Imam und schwul: Nur eine Moschee fehlt ihm noch

Published 04/08/2019 in Inland, Politik

Imam und schwul: Nur eine Moschee fehlt ihm noch
Zu Besuch: Christian Awhan Hermann vor der Wilmersdorfer Moschee in Berlin

Christian Awhan Hermann ist der erste offen schwule Imam Deutschlands. Vor zwei Jahren konvertierte der Berliner zum Islam. Jetzt will er eine Moschee gründen.

Männer jedes Alters streifen am Eingang der Moschee die Schuhe ab und suchen sich einen Platz auf dem Boden, der mit bunten Teppichen ausgelegt ist. Die Teppiche weisen Richtung Mekka. Vorne leitet Imam Amir Aziz das Gebet, während sich die Moschee füllt. Nur eine Frau ist gekommen. Sie muss in die Ecke hinter einen Paravent aus Holz. Dort liegen in einer Kiste Tücher bereit, mit denen Frauen während des Freitagsgebets den Kopf bedecken sollen. Ritzen im Paravent lassen das Geschehen im Hauptraum der Moschee erahnen.

„Das wird es in unserer Moschee nicht geben“, sagt Christian Awhan Hermann. Die Geschlechtertrennung passt nicht zu seiner Auffassung des Islams. Der 49 Jahre alte Berliner besucht das Freitagsgebet der Ahmadiyya-Lahore-Gemeinde. Vor zwei Jahren konvertierte er zum Islam und definiert sich selbst als ersten offen schwul lebenden Imam Deutschlands.

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