Impfstoff gegen Coronavirus: Trump und das nationale „Ego“

Published 17/05/2020 in Ausland, Politik

Impfstoff gegen Coronavirus: Trump und das nationale „Ego“
Präsident Trump hält gebührenden Abstand zu den Pressevertretern vor dem Weißen Haus.

Ende April war der Name erstmals in den Medien aufgetaucht. Nun hat Präsident Donald Trump das Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt: Parallel zu den Bemühungen, Pharmaunternehmen mit öffentlichen Geldern bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Sars-CoV-2-Virus zu unterstützen, hat er die „Operation Warp Speed“ ins Leben gerufen, ein nationales Programm, das die schnellstmögliche Entwicklung, Produktion und Verteilung eines Impfstoffes ermöglichen soll.

Trump sprach am Freitag im Rosengarten des Weißen Hauses von einer „historischen und bahnbrechenden Initiative“, die die Kapazitäten der Gesundheitsbehörden, des Militärs und privater Partner kombiniere. Die Operation sei eine „wissenschaftliche, industrielle und logistische Anstrengung, die das Land seit dem Manhattan-Projekt nicht mehr gesehen hat“, sagte Trump unter Anspielung auf die Geheimoperation zur Entwicklung der Atombombe im Zweiten Weltkrieg. Wichtige Details des Projektes bleiben nämlich auch jetzt geheim.

Impfstoff bis zum Jahresende

Gesundheitsminister Alex Azar hatte im März vom Weißen Haus den Auftrag erhalten, die Suche nach einem Impfstoff zu verstärken. Wissenschaftler an den „National Institutes of Health“ (NIH) hatten schon am 11. Januar mit der Forschung begonnen – Stunden nachdem der Gencode des Virus bekanntgemacht worden sei, sagte Trump. Die Regierung setze zunächst darauf, Impfstoffprojekte privater Pharmakonzerne zu fördern. Der „Biomedical Advanced Research and Developement Authority“ (Barda) stehen dafür 3,5 Milliarden Dollar zur Verfügung. Im Frühjahr, nachdem der Konflikt mit China über die Frage nach dem Ursprung des Virus eskaliert war, forderte das Weiße Haus parallel zu den privatwirtschaftlichen Projekten eine nationale Operation. Ziel sei es, bis zum Jahresende einen Impfstoff zu entwickeln, sagte der Präsident nun. Azar teilte mit, insgesamt unterstütze die Regierung die Entwicklung eines Impfstoffes mit zehn Milliarden Dollar.

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