{"id":18287,"date":"2013-10-15T12:32:52","date_gmt":"2013-10-15T12:32:52","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=18287"},"modified":"2013-10-15T12:32:52","modified_gmt":"2013-10-15T12:32:52","slug":"wolken-aus-stein-und-eisen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=18287","title":{"rendered":"Wolken aus  Stein und Eisen?"},"content":{"rendered":"<p>Aus den Daten des Weltraumteleskops Kepler haben Astronomen eine Wolkenkarte des Exoplanet Kepler 7b  erstellt. Seltsamerweise ist die Bew\u00f6lkung des  extrasolaren recht massiv.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Zum ersten Mal ist es amerikanischen Astronomen gelungen, die globale Wolkenverteilung eines Planeten au\u00dferhalb des Sonnensystems zu bestimmen. Mit den Daten des im Sommer stillgelegten <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kepler_%28Weltraumteleskop%29\">amerikansichen Weltraumteleskops Kepler<\/a> haben B<a href=\"http:\/\/www.mit.edu\/~demory\/Welcome.html\">rice-Olivier Demory vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge<\/a> und seine Kollegen herausgefunden, dass eine H\u00e4lfte des Planeten Kepler 7b unter einer permanenten Wolkendecke liegt, w\u00e4hrend sich die andere \u00fcber klaren Himmel freuen darf. Kepler 7b war f\u00fcr das Kepler-Teleskop (mit dem der Planet vor drei Jahren entdeckt wurde und dessen Namen er deshalb tr\u00e4gt) selbst nicht direkt sichtbar gewesen. Die Forscher haben f\u00fcr ihr Vorhaben deshalb winzige Helligkeitsschwankungen des Sterns untersucht, den Kepler 7b in nur 4,8 Tagen umrundet. Ein winziger Teil des Sternenlichts wird vom Planeten reflektiert und gibt Aufschluss \u00fcber die Beschaffenheit der Planetenatmosph\u00e4re.<\/p>\n<h2>Keine Wolken aus Wasserdampf<\/h2>\n<p>Eine hochaufl\u00f6sende Wolkenkarte des rund tausend Lichtjahre entfernten Planeten k\u00f6nnen die Astronomen noch nicht liefern. Allerdings d\u00fcrfte es auf dem \u201ehei\u00dfen Jupiter\u201c Kepler 7b auch wenig Bedarf f\u00fcr Wettervorhersagen geben, denn Leben ist hier unm\u00f6glich. Sicher ist jedoch, dass die Wolken von Kepler 7b v\u00f6llig anders beschaffen sind als diejenigen der Erde. Statt aus Wasserdampf bestehen sie wom\u00f6glich aus <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Silicate\">silikathaltigem Material <\/a>&#8211; aus \u201eFels und Eisen\u201c also, wie der <a href=\"http:\/\/www.ucolick.org\/~jfortney\/\">Astronom Jonathan Fortney von der University of California in Santa Cruz <\/a>und Mitautor der Studie berichtet, die in der<a href=\"http:\/\/www.mit.edu\/~demory\/preprints\/kepler-7b_clouds.pdf\"> kommenden Ausgabe der \u201eAstrophysical Journal Letters\u201c<\/a> erscheinen wird. Auch scheinen sich die Wolkenformationen auf Kepler 7b anders als auf der Erde im Laufe der Zeit kaum zu \u00e4ndern &#8211; der Planet besitzt offenbar ein au\u00dfergew\u00f6hnlich stabiles Klima.<\/p>\n<p><strong>The Dark Side of Kepler 7b<\/strong><\/p>\n<p>Das h\u00e4ngt h\u00f6chstwahrscheinlich mit der Beschaffenheit des Planeten zusammen: Kepler 7b ist weniger als halb so massereich, aber anderthalbmal so gro\u00df wie Jupiter, der gr\u00f6\u00dfte Planet unseres Sonnensystems. Daher sind sowohl seine Dichte als auch die Schwerebeschleunigung in seinen \u00e4u\u00dferen Gasschichten besonders gering. Dies und seine hohe Temperatur beg\u00fcnstigten die Bildung von gro\u00dfr\u00e4umigen \u201eWolkendecken\u201c aus schwerem Material, das in der Erdatmosph\u00e4re schnell zu Boden sinken w\u00fcrde. Die auffallende Stabilit\u00e4t der globalen Wolkenverteilung kommt vermutlich dadurch zustande, dass Kepler 7b, \u00e4hnlich wie der Mond der Erde, stets seinem Stern die gleiche Seite zuwendet. Somit ist eine Seite des Planeten st\u00e4ndig beleuchtet, die andere dagegen ewiger Dunkelheit ausgesetzt.<\/p>\n<p>        \t                        \t<!--\/\/ End Fullscreen Foto \/\/-->    <\/p>\n<p>Im sichtbaren Licht k\u00f6nnen die Astronomen nur die beleuchtete Seite sehen. Dabei \u00e4ndert sich bei einem Umlauf um den Stern die von der Erde aus sichtbare Lichtphase des Planeten. W\u00fcrde Kepler 7b das Sternenlicht gleichm\u00e4\u00dfig zur\u00fcckwerfen, m\u00fcsste er seine gr\u00f6\u00dfte Helligkeit zu seiner \u201eVollmondstellung\u201c erreichen, wenn er also f\u00fcr einen irdischen Beobachter hinter dem Stern steht. Tats\u00e4chlich fanden die Forscher heraus, dass der Planet seine Maximalhelligkeit erst sp\u00e4ter erreicht &#8211; dass die westliche Hemisph\u00e4re von Kepler 7b das Sternenlicht also besser reflektiert als die \u00f6stliche. Da ein Gasplanet keine festen Kontinente oder Meere besitzt, bleiben als Erkl\u00e4rung nur Wolken.<\/p>\n<h2>Meteorologie von Exoplaneten<\/h2>\n<p>Zus\u00e4tzlich untersuchten die Forscher die von Kepler 7b ausgesandte W\u00e4rmestrahlung mit dem Weltraumteleskop Spitzer, das f\u00fcr Wellenl\u00e4ngen im Infrarotbereich optimiert ist. So konnten sie sicherstellen, dass das vom Planeten ausgehende Licht tats\u00e4chlich das reflektierte Licht des Sterns ist &#8211; und nicht etwa das \u201eGl\u00fchen\u201c des Planeten selbst. Die mit Spitzer gemessene mittlere Temperatur des Planeten von rund 1300 Grad ist immer noch zu niedrig, um seine Helligkeit im sichtbaren Licht erkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nun hoffen die Forscher um Demory, auch andere Planeten auf gro\u00dffl\u00e4chige Wolkenstrukturen untersuchen zu k\u00f6nnen. Bis zu einer \u201eExoplanetenmeteorologie\u201c d\u00fcrfte es aber noch ein recht weiter Weg sein.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/weltraum\/exoplaneten-wolken-aus-stein-und-eisen-12608069.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/weltraum\/exoplaneten-wolken-aus-stein-und-eisen-12608069.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus den Daten des Weltraumteleskops Kepler haben Astronomen eine Wolkenkarte des Exoplanet Kepler 7b erstellt. Seltsamerweise ist die Bew\u00f6lkung des extrasolaren recht massiv.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":50086,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[430,429],"tags":[891,892,893],"class_list":["post-18287","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-weltraum","category-wissen","tag-cambridge","tag-planet","tag-sonnensystem"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18287","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=18287"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18287\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/50086"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=18287"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=18287"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=18287"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}