers verlangt. Der Kunde signiert also mit dem Finger oder einem Spezialstift auf dem Display. Die Lastschrift per Signatur funktioniert f\u00fcr die meisten Giro- und Kreditkarten, nicht aber f\u00fcr Visa. Hier bleibt der Kartenleser unbenutzt, statt dessen bekommt der Kunde per SMS einen Link aufs Smartphone gesandt, den er im Browser \u00f6ffnen und mit Kartennummer, G\u00fcltigkeit und Sicherheitscode best\u00e4tigen muss. Komfortable Visa-Zahlungen lassen sich daher nur mit dem Bluetooth-Leser \u00fcber eine PIN-Eingabe abwickeln.<\/p>\n<h2>Kartenzahlung f\u00fcr Kunden im Kaufpreis enthalten<\/h2>\n<p>Nach erfolgreichem Abschluss der Transaktion kann eine Quittung \u00fcber geeignete Drucker ausgedruckt oder per E-Mail versandt werden. Der elektronische Beleg wird bei allen drei Anbietern mit einer graphischen Ortsangabe versehen. Sum Up bettet die Daten mit ausgewiesener Mehrwertsteuer direkt in die E-Mail ein. Payleven sendet statt dessen die Quittung als PDF-Anlage mit der Option, sie auch im Internet \u00fcber eine sichere Verbindung (HTTPS) abzurufen. Ganz auf die verschl\u00fcsselte Internet\u00fcbertragung setzt iZettle, dessen Mitteilungsnachricht eher rudiment\u00e4r wirkt und die Quittungsdetails \u00fcber einen Link offeriert. Daf\u00fcr sieht hier der Kunde nicht nur, wo und wann er gezahlt hat, sondern bekommt auch seine Unterschrift pr\u00e4sentiert. Der Verk\u00e4ufer kommt gleichfalls in den Genuss der elektronischen Historie seiner Zahlungsbewegungen. Die Umsatz\u00fcbersichten und Auswertungen sind \u00fcber die Smartphone-Apps aber auch im Internet-Browser abrufbar.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend f\u00fcr den Kunden die Kartenzahlung im Kaufpreis enthalten ist, muss der H\u00e4ndler bei Payleven und iZettle jeweils 2,75 Prozent seiner Karteneinahmen abgeben. Sum Up berechnet f\u00fcr Kreditkarten ebenfalls 2,75 Prozent, die EC-Karten-Geb\u00fchr betr\u00e4gt hier 0,95 Prozent. Ansonsten fallen bei den drei Anbietern f\u00fcr den Betrieb keine weiteren Geb\u00fchren an. Solche Preisgestaltungen ohne laufende Zusatzkosten sind f\u00fcr viele H\u00e4ndler attraktiver als die Konditionen der Kreditkarteninstitute und Banken, zumal diese Komplettl\u00f6sungen f\u00fcr Kredit- und Girokarten die schon bestehenden Netzanbindungen der Mobilger\u00e4te nutzen. So ist auch bei sp\u00e4rlichem Einsatz &#8211; beispielsweise beim j\u00e4hrlichen Messeauftritt &#8211; mit den mobilen Kartenterminals ein Dienst zur Hand, der ansonsten weder finanziell noch organisatorisch eine Belastung darstellt.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/zahlung-per-smartphone-die-kasse-in-der-hosentasche-12616579.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/zahlung-per-smartphone-die-kasse-in-der-hosentasche-12616579.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kartenzahlungen einfach mit dem Smartphone annehmen: Mehrere Unternehmen machen das Handy zum Kartenterminal. 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