Amerika in der Corona-Krise: Zu großzügige Hilfe

Published 08/05/2020 in Wirtschaft

Amerika in der Corona-Krise: Zu großzügige Hilfe
Infolge der Pandemie ist die Arbeitslosigkeit in Amerika so schnell gestiegen wie nie zuvor.

Die Vereinigten Staaten erleben die schwerste Arbeitsmarktkrise seit der Großen Depression. Die Geschwindigkeit des Niedergangs ist atemberaubend. Alle Hoffnung richtet sich darauf, dass die Erholung ähnlich schnell ausfällt, doch diese Hoffnung dürfte vergebens sein – die großzügige Arbeitslosenhilfe bremst.

Die Stütze wird von den Bundesstaaten ausgezahlt und beträgt im Schnitt knapp 400 Dollar pro Woche. Dazu kommen nun im Rahmen des Krisenprogramms 600 Dollar pro Woche aus Bundesmitteln. Im vergangenen Jahr hat rund die Hälfte der Vollzeitbeschäftigten in den Vereinigten Staaten weniger als 1000 Dollar in der Woche verdient.

Das heißt, ein Teil der freigestellten Arbeitnehmer verspürt keinen Drang, an den Arbeitsplatz zurückzukehren. Das nachvollziehbare Kalkül lautet: Warum für weniger Geld die Gesundheit riskieren?

Die Folgen sind paradox. In der größten Arbeitsmarktkrise seit Jahrzehnten haben Unternehmen Schwierigkeiten, Personal zu finden. Für Arbeitgeber, die Subventionen im Rahmen des Lohnschutzprogramms erhalten haben, kann die Lage brenzlig werden. Denn wenn ihre freigesetzten Arbeitnehmer nicht innerhalb einer bestimmten Zeitspanne zurückkehren, dann wandelt sich die Subvention in einen Kredit um.

Das Ausmaß der Verwerfungen ist schwer zu beziffern. Doch die Klagen der Arbeitgeber mehren sich. In Bundesstaaten, die ihre Wirtschaft öffnen, haben Gouverneure freigestellte Arbeitnehmer aufgefordert, zurück an den Arbeitsplatz zu kommen. Andernfalls werde die Stütze gestrichen.

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