{"id":18205,"date":"2013-09-24T12:32:25","date_gmt":"2013-09-24T12:32:25","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=18205"},"modified":"2013-09-24T12:32:25","modified_gmt":"2013-09-24T12:32:25","slug":"razzia-im-hamburger-fondshaus-wolbern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=18205","title":{"rendered":"Razzia im Hamburger Fondshaus W\u00f6lbern"},"content":{"rendered":"<p>Heinrich Schulte, Inhaber des Fondshaus W\u00f6lbern, sitzt wegen mutma\u00dflicher Untreue in Untersuchungshaft. Er soll viele Millionen Euro seiner Kunden ins Ausland verschoben habe.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Eine solche Gro\u00dfrazzia hat es in Hamburg lange nicht mehr gegeben: 58 Kriminalbeamte, acht Mitarbeiter des Wirtschaftspr\u00fcfdienstes des Landeskriminalamtes und zwei Staatsanw\u00e4lte durchsuchten am Montagmorgen die Gesch\u00e4ftsr\u00e4ume der Fondsgesellschaft W\u00f6lbern Invest KG sowie die Privatwohnung des Inhabers und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers Heinrich Maria Schulte, wie in einem Teil unserer gestrigen Ausgabe schon berichtet. Schulte selbst wurde verhaftet: \u201eEs bestand Fluchtgefahr\u201c, sagte Staatsanwalt Carsten Rinio gegen\u00fcber dieser Zeitung. Schulte habe gute Kontakte ins Ausland.<\/p>\n<p>Dorthin soll Schulte viele Millionen Euro, mutma\u00dflich das Geld seiner Kunden, zu seinen Gunsten verschoben haben. Die Hamburger Staatsanwaltschaft will Schulte wegen des Verdachts der gewerbsm\u00e4\u00dfigen Untreue in 318 F\u00e4llen anklagen. Ihm Fall einer Verurteilung drohe ihm eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren, sagte Rinio. Die 318 F\u00e4lle beziehen sich auf 318 einzelne \u00dcberweisungen. Als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von 29 geschlossenen Immobilienfonds seiner Firma W\u00f6lbern Invest soll Schulte in Summe 137 Millionen Euro unrechtm\u00e4\u00dfig abgezweigt haben.<\/p>\n<h2>Klagewelle brach los<\/h2>\n<p>In den Fonds steckt das Geld von rund 40 000 Anlegern, von denen viele schon l\u00e4nger um ihren Kapitaleinsatz f\u00fcrchten. Nach Schultes Verhaftung ist die Unsicherheit noch gr\u00f6\u00dfer geworden. Anlegeranw\u00e4lte vermuten, dass es um einige W\u00f6lbern-Fonds m\u00f6glicherweise noch schlechter bestellt ist als ohnehin bislang vermutet. Der Wert etlicher B\u00fcroimmobilien, die mit dem Geld der Anleger einst unter anderem in Holland gekauft wurden, ist stark gefallen. Zahlreiche Mietvertr\u00e4ge laufen aus, und eine lukrative Neuvermietung ist vielfach nicht in Sicht.<\/p>\n<p>Versprochene Aussch\u00fcttungen blieben aus, eine Klagewelle brach los. Seit einiger Zeit schon vermuteten gesch\u00e4digte Anleger, dass Schulte Gelder veruntreut habe. Diese Vorw\u00fcrfe hat Schulte stets zur\u00fcckgewiesen. Am Montag habe der Manager nach seiner Verhaftung \u201ekeine Angaben zur Sache\u201c gemacht, erkl\u00e4rte der Staatsanwalt Rinio. Beim Fondshaus selbst war bis Dienstagnachmittag niemand zu einer Stellungnahme bereit.<\/p>\n<p>Nach den Erkenntnissen der Ermittler sind die erw\u00e4hnten 137 Millionen Euro \u00fcber Umwege auf den Konten einer von Schulte beherrschten Gesellschaft namens W\u00f6lbern Invest BV in den Niederlanden gelandet. Von dort seien 100 Millionen Euro in andere Gesellschaften sowie auch zur\u00fcck in die Fonds geflossen. Rund 37 Millionen Euro seien auf Schultes Privatkonto oder auf Konten von Gesellschaften gewandert, in denen Schulte als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer firmiert habe.<\/p>\n<p>Bei der Razzia am Firmensitz im Gro\u00dfen Grasbrook in der Hamburger Hafencity sammelten die Beamten 100 Kartons mit Gesch\u00e4ftsunterlagen sowie eine F\u00fclle elektronischer Daten ein. Zu den Beschuldigten z\u00e4hlt nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch ein weiterer Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Immobilienfonds. Schulte hatte das kleine Bankhaus W\u00f6lbern, dessen Wurzeln bis in das Jahr 1816 zur\u00fcckreichen, 2006 von Barclays \u00fcbernommen. Doch dem branchenfremden Medizinprofessor gelang es nicht, die Bank am Laufen zu halten und er konzentrierte sich auf das Fondsgesch\u00e4ft.<\/p>\n<p>Das jedoch lief nach Ausbruch der Finanzkrise immer schlechter. Mit seinem Versuch, die Liquidit\u00e4t aus gut gehende Fonds zur St\u00fctzung notleidender Fonds zu nutzen, stie\u00df Schulte auf erbitterten Widerstand der Anleger. Dieses Man\u00f6ver wurde gerichtlich gestoppt. Im M\u00e4rz 2012 k\u00fcndigte das Emissionshaus an, sich von Immobilien im Wert von 1,4 Milliarden Euro trennen zu wollen und damit dem gr\u00f6\u00dften Teil des Fondsverm\u00f6gens. Auch damit waren und sind viele Anleger nicht einverstanden, weil etliche Objekte nur mit Verlust zu verkaufen sind.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/fonds-mehr\/verdacht-auf-untreue-razzia-im-hamburger-fondshaus-woelbern-12590023.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/fonds-mehr\/verdacht-auf-untreue-razzia-im-hamburger-fondshaus-woelbern-12590023.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heinrich Schulte, Inhaber des Fondshaus W\u00f6lbern, sitzt wegen mutma\u00dflicher Untreue in Untersuchungshaft. 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