{"id":17985,"date":"2013-10-23T15:09:47","date_gmt":"2013-10-23T15:09:47","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=17985"},"modified":"2013-10-23T15:09:47","modified_gmt":"2013-10-23T15:09:47","slug":"am-besten-zu-einer-jungen-arztin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=17985","title":{"rendered":"Am besten zu einer jungen \u00c4rztin"},"content":{"rendered":"<p>Die Frauen unter den Haus\u00e4rzten machen alles besser &#8211; das wird in einer kanadischen Studie behauptet. Sollte man nur noch zu \u00c4rztinnen gehen &#8211; oder gibt es noch andere Kriterien?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Das will man h\u00f6ren: \u00c4rztinnen machen es besser als \u00c4rzte. Da ohnehin alle Prognosen davon ausgehen, dass die Medizin in Zukunft weiblich werden wird, sollte dies eine beruhigende Botschaft sein. F\u00fcr Diabetiker in Kanada jedenfalls sieht es gut aus, wenn sie einer Frau Doktor vertrauen. Das geht aus einer Studie mit 870 Haus\u00e4rzten hervor, die H\u00e4lfte war weiblich: Gingen die Zuckerkranken zu einer \u00c4rztin, erhielten 71 Prozent von ihnen Medikamente gem\u00e4\u00df der Leitlinien, aber \u201enur\u201c 67 Prozent der m\u00e4nnlichen \u00c4rzte verschrieben derart regelkonform. Wem dieser Unterschied zu gering ausf\u00e4llt, der wird von der ganzen Studie entt\u00e4uscht sein, denn bei den anderen Parametern verh\u00e4lt es sich \u00e4hnlich: \u00c4rztinnen haben zwar etwas h\u00e4ufiger als ihre m\u00e4nnlichen Kollegen die j\u00e4hrlich vorgeschriebene k\u00f6rperliche Untersuchung empfohlen. Aber mit 39 versus 33 Prozent blieb auch dieser Unterschied klein. Die Qualit\u00e4tsunterschiede zwischen m\u00e4nnlichen und weiblichen \u00c4rzten sind leider nie so gro\u00df, als dass sie den Gendertheoretikern Luftspr\u00fcnge erlaubten. Auch einschl\u00e4gige Ergebnisse aus deutschen Studien stehen auf \u00e4hnlich d\u00fcnnem Evidenz-Eis: Patienten mit Herzschw\u00e4che w\u00fcrden \u201eh\u00e4ufiger\u201c mit den erforderlichen Medikamenten behandelt, wenn ihr Arzt eine Frau ist, hei\u00dft es etwa in einer Untersuchung der Universit\u00e4t des Saarlandes.<\/p>\n<h2>Der junge Arzt ist \u00fcberlegen<\/h2>\n<p>Leider lassen solch qualitative Aussagen in der Regel die statistische Signifikanz vermissen, die die \u00dcberlegenheit der Frauen im medizinischen Gesch\u00e4ft tats\u00e4chlich mit harten Fakten untermauern k\u00f6nnte. Schaut man genauer hin, so verblassen die Unterschiede zum Beispiel dann, wenn man das Alter der Mediziner ber\u00fccksichtigt. Die j\u00fcngeren sind besser als die \u00e4lteren \u00c4rzte, lautet die wirklich interessante Botschaft der kanadischen Studie, und daf\u00fcr lassen sich schon viel bessere Belege finden. Die Arbeit \u00e4lterer \u00c4rzte wurde auch in einer britischen Untersuchung, die einen Zeitraum von elf Jahren umfasste, sechsmal h\u00e4ufiger beanstandet als die ihrer j\u00fcngeren Kollegen.<\/p>\n<p>Dass der \u201eHausarzt der Zukunft eine Haus\u00e4rztin\u201c sein wird, wie unl\u00e4ngst auf der Jahrestagung der Allgemeinmediziner in M\u00fcnchen verk\u00fcndet wurde, sollte deshalb nicht vorschnell mit Begeisterung aufgenommen werden. Da den Haus\u00e4rzten wie vielen anderen Fachdisziplinen in der Medizin der Nachwuchs ausgeht und \u00e4ltere \u00c4rzte mit lockenden Angeboten absehbar f\u00fcr weitere Dienstjahre gek\u00f6dert werden, ist auch die \u00c4rztin der Zukunft eher eine Seniorin, und das beruhigt einen dann schon weit weniger.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/glosse-am-besten-zu-einer-jungen-aerztin-12627751.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/glosse-am-besten-zu-einer-jungen-aerztin-12627751.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Frauen unter den Haus\u00e4rzten machen alles besser &#8211; das wird in einer kanadischen Studie behauptet. 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