Digitale Vergeltung: Israelischer Cyberangriff auf iranischen Hafen

Published 19/05/2020 in Ausland, Politik

Digitale Vergeltung: Israelischer Cyberangriff auf iranischen Hafen
Der iranische Hafen Bandar Abbas im Juli 2019 auf einem Satellitenbild

Israel hat einem amerikanischen Pressebericht zufolge einen Cyberangriff auf eine kürzlich fertiggestellte iranische Hafenanlage bei Bandar Abbas durchgeführt. Wie die „Washington Post“ am Dienstag berichtete, sei der Angriff vor zehn Tagen erfolgt und habe „das geschäftige Terminal Shahid Rajee zu einem abrupten und unerklärlichen Halt gebracht“. Der frühere israelische Militärgeheimdienstchef Amos Yadlin twitterte, dies scheine eine israelische Reaktion auf einen iranischen Cyberangriff in Israel gewesen zu sein, der Ende April auf zivile Wasser- und Abwasseranlagen zielte.

Israelischen Medienberichten zufolge hatte dieser iranische Angriff kaum Schaden angerichtet. Vor rund zwei Wochen war das israelische Sicherheitskabinett zusammengekommen, um über den Fall zu beraten. Israelische Vertreter wurden zu dem Zeitpunkt mit den Worten zitiert, man sehe den iranischen Angriff als gravierende Eskalation Teherans, da er auf zivile Anlagen zielte. Wie der Sender Fox News damals berichtete, hätten die Iraner Server in Amerika genutzt, um darüber die Steuerungssysteme der israelischen Wasserversorgung anzugreifen.

Teheran hatte diesen Angriff nicht zugegeben, vergangene Woche jedoch einen Cyberangriff auf seinen Hafen bestätigt: Dieser habe es jedoch „nur geschafft, einzudringen und eine Reihe von privaten Steuerungssystemen des Hafens zu beschädigen“, zitierte die iranische Nachrichtenagentur Ilna den Hafendirektor. Ein Sicherheitsvertreter „einer ausländischen Regierung“ sagte dagegen nun der „Washington Post“, der Angriff sei erfolgreich verlaufen und habe weit mehr Schaden angerichtet als die Iraner zugeben würden. Ein amerikanischer Regierungsvertreter sagte der Zeitung, man vermute Israel hinter dem Angriff.

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