Medizin & Ernährung

Alzheimer-Forschung: So geht es nicht weiter

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Morbus Alzheimer macht vergesslich. Am Ende sieht es so aus, als sei das Gehirn überhaupt kein Denkorgan mehr, sondern nur noch löchrig wie Blumenkohl.

Seit Jahrzehnten versuchen Forscher, ein Medikament gegen Alzheimer zu entwickeln. Aussichtsreiche Kandidaten gab es immer wieder, doch sind sie am Ende alle gescheitert. Womöglich muss jetzt grundsätzlich neu gedacht werden.

Es hatte früh Warnzeichen gegeben, das weiß Julie Gregory heute. Schon Monate vor ihrem Gentest hatte sie beim Lesen immer häufiger den Faden verloren. Sie traf auch öfter auf Menschen, die sie angeblich bestens kannten. Nur Gregory selbst hatte keine Ahnung, wer sie da so herzlich begrüßte. Und dann war da noch der Zwischenfall im Auto: Jahr für Jahr war sie diese Strecke zur Arbeit gefahren, aber nun stand sie plötzlich mit ihrem Wagen am Rand der vertrauten Straße und hatte für ein paar Sekunden keine Ahnung, wo sie sich befand. Sie war erst Ende vierzig. Sollte sie sich ernsthaft Sorgen machen?

Es war vor acht Jahren, als sich Julie Gregory diese Frage stellte. Damals hatte die Familientherapeutin bei der Firma 23andMe einen General-Check ihres Erbguts wegen ganz anderer Malaisen in Auftrag gegeben. Und sie erhielt zumindest eine klare Antwort: Gregory gehört einer Minderheit von zwei Prozent der Menschen an, die gleich zweimal die ApoE4-Variante in ihrem Erbgut tragen. Im Gegensatz zu allen anderen mit den Genvarianten ApoE2 oder ApoE3 müssen Träger dieses Allels mit einem viermal höheren Alzheimer-Risiko rechnen. Sind sogar beide Kopien diesen Typs, wie im Fall von Julie Gregory, schießt das Risiko auf das Zwölffache: Eine Erkrankung gilt im hohen Alter als beinahe unvermeidlich, meist melden sich die ersten Symptome schon lange davor.