Coronavirus in China: Die Hubeier dürfen endlich raus

Published 24/03/2020 in Ausland, Politik

Coronavirus in China: Die Hubeier dürfen endlich raus
Arbeiter in Wuhan desinfizieren einen U-Bahn-Waggon

China geht im Kampf gegen das Coronavirus einen weiteren Schritt in Richtung Normalisierung: Die Bürger von Hubei sollen ihre Provinz erstmals seit zwei Monaten verlassen dürfen. Die Aufhebung der Ausreisesperre gilt ab Mittwoch. Ausgenommen sind davon allerdings die Bewohner der Provinz-Hauptstadt Wuhan, wo die Pandemie ihren Anfang nahm. Sie sollen erst vom 8. April an wieder in andere Landesteile reisen dürfen.

Für die übrigen Ausreisenden gelten laut einer Mitteilung der Provinzregierung Einschränkungen. So sei nur jenen das Verlassen der Provinz erlaubt, die negativ auf das Virus getestet wurden. Das wird als „grüner Code“ über eine App auf dem Mobilfunk sichtbar gemacht.

Die Aufhebung der Abriegelung ist vor allem für sogenannte Wanderarbeiter existentiell, die in anderen Städten arbeiten und während des Neujahrsfests, zu dem sie Verwandte besuchten, von der Abriegelung überrascht wurden. Viele von ihnen sind nach dem Ausfall von zwei Monatsgehältern in finanzielle Nöte geraten.

Vereinzelt war es in den vergangenen Tagen zu Protesten in Hubei gekommen, die darauf hindeuteten, dass die Geduld und die wirtschaftlichen Reserven der Bewohner erschöpft sind. So hatten sich vor zehn Tagen Hunderte Menschen der Ausgangssperre widersetzt, um gegen die hohen Preise für Lebensmittel in der abgeriegelten Provinz zu protestieren. Offenbar plant die Provinzregierung, Wanderarbeiter nun in Bussen direkt zu ihren Arbeitsstellen zu bringen, um das Übertragungsrisiko zu minimieren.

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