Dax-Reform: Was passiert nun mit meinem ETF?

Published 24/11/2020 in Finanzen

Dax-Reform: Was passiert nun mit meinem ETF?
Die Deutsche Börse baut ihren Leitindex deutlich um. Was das für Anleger heißt.

Eines vorweg: Eine wundersame Geldvermehrung wird es nicht geben. Wenn der Dax im kommenden September von 30 auf 40 Mitglieder ausgeweitet wird, springt nicht die Dax-Punktzahl in die Höhe.

Am Vermögen der Anleger ändert sich entsprechend nichts. Ihr ETF-Wert entwickelt sich nah an der Indexpunktzahl. Die Indexformel ist so gestaltet, dass in die Variable der Indexmitglieder statt der Ziffer 30 dann eine 40 eingesetzt wird. Dadurch ändert sich das Gewicht der einzelnen Mitglieder im Index und die bisherigen 30 Mitglieder des Index werden etwas weniger Gewicht haben. Am neuen Dax werden sie nach aktuellem Stand rund 90 Prozent ausmachen. Die neuen zehn Werte würden auf etwa 10 Prozent kommen.

Keine dramatischen Auswirkungen

Die börsengehandelten Indexfonds (ETF) werden entsprechend umgebaut. Der Anleger muss dabei freilich nichts tun. Das macht der Indexanbieter. Er kauft im September 2021 die zehn neuen Aktien entsprechend des errechneten Gewichts. Airbus wird mit einem Gewicht (nach aktuellem Stand) von etwa 3,5 Prozent vermutlich die größte Veränderung. Symrise als wohl zweitgrößter Neuling käme schon auf weniger als 1 Prozent. Die „alten“ 30 Dax-Werte würden im Gewicht etwas reduziert. Ihre Aktien müssen die ETF-Anbieter entsprechend etwas

Dramatische Auswirkungen wird das aber nicht haben. Nach Angaben des Fondsverbandes BVI kommen die Dax-ETF derzeit auf ein Fondsvolumen von 13 Milliarden Euro. Bei den Dax-ETF-Anbietern liegen damit nur etwa 1 Prozent der Dax-Aktien. Nimmt man den Einfluss des Dax auf die Gestattung aktiver Fonds hinzu, deren Fondsmanager sich oft am Dax orientieren, wird der Einfluss etwas größer, ist aber nicht zu vergleichen mit den wesentlich größeren ETF-Anteilen im S&P-500 oder im MSCI World.

Nicht mehr und nicht weniger Ertrag

Die Kosten der ETF-Anbieter bei der Anpassung werden für die Anleger ohne Bedeutung sein und mit der bisherigen Management-Gebühr abgegolten sein. Bleibt die Frage, was die Sache den ETF-Besitzern bringt. Ihr Index wird etwas breiter gestreut. Statt 30 teilt sich das Risiko nun auf 40 Werte auf. Dafür kommen mehr kleinere Gesellschaften hinzu.

In einer Rückrechnung der Börse, wie sich der Dax mit 40 Werten in der Vergangenheit geschlagen hätte, ergibt sich folgendes Bild: Die durchschnittliche Rendite wäre exakt gleich geblieben. Die Index-Schwankungen wären minimal geringer gewesen. Etwas stärker ist der Einfluss der Abschaffung des Handelsumsatzkriteriums. Hierdurch sank in der Rückrechnung die Rendite etwas und die Kursschwankungen steigen leicht.

Anleger in M-Dax-ETF sollten bedenken, dass „ihrem“ Index im Herbst 2021 etwa ein Drittel des Börsenwerts abhanden kommen wird. Das ändert nichts am Vermögen des Fonds oder am Punktestand des M-Dax. Wie beim Dax werden nur die Gewichte angepasst. Aber im M-Dax werden deutlich kleinere Unternehmen als bisher maßgeblich sein. Das muss nicht schlimm sein. Auch hier hat die Rückrechnung keine großen Änderungen ergeben. Immerhin: Die Rendite war mit 7,1 Prozent im Jahr sogar leicht höher (und sowieso höher als im Dax) und die Volatilität etwas niedriger (und niedriger als im Dax).

Print article

Kommentieren

Bitte Pflichtfelder ausfüllen