
Wer am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt, klagt über Halsschmerzen. Aber verursacht der Erreger auch ständige Erschöpfung, Multiple Sklerose oder Krebs? Eine Impfung könnte Übles verhindern.
Heute ist ein guter Tag. Heute hat Andrea Weber* es allein ins Krankenhaus geschafft. Sie hat die Nacht ohne Schmerzen durchgeschlafen, mittags noch mal zwei Stunden die Augen zugemacht. Danach konnte sie sich langsam ans Tagewerk machen. Andrea Weber ist Kinderkrankenschwester. Heute betreut sie ein krankes Kind, das keine Familie hat – allerdings ehrenamtlich. Für einen regulären Dienst fehlt ihr schon seit langer Zeit die Kraft. Auch während sie den kleinen Patienten aufmuntert, brodelt im Hinterkopf immer der Gedanke: Wenn ich meine Energie zu schnell verbrate, werde ich dafür büßen.
Seit bei Andrea Weber vor zweieinhalb Jahren Pfeiffersches Drüsenfieber diagnostiziert wurde, kennt sie auch schlechte Tage: solche, an denen ihre Energiereserven sie im Stich lassen. An denen sie völlig gerädert und mit durchgeschwitztem Nachthemd aufwacht. An denen sie den Föhn kaum über dem Kopf halten kann – und, wenn es doch gelingt, nach der Morgentoilette eine Stunde Ruhepause braucht.
