{"id":18381,"date":"2013-10-14T12:33:20","date_gmt":"2013-10-14T12:33:20","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=18381"},"modified":"2013-10-14T12:33:20","modified_gmt":"2013-10-14T12:33:20","slug":"rendezvous-mit-rentnern-heidi-und-der-geierwally","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=18381","title":{"rendered":"Rendezvous mit Rentnern, Heidi und der Geierwally"},"content":{"rendered":"<p>Nach zehn Alpenp\u00e4ssen in zwei Tagen gibt es keine Zweifel: Die steilen Berge sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Es darf vermutet werden, dass es am Audi RS Q3 liegt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Fr\u00fcher trugen manche Autos noch sichtbare Auszeichnungen. Das waren quasi Orden f\u00fcr Heldentaten im Stra\u00dfenverkehr. Dazu z\u00e4hlte vor allem das Bew\u00e4ltigen von Alpenp\u00e4ssen. Daf\u00fcr gab es kleine Blechschilder mit stilisierten Lorbeerkr\u00e4nzen und heroischen Abbildungen von Gipfeln, Stra\u00dfen und Automobilen. VW K\u00e4fer knatterten stinkend und keuchend die Steigungen hoch, Opel Rekord und Ford Taunus erklommen mit kochenden K\u00fchlern die H\u00f6hen, und den Diesel-Mercedes entwichen fette Wolken im Kriechgang. Passfahrten waren die kleinen Abenteuer zwischendurch, und sie galten als Bew\u00e4hrungsproben f\u00fcr Maschinen und Menschen. Das hat sich ge\u00e4ndert. Vor allem f\u00fcr die Technik. Deshalb tragen die Autos auch keine Orden mehr f\u00fcr den Sieg \u00fcber die P\u00e4sse.<\/p>\n<p>Denn technischer Fortschritt hat den einst m\u00fchsamen und materialmordenden Aufstieg in ein Vergn\u00fcgen am Volant verwandelt. Wenn der Berg ruft, dann antwortet der Turbolader. Wenn die Luft d\u00fcnner wird, regelt die Elektronik das Gemisch neu ein. Wenn an einem Rad die Traktion verloren geht, wird die Motorleistung neu verteilt. Wenn es um den Gangwechsel geht, dann wirft das Getriebe auf Tastendruck die passende Schaltstufe ein.<\/p>\n<p><!--\/\/ End Fullscreen Foto \/\/-->    <\/p>\n<p>Um Pr\u00e4zision und Dosierung der Lenkkr\u00e4fte bem\u00fchen sich Servosysteme, und die Motortemperatur bleibt dank st\u00e4rkerer K\u00fchlleistungen weit unter der Fieberkurve. Beim Abstieg werfen die Scheibenbremsen kleine Anker ins Ger\u00f6ll, ABS-Regelkreise lassen die Bremsen rattern, und die Elektronik gibt das unbelastete Rad schneller frei, als es auf lockerem Untergrund blockieren kann.<\/p>\n<p>Dennoch fordert jeder anst\u00e4ndige Pass den Fahrer. Bergsteigen auf R\u00e4dern ist f\u00fcr den Bewohner der Ebenen ein ungewohnter Vorgang. Scharfes Denken und schnelles Lenken sind gefragt, bei z\u00fcgiger Fahrt n\u00e4hern sich die engen Kurven im Sekundentakt. In engen Kehren und gleichzeitig fordernden Steigungsgraden von zw\u00f6lf oder f\u00fcnfzehn Prozent ist der gut getimte Gaseinsatz das beste Mittel zur Erh\u00f6hung der Agilit\u00e4t: Wer zu langsam f\u00e4hrt, den bestraft die Steigung. Wer zu schnell ist, kommt rasch in den Verformungsbereich. Des Autos, nicht der Gebirgswand oder der Begrenzungsmauer. Die halten seit Jahrhunderten oder seit Jahrzehnten. Eine Passstra\u00dfe ist kein Boulevard. Eine Ausweichstelle kein Parkplatz. Und die Fahrbahnen sind h\u00e4ufig gezeichnet von den Bedingungen des Hochgebirges: Sie h\u00e4ngen nach au\u00dfen, bieten Auswaschungen und Risse durch Frost oder Wasserdruck, gepflasterte Abschnitte sind glitschig, austretendes Schmelzwasser h\u00e4lt sie feucht, und Bodenwellen und Verwerfungen fordern den K\u00f6rper des Fahrers, bringen Verdauungsorgane in Unordnung, sch\u00fctteln ihn durch, und Herz und Atmung arbeiten mit ver\u00e4ndertem Rhythmus in ungewohnter H\u00f6he.<\/p>\n<p>Begegnungen mit talw\u00e4rts Fahrenden sind Risikotreffen. Vorausschau ist im knappen Radius der Kehre beim Aufstieg die erste Verpflichtung, Omnibusse sind dicke Schiffe und unge\u00fcbte Autofahrer aus den n\u00f6rdlichen Tiefebenen oder den \u00f6stlichen Tundra- und Taigagebieten ben\u00f6tigen mehr Raum, als in der Spitzkehre herumliegt, bereit sein zum Bremsen ist oberstes Gebot, Ger\u00f6ll kennt keine Jahreszeit und h\u00e4lt sich wie der Lawinenstrich nicht immer an Warnschilder.<\/p>\n<h2>Gut ger\u00fcstet f\u00fcr den Ruf der Berge<\/h2>\n<p>Das gilt auch f\u00fcr G\u00e4msen und Gei\u00dfen, die ohne Heidi und den Peter unterwegs sind. Rote Autos sind f\u00fcr die wild lebenden Ziegen am Falz\u00e0rego-Pass wie rote T\u00fccher. Und unser Audi RS Q3 ist gewandet wie die Feuerwehr. Er geht auch so und geh\u00f6rt zu einer kleinen Flotte von Audi-Autos, die in mehreren Etappen durch die Alpen eilen. Ihr Ziel sind die hohen \u00dcberg\u00e4nge und die gef\u00e4hrlichen \u00dcberh\u00e4nge der Berge und der Almen, wo es bekanntlich keine S\u00fcnde gibt. Z\u00fcgiges, aber nicht zu schnelles Fahren ist der Auftrag. Audi m\u00f6chte den hohen Anspruch seiner RS-Familie demonstrieren, dass sich Athletenleistung mit Alltagsleben gut verbinden l\u00e4sst. Den Beweis sollen der RS6 Avant und der RS7 Sportback sowie das RS5 Cabrio erbringen. Einige alte Quattros sind auch dabei. In den Bergen wirken sie j\u00fcnger, als sie sind. Schlie\u00dflich haben sie mit Frau Mouton und Herrn R\u00f6hrl einst die Legende der allradgetriebenen Audis auf den Rallye-Strecken der Welt begr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Wir sind mit dem Audi RS Q3 recht gut ger\u00fcstet f\u00fcr den Ruf der Berge. Der Trenker Luis, der w\u00e4re begeistert von diesem Zeug zum Fahren. Schon wegen seines Temperaments: F\u00fcnfzylindermotoren sind eine mittlerweile selten anzutreffende Bauform geworden, die Maschine im RS Q3 verteilt ihren Hubraum von 2480 Kubik auf f\u00fcnf T\u00f6pfe, sie ist nicht mehr die j\u00fcngste, aber mit Turboaufladung, Vierventiltechnik, Direkteinspritzung und diversen Ma\u00dfnahmen zur Verbrauchssenkung geh\u00f6rt sie mit 310 PS (228 kW) noch l\u00e4ngst nicht zum alten Eisen. Im rund 1800 Kilo wiegenden Q3 ist sie jederzeit pr\u00e4sent, das Auto st\u00fcrmt die kurzen Geraden am Falz\u00e0rego-Pass hinauf, kniet sich in die Spitzkehren, gewinnt die H\u00f6hen, und auch akustisch l\u00e4sst der Motor keine Zweifel an seiner Tauglichkeit f\u00fcr den hohen Himmel.<\/p>\n<p>Der F\u00fcnfzylinder arbeitet mit der f\u00fcr diese Bauform charakteristischen unregelm\u00e4\u00dfigen Z\u00fcndfolge, und daraus entwickelt sich unter Volllast in Verbindung mit dem Turbolader der \u00dcbergang vom einzelnen Jodlerruf zum Chor der Kletterer und Kraxler. Dank der nahe an der Hinterachse montierten Lamellenkupplung im Antriebsstrang nimmt der RS Q3 mit variabler Kraftverteilung die engsten Kehren selbst im steilsten Gel\u00e4uf mit geringstm\u00f6glichem Traktionsverlust. Um die Gangwahl bem\u00fcht sich erfolgreich das S tronic-Getriebe von Audi, eine Box, die sieben Vorw\u00e4rtsg\u00e4nge offeriert und mit zwei Kupplungen und zwei Teilgetrieben arbeitet, zwischen denen bei Bedarf hin und her geschaltet wird. Das vollzieht sich in Sekundenbruchteilen, und auf dem Falz\u00e0rego-Scheitel in etwa 2100 Meter H\u00f6he atmen Auto und Fahrer durch.<\/p>\n<h2>Dem Audi sind Erm\u00fcdungserscheinungen fremd<\/h2>\n<p>Wir warten auf die Geierwally aus M\u00fcnchen, sie wollte mit dem RS6 Avant und zwei Murmeltieren nachkommen. Aber wom\u00f6glich ist sie mit dem st\u00e4rksten Audi Avant und seinen 560 PS (412 kW) schon voraus und schw\u00e4rmt beim Picknick vom Gro\u00dfglockner, der seit den fr\u00fchen Morgenstunden hinter uns liegt. Zwischen Omnibussen und Ausflugsautos sorgt auf dem Parkplatz der kompakte Audi Q3 f\u00fcr Aufsehen. Er mutiert zum Objekt der Begierde f\u00fcr die mobilen Herrschaften mit dem Silberhaar und der freien Rentner-Zeit. Sie wissen nicht nur den Blick auf Gletscher und G\u00e4msen zu sch\u00e4tzen. Die gut \u00fcberschaubare Karosserie des SUV, die h\u00f6here Sitzposition, das bequemere Ein- und Aussteigen und der gut zug\u00e4ngliche Kofferraum sind Eigenschaften, die man in diesen Jahren des R\u00fcckzugs ins private Reisen und Genie\u00dfen durchaus sch\u00e4tzen kann. Nicht jeder Wanderschuhtr\u00e4ger zuckt beim Preis des RS Q3 zusammen: 54.600 Euro.<\/p>\n<p>Zwei Stunden sp\u00e4ter wird es Zeit f\u00fcr die l\u00e4ngere Rast. Die Dolomiten schauen her\u00fcber. Hoch am Himmel sind die Kastelruther Spatzen zu h\u00f6ren. Der hei\u00df gefahrene Audi Q3 hockt mit laufendem Motor und summendem K\u00fchlgebl\u00e4se zum Verschnaufen an einem der Felsen. Fahrer und Beifahrer sch\u00fctteln die Kurven aus den Knochen. Gro\u00dfe Brocken vom Berg liegen hier oberhalb von 2000 Meter wie aus dem Baukasten von Riesenkindern gest\u00fcrzt, verstreut herum, und das Auto knackt in den Gelenken und \u00fcber seiner Motorhaube flimmert die Luft in der Sonne. Zwei Murmeltiere halten in guter Entfernung ihre B\u00e4uche in die warme Luft des sp\u00e4ten Sommers. Beim Schlagen der T\u00fcren pfeift der diensthabende Wachmann-Murmel, und die possierlichen Bergbewohner beschleunigen auf den ersten beiden Metern schneller als jeder Audi.<\/p>\n<p>In zwei Tagen haben wir ohne Seil und Haken die vergleichsweise idyllische Nockalmstra\u00dfe, die einst gef\u00fcrchtete Turracher H\u00f6he, den im Winter ungesch\u00fctzten S\u00f6lkpass, den sanften Pass Thurn, die noch immer unglaublich-herrliche Gro\u00dfglockner-Hochalpenstra\u00dfe, den einst hartumk\u00e4mpften Falz\u00e0rego-Pass, den Valparola-Pass mit seinem eiseskalten See und schlie\u00dflich den wegen der Autobahn weniger frequentierten Brennerpass absolviert. Dem Audi RS Q3 sind Erm\u00fcdungserscheinungen fremd. Wahrscheinlich liegt es wirklich nicht an den ewig herausfordernden P\u00e4ssen. Der Audi bekommt einen kleinen blechernen Orden.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/alpenfahrt-mit-audi-rs-q3-rendezvous-mit-rentnern-heidi-und-der-geierwally-12615243.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/alpenfahrt-mit-audi-rs-q3-rendezvous-mit-rentnern-heidi-und-der-geierwally-12615243.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach zehn Alpenp\u00e4ssen in zwei Tagen gibt es keine Zweifel: Die steilen Berge sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. 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