BMW in der Pandemie: Freude an Staatshilfe

Published 06/05/2020 in Unternehmen, Wirtschaft

BMW in der Pandemie: Freude an Staatshilfe
BMW ruft auch nach neuen Hilfen.

Es ist ein Jahrzehnt her, dass sich die Autoindustrie in der Wirtschafts- und Finanzkrise über eine Abwrackprämie freuen durfte, die den deutschen Steuerzahler 5 Milliarden Euro gekostet hat. Schnell waren die vielen Tausend Menschen in Kurzarbeit und die Produktionsausfälle in den Autofabriken vergessen.

Vor allem die drei deutschen Premiumhersteller Audi, BMW und Daimler verdienten mit dem Verkauf ihrer Autos so viel Geld, als hätte es das Krisenjahr 2009 nicht gegeben. Sie schütteten danach jahrelang Rekorddividenden an Aktionäre und hohe Erfolgsprämien an ihre Mitarbeiter aus.

Jetzt, in der nächsten großen Krise ungeniert nach neuen Subventionen zu rufen, wo doch seit wenigen Monaten bereits der Kauf von Elektroautos mit einer „Umweltprämie“ staatlich alimentiert wird, das macht sich nicht gut – selbst wenn wieder Werke geschlossen und Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt werden müssen. Wie sehr die Corona-Krise die aktuelle Erfolgsbilanz verhagelt, zeigt sich am frisch vorgelegten Zahlenwerk von BMW: Der Münchner Autohersteller rechnet in diesem Jahr nur noch mit einer Marge von 0 bis 3 Prozent, er streicht die Investitionen zusammen und stellt alle Projekte auf den Prüfstand. So wird zum Beispiel der Bau eines neuen Autowerks in Ungarn um ein Jahr verschoben und frei werdende Stellen sollen nicht neu besetzt werden.

Keine Frage, die Lage ist besorgniserregend. Und es ist fraglich, ob noch einmal Chinas aufstrebende Mittelschicht ihr Erspartes in deutsche Luxusautos investiert, wie in all den guten Jahren nach dem Krisenjahr 2009.

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