Frühere SPD-Vorsitzende: Nahles legt Bundestagsmandat nieder

Published 14/10/2019 in Inland, Politik

Frühere SPD-Vorsitzende: Nahles legt Bundestagsmandat nieder
Die frühere SPD-Vorsitzende Andrea Nahles Mitte August bei einer Veranstaltung in Maria Laach

Wegen des verheerenden SPD-Ergebnisses bei der Europawahl geriet die frühere Parteichefin unter Druck und erklärte im Juni ihren Rücktritt. Nun will sich Andrea Nahles beruflich offenbar neu orientieren – nach fast zwanzig Jahren als Bundestagsabgeordnete.

Die frühere Partei- und Fraktionschefin der SPD, Andrea Nahles, legt jetzt auch ihr Bundestagsmandat nieder. Das schrieb sie am Montag an Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU), wie Nahles der Deutschen Presse-Agentur mitteilen ließ. Zum 1. November werde Nahles den Bundestag verlassen, bestätigte auch die SPD-Fraktion. Demnach will sich die 49 Jahre alte Politikerin beruflich neu orientieren. Sie lebt in der Eifel und ist Mutter einer Tochter.

Nahles war mit einer Unterbrechung seit 1998 im Bundestag. Seit der Bundestagswahl 2017 führte sie fast zwei Jahre die Fraktion. Außerdem war sie von 2013 bis 2017 Arbeitsministerin und von April 2018 bis Juni 2019 Parteivorsitzende. Nach dem Desaster der SPD bei der Europawahl war Nahles stark unter Druck geraten – und hatte schließlich alle Spitzenämter niedergelegt.

Bei der SPD hat an diesem Montag die Abstimmung über die neue Doppelspitze begonnen. Von Anfang September bis zum vergangenen Wochenende hatten sich die zuletzt sechs Kandidatenteams öffentlich vorgestellt. 425.630 SPD-Mitglieder können nun bis zum 25. Oktober ihre Stimme abgeben. Formal muss zwar ein Parteitag den neuen Vorstand wählen, die Delegierten sollen sich aber an das Votum der Basis halten.

Unmittelbar vor Beginn der Mitgliederbefragung hatte eines der Kandidatenduos seinen Rückzug erklärt: Die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis und Verdi-Chefökonom Dierk Hirschel zogen sich am Samstag zurück. Sie begründeten den Schritt auf der letzten von 23 SPD-Regionalkonferenzen in München damit, dass sie damit die Erfolgsaussichten eines anderen linken Kandidatenduos erhöhen wollten. Auf den Stimmzetteln stehen nun noch 12 Kandidaten, die in sechs Duos antreten. Das Rennen scheint auch nach 23 Vorstellungsrunden völlig offen.

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