Škoda Scala: Mit Swing und Bolero auf der neuen Scala

Published 19/04/2019 in Motor, Technik & Motor

Škoda Scala: Mit Swing und Bolero auf der neuen Scala
Scaleneffekt: Der Scala wird mit VW-Technik eine Art Kombi.

Der Škoda Scala ersetzt den Rapid und zielt auf den VW Golf. Routiniert, wertig, doch ohne Schnickschnack kommt er mit fünf Triebwerksvarianten auf den Markt.

Škoda ist eine große Nummer auf dem deutschen Automarkt. 1991 quasi auferstanden aus den Unbilden des Sozialismus, hat sich die VW-Tochtergesellschaft in 28 Jahren von ganz unten an die Spitze der Auto-Importeure gesetzt. Fast 200.000 Neuwagen kamen 2018 aus Tschechien nach Deutschland, das ist ein Marktanteil von 5,7 Prozent.

Škodas Erfolgsgeheimnis ist einfach: Gute Autos zu einem akzeptablen Preis. Freilich hilft die VW-Technik, und im neuen Scala, der Mitte Mai auf den Markt kommt, ist es die MQB-A0-Plattform des Konzerns, die erstmals von Škoda benutzt wird. Auf der steht eigentlich der Polo, doch Škoda skaliert diese so hoch, dass der Nachfolger des Rapid mit einer Länge von 4,36 Metern und einem Kofferraumvolumen von 467 Litern dem VW Golf um einiges voraus ist. Der Scala ist eine Art Kombi, den es nur in dieser einen Karosserievariante geben wird. Maximal passen sogar 1410 Liter in den Wagen, wenn die Rücksitze umgelegt sind. Die dann entstehende Stufe lässt sich mit einem Einlegeboden kaschieren.

Routiniert und wertig ist der Innenraum gestaltet, ohne dass es in Richtung Schnickschnack oder Luxus geht. Aber auch im Scala gibt es jetzt optional virtuelle Instrumente und einen großen Bildschirm in der Mitte des Armaturenbretts. Ein Smartphone kann angeschlossen werden, dazu ist der Scala dank einer eingebauten E-SIM als erster Škoda „always online“. Um die Unterhaltung kümmern sich zunächst die Audio-Systeme Swing und Bolero, das Navigationssystem Amundsen folgt im Sommer. Wer denkt sich nur diese Namen aus? Alle Scala haben zudem einen Frontradar und einen Spurhalteassistenten. Der aufpreispflichtige Seitenassistent warnt vor Fahrzeugen, die sich von hinten nähern, und blickt bis zu 70 Meter weit zurück.

In der klassischen Hardware tut sich nichts Aufregendes. Fünf Triebwerke mit Leistungen von 90 bis 150 sind im Angebot, eines davon ist ein etwas knurriger 1,6-Liter-Turbodiesel mit 115 PS und einem maximalen Drehmoment von ordentlichen 250 Newtonmetern. Hier beginnen die Preise bei 21 500 Euro in der Ausstattungslinie Active mit Sechsgangschaltung. Wer das Gangwechseln einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe anvertrauen will, zahlt 1800 Euro mehr. Škoda Deutschland glaubt, dass sich rund ein Fünftel der Kunden für den Selbstzünder entscheiden werden. Im Rapid, den der Scala ersetzen wird, waren es 2018 nur sechs Prozent, weil der Diesel nicht das gesamte Jahr verfügbar war. Unter den Benzinern ist unser Favorit der kleine Einliter-Turbo-Dreizylinder mit 115 PS. Er kostet mindestens 21.450 Euro in der höheren Linie Ambition und 23.400 Euro als Style. Škoda erwartet, dass sich gut ein Drittel der Kunden für diese Motorisierung entscheidet. Trotz ihres geringen Hubraums ist die Maschine ausreichend kräftig, es gibt immerhin 200 Nm Drehmoment und eine Spitzengeschwindigkeit von 201 km/h. Als Verbrauchswert nennt Škoda 5,0 Liter Super auf 100 Kilometern. Dieser Motor wird von Sommer an auch mit 95 PS angeboten. Als Active für 17.350 Euro markiert er dann den Einstieg. Der Rapid, von dem noch Neuwagen auf Lager sind, startete zuletzt bei 16.550 Euro. Das Topmodell ist der 1.5 TSI, der feine 150 PS bietet und ebenfalls 250 Nm maximales Drehmoment aufweist. Mit allem gibt es diesen Scala für 27.200 Euro. Hybrid-Technik ist ein Fremdwort für den Scala, allerdings kommt im Herbst eine Erdgas-Variante mit dem Einliter-Motor und 90 PS.

Äußerlich besticht der Scala mit Voll-LED-Lichtern vorn und hinten, die Felgen dürfen bis zu 18 Zoll groß sein. Auf dem Heckdeckel steht groß und selbstbewusst S K O D A. Auch das ist neu für die Marke. In den besseren Linien wird das Heckfenster tiefer nach unten gezogen, was schick aussieht. Gefallen kann auch das große, optionale Panoramaglasdach, dessen Abdeckung von vorn nach hinten schließt. So können die Kinder im Fond die Sonne genießen und die Eltern im Schatten sitzen.

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