Adidas Yeezy Boost 350 V2: Yeezys für alle!

Published 16/03/2019 in Mode & Design, Stil

Adidas Yeezy Boost 350 V2: Yeezys für alle!
Adidas Yeezy Boost 350 V2 Sesame am Fuß von Aylin Güler

Kanye West mag polarisieren – doch seine Kollaboration mit Adidas ist durch und durch ein Erfolg. Über einen Hype, der auch noch äußerst bequem daher kommt. Die Kolumne Sneak around.

Oh Yeezus Christ! Kanye Wests Spitzname ist ein Synonym für Erfolg, Hype – und ein ganz bestimmtes Paar Schuhe, den Adidas Yeezy. Denn der 41 Jahre alte Rapper versteht sich auf collaborations (Kooperationen). Er hat schon mit A Bathing Ape, Reebok, Louis Vuitton und mit Nike zusammengearbeitet, wo er seinen bis dahin erfolgreichsten Schuh herausbrachte, den Air Yeezy 1.

Nach fünf Jahren und zwei weiteren Modellen fühlte sich der Ehemann von Reality-Fernsehstar Kim Kardashian bei Nike langsam missverstanden und falsch vermarktet. Adidas nutzte die Unzufriedenheit und bot ihm kreativen Freiraum. Das Ergebnis waren der Yeezy Boost 750 und der 350, die 2015 auf den Markt kamen. Seitdem ist Adidas noch erfolgreicher geworden. Wer ein Paar Yeezys in einer gängigen Größe ergattert hatte, konnte im resell (Wiederverkauf) das Fünffache des Einkaufswerts verlangen.

Was den Schuh so teuer macht? Das Modell, die Limitierung und, ganz klar, der Designer. West hat früh erkannt, dass Hype wichtig ist. Wenn man Dinge jederzeit bekommt, sind sie weniger begehrenswert. Für Fans und Follower, die jeden Schritt des Rappers verfolgen, sind die Sneaker die Krönung. Viele Händler waren durch den immer größer werdenden Trubel so überfordert, dass sie den limitierten Schuh nur noch per raffle (Lotterie) verkauften. In den besten Yeezy-Zeiten wurden laut West 40.000 Paar Sneaker in einer Minute verkauft.

YEEZY BOOST 350 V2 RARITY CHART UPDATE

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Nicht unterschätzen

Und so wurde Kanye West als Designer Teil einer hippen Jugendbewegung, für die Mode die neue Popkultur ist. 2016 gab er erstmals bekannt, dass es irgendwann genügend Yeezys für alle gebe, Hashtag #YEEZY4Everyone. Damit widersprach er der früheren Limitierungs-Strategie. Der Yeezy Boost 350 V2 Triple White war das erste Modell, das 2018 in hoher Stückzahl produziert wurde – und dennoch innerhalb von Minuten ausverkauft war. In schöner Regelmäßigkeit bringt er nun neue Sneaker auf den Markt: 750, 350, 350 V2, 500, 700, 950 Duckboot und den Powerphase gibt es bereits in verschiedenen Ausführungen und colorways (Farbvarianten).

Auch seine eigene Modekollektion hat er. Man könnte glatt vergessen, dass dieser Mann in erster Linie Rapper ist. Seine Leidenschaft für Mode bringt er auch immer wieder in seinen Tracks zum Ausdruck: „Yeezy, Yeezy, Yeezy just jumped over Jumpman, ah“, rappt er im Song „Facts“, den er an Nike richtete. Wo er recht hat: Seine Kooperation mit Adidas ist ein Meilenstein wie einst die von Michael Jordan mit Nike.

Zumindest ist es die erfolgreichste Zusammenarbeit einer Sportmarke mit einem Nicht-Sportler. Gemeinsam haben sie den größten Sneaker-Hype der vergangenen Jahre geschaffen. Mit seinen politischen Aussagen mag Kanye West zum Widerspruch reizen, als Künstler und Designer sollte man ihn nicht unterschätzen. Ich hatte zu Beginn des Hypes die Yeezys abgelehnt und konnte mich weder mit den Schuhen noch der Marketingstrategie identifizieren. Inzwischen habe ich ein paar 350 V2-Modelle, weil die Schuhe wirklich bequem sind – und ja, wohl auch, weil auch ich beim Hype dabei sein wollte.

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