Neues Gesetz in Italien: Notaufnahme für bedrohte Frauen

Published 13/08/2019 in Uncategorized

Neues Gesetz in Italien: Notaufnahme für bedrohte Frauen
Eine Frau, die bei der Polizei Anzeige wegen häuslicher Gewalt erstattet, zählt in Italien als Notfall und muss innerhalb von drei Tagen von der Staatsanwaltschaft angehört werden.

In Italien ist der Femizid seit Jahren in der Gesellschaft präsent. Deswegen hat sich die rechtsnationalistische Lega des Problems angenommen. Den italienischen Linken geht es nicht weit genug.

„Er würgte sie und steckte sie in Brand.“ Italienische Tageszeitungen sparen selten an schaurigen Nachrichten. Alle paar Tage ist auch in den renommierten Medien von brutalen Morden oder spektakulären Todesfällen die Rede. Ist eine Frau das Opfer, taucht dabei das Wort „femminicidio“ auf. Im Deutschen gibt es keinen geläufigen Begriff, der beschreibt, was es bedeutet: Der Mord an einer Frau, weil sie eine Frau ist. Von einem Partner, Ex-Partner oder männlichen Verwandten, oft aus Eifersucht oder aufgrund von Besitzansprüchen. In Italien ist das Thema seit Jahren präsent, in der Berichterstattung, aber auch durch Initiativen wie „Non una di meno“ („Nicht eine weniger“), die sich mit Demonstrationen und Plakaten Aufmerksamkeit verschaffen.

Ausgerechnet die rechtsnationalistische Lega hat sich des Problems angenommen. Die Partei von Innenminister Matteo Salvini, in der Vergangenheit nicht unbedingt dafür bekannt, sich für Frauenrechte einzusetzen, hatte gemeinsam mit der Fünf Sterne-Bewegung einen Gesetzesentwurf ins Parlament gebracht. Nach der Abgeordnetenkammer hat Mitte Juni auch der italienische Senat zugestimmt. Somit ist das sogenannte „Codice Rosso“-Gesetz rechtskräftig.

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