Medizin & Ernährung

Gentherapie boomt: Der Goldrausch im Erbgut

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Eine Einmalspritze für 2,125 Millionen Dollar ist auf dem Markt.

Das teuerste Medikament der Welt ist zugelassen: Es kann Babys retten und ist erst der Anfang. Verträgt das System den neuen Boom der Gentherapien?

Es war in den Augen vieler schwerkranker Menschen ein großer Tag, vor allem aber war es ein symbolträchtiger Tag für eine medizinische Zunft, auf die vor zehn oder zwanzig Jahren noch mit einiger Häme herabgesehen wurde- eine Branche, die als Rohrkrepierer der Schulmedizin bemitleidet oder als Ausgeburt einer hybriden Hightechmedizin verflucht wurde. Jetzt ist die Gentherapie als Behandlungskonzept endgültig zurück. Und wie. Mit einem Paukenschlag. Am Freitagnachmittag rief der Schweizer Konzern Novartis eilig eine internationale Pressekonferenz ein. Kurz zuvor hatte die amerikanische Zulassungsbehörde FDA das Gentherapeutikum Zolgensma förmlich zugelassen – ein Mittel, das schon vor der erwarteten Freigabe im Netz als mutmaßlich teuerstes Medikament der Welt von sich reden machte. Kein Zufall.

Vom ersten Moment, an dem die Gentherapie als Idee einer nicht länger nur lindernden, sondern kausal heilenden Behandlung kursierte – in den achtziger und neunziger Jahren –, steht diese Frage im Raum: Wer soll solche Therapien mit Milliardeninvestitionen entwickeln, wenn am Ende vergleichsweise wenige Patienten mit meist sehr speziellen Gendefekten profitieren? Der Markt, auch der Gesundheitsmarkt, strebt nach ökonomischer Nachhaltigkeit, sprich: sicheren Gewinnmargen.