{"id":18131,"date":"2013-10-17T12:31:50","date_gmt":"2013-10-17T12:31:50","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=18131"},"modified":"2013-10-17T12:31:50","modified_gmt":"2013-10-17T12:31:50","slug":"und-dann-schuf-gott-monsanto","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=18131","title":{"rendered":"Und dann schuf Gott Monsanto"},"content":{"rendered":"<p>Die Farmer in Amerika bauen fast nur noch genver\u00e4nderte Pflanzen an. Das finden viele Menschen furchtbar. Um zu verstehen, warum sich Genmais und Soja trotzdem so schnell verbreiten, fragt man am besten die Bauern, die sie s\u00e4en.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Monsanto hat schon viele sch\u00f6n-schreckliche Geschichten geliefert. Sie handeln von Korruption und gemeinen Patentklagen, von gekauften Studien und unheimlichen Vernetzungen des Saatgutkonzerns in die Politik und in die Wissenschaft.<\/p>\n<p>Zusammengenommen kann das ganze kriminalistische B\u00fccher ergeben, die zum Schluss kommen, hier strebe jemand nach Weltmacht und totaler Kontrolle. Ein Monopolist, der sich das Lebensnotwendige patentieren l\u00e4sst. Erst am vorletzten Wochenende trieb die Emp\u00f6rung Menschen in vielen hundert St\u00e4dten auf der Welt auf die Stra\u00dfe. Meist nahmen wenige hundert teil. In Denver zum Beispiel waren es aber mehr als tausend. Sie trommelten in Masken, spielten Gitarre und trugen Schilder, auf denen Totenk\u00f6pfe und Gasmasken zu sehen waren: \u201eGentechnik t\u00f6tet!\u201c Eines illustrierte, wie dem Chef von Monsanto der Kopf abgeschnitten wird.<\/p>\n<p>Der Protest ist nicht neu und kommt nicht zur Ruhe. Aber die Realit\u00e4t hat die Skeptiker und Alarmisten l\u00e4ngst eingeholt. Genmanipulierte Pflanzen, die in Deutschland verboten und politisches Tabuthema sind und nur in Teilen Europas mehr als Zukunftstechnologie denn als Bedrohung wahrgenommen werden &#8211; sie dominieren l\u00e4ngst hier in Nordamerika.<\/p>\n<p>Die Aufregung findet in Amerika auch in den St\u00e4dten statt. Auf dem Land &#8211; dort, wo die Saaten wachsen &#8211; ist die Revolution in aller Ruhe passiert. Zum Beispiel in Kalifornien. Trocken sind die B\u00f6den hier, etwa rund um die Stadt Tulare im sogenannten Zitroneng\u00fcrtel s\u00fcd\u00f6stlich von San Francisco.<\/p>\n<p>Das ist trotz der Trockenheit die Region in den Vereinigten Staaten, in der am meisten Milch erzeugt wird. Um die Milchk\u00fche zu f\u00fcttern, bauen die Farmer Mais an. Hier protestieren nur die Farmer &#8211; nicht gegen Monsanto, sondern gegen politische Pl\u00e4ne, die Landwirtschaft zu sparsamerem Umgang mit dem Wasser zu zwingen.<\/p>\n<p>Entlang der langen Stra\u00dfen rund um Tulare haben Farmer Protestschilder aufgestellt: \u201eWasserk\u00fcrzung = h\u00f6here Lebensmittelpreise!\u201c Der Hochleistungsmais saufe mehr Wasser als gew\u00f6hnliche Pflanzen, sagten Skeptiker. Und das wird knapper. Der Klimawandel lie\u00df die Schneef\u00e4lle in der nahen Sierra Nevada weniger werden und damit die Menge an Schmelzwasser, das im Sommer eine wichtige Wasserquelle ist. Hier in Tulare dr\u00fccken Felder und Plantagen der Landschaft ihren \u00f6den Stempel auf.<\/p>\n<p>Bew\u00e4sserungsgr\u00e4ben fluten die Felder, Flugzeuge d\u00fcngen und spritzen. Kalifornien gilt als Gew\u00e4chshaus Amerikas &#8211; und Amerika ist eines f\u00fcr die halbe Welt. Wie auch deren Experimentierlabor. In Kalifornien, wo die Geschichte der Pflanzengentechnik in den achtziger Jahren im Unternehmen Calgene begann, das sp\u00e4ter wie viele andere von Monsanto geschluckt wurde, w\u00e4chst heute kaum noch eine Mais-, Soja- oder Baumwollpflanze, deren Erbgut nicht im Labor ver\u00e4ndert wurde. Und f\u00fcr deren Nutzung die Farmer nicht j\u00e4hrlich eine hohe Geb\u00fchr an die Gentech-Konzerne zahlen.<\/p>\n<h2>Der Mais des Grauens<\/h2>\n<p>In den Vereinigten Staaten hat der Anteil genver\u00e4nderter Organismen (GVO) am Mais, Soja- und Baumwollanbau in diesem Jahr erstmals 90 Prozent erreicht. Die meisten Pflanzen sind gegen Sch\u00e4dlinge resistent, gegen das Pestizid Glyphosat oder beides. Auch in vielen Entwicklungsl\u00e4ndern nehmen die Anbaufl\u00e4chen stark zu. Die Pflanzen kommen nicht nur von Monsanto &#8211; auch aus den Laboren von Pioneer, Syngenta, Bayer, KWS, CAAS aus China oder Nath Seeds aus Indien. Es gibt ver\u00e4nderte Tomaten, Paprika, Papaya. In verarbeiteten Lebensmitteln und als Tierfutter gelangt ein Teil der Ernte ins restriktive Europa, wo nur in wenigen Staaten wenige Sorten angebaut werden.<\/p>\n<p>Der Mais des Grauens, als der er aus deutscher Brille erscheint, spiegelt sich im Wassergraben. Er sieht aus wie gew\u00f6hnlicher Mais. Das Feld ist sehr gro\u00df. Lastwagen fahren zur Ernte auf und ab. Zwei H\u00e4cksler rattern durch die Felder. Vom Fahrersitz sieht es so aus, als steure die Maschine auf eine gr\u00fcne Wand zu, so hoch sind die Pflanzen. Der H\u00e4cksler zerschreddert die Halme der Sorte MON88913 und spuckt die Maisfetzen auf die Ladefl\u00e4che der nebenherfahrenden Lastwagen. Maisstaub liegt wie Nebel in der Luft. Ein Mexikaner, Saisonarbeiter, sitzt am Steuer. Er sagt, er mache sich keinen Kopf. Sei alles normal: \u201eIch liebe Gentechnik\u201c, lacht er, \u201eno problem.\u201c<\/p>\n<p>Man kann lange suchen, bis man in Amerika einen Bauern oder Landarbeiter findet, der ein schlechtes Wort \u00fcber die GVO sagt. Nahe Bakersfield gibt es einen Farmer, der etwa zw\u00f6lftausend Milchk\u00fche und Tausende Hektar Maisfelder hat. Mike Danell klagt: Der Milchpreis sei zu niedrig. \u00dcberproduktion. Trotz des Exports nach China, das aus der ganzen Welt Milch und Fleisch kauft &#8211; und neulich sogar den weltgr\u00f6\u00dften amerikanischen Schlachtkonzern Smithfield Foods. Der Farmer sieht aus wie ein goldlockiger \u00d6lbonze aus einer achtziger Jahre-Serie. \u201eUnser Mais? Na klar, er ist genver\u00e4ndert. Das ist hier l\u00e4ngst kein Thema mehr.\u201c Die Ernten seien besser, die Kosten geringer, weil er f\u00fcr die Genpflanzen, die eingez\u00fcchtete Resistenzen enthalten, ein Drittel weniger Pestizide kaufen m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Die Farmer kaufen ihr Saatgut von Monsanto, weil ihnen dann am Ende des Jahres deutlich mehr Geld auf dem Konto bleibt. Diese Geschichte, die sie hier alle erz\u00e4hlen, ist &#8211; je nach Lesart &#8211; schrecklich oder sch\u00f6n und kommt banalerweise im Grunde ganz ohne politischen Filz und Welteroberungsbef\u00fcrchtungen aus.<\/p>\n<h2>Braun steht der Soja auf dem Feld<\/h2>\n<p>Was Amerika angeht, ist es nicht einmal so, dass die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung das Genfood ablehnen w\u00fcrde. Selbst in Kalifornien, dem Staat der reichen Rentner und landentfremdeten Interneteliten, entschied sich das Volk in einer Abstimmung vor einem Jahr dagegen, dass genver\u00e4nderte Lebensmittel als solche gekennzeichnet werden m\u00fcssen. Erst sah es so aus, als gebe es eine Mehrheit. Die Stimmung kippte, als die Wirtschaft behauptete, die Kennzeichnungspflicht werde Lebensmittel deutlich verteuern.<\/p>\n<p>Auch in Nebraska, im Mittleren Westen Amerikas, ist es in diesem Oktober trocken. Braun steht der Soja auf dem Feld. Die Ernte ist gut, dreizehn Tonnen je Hektar, erz\u00e4hlen die Farmer John und Mike Weber, zwei kr\u00e4ftige Br\u00fcder. Zum Gl\u00fcck, denn im vergangenen Jahr war die gro\u00dfe D\u00fcrre. Die Soja, die hier w\u00e4chst, ist die Sorte \u201ePioneer 92Y83\u201c, resistent gegen den Kapselwurm. Dessen sofortigen Tod nach einem Biss in die Sojaschote verspricht der Hersteller. Der Bauern muss weniger Insektizide kaufen und sein Feld seltener spritzen. So kommt die ganze Landwirtschaft hier wegen der \u201ezweiten gr\u00fcnen Revolution\u201c mit deutlich weniger fossilen Rohstoffen aus. Der Kapselwurm stirbt &#8211; noch. Denn irgendwann wird sich, das ist ein Gesetz der Natur, eine gegen das in die Pflanze eingekreuzte Gift resistente Mutation bilden und durchsetzen. Nur bis dahin profitierten die Farmer. Danach ist \u201ePioneer 92Y83\u201c wertlos, und der Gentechnikkonzen muss eine neue Pflanze erfinden. Ein ewiger Wettlauf.<\/p>\n<p>John und Mike Weber, die Soja-Farmer, sind deswegen skeptisch. Auch auf seinen Mais- und Sojafeldern beobachte er, dass schon mehr Unkr\u00e4uter resistent seien gegen das Herbizid Glyphosat, das seit etwa 40 Jahren im Einsatz ist, sagt Mike. Der Kapselwurm stirbt zwar noch zuverl\u00e4ssig &#8211; aber in nahen Bundesstaaten oder in Entwicklungsl\u00e4ndern wie Peru sind schon erste Sch\u00e4dlinge widerst\u00e4ndig gegen die Genpflanzen, wie neuerdings der Maiswurzelbohrer in Iowa. Mike ist das nicht geheuer: \u201eDie Wissenschaftler sagen, wir werden viel mehr Resistenzen bekommen. Wer wei\u00df, wie sp\u00e4tere Generationen \u00fcber uns urteilen.\u201c<\/p>\n<p>Wirtschaftlich aber profitieren die Br\u00fcder, und deswegen gibt es keinen Zweifel daran, mitzumachen. \u201eWir sparen ein Drittel der Pestizide, daf\u00fcr zahlen wir an Pioneer mehr Geld f\u00fcr die Saat\u201c, sagt Mike, \u201eunterm Strich sparen wir zehn Prozent der Kosten.\u201c M\u00f6glich w\u00e4re es, einen anderen Weg zu gehen, sagen sie. Problemlos gebe es konventionelles Saatgut zu kaufen. Das aber mache hier kaum ein Farmer. Nur wenige \u00d6kos und Farmer, die f\u00fcr Non-GVO-Labels produzieren.<\/p>\n<h2>Es gibt kein Monopol und keinen Zwang<\/h2>\n<p>Das wird im Supermarkt deutlich &#8211; hier, irgendwo am Stadtrand vom Omaha, der Hauptstadt Nebraskas. Popcorn ist im Angebot. Auf der Verpackung steht kein Hinweis auf genver\u00e4nderte Zutaten. Nicht mal \u201eMais\u201c steht auf der Zutatenliste: \u201eEnth\u00e4lt Popcorn, Raps\u00f6l, Honig, Salz.\u201c Die Verpackungen von Tortilla-Chips, aus Mais und frittiert im Soja\u00f6l, sind mit \u201eall natural\u201c bedruckt.<\/p>\n<p>Es gibt kein Monopol und keinen Zwang, au\u00dfer der Lust auf Gewinne. Das sagt auch Tom Petersen, ein Maisbauer der vierten Generation unweit von Omaha. Er findet nur Gutes an den immer neuen Pflanzensorten aus dem Reagenzglas. Es geht nicht nur um Einsparungen. \u201eIm Vergleich mit 1980 ernten wir hier doppelt so viel Mais pro Acre Land. Die Verkaufspreise haben sich in zehn Jahren verdoppelt. Wir verdienen hier richtig gutes Geld.\u201c Tom und sein greiser Vater Don, der nach dem Weltkrieg eine Weile als Soldat in Frankfurt lebte, bauen in diesem Jahr auch erstmals Mais an, der im Labor so ver\u00e4ndert wurde, dass er nicht nur Sch\u00e4dlingen und Spritzmitteln, sondern auch Trockenheit widerstehen soll. Wenn das funktioniert, sollte das die durchschnittlichen Ernten erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Von diesen Dingen verspricht sich der Unternehmensberater Tray Thomas weiterhin viel. Er kennt die Labore und Genkonzerne vom ersten Tag an. Er hat die wirtschaftliche Erfolgsgeschichte des Monsanto-Konzerns bis heute begleitet und daran verdient. Thomas, ein glatzk\u00f6pfiger Mann, der etwas m\u00fcde aussieht, leitet ein Beratungsunternehmen f\u00fcr die globale Agrarwirtschaft in Salt Lake City. Er erinnert sich daran, wie alles anfing vor mehr als zwanzig Jahren: mit Tomaten. Im Labor erhielt sie ein Festigkeitsgen. Fortan lie\u00dfen sie sich besser transportieren, die Tomaten wurden nicht so schnell matschig, man musste sie nicht schon gr\u00fcn pfl\u00fccken.<\/p>\n<p>Doch die Kunden kauften sie nicht. Sie sollen nicht gut geschmeckt haben, und Thomas meint, es habe auch an den \u00c4ngsten gelegen, die schon damals gesch\u00fcrt worden sein, als das \u201eLife\u201c-Magazin auf dem Titelblatt B\u00e4ume druckte, an denen K\u00fche wuchsen und Greenpeace Kampagnen fuhr. \u201eIch meine, dass gerade die Halbgebildeten empf\u00e4nglich sind f\u00fcr solche Angstmacherei &#8211; wirklich gebildete Leute nicht, die denken logisch.\u201c Nur Emotionen spr\u00e4chen gegen GVO. Und die seien auch in Amerika m\u00e4chtig. Thomas sagt: \u201eIn letzter Zeit schwindet nicht nur das Vertrauen in die Konzerne, sondern auch in die Fachbeh\u00f6rden, etwa das amerikanische Agrarministerium USDA. Man glaubt, wo es um viel Geld gehe, seien alle korrupt.\u201c Neuerdings twittert auch Tray Thomas\u2019 Tochter: \u201eMonsanto t\u00f6tet.\u201c Tray Thomas lacht bitter: \u201eDabei kann man Glyphosat trinken! V\u00f6llig harmlos!\u201c<\/p>\n<h2>\u201eSie hatten vorher ja Milliarden investiert\u201c<\/h2>\n<p>Thomas hatte Monsanto sehr geholfen, seine Milliarden zu verdienen. Der Konzern bef\u00fcrchtete anfangs, dass die Bauern das neue Saatgut einfach selbst vermehren w\u00fcrden und in diesem Gesch\u00e4ft kein Geld zu verdienen sei. Tray Thomas erfand die Vertr\u00e4ge, die nun kritisiert werden: Monsanto verlangte fortan eine Lizenzgeb\u00fchr von den Bauern. Thomas kann die Kritik, dies mache Landwirte abh\u00e4ngig, nicht teilen. \u201eBeide haben gewonnen: Bauern sparen Pestizide, Monsanto erh\u00f6hte seine Rendite f\u00fcr Saatgut von weniger als 10 auf mehr als 50 Prozent. Sie hatten vorher ja Milliarden investiert.\u201c<\/p>\n<p>In Nebraska, wohin der deutsche Traktorenhersteller Claas Journalisten zu einer Informationsreise einlud, scheinen die politischen Debatten von Br\u00fcssel und Washington endlos weit entfernt. Jeremy Coe m\u00e4stet hier Fleischrinder auf einer Farm mit Wildwest-Charme. Der Landarbeiter spricht im S\u00fcdstaaten-Slang: \u201eUnser ganzes Land riecht so wie diese Farm\u201c. Nach Rindermist. \u201eEs gibt keine Nachbarn, keiner regt sich auf,\u201c sagt Coe. \u201eNur einmal riefen Hindus an und sagten, wir d\u00fcrften keine K\u00fche m\u00e4sten. Sie haben es aber schnell aufgegeben.\u201c<\/p>\n<p>Das Land ist pragmatisch. Megafelder und Maissilos stehen in der Landschaft wie Starbucks-Filialen, Landwirte reden wie Manager. Es ist einfach ein Business. Und auch Wissenschaftler brauchen keine Wortgirlanden. Nahe San Francisco steht das Zentrum f\u00fcr Pflanzenforschung der Universit\u00e4t Davis. Wie \u00fcblich, wird diese teils von der Industrie finanziert. Monsanto stiftet Stipendien. Am Konferenztisch sitzt die wissenschaftliche Mannschaft, f\u00fchrende Forscher. Auch sie werden schnell emotional, wenn es um Gentechnik geht. Ein Protokoll:<\/p>\n<p>Eduardo Blumwald, Professor f\u00fcr Zellbiologie: \u201eEs wurde jetzt eine Generation mit GVO ern\u00e4hrt. Wie viele wurden davon krank? Nicht einer. Ihr Europ\u00e4er glaubt, ihr seid schlauer. Ja, ja: die dummen Amerikaner! Ach was: Eure Chemieindustrie ist m\u00e4chtig. Die will keine GVO, denn die schadet dem Gesch\u00e4ft.\u201c<\/p>\n<p>Alan Bennett, Professor f\u00fcr Pflanzenforschung: \u201eIhr Europ\u00e4er belehrt uns immer bez\u00fcglich des Klimawandels: Amerikaner, h\u00f6rt endlich auf die Wissenschaft! Und wenn es um GVO geht, h\u00f6rt Ihr selbst nicht auf die Wissenschaft. Ich kenne keinen Wissenschaftler, der nicht f\u00fcr die Gentechnik w\u00e4re. Au\u00dfer einem in Berkeley. Aber der ist kein Wissenschaftler.\u201c<\/p>\n<h2>Warum geben sie es bitte f\u00fcr Kampagnen aus?<\/h2>\n<p>Kent Bradford, Direktor f\u00fcr Saatgut-Biotechnologie: \u201eGreenpeace hat ein h\u00f6heres Budget, als der amerikanische Staat f\u00fcr Forschung in der Pflanzengenetik ausgibt. Warum geben sie es bitte f\u00fcr Kampagnen aus? Warum nicht daf\u00fcr, die Pflanzen zu verbessern? Die Ertr\u00e4ge m\u00fcssen steigen, sonst gibt es bald wieder mehr Hunger auf der Welt. Stattdessen zerst\u00f6ren die Aktivisten Felder.\u201c<\/p>\n<p>In einem Aufsatz schreibt Alan Bennett, was bald kommen werde: Pflanzen mit neuen Vitaminen, viele trockenresistente Z\u00fcchtungen, genver\u00e4nderte Fische.<\/p>\n<p>Etwas weiter im Landesinneren von Kalifornien, nahe der Kleinstadt Yuba City mit ihren Walnuss- und Tomatenplantagen, bewirtschaftet ein Einwanderer aus den Philippinen mit einem uralten Traktor zwei Hektar. Er baut gew\u00f6hnliche Erdbeeren an und verkauft sie an der Stra\u00dfe. Davon ern\u00e4hrt er seine Frau und vier Kinder. Sie leben in einer Holzh\u00fctte. Er sagt, die steigenden Pachtpreise machten ihm zu schaffen. Er sieht gl\u00fccklich aus. Sein Nachbar, ein Farmer, muss \u00fcber ihn den Kopf sch\u00fctteln: \u201eSo wie der wird man die Welt nicht ern\u00e4hren k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/genveraenderte-pflanzen-und-dann-schuf-gott-monsanto-12622148.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/genveraenderte-pflanzen-und-dann-schuf-gott-monsanto-12622148.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Farmer in Amerika bauen fast nur noch genver\u00e4nderte Pflanzen an. Das finden viele Menschen furchtbar. 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