{"id":18303,"date":"2013-08-27T12:32:57","date_gmt":"2013-08-27T12:32:57","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=18303"},"modified":"2013-08-27T12:32:57","modified_gmt":"2013-08-27T12:32:57","slug":"aus-nord-wird-sud","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=18303","title":{"rendered":"Aus Nord wird S\u00fcd"},"content":{"rendered":"<p>Alle elf Jahre polt sich das Sonnenmagnetfeld um. Die Ursache f\u00fcr dieses Ph\u00e4nomen, das sich in K\u00fcrze wiederholt,  ist noch immer unklar.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Die amerikanische Weltraumbeh\u00f6rde Nasa geizt bekanntlich nicht mit der Verk\u00fcndung sensationeller Nachrichten. So auch Anfang August, als sie erkl\u00e4rte, dass \u201eetwas Gro\u00dfes\u201c auf der Sonne vorgehen werde, und zwar in den kommenden drei bis vier Monaten. Dann n\u00e4mlich werde sich die Polarit\u00e4t des Sonnenmagnetfelds umkehren: Aus dem magnetischen Nordpol wird der S\u00fcdpol und umgekehrt &#8211; mit Auswirkungen auf das gesamte Sonnensystem, wie der Astrophysiker Todd Hoeksema von der Stanford University anf\u00fcgte. Tats\u00e4chlich erstreckt sich der Einflussbereich des solaren Magnetfelds, die Heliosph\u00e4re, bis hinter die Bahnen der \u00e4u\u00dfersten Planeten<strong>.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Keine Sorge vor dem Feldwechsel<\/strong><\/p>\n<p>Grund zur Beunruhigung angesichts des bevorstehenden Polsprungs gebe es dennoch nicht, stellt <a href=\"http:\/\/Markus Roth vom Kiepenheuer-Institut f\u00fcr Sonnenphysik\">Markus Roth vom <\/a><a href=\"http:\/\/www.kis.uni-freiburg.de\/index.php?id=13\">Kiepenheuer-Institut f\u00fcr Sonnenphysik in Freiburg<\/a> klar: \u201eDie normale Bev\u00f6lkerung wird davon nichts mitbekommen.\u201c Auch den Begriff \u201ePolsprung\u201c h\u00e4lt Roth f\u00fcr eher unpassend. \u201eDas ist ein langsamer Prozess, der nicht in einem Tag abl\u00e4uft\u201c &#8211; und das nicht zum ersten Mal: F\u00fcr die Sonne ist das Umspringen ihres Magnetfelds Routine. Alle elf bis dreizehn Jahre wechselt dessen Polarit\u00e4t, immer auf dem H\u00f6hepunkt des solaren Aktivit\u00e4tszyklus.<\/p>\n<p>Die Sonnenaktivit\u00e4t beobachten Astronomen seit der Erfindung des Fernrohres vor \u00fcber vierhundert Jahren anhand der schwankenden Zahl der Sonnenflecken. Die Sonnenforscher der Stanford University \u00fcberwachen das solare Magnetfeld immerhin seit 1976. F\u00fcr sie ist es folglich bereits der vierte Polsprung, den sie mitverfolgen k\u00f6nnen. Der zur\u00fcckliegende ereignete sich im Jahr 2001 &#8211; auch damals von den meisten Menschen auf der Erde v\u00f6llig unbemerkt.<\/p>\n<p><strong>Magnetwirbel schw\u00e4chen das Feld<\/strong><\/p>\n<p>Das Magnetfeld der Sonne \u00e4hnelt genau wie das der Erde zu Beginn jedes neuen Zyklus dem Feld eines Stabmagneten. Es besitzt also einen wohl definierten Nord- und einen S\u00fcdpol. Weil die Sonne aber im Unterschied zu unserem Planeten aus hei\u00dfem Plasma besteht, also einem dichten Gemisch aus elektrisch geladenen Atomkernen und Elektronen, und das Gestirn am \u00c4quator schneller rotiert als an den Polen, werde dieses Feld im Laufe der Zeit verdrillt und verwirbelt, erkl\u00e4rt <a href=\"http:\/\/www.uni-graz.at\/~hanslm\/\">Arnold Hanslmeier von der Universit\u00e4t Graz<\/a>. Dabei durchdringen einzelne Wirbel sogar die sichtbare Oberfl\u00e4che der Sonne und treten als dunkle Sonnenflecken in Erscheinung. Im Laufe mehrerer Jahre wandern die Sonnenflecken und die magnetischen Verwirbelungen zu den Magnetpolen, wo sie das globale Magnetfeld abschw\u00e4chen &#8211; bis es zusammenbricht und sich mit umgekehrter Polarit\u00e4t neu bildet.<\/p>\n<p><strong>Erruptionen begleiten <\/strong><strong>Umpolung <\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Sonnenforscher ist der bevorstehende Polsprung \u00e4u\u00dferst interessant, denn viele Details des solaren Magnetfelds sind noch unerforscht. Der Erde n\u00fctzt der gegenw\u00e4rtig unstete Zustand der Sonne eher, als er ihr schadet: Ein verwirbeltes Magnetfeld bildet einen st\u00e4rkeren Schutzschild gegen energiereiche kosmische Partikelstrahlung. Allerdings steigt mit zunehmender Sonnenaktivit\u00e4t die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr Eruptionen auf der Sonne, die energiereiche Plasmawolken in Richtung Erde schleudern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Gefahr f\u00fcr die Raumstation?<\/strong><\/p>\n<p>Problematisch sind diese B\u00f6en des Sonnenwindes vor allem f\u00fcr die Bewohner der Internationalen Raumstation, f\u00fcr Satelliten, sowie f\u00fcr Kommunikations- und Energieversorgungsnetzwerke. Sonneneruptionen k\u00f6nnen aber praktisch immer stattfinden, nicht nur w\u00e4hrend eines Polsprungs. Zudem ist das gegenw\u00e4rtige Aktivit\u00e4tsmaximum eines der schw\u00e4chsten seit Jahrzehnten &#8211; den Grund daf\u00fcr kennen die Forscher noch nicht.<\/p>\n<p>Nicht nur das Magnetfeld der Sonne, auch das der Erde wechselt seine Polarit\u00e4t von Zeit zu Zeit. Polspr\u00fcnge des Erdmagnetfelds finden aber wesentlich seltener und unregelm\u00e4\u00dfiger statt. Der letzte irdische Polsprung liegt bereits 740 000 Jahre zur\u00fcck, der n\u00e4chste ist \u00fcberf\u00e4llig &#8211; aber wann es so weit ist, wei\u00df bislang niemand.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/weltraum\/sonnenforschung-aus-nord-wird-sued-12538840.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/weltraum\/sonnenforschung-aus-nord-wird-sued-12538840.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alle elf Jahre polt sich das Sonnenmagnetfeld um. 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