Eichenprozessionsspinner: Wie eine giftige Raupe zur Plage wird

Published 03/07/2019 in Gesellschaft, Gesundheit

Eichenprozessionsspinner: Wie eine giftige Raupe zur Plage wird
Unter Vollschutz: Die fußballgroßen Nester werden in den nächsten Wochen von Mitarbeitern einiger Spezialfirmen abgesaugt.

Der beliebte deutsche Laubbaum wird zum Gefahrenherd. Er ist zurzeit vielerorten besiedelt von Eichenprozessionsspinnern. Deren Haare sind brandgefährlich.

„Naheblick“ heißt der imposante Aussichtspunkt des Landschaftsparks hoch über Rüdesheim. Die vielen tausend Besucher, die jedes Jahr vom Niederwalddenkmal hierher flanieren, um die phänomenale Aussicht ins romantische Rheintal zu genießen, tun aber gut dran, den Blick weniger in die Landschaft schweifen zu lassen als ihn auf die Eichen am Wegesrand zu richten. Langhaarige Raupen zwischen dünner weißer Watte, so lässt sich die Gefahr beschreiben, die der Rüdesheimer Revierförster Steffen Domschke entdeckt hat. Die allerorten zu beobachtende Verbreitung des Eichenprozessionsspinners ist ein für den Menschen nicht ungefährliches Naturschauspiel. In Rüdesheim hat die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten in Hessen vorsorglich Warnschilder aufstellen lassen, denn mit dem Nesselgift Thaumetopoein, das in den Haaren der Raupe steckt, ist nicht zu spaßen. Auch Oestrich-Winkel warnt und sieht sich derzeit außerstande, alle Gefahrenherde zu beseitigen.

Die halbe Nation liegt derzeit im Gefecht mit der Raupe. Das Stuttgarter Gartenamt behandelt routinemäßig in jedem Frühjahr die Eichenbäume vorbeugend mit einer wässrigen Lösung aus Neemöl. Damit werden die Eichen in der Nähe von Schulen, Schwimmbädern, Kindergärten, an stark frequentierten Straßen sowie in Grün- und Sportanlagen bei Windstille und Trockenheit besprüht. Auch das städtische Ordnungsamt von Offenbach lässt die Eichen in der Nähe von Kindertagesstätten, Schulen, Altenheimen und Friedhöfen mit einem ökologischen Biozid besprühen. Frankfurt setzt im Kampf gegen die Raupe Hubschrauber ein, weil im Fechenheimer Wald, dem Riederwald und dem Wald in Oberrad fast 220 Hektar Wald behandelt werden müssen. Hinzu kommen fast 6000 Bäume etwa auf Spielplätzen, Schulhöfen und in Grünanlagen. Die dort versprühten Biozide bewirken, dass die Raupen das Fressen der Eichenblätter einstellen und absterben.

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