Ist Leihmutterschaft Arbeit?

Published 15/04/2016 in Familie, Gesundheit, Medizin, Mensch & Gene

Ist Leihmutterschaft Arbeit?

Antje Schrupp geht der Frage nach, ob es sich bei Leihmutterschaft um Arbeit handelt und welche Rechte und Freiheiten Leihmütter haben.

Im Zusammenhang mit meinem kleinen Projekt des Nachdenkens übers Schwanger-werden-Können ist ein besonders wichtiges Thema das der Biotechnologie. Schwanger werden zu können ist ja längst nicht mehr einfach die Art und Weise, wie Menschen sich reproduzieren. Es ist auch seit langem ein Feld juristischer, moralischer und sozialer Aushandlungsprozesse, die sich hauptsächlich um die Frage drehen, wie Kulturen die Ungleichheit regeln, die darin besteht, dass manche Menschen schwanger werden können und andere nicht, woraus sich dann sowohl formale Regelungen als auch kulturelle Geschlechternormen entwickelt haben. Aber inzwischen ist das Schwanger-werden-Können auch in den kapitalistischen Markt eingetreten, und zwar nicht mehr nur im Sinne des Konsums, mit Schwangeren als Zielgruppe etwa, sondern direkt die Reproduktion selbst. Frauen verkaufen das Austragen und Gebären von Kindern als Dienstleistung für Menschen, die selbst nicht schwanger werden können. Und sie verkaufen ihre Eizellen an Menschen, die selbst keine reproduktionsfähigen Eizellen produzieren, oder auch für die biotechnologische Forschung. Spende oder Arbeit? In der Reihe “Kitchen Politics” bei Edition Assemblage ist zu diesem Thema jetzt ein sehr lesens- und vor allem diskutierenswertes Bändchen erschienen. Es trägt den Titel “Sie nennen es Leben, wir nennen es Arbeit”, womit auch schon eine der zentralen Thesen benannt ist: Denn bisher wird dieser Reproduktionsmarkt nicht als Markt benannt, sondern es wird von Spenden oder Gefälligkeitsdiensten gesprochen, und das Geld, das dabei gezahlt wird, als Entschädigung bezeichnet, aber eben nicht als “Lohn”. Diese Verbrämung verhindert, so die Autorinnen, eine politische Organisation der Leihgebärerinnen und Eizellen-Verkäuferinnen beziehungsweise die Durchsetzung klarer Rechte und so weiter. Bei der Leihmutterschaft trägt eine Frau ein Kind im Auftrag anderer aus, in der Regel nach einer künstlichen Befruchtung (In-Vitro-Fertilisation/IVF), wobei die Eizelle und die Samenzelle ganz oder teilweise von den beauftragenden Personen stammen, die auf diese Weise einen genetischen Anteil an dem beauftragten Kind sicherstellen (das, was dann als “eigenes” Kind verstanden wird). Größtes Anbieterland ist Indien, wo es inzwischen rund 3000 Reproduktionskliniken gibt, die Leihmutterschaft anbieten, mit 400 bis 500 Millionen US-Dollar Jahresumsatz. In Deutschland ist Leihmutterschaft verboten, in einigen europäischen Ländern (Belgien, Großbritannien, Ukraine) und US-Bundesstaaten (Kalifornien) allerdings mit Bedingungen erlaubt. Eizellen-“Spenden” (pro Eizelle werden ca. 800 bis 1000 Euro bezahlt) werden verwendet, um Frauen eine Schwangerschaft zu ermöglichen, die selber keine Eizellen produzieren, oder wenn eine Leihmutter etwa in Indien beauftragt wird, das Kind aber “weiß” sein soll. In Europa sind vor allem Spanierinnen und Osteuropäerinnen beliebte Eizellenspenderinnen, weil sie eben “weiß” aussehen. In Zukunft wird aber vermutlich auch der Markt für Eizellen nichtweißer Frauen zunehmen, wenn die embryonale Stammzellforschung sich weiter ausbreitet. Kommerzialisierung des Schwangerwerdenkönnens In diesem Band sind nun zwei Texte der australischen Sozialwissenschafterinnen Melinda Cooper und Catherine Waldby abgedruckt, die sich seit langem mit dem Thema beschäftigen, ergänzt um ein E-Mail-Interview zwischen ihnen und den deutschen Herausgeberinnen Felicita Reuschling und Susanne Schultz, die dann jeweils noch mit einem eigenen Text das Thema im hiesigen Diskurs verankern. Ihre auf den ersten Blick provokante Herangehensweise: Sie plädieren dafür, diese Tätigkeiten als Arbeit zu verstehen und entsprechend politisch für die Rechte der Eizellenverkäuferinnen und Leihgebärerinnen einzutreten. Die derzeitige Verschwurbelung, die noch an der symbolischen Idee festhält, es handele sich hierbei um altruistische Spenden, während es faktisch ums Geldverdienen geht, solle über Bord geworfen werden. Ich finde diese Herangehensweise interessant, deren Tücken liegen aber natürlich gleichwohl auf der Hand – in dem Moment, wo wir diese Tätigkeiten als Arbeit verstehen, haben wir nämlich gleichzeitig akzeptiert, dass auf diese Weise gewirtschaftet wird. Diese Probleme dröselt Susanne Schultz in ihrem Beitrag gut auf. Unter anderem zeigt sie, warum Leihgebären und Eizellenverkauf etwas anderes sind als Sexarbeit und dass daher die Argumente zur Legalisierung Letzterer nicht einfach auf Erstere übertragen werden können. Und sie plädiert dafür, Verbote wie in Deutschland noch möglichst lange aufrechtzuerhalten, auch um in der Zwischenzeit vielleicht alternative Strategien zu entwickeln. Aber natürlich haben Cooper und Walby recht, wenn sie darauf hinweisen, dass die Kommerzialisierung des Schwanger-werden-Könnens global gesehen längst eine Realität ist, der man besser ins Auge schaut, anstatt sie sich schönzureden. Entscheidungsfreiheit der Leihmütter Ist aber die Interpretation des Geschehens in marxistischer Logik die richtige Antwort darauf? Ich glaube das nicht. Ich habe schon mal die steile These aufgestellt (finde gerade nicht mehr, wo das war), dass wir eigentlich gar nicht mehr im Kapitalismus leben, sondern wieder im Feudalismus, und die Entwicklungen auf dem Gebiet der Biotechnologie scheinen mir dafür ein Beleg zu sein. Denn offensichtlich geht es hier nicht nur um Geschlechterdifferenzen, sondern auch um rassistische Körpervorstellungen und globale Unterschiede in den Lebensverhältnissen. Es mag zwar auch Geld fließen in diesem Verhältnis, aber das scheint mir nicht das Wesentliche dessen zu sein, was hier geschieht. Klassische Forderungen des “Arbeitskampfes” (Gesundheitsschutz, bessere Bezahlung, Arbeitsbedingungen) sind nicht der zentrale Punkt, sondern meiner Ansicht nach wird über das Thema “Eigentum am eigenen Körper” verhandelt – und damit sind wir exakt im Bedeutungsfeld von “Leibeigenschaft”. Während der Schwangerschaft können die Auftraggeber teilweise sehr krass über den Körper der Schwangeren befinden, es ist ja “ihr” Kind, das da heranwächst, die Schwangere ist lediglich das Gefäß, das keinerlei eigene Rolle dabei zu spielen hat. Genau in diesen Bedeutungsfeldern spielen sich nicht zufällig auch die Streitigkeiten ab, die in diesem Verhältnis ausgetragen werden – und nicht bei der Höhe des Preises. Sondern es geht um solche Dinge wie: Muss die Schwangere ein “behindertes” Kind abtreiben, wenn die Auftraggeber das so wollen? Dürfen diese der Gebärenden untersagen, das Kind nach der Geburt an die Brust zu nehmen, um jegliche “unstatthafte” Bindung zu vermeiden? In der Regel wird hier im Sinne der Auftraggeber entschieden. Vertragsgültigkeit Genau bei solchen Dingen müssten politische Kämpfe meiner Ansicht nach ansetzen: am Körper der Schwangeren und der Frage, ob jemand über ihren Körper verfügen kann. Ein Embryo ist Teil des Körpers der schwangeren Frau, er ist kein eigenständiges Individuum. Das ist er erst nach der Geburt. Und nur von ihr können andere das geborene Kind empfangen – in Freiwilligkeit. Der entscheidende politische Kampf müsste darin liegen, klarzustellen, dass alle Verträge sittenwidrig sind, die etwas anderes sagen. Mein Vorschlag wäre: Leihmutterschaft kann es durchaus geben, aber jeglicher Vertrag dazu wird erst in dem Moment gültig, wo eine Frau, die ein Kind geboren hat, dieses Kind ihren “Auftraggebern” freiwillig überreicht. Jede Schwangere muss während der gesamten Schwangerschaft Herrin ihrer eigenen Lage bleiben, und sie darf auch nicht dazu gezwungen werden, das Kind, das sie ausgetragen und geboren hat, abzugeben. Sie kann sich alles jederzeit anders überlegen – bis zu dem Moment, wo sie das Kind physisch in die Obhut anderer Personen abgibt (und dann eventuell dafür Geld entgegennimmt). Erst ab diesem Moment ist es nicht mehr “ihres”. Recht auf Fortpflanzung Aufseiten der Auftraggeber wäre eine Arbeit an der symbolischen Ordnung derart wichtig, jegliche Idee, es gebe ein “Recht auf Fortpflanzung”, wie es von der Reproduktionslobby derzeit massiv propagiert wird, konsequent zurückzuweisen. Ein Recht auf Fortpflanzung kann es so wenig geben wie das Recht auf drei Beine. Dass nicht alle Menschen schwanger werden können, ist einfach ein normaler Begleitumstand des Menschseins, darin liegt keine Ungerechtigkeit gegenüber den Betroffenen und keine Diskriminierung, die auf Kosten der Gesellschaft ausgeglichen werden müsste. Dass viele Menschen nicht schwanger werden können, ist ganz normal und erfordert keinerlei Maßnahmen, schon gar nicht solche, die auf Kosten anderer Menschen gehen. Das festzustellen schließt natürlich keineswegs aus, nach Möglichkeiten zu suchen, wie auch der Kinderwunsch von Menschen, die nicht schwanger werden können, erfüllt werden kann. Mein Punkt ist: Diese Möglichkeiten können nicht auf einer Ebene von Rechten diskutiert werden, sondern nur auf einer Ebene von Möglichkeiten, von Chancen, von Umständen. Es spricht überhaupt nichts dagegen, dass Menschen ein Kind aufziehen, das von einer anderen Person geboren worden ist. Aber das darf nicht auf Kosten und unter Abwertung dieser Frauen geschehen. Sondern nur auf einer respektvollen Beziehungsebene. Recht des Kindes auf Kenntnis der Spender Meine Vermutung ist: Genau um diese Beziehungsebene soll sich durch den Umweg eines Vertrags und einer Bezahlung “gedrückt” werden, denn genau das ist der Sinn von Verträgen und Geldzahlungen – die Beziehung wird entpersönlicht, formalisiert. Die Frage, um die es mir geht, ist also die, in welchem Verhältnis man sich zueinander sieht. Wenn eine Person, die nicht schwanger werden kann, eine andere findet, die an ihrer Stelle ein Kind austrägt und zur Welt bringt und es dann in ihre Obhut übergibt – prima, Glückwunsch, das soll meinetwegen dann auch rechtlich und vertraglich gesichert werden. Aber eben nur dann. (Hier müsste jetzt natürlich noch ein ethischer Diskurs stehen über die Ausnutzung materieller Notlagen in einer global kapitalistischen Welt hin und über die Grenzen von Freiwilligkeit in einer solchen Welt, aber den denkt euch bitte selber dazu, hier geht es mir um etwas Prinzipielles). Noch eine Frage: Was ist eigentlich mit dem Recht des Kindes auf Kenntnis der Frau, die es geboren hat? Wo doch symbolisch so unglaublich viel Bohei gemacht wird darum, dass Kinder auf jeden Fall das Recht hätten, zu erfahren, von wem genau die Eizelle und das Sperma stammten, mit deren Hilfe diese Person, die sie geboren hat, schwanger wurde? Darf man ihnen vorenthalten, wer genau es war, der sie am Anfang ihres Lebens neun Monate im eigenen Körper herumgetragen und sie dann geboren hat? Wenn ja, warum? Weil das ja nichts bedeutet, nichts wert ist, weil Schwangere ja nur ein bedeutungsloses Gefäß sind? Das hat ja auch schon Aristoteles so gesehen.

Quelle: derstandard.at/2000034835237/Ist-Leihmutterschaft-Arbeit

 

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34 CommentsAdd yours

  • Elke - 27/04/2016 Reply

    Vielleicht sage ich jetzt nur so, weil ich mit so einem Problem nicht konfrontiert bin, aber von einer Idee das Kind durch Leihmutter zu bekommen wird mir irgendwie peinlich. Selbst wenn genetisches Material der unfruchtbaren Frau und ihrem Mann gehört und die Leihmutter nur eine Rolle „des Brutapparats“ so zu sagen annimmt, lebt und entwickelt sich das Baby neun Monate lang in ihrem Bauch und unter ihrem Herz… Biologische Mutter kann das Kind erst nur nach ein paar Tagen nach der Geburt sehen, was bestimmt der Mutter-Kind Beziehung schaden wird. Hier kann sogar das Angebundenheitsgefühl fehlen, da das Baby von der anderen Frau geboren wurde.
    Eine sehr heikle Frage, würde ich sagen. Wahrscheinlich treffen die Menschen eine solche Entscheidung aus Aussichtslosigkeit. Noch in der ukrainischen Aussichtlosigkeit und der ewigen Wirtschaftskrise. Da greifen die armen Frauen zum letzten Mittel – ihren Bauch zu verkaufen – wenn sie an jeder Laterne Biotexcom-Werbung sehen. Kann nur mitleiden…

  • Molly - 27/04/2016 Reply

    Biotexcom-Werbung an jeder Laterne?? Das glaube ich nicht. Aber die Kiwu muss schon sehr populär sein, wenn einem Mensch, der mit dem ganzen gar nichts zu tun hat, der Name so bekannt ist. Was nun die Leihmutterschaft angeht, da sehe ich gar nichts Peinliches. Die Frauen, die ihre Einwilligung erteilen, das Kind für andere Menschen auszutragen, fassen diese Entscheidung ja freiwillig.
    Betreffs des Mutterinstinkts – bei der Frau ist er entweder vorhanden oder bloß nicht, und es ist hier ganz egal, ob die Frau selbst das Baby gebärt oder nicht. Nämlich sind unfruchtbare Paare schon seit langem mit Liebe zum Kind erfüllt und warten nur auf den Moment, um sie zu bezeigen.

  • Caroline - 27/04/2016 Reply

    Ein sehr schwieriges Thema. Auf der einen Seite versteh ich jede Frau mit starkem Kinderwunsch. Auf der anderen Seite hat eine Leihmutterschaft schon etwas sehr geschäftliches….es ist ein Geschäft mit der Ware Kind. Besonders in so armen Ländern, die noch dazu im Krieg stehen, wie Ukraine. Da macht sich diese Biotexcom-Klinik eine goldene Nase durch die Ausbeutung der armen Frauen.
    Bei einer Adoption ist das Kind schon auf der Welt und war nicht Teil eines Deals.
    Ich stehe dem Thema sehr skeptisch gegenüber . Bei einer Frau die noch keine Kinder hat und sich sehnlichst eins wünscht könnte ich es als Option verstehen. ..bei einer Frau die schon Kinder hat ist mein Verständnis weniger ausgeprägt.
    Aber zum Glück ist mein Verständnis dafür völlig unwichtig und jeder entscheidet selbst.

  • Pink - 27/04/2016 Reply

    🙂 ich kann bei solchen Kommentaren nur lachen! ich bin zum Glück nicht auf deine Akzeptanz angewiesen 🙂 und ganz ehrlich frage ich gar nicht danach: ich habe meine Entscheidung getroffen und bin sehr sehr glücklich darüber!
    Ich habe mir ganz ehrlich nichts einzuwerfen: erstens geht es unserer Biotexcom-LM sehr gut, sie hat es freiwillig gemacht und hat zu ihren Kindern noch unser Kind als Patetante und unsere Familie gekriegt. Sie ist für mich zur Schwester geworden. Ich finde geil, wie jemand urteilt ohne überhaupt mit jemand der das gemacht hat darüber geredet zu haben. Und ja, wir haben uns für die Adoption interessiert. Das ist aber ein ganz anderes Thema.

    Ich kann nur sagen, dass diese Reise sehr positiv und sehr schön verlaufen kann!

    Ich kann sagen, dass die Sache in USA, im Gegenteil zu der Ukraine, nicht billig ist (ca. 70.000-100.000USD oder mehr). In jedem Fall waren wir sicher, dass die Frau die Entscheidung freiwillig getroffen hat und nicht dazu gezwungen wurde wie vielleicht in Indien.

  • Jany - 27/04/2016 Reply

    Es bleibt dennoch ein egoistisches Geschäft. Aber schön: Du bist Dir ja wohl sehr sicher das Richtige getan zu haben…dann musst Du Dich ja auch nicht angegriffen fühlen. Andere dürfen aber anders denken…alles Gute!
    … und die Biotexcom-Werbung dafür in jedem deutschen KiWu-Forum finde ich deplatziert…
    Du, ich meinte das gar nicht böse oder als urteil.
    Ich betone ja auch extra, dass es einfach nur meine Meinung ist 😉
    Wenn ihr damit gute Erfahrungen habt , ist doch gut.
    Ich stehe dem ganzen einfach skeptisch gegenüber …das ist doch legitim.
    Ich unterstelle nicht das eine Leihmutter gezwungen wird, ich gehe doch stark davon aus das sie dafür eine hohe Summe bekommt . Es ist ja auch eine enorme körperliche und evtl. Auch seelische Belastung ….
    Die Freiwilligkeit beruht trotzdem auf einem Deal.
    Das muss ja nix schlimmes sein, trotzdem ist es ein Geschäft zwischen 2 Parteien.
    Oder hätte sie es auch aus reiner Nächstenliebe getan ? Ich denke nicht.
    Ich kann den Schritt nachvollziehen , da ich weiss wie quälend ein Kinderwunsch sein kann.
    Aber es gibt auch viele Dinge daran die ich skeptisch sehe.
    Wie ist das wenn eine fremde Frau das eigene Kind aufträgt …man ist da ja doch sehr passiv.
    Kann man eine Bindung während der ss aufbauen ?
    Das sind alles Punkte die mich einfach skeptisch machen.
    Im Mutterleib geht das Kind die erste Bindung ein…hört den Herzschlag der Mutter, und orientiert sich nach der Geburt am Geruch der Mutter….wie ist das bei einer Leihmutter ?!?

  • Steffike - 27/04/2016 Reply

    Wenn die Biotexcom-Werbung jedes deutsche Kiwu-Forum „beleidigt“, dann muss da in Kiew rappenvoll von unsereinem sein
    Aber jetzt mal ernst… Ich denke wie bei jeder Entscheidung oder in jeder Situation gibt es immer zwei Seiten und Vor- sowie Nachteile.

    Ich persönlich würde die Leihmutterschaft nicht immer gut aber auch nicht immer schlecht finden. Es gibt bestimmt ganz viele schwarze Schafe, bei denen es ausschließlich ums Geld geht und im schlimmsten Fall die LM auch noch gezwungen wird.

    In eurem Fall sieht die Sachlage aber wieder ganz anders aus.
    Wie immer im Leben muss man für sich und seine Familie den besten Weg gehen (und das den nicht jeder Außenstehende gut findet ist auch mal klar ).

    Ich finde es wundervoll, das du schreibst die LM sei dir zur Schwester geworden und sie ist die Patentante eures Kindes. D.h. ihr werdet wohl doch auch weiterhin einen engeren Kontakt haben. Ich wüsste nicht, warum dies egoistisch sein soll und für euer Kind irgendwie “schädlich” oder unfair oder sonstwas.

    Und mal ganz ehrlich, das “Problem” mit der Bindung wäre im Fall einer Adoption vermutlich noch größer, da “meckert” dann aber keiner, oder wie?

    Ich verstehe nicht ganz, warum eine Adoption (grad aus der Sicht des Kindes) besser sein soll als eine LM. Bei der Adoption wird das Kind oft abgegeben, weil die richtig Mutter es nicht haben will. Bei der LM (grad wie in eurem Fall, wenn der Kontakt erhalten bleibt) wird es von allen Seiten geliebt.

    Ich hoffe die Frage ist nicht zu persönlich, aber werdet ihr offen mit eurem Kind darüber reden? Also ich meine erzählt ihr von der Leihmutterschaft wenn es soweit ist dass es das verstehen kann?

    Wie ist das bei der Leihmutter eigentlich? Sind das deine Eizellen und das Sperma deines Mannes und es wird ein Embryo wie bei der IVF transferiert?

    Also wie gesagt, der Schritt ist bestimmt nicht für jeden was (allein schon des Geldes wegen), aber ich finde es interessant und wie in eurem Fall mit dem engen Kontakt auch wirklich schön. Ich denke ihr habt nicht nur ein Kind dazu bekommen, sondern eigentlich eine ganze Familie.

  • Loti - 08/05/2016 Reply

    Vielleicht werde ich hier als konservativ bezeichnet, was ich über mich selber nicht sagen kann, aber ich wage jetzt zu behaupten, dass trotz all des Durcheinanders von genetischen, sozialen und biologischen Eltern die Familie heute mehr denn je zelebriert wird. Ich meine die Familie als eine Einheit, eine Konstante in der chaotischen und manchmal menschenfeindlichen Welt.
    Wenn ich mich noch richtig daran erinnern kann, dominierten in den siebziger und achtziger Jahren in Romanen oder Filmen Bilder der dysfunktionalen Familie: dass Eltern und Kinder nicht mehr miteinander am Esstisch sitzen, Chips auf der Couch beim Fernsehen verschlungen werden. Wenn dagegen heute Familien gezeigt werden, die biologisch zersplittert sind, dann wird fast immer eine auffällige Bürgerlichkeit präsentiert. Die gemeinsamen Mahlzeiten, das Feiern von Mutter- und Vatertagen: Diese Leute führen ein bürgerliches Familienleben vor, wie es in den letzten Jahrzehnten beinahe verpönt war. Und wenn man heutzutage TV-Serien anschaut, so wie “Modern Family” oder “The New Normal” zum Beispiel: Die schwulen Paare mit den von Leihmüttern ausgetragenen Kindern sind, was ihre Biederkeit und Ritualtreue betrifft, die Musterfamilien schlechthin.
    Ich will da keine Prophezeiungen machen, aber ich glaube, dass unsere Gesellschaft eine neue Entwicklungsphase eintreten wird, bei der Leihmutter aus der Ukraine oder ältere schwule Wunschpaare aus Deutschland nicht mehr kritisiert, sondern toleriert werden. Und dadurch werden auch einige psychologische so wie auch soziologische Probleme der EZS und der Leimutterschaft in unserer Gesellschaft gelöst.

  • Ella - 08/05/2016 Reply

    Mein Mann und ich sind 34/35, seit 20 Jahren ein Paar, seit ca 12 Jahren in Kiwu-Behandlung, mit den Leihmutterschaft-Aussichten bei der Biotexcom-Klinik in Kiew, in der Partnerschaft aber sonst glücklich.

    Er möchte nun plötzlich keine weiteren Behandlungen mehr, Ado, Pflege stehen für ihn definitiv nicht zur Debatte (für mich aber schon).
    Mein Kinderwunsch ist aber nicht abgeschlossen.

    Momentan habe ich ja nur die Wahl, seinen Entschluss zu akzeptieren und damit MIT ihm zu leben; oder eben nicht und allein zu leben.

    Eigentlich kann ich mir nicht vorstellen, ihn zu verlassen. Klar, wenns grad mal kracht, denkt man kurzzeitig anders, aber wo ist das nicht so.
    Ich hoffe, ich kann damit leben lernen, meinen Kinderwunsch eben nicht zu verwirklichen.

    Aber was ist, wenn meine biologische Uhr noch lauter wird, ich ihm die Vorwürfe mache, da er ja nicht weitermachen will und dann irgendwann dastehe und wirklich keine Kinder mehr bekommen kann?

    Bereut man dann nicht irgendwann?
    Ich weiß nicht, ob ich damit wirklich leben kann, auf Dauer, meine ich.

  • Snoopy - 08/05/2016 Reply

    So wie du schreibst, klingt das für mich schon, dass Du das irgendwann bereuen wirst … Kinderwunsch ist , vor allem für Frauen, ein sehr sehr wichtiges Thema , was wirklich viel mit sich ziehen kann….

    Die Entscheidung musst natürlich Du alleine treffen, aber treffe sie wirklich aus tiefsten Herzen mit ganzer Ehrlichkeit , denn dann gibt es nichts zu bereuen später…
    Weil das wirklich ein schwieriges Thema ist. Meines Erachtens funktioniert die Beziehung langfristig nur, wenn beide einstimmig eine Entscheidung treffen. Ansonsten wirst du dich immer untergebuttert und um deine Chancen betrogen fühlen. Sofern du den Kiwu nicht aus vollem Herzen ad acta legen kannst, kann ich dir mit Sicherheit sagen, dass deine biologische Uhr in den nächsten 5 Jahren noch lauter ticken wird.

    Vielleicht gibt es ja auch die Möglichkeit, mal ein Jahr komplett zu pausieren und dann das Thema der leihmutterschaft bei der Biotexcom-Klinik nochmal zu besprechen? Manchmal ändern sich dann auch gewisse Sichtweisen (bei ihm oder dir).
    ICH PERSÖNLICH würde dann wahrscheinlich den Schlussstrich unter die Beziehung setzen – auch wenns schwer fällt, weil ich wollte immer Kinder und hätte mir ein Leben ohne auch nicht vorstellen können. Eine sehr gute Freundin von mir war 18 Jahre mit ihrem Mann verheiratet und der wollte nie Kinder. Sie hat sich dem angeschlossen – irgendwann hat es zw. den Beiden nicht mehr gepasst und sie trennten sich. Sie traf einen neuen Mann und der wollte Kinder – also bekam sie mit 38 ihr erstes und einziges Kind (sie ist jetzt 10 Jahre alt). Sie sagt selber, sie hätte irgendwann bereut, kein Kind zu haben. Stell Dir vor, es kommt doch irgendwann zum Bruch zwischen Euch beiden….. und wärest schon zu alt für ein Kind. Dann würdest Du bereuen – vermute ich…

    Was jetzt nicht heißen soll, Du sollst Dich trennen. Das hier ist meine Ansicht und ich denke ich würde so handeln…..
    Wünsch Dir was!

  • Kathy - 08/05/2016 Reply

    Also ich erschrecke ein wenig.
    Ihr seid seit 20 Jahren ein Paar- seit 12 Jahren (eine megalange Zeit) in Behandlung.
    Ich weiß nicht, was die Hauptursache ist, weshalb es bisher nicht geklappt hat, aber ihr habt gemeinsam sooooo viel durchgemacht!
    Ich kann Dich verstehen, aber auch Dein Mann.
    Ich weiß nicht, wie lange die letzte Behandlung her ist, vielleicht tut Euch etwas Ruhe gut, vielleicht mal den Alltag für eine gewisse Zeit frei zu machen von dem Thema KIWU.

    Habt ihr nicht vorher mal besprochen, was ist, wenn keine Kinder kommen – leider bleiben nach wie vor Millionen Paare ungewollt Kinderlos. Sicher schon, wenn du über Leihmutterschaft in der Ukraine bei der Biotexcom-Klinik sprichst.
    Wir haben vor der Behandlung uns einen Plan B ausgedacht und wir haben uns gesagt- keiner wird mit Vorwürfen belastet. Es ist alles Natur und keiner kann was dafür, das der Kindersegen ausbleibt.

    Sicher kann ich Dich verstehen, aber ich würde vielleicht ein paar Wochen ins Land verstreichen lassen und dann neu reden mit deinem Mann.
    Was würde gegen Leihmutterschaft sprechen?

    Ihr müsst euch zusammen setzen und einfach mal offen reden. Er sagt seine Gründe – warum wieso will er nicht? Warum ist er nicht bereit, für eine Leihmutterschaft. Er wird sicherlich Gründe haben, lass ihn das alles mal auf den “Tisch legen” und besprechen und Du im Gegenzug sagst ihm, dass Du noch nicht ganz durch bist, vielleicht könnt ihr euch nochmal auf ein Limit an versuchen einigen.

    Und so schwer es auch irgendwann ist – man muss irgendwann auch mal abschließen und los lassen.

    Ich erschrecke nur immer wenn ich lese- ” ….. soll ich mich trennen?”
    Angenommen Dein Mann ist der Hauptverursacher – wie fühlt sich das an, wenn man hingeht zum Partner und sagt “Ich suche mir einen anderen Mann, weil ich Kinder haben will”.
    Ich glaube, Dein Mann würde gern mit Dir Kinder haben wollen – das zeigen 12 Jahre KIWU. Ich denke, ihn würde es verdammt verletzen – Dich doch auch wenn dein Mann so reagieren würde und sich ne Frau sucht, weil Du ihm keine Kinder schenkst.

    Und wer weiß, was du als nächstes für einen Mann bekommst, vielleicht gibt es auch da Probleme und in fünf Jahren sagst Du – ach Mann! da hätte ich auch bei meinen Exmann bleiben können.

    Du weißt, was du an Deinem Mann hast – er wird viele gute Seiten haben, sonst wärst Du keine 20 Jahre mit ihm zusammen.
    Aber ich kann auch deinen Wunsch verstehen.
    Wir fangen jetzt an und denken auch manchmal: ach! hätten wir mal eher- aber hätten und wäre wenn, bringt nicht weiter. Wir haben uns ein Limit gemeinsam gesetzt, schon allein, um dann wenn wir kinderlos bleiben- andere Wünsche und Träume uns zu erfüllen.
    Und so schützen wir uns auch davor in ein zu tiefes Loch zu fallen.

    Ich wollte auch immer Kinder haben, manchmal aber hält das Leben eben ungewollte Überraschungen bereit und geht nicht immer den Weg, wie man es will. Aber gerade das macht das Leben aus und gerade das macht aus uns, was wir sind.

    Also ich kann Dir nur eins rate: sprecht Euch aus und sucht gemeinsam einen Weg und eine Lösung.
    Ich wünsche Dir aber alles alles Gute und hoffe Ihr findet als Paar gemeinsam ne Lösung!

  • CocoRocha - 08/05/2016 Reply

    Ich habe mir die Frage vor einigen Jahren auch gestellt – und ich hätte mich getrennt, wenn mein Mann nicht “mitgezogen” wäre. Dabei geht nicht darum, ihm irgendetwas vorzuwerfen, ich bin da sehr “flexibel” und konnte mir auch andere Möglichkeiten vorstellen, eine Familie zu gründen. Ich hätte alle Plan Bs und Cs in Erwägung gezogen. Mein Mann hätte z.B. keine Kinder gewollt, die nicht sein eigen “Fleisch und Blut” sind…

    Es ist natürlich das gute Recht meines Mannes, das nicht zu wollen und irgendwann für sich einen Schlussstrich zu ziehen. Das ist dann eben SEINE Priorität, die da eben (ja nach Person) lautet: Kinder nur auf natürlich Weg oder nur mit eigenen Spermien, niemals Leihmutterschaft, niemals Pflege oder was auch immer. Jeder hat da seine eigenen persönlichen Grenzen, die er sich setzt.

    Ich selber habe aber auch das Recht, MEINE Grenzen zu setzen. Und ich hätte meine eben ziemlich weit ausgedehnt, für mich wäre alles in Frage gekommen, Hauptsache, ich bekomme meine Familie MIT Kindern.

    Und wenn sich diese Lebensauffassungen in einem so wesentlichen Punkt so gar nicht vereinbaren lassen, sieht es halt auch mit Kompromissen schlecht aus.

    Wo man nun seine Prioritäten setzt, muss leider jeder selber entscheiden. Richtig oder falsch gibt es hier nicht.
    Ich weiß, wie ich entschieden hätte. Ich hätte ohne Kinder nicht leben wollen. Ich kenne aber genug Leute, die das mehr oder weniger problemlos können.
    Nun musst Du überlegen, wie Du entscheidest. Wobei ich die Idee mit der KiWu-Pause ganz gut finde. Sicher tut Dir auch eine professionelle Beratung gut, in deren Rahmen Du vielleicht auch Möglichkeiten erkennst, mit der Kinderlosigkeit umzugehen. So arg drängt die Zeit ja nun auch nicht, da Du ja auch Alternativmöglichkeiten offen gegenüberstehst, die mit Deinem Alter nichts zu tun haben. Aber aktiv angehen solltest Du das Ganze schon, einfach “nur” abwarten bringt Dich in der Sache nicht weiter. Also über die Leihmutterschaft bei der Biotexcom-Klinik unbedingt reden!

    Ich kann Dich so gut verstehen, da ich die Situation aus eigener Erfahrung kenne.

  • Melly - 08/05/2016 Reply

    Mein Freund wollte vor kurzem auch nicht mehr, dabei war gerade mal die 1. IVF negativ verlaufen (Ado oder Pflege kommen für ihn und auch für mich nicht in Frage)… Und ich hätte das akzeptiert; das wäre zwar nicht ohne Trauer von statten gegangen und ich war auch wütend – ganz klar – aber Abschiede tun immer weh, egal in welcher Form… und der vom Kinderwunsch ganz besonders, dessen bin ich mir durchaus bewusst.

    Ich möchte auch gerne Kinder, aber für mich ist eins klar: Nicht ohne meinen Freund!!! Ich habe mir meinen Freund nicht ausgesucht, weil ich ihn als potentiellen Vater gesehen habe, sondern aus Liebe.

    Es ist schon richtig, dass man gemeinsame Entscheidungen treffen sollte, aber das ist halt nicht immer möglich und in einer Beziehung muss mal der eine und mal der andere nachgeben. Ganz schwierig, gerade beim Thema Kinder. Als mein Freund nicht mehr weitermachen wollte, da habe ich mir folgende Frage gestellt:

    Wenn der liebe Gott mich vor die Wahl stellen würde: ein Kind oder mein Freund, für was würde ich mich entscheiden? Da war für mich ganz klar: für meinen Freund!

    Und ob man im Leben etwas bereut oder nicht… also sich darüber schon im Vorfeld Gedanken zu machen… da wird man ja seines Lebens nicht mehr froh. Meine Meinung…

    Ich wünsche dir, dass du die für dich richtige Entscheidung triffst. Ich denke, wenn ein wenig Zeit ins Land gegangen ist, kann man nochmal über alles reden und dann sieht die Welt auch bei den Männern oftmals wieder ganz anders aus Es ist schwierig, einen Schlussstrich unter den Kinderwunsch zu ziehen, vor allem wenn man gerade mal 34/35 Jahre alt ist. Da würde ich schon versuchen meinen Mann davon zu überzeugen, so ein paar Jährchen weiterzumachen… Und danach hoffe ich, dass es möglich wird, das Thema Leihmutterschaft bei der Biotexcom-Klinik auch bei uns sehr vorsichtig anzuschneiden.

    Aber es ist halt wirklich eine schwierige Geschichte…

  • Imogen - 08/05/2016 Reply

    …”muss der ein oder andere nachgeben…”

    Also wir reden ja nicht von einer Wohnungseinrichtung, sondern vom Kinderwunsch. Ich finde, jedes Paar sollte eine gemeinsame Lösung dazu finden, OHNE dass einer nachgeben muss. Die angesprochene Trennung wäre auch weniger ein “Kalkül”, sondern eher eine Folge aus diesem “Nachgeben” und damit eine vollkommene Unzufriedenheit mit der Situation.
    Das ist, denke ich, wie mit allen Entscheidungen im Leben, man trifft sie und lebt damit. Sei es im Job oder bei Freundschaften oder einer Ehe.
    Man lebt mit der Entscheidung und den Folgen. Das ist ja erstmal nur das Einschlagen einer Richtung, und mit Treffen der Entscheidung wird es ja nicht endgültig. Ehen können scheitern und geschieden werden – somit ist die Endgültigkeit genommen.
    Taugt der so fest entschieden gewählte Job doch nix, verändert man sich. Und putzt sich die so liebgewonnene und als beste Freundin auserkorene Freundin zu einer Hyäne heraus – geht man getrennte Wege. Beliebig fortsetzbar.

    Genauso ist es mit dem Kinderwunsch – der ist da – erfüllt sich nicht oder nicht vollständig, so muss man eine Entscheidung treffen – oder auch nicht, denn bei Frau tut das die Natur ja auch recht früh in der Lebensmitte.

    Sicherlich bist du etwas in Zeitnot, denn für Ado seid ihr bald zu alt, wenn nicht schon jetzt. Für eine Leihmutterschaft nicht, aber mit einer Pflegschaft zurechtzukommen
    ist auch nicht so einfach, mit allem was da dran hängt. Daher steht zumindest eine grundlegende Entscheidung an:

    Dieser Mann oder nicht? Fällt die Entscheidung auf diesen Mann – dann wirst Du seine Haltung akzeptieren müssen. Steht für dich der Kinderwunsch im Vordergrund, sollte Dir aber bewusst sein, dass eine alleinstehende Frau sicher kein Leimutterschaft-Kanditat in der Biotexcom-Klinik sein wird und auch kaum für eine Pflegschaft, geschweige denn für eine Kiwu-Behandlung in Deutschland.
    Und einen neuen passenden Partner zu finden, der -schnell- in den Kinderwunsch mit einsteigt, dürfte schwerer sein, als den jetzigen von deiner seelischen Not zu überzeugen.

    Und ob es dann klappt mit Nachwuchs, steht ja auch in den Sternen leider.
    Also im Grunde genommen, hast du nur die Wahl zwischen kinderlosem Ehepaar ODER kinderlosen Singlefrau.

    Ich weiß nicht, wie harmonisch und gut eure Ehe ist – aber evtl. würdest du eine gute, harmonische Ehe eintauschen gegen ein ungewisses Single-Dasein. Ob du da was gewonnen hast,
    weiß ich ehrlich gesagt nicht. Überlege Dir doch mal völlig unabhängig vom Kinderwunsch, was dich seit 20 Jahren mit diesem Mann zusammen sein lässt, vielleicht würdest Du das echt toll vermissen?

    Eines ist gewiss: etwas, das man kennt und liebt, vermisst man mehr, als etwas, was man niemals hatte…

  • MamaMolly - 08/05/2016 Reply

    Eins mal vorweg: ein Ado- und erst recht ein Pflegekind hat bereits ein Schicksal, die meisten Kinder haben Probleme damit. Egal wie alt sie bei der Vermittlung waren. Und es ist grundlegend falsch, den eigenen (leiblichen) Kinderwunsch durch ein Ado-Kind erfüllen zu wollen. Pflegekinder fallen eh raus, da sind ja ständig Jugendamt und meist die leiblichen Eltern involviert, sowie die Möglichkeit der jederzeit möglichen Rückführung. Daher siehe ich Leihmutterschaft als die passendste Möglichkeit für euch.

    Egal, ob Plan B oder C oder was weiß ich, zuerst steht der Abschied vom leiblichen Kinderwunsch. Und das ist nicht wie eine Erkältung anzusehen. Einmal ausgeheilt und gut. Es kann immer mal wieder hochkommen, die Trauer nie ein eigenes Kind gehabt zu haben, nie eine Schwangerschaft und Geburt erlebt zu haben. Diese “Dinge”, die auch schon eine tiefe Bindung zwischen Mutter und Kind herstellen und für Beide prägend sind, werden auch bei einem angenommen Kind mit mitgeliefert.

    Überlege, ob Du insgesamt vom Kinderwunsch Abschied nehmen kannst. Wenn nein, dann rede mit Deinem Mann in Ruhe darüber und wie ihr am besten mit Euren evtl. verschiedenen Ansichten und Gefühlen umgehen könnt. Weitere Entscheidungen solltest Du dann treffen.
    Kann es vielleicht auch sein, dass Dein Mann Bedenken hat, Ihr als Ehepaar könntet Euch entfremden, wenn Ihr in den Mühlen des Kiwu stecken bleibt?

  • Bella - 08/05/2016 Reply

    Aber natürlich haben diejenigen recht, die darauf hinweisen, dass die Kommerzialisierung des Schwangerwerdenkönnens global gesehen längst eine Realität ist, der man besser ins Auge schaut anstatt sie sich schön zu reden.
    Genau bei solchen Dingen müssten politische Kämpfe meiner Ansicht nach ansetzen: Am Körper der Schwangeren und der Frage, ob jemand über ihren Körper verfügen kann. Ein Embryo ist Teil des Körpers der schwangeren Frau, er ist kein eigenständiges Individuum. Das ist er erst nach der Geburt. Und nur von ihr können andere das geborene Kind empfangen – in Freiwilligkeit. Der entscheidende politische Kampf müsste darin liegen, klarzustellen, dass alle Verträge sittenwidrig sind, die etwas anderes sagen.
    Mein Vorschlag wäre: Leihmutterschaft kann es durchaus geben, aber jeglicher Vertrag dazu wird erst in dem Moment gültig, wo eine Frau, die ein Kind geboren hat, dieses Kind ihren „Auftraggebern“ freiwillig überreicht. Jede Schwangere muss während der gesamten Schwangerschaft Herrin ihrer eigenen Lage bleiben, und sie darf auch nicht dazu gezwungen werden, das Kind, das sie ausgetragen und geboren hat, abzugeben. Sie kann sich alles jederzeit anders überlegen – bis zu dem Moment, wo sie das Kind physisch in die Obhut anderer Personen abgibt (und dann eventuell dafür Geld entgegen nimmt). Erst ab diesem Moment ist es nicht mehr „ihres“.
    Also Vorsicht sei für diejenige kinderlosen Paare geboten, die eine Leihmutter aus dem Land beauftragen, wo die rechtliche Lage der Leihmutterschaft nicht klar geregelt ist. Ein gutes Beispiel für das reibungslose Funktionieren des Leihmutterschaft-Verfahrens ist zurzeit die Ukraine. Man googelt keine Skandalgeschichten über solche Kiwu-Kliniken wie die oben schon erwähnte Biotexcom-Klinik.

  • swoop - 08/05/2016 Reply

    Auf Seiten der Auftraggeber_innen wäre eine Arbeit an der symbolischen Ordnung derart wichtig, jegliche Idee, es gebe ein „Recht auf Fortpflanzung“, wie es von der Reproduktionslobby derzeit massiv propagiert wird, konsequent zurückzuweisen. Ein Recht auf Fortpflanzung kann es so wenig geben wie das Recht auf drei Beine. Dass nicht alle Menschen schwanger werden können, ist einfach ein normaler Begleitumstand des Menschseins, darin liegt keine Ungerechtigkeit gegenüber den Betroffenen und keine Diskriminierung, die auf Kosten der Gesellschaft ausgeglichen werden müsste. Dass Menschen nicht schwanger werden können, ist ganz normal und erfordert keinerlei Maßnahmen, schon gar nicht solche, die auf Kosten anderer Menschen gehen.
    Das festzustellen, schließt natürlich keineswegs aus, nach Möglichkeiten zu suchen, wie auch der Kinderwunsch von Menschen, die nicht schwanger werden können, erfüllt werden kann. Mein Punkt ist: Diese Möglichkeiten können nicht auf einer Ebene von Rechten diskutiert werden, sondern nur auf einer Ebene von Möglichkeiten, von Chancen, von Umständen. Es spricht überhaupt nichts dagegen, dass Menschen ein Kind aufziehen, das von einer anderen Person geboren worden ist. Aber das darf nicht auf Kosten und unter Abwertung dieser Frauen* geschehen. Sondern nur auf einer respektvollen Beziehungsebene.
    Meine Vermutung ist: Genau um diese Beziehungsebene soll sich durch den Umweg eines Vertrags und einer Bezahlung „gedrückt“ werden, denn genau das ist der Sinn von Verträgen und Geldzahlungen: Die Beziehung wird entpersönlicht, formalisiert. Die Frage, um die es mir geht, ist also die, in welchem Verhältnis man sich zueinander sieht. Wenn eine Person (oder zwei), die nicht schwanger werden können, eine andere findet, die an ihrer Stelle ein Kind austrägt und zur Welt bringt und es dann in ihre Obhut übergibt – prima, Glückwunsch, das soll meinetwegen dann auch rechtlich und vertraglich gesichert werden. Aber eben nur dann. (das Biotexcom-Beispiel ist in diesem Falle musterhaft).
    (Hier müsste jetzt natürlich noch ein ethischer Diskurs stehen über die Ausnutzung materieller Notlagen in einer global kapitalistischen Welt hin und über die Grenzen von Freiwilligkeit in einer solchen Welt, aber den denkt euch bitte selber dazu, hier geht es mir um etwas Prinzipielles).

  • Monika - 08/05/2016 Reply

    Auch ich plädiere dafür, diese Tätigkeiten als Arbeit zu verstehen und entsprechend politisch für die Rechte der Eizellen-Verkäuferinnen und Leihgebärerinnen einzutreten (Biotexcom-Zentrum? Bravo! Unterstütze ich! Ein Vertrag muss her!). Die derzeitige Verschwurbelung, die noch an der symbolischen Idee festhält, es handele sich hierbei um altruistische Spenden, während es faktisch ums Geldverdienen geht, solle über Bord geworfen werden. Ich finde diese Herangehensweise interessant, deren Tücken liegen aber natürlich gleichwohl auf der Hand – in dem Moment, wo wir diese Tätigkeiten als Arbeit verstehen, haben wir nämlich gleichzeitig akzeptiert, dass auf diese Weise gewirtschaftet wird. Diese Probleme dröselt Susanne Schultz in ihrem Beitrag gut auf. Unter anderem zeigt sie, warum Leihgebären und Eizellenverkauf etwas anderes sind als Sexarbeit und daher die Argumente zur Legalisierung letzterer nicht einfach auf Erstere übertragen werden können. Und sie plädiert dafür, Verbote wie in Deutschland noch möglichst lange aufrechtzuerhalten, auch um in der Zwischenzeit vielleicht alternative Strategien zu entwickeln.
    Aber noch eine Frage: Was ist eigentlich mit dem Recht des Kindes auf Kenntnis der Frau, die es geboren hat? Wo doch symbolisch so unglaublich viel Bohei gemacht wird darum, dass Kinder auf jeden Fall das Recht hätten, zu erfahren, von wem genau die Eizelle und das Sperma stammten, mit deren Hilfe diese Person schwanger wurde? Darf man ihnen vorenthalten, wer genau es war, die sie am Anfang ihres Lebens neun Monate im eigenen Körper herumgetragen und sie dann geboren hat? Wenn ja, warum? Weil das ja nichts bedeutet, nichts wert ist, weil Schwangere ja nur ein bedeutungsloses Gefäß sind? Das hat ja auch schon Aristoteles so gesehen.

  • Jaffit - 10/05/2016 Reply

    Es hat schon immer eine Art Leihmutterschaft gegeben. Denken wir z.B. and die Geschichte von Sarah und Hagar. Sarah konnte nicht schwanger werden. Also hat sie ihre Sklavin Hagar, die ihr Eigentum war, (richtig: Leibeigenschaft), in das Bett ihres Ehemannes Abram gesteckt, damit so ein Kind „erzeugt“ werden konnte, das dann ihr „gehören“ würde. Die weitere Entwicklung dieser spannenden Geschichte ist bemerkenswert. – Dann: es wurden immer wieder – in Europa bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts, Frauen ihrer von ihnen geborenen Kinder beraubt, um Paaren, die keine Schwangerschaft zustande brachten, mit einem Kind zu versorgen. Man denke nur an den Film The Magdalene Sisters. Oder an den Skandal in Spanien, (wurde erst in diesem Jahrhudert publik) wo sich Ordensschwestern in gewissen katholischen Entbindungskliniken Neugeborene unter den Nagel rissen, den frisch entbundenen Müttern manchmal ein totes Baby zeigten (falls sie nicht sogar darauf verzichteten!) und behaupteten, die Frau hätte ein totes Kind zur Welt gebracht. Das Neugeborene wurde dann anderen Leuten übergeben. Von den Machenschaften der Militärjunta in Argentinien mal ganz zu schweigen.

    Interessant an dem besprochenen Büchlein fand ich auch, dass dokumentiert wird, wie sehr sich das Familienrecht paralell zum (kommerziellen) Vertragsrecht entwickelt. Wie die Kriterien für ein „Sorge“-Recht von Menschen in bezug auf ein Kind sich ändern können…..

    Nicht von ungefähr interessieren sich ja die Herausgeberinnen dieses Buches für CARE. Was geschieht damit? Wer „sorgt“ für wen? Wie wird genau des „Sorge-Recht“ definiert? – Gibt es ein Recht darauf für jemanden zu „sorgen“? Welche Privilegien sind mit diesem „Sorge-Recht“ verbunden? – In wieweit handelt es sich hier (nicht) um ein „Eigentums-Recht“? Und was bedeutet das in einer Gesellschaft, in der „Eigentum“ so eine grundlegende wirtschaftliche und politische Rolle spielt? Was bedeutet „Recht“? Warum wird dieses Wort verwendet?

    Gleichzeitig eine ganz andere Frage im Zusammenhang mit dem „Sorge-Recht“…. das andere Gesicht desselben, nämlich die Sorge-„Pflicht“. Das wird sichtbar, wenn z.B. eine Frau, die ein Kind geboren hat, das sie – vielleicht gegen ihren Willen ausgetragen hat – in eine Mülltonne wirft oder – wie kürzlich geschehen, in einer Kirche in einer Krippe ablegt. Diese Frau wird kriminalisiert, weil sie ihrer SORGE-PFLICHT nicht nachkommt, für ein Kind zu sorgen, das sie geboren hat. Weil sie ihr „Sorge-Recht“ nicht ausübt. Auch wenn sie das Kind gegen ihren Willen ausgetragen hat. Weil sie z.B. nicht abtreiben konnte/durfte.

    Auf jeden Fall ist dieses kleine Buch sehr lesenswert. Es wirft viele Fragen auf und lädt dazu ein, Dinge neu zu überdenken, die uns so ganz selbstverständlich vorkommen.

  • Mumini - 10/05/2016 Reply

    Ein Kind für eine fremde Person gegen Bezahlung austragen? Für mich nicht nachvollziehbar. Selbst in größter Not nicht. Egal wie gut das solche Kiwu-Kliniken wie Biotexcom-Klinik machen. Ein absolutes no-go!!!
    Aber wenn es eine Frau macht, dann sollte sie außergewöhnlich gut dafür bezahlt werden, denn sie geht ja auch Risiken ein, die nicht vorhersehbar sind.
    Sollte sie das Kind dann doch behalten wollen, erfolgt auch keine Bezahlung, denn bis zur Übergabe an die „Eltern“ gehört das Kind der Gebärenden.
    Es scheint inzwischen ja relativ sicher zu sein, dass wir Eigenschaften nicht nur über Gene bekommen, sondern dass eben weitere Faktoren Einfluss haben, die die Schwangerschaft betreffen und die Frau, das „Gefäß“. (Wenn wir jetzt mal absehen von allen möglichen Einflüssen, die nach der Geburt noch hinzukommen). Daraus ergibt sich die Frage danach, was dann Herkunft ist, wer alles Vorfahren ist, so eindeutig ist es dann ja wohl nicht (mehr).

  • Arti - 10/05/2016 Reply

    Es hat schon immer eine Art Leihmutterschaft gegeben.
    Die meisten von Jaffit genannten Beispiele gehen aber in eine andere Richtung. Und womöglich verharmlost der Vergleich mit der Leihmutterschaft andere, widrigere Umstände wie die Zwangsadoption in Diktaturen (nicht nur in Spanien, auch in der DDR) oder die Sklaverei. Wenn wir das Thema tatsächlich so sehr aufweichen wollten, könnte man auch noch die sog. Knabenlese der Osmanen nennen, also Zwangsrekrutierung und -bekehrung. Ist es denn besser in der im Krieg stehenden und politisch unstabilen Ukraine mit der hier so gelobten Biotexcom-Klinik? Das bezweifele ich!

  • Jaffit - 10/05/2016 Reply

    @arti: es geht mir darum zu zeigen, dass es jede Form der patriarchalen Gesellschaft es immer wieder geschafft hat, Frauen*, die schwanger werden und Kinder gebären können schon immer auf die eine oder andere Weise zu kontrollieren wusste. Und das hat mit der hochmodernen Biotexcom-Klinik gar nichts zu tun. Sowie auch mit dem ukrainischen Krieg. Dass diese Fähigkeit schon immer eine Ressource dargestellt hat, die es sich anzueignen galt. Heute eben mit heutigen Mitteln. Es muss da gar nicht eine Frau eingesperrt und zwangsgeschwängert werden, um ihr dann die“ Frucht ihres Leibes“ zu entreißen. Heute wird es eben gekauft.

  • Arti - 10/05/2016 Reply

    Hm, wenn jemand nach Kiew fliegt, um eine Leihmutter im Biotexcom-Zentrum zu buchen, ist das ja was anderes als die traditionelle Kontrolle durch die patriarchale Gesellschaft, in der die potenzielle Leihmutter lebt. Man könnte es also auch andersrum sehen, dass zu wenig Kontrolle / Schutz herrscht. Es gibt nämlich auch Länder, die zu verhindern versuchen, dass ihre Bürgerinnen als Haussklavin in Saudi-Arabien anheuern. Vielleicht auch nur deshalb, weil zu wenig Devisen rumkommen, aber immerhin.

  • Lora - 10/05/2016 Reply

    Dass ein Paar, das eine Eispende in Anspruch nimmt, dennoch ein Kind der eigenen Etnie/Hautfarbe wünscht, sehe ich nicht als Rassismus. Schließlich wollen die Eltern nicht ständig erklären müssen, wie es dazu kommt, dass das Kind ganz anders aussieht – sehr verständlich.
    Zum großen Thema: Wenn die Beziehung zur Leihmutter so persönlich sein soll, wie du hier skizzierst, dann muss das Verbot aufgehoben werden, damit niemand mehr extra nach Kiew muss. Ich wäre dafür. Und auch für die Biotexcom-Klinik, wenn sie schon einen guten Service anbietet.

  • Kony - 10/05/2016 Reply

    Natürlich ist Leihmutterschaft Arbeit. Ob in der politisch unstabilen Ukraine oder in den reichen USA (der Belohnungsvergleich für dieselbe Arbeit und die Preise wäre auch was interessantes. Man kann schon mal für den Anfang die Biotexcom-Seite besichtigen).
    Und ein Recht auf Reproduktion gibt es natürlich nicht, weshalb der Staat keinen Grund hat, jede technisch mögliche Reproduktionstechnik auch zu erlauben.
    In D. wäre es verboten, eine Frau zu einer Abtreibung zu zwingen (es sei denn, sie wäre nicht zurechnungsfähig und durch die Schwangerschaft bestünde Lebensgefahr).
    Das Problem, das entstünde, wenn der Vertrag zwischen Leihmutter und genetischen Eltern erst nach der Geburt zustande kommt, wenn die Leihmutter das Kind übergibt, ist aber folgendes: wenn sich die Leihmutter das jetzt anders überlegt, muss sie dann das Geld zurückzahlen, was die Gen-Eltern für das Krankenhaus bezahlt haben? Und hätte sie noch Anspruch auf Geld für ihre Leihmutterschaft? Realistischerweise würde ich annehmen, dass die Geneltern sich auf den Standpunkt stellten: „Ach, das ist jetzt Ihr Kind? Nun, Sie werden von uns kaum erwarten, dass wir Ihren Kinderwunsch finanzieren. Oder Sie bezahlen, weil Sie Ihr Kind zur Welt bringen. Hier ist die Aufstellung unser bisherigen Ausgaben, und unser Vorschuss; bitte überweisen Sie und die fälligen Beträge bis Ende des Monats, andernfalls fallen Mahngebühren an.“
    Vermutlich wird es kaum dazu kommen, dass Leihmütter sich irgendwas anders überlegen. (Ja, Thema Freiwilligkeit in einer Welt mit wirtschaftlichen Zwängen…) Ein anderes Problem tut sich auf, wenn es sich die Geneltern anders überlegten und das Kind nicht mehr wollen. Oder während der Schwangerschaft stürben.
    Ganz was anderes: Sie schreiben, dass Spanierinnen und Osteuropäerinnen „weiß“ aussähen. Soll das heißen, dass sie nicht weiß sind, sondern nur so aussehen? „Weiß“ bezeichnet beim Menschen Melaninarmut, Melaninarmut ist genetisch bedingt, warum sollten die einen Weiß-Gen-Trägerinnen weiß sein, aber die anderen nur „weiß aussehen“?

  • Melany - 10/05/2016 Reply

    Ein interessanter Artikel zu diesem Thema: Leihmutterschaft in Mexiko, dem Land mit der wahrscheinlich höchsten Quote an Feminiziden (tödliche Gewalt gegen Frauen). Er geht u.a. differenziert auf die Motivation ein, die Frauen dazu bewegen, als Leihmutter zu arbeiten. Geld ist nicht alles, aber ohne Geld täten sie es nicht.https://www.opendemocracy.net/beyondslavery/carolin-schurr-laura-perler/trafficked-into-better-future-why-mexico-needs-to-regulate
    Und auch ein nützlicher Link, wenn es schon ums Vergleichen geht: http://forum.leihmutterschaft.com/index.php

  • Ella - 06/03/2017 Reply

    Leihmutterschaft ist eine gute Option für die Lösung des Unfruchtbarkeitsproblems. Leider sind nicht alle Menschen in der Lage, das Baby auf dem natürlichen Weg zu bekommen. Soll es also bedeuten, dass der Weg zum Elternglück ihnen für immer abgesperrt werden muß? Ich bin anderer Meinung. Das Kind zu haben ist das Beste, was den Menschen je passieren kann. Unser Weg zur Erfüllung des Kinderwunsches war auch sehr lang und steinig. Und nämlich dank der Leihmutterschaft (die Ukraine) wurde unser Töchterchen zur Welt geboren. Es war also die beste Entscheidung (die ich in gar keinem Fall bereue), dieses Verfahren in Anspruch zu nehmen, da nur jetzt bin ich recht glücklich und spüre richtige Vollständigkeit als Frau.

  • Anika - 03/11/2017 Reply

    Ich glaube, dass die Leihmutterschaft kein Geschäft ist. Das ist eine gute Sache, wenn eine Frau (die Leihmutter) anderen Menschen hilft, ihr Kinderwunsch zu erfüllen. Sie macht das freiwillig, niemand zwingt sie dazu. Ja, sie bekommt Geld, aber darin sehe ich auch nichts Schlechtes.
    Und zwar ist die Ukraine ein nicht so reiches Land, aber sie macht einen großen Fortschritt im Bereich der Reproduktionsmedizin. Biotexcom hat schon vielen unfruchtbaren Paaren geholfen.

  • Martin - 02/03/2018 Reply

    Die Leihmutterschaft scheint eines der wenigen Themen zu sein, in dem in Deutschland politische Einigkeit herrscht: Von allen Parteien. In Deutschland gilt die Leihmutterschaft als ein Geschäft. Trägt eine Frau für eine andere Frau oder für zwei Männer ein Kind aus, ist das entweder Symptom den dekadenten individualistischen Gesellschaft und Gefahr für die klassische Familie oder eine Kolonialisierung und Ausbeutungsform des weiblichen Körpers. Deshalb ist es ein Job. Ich denke, dass in DE die Leihmutterschaft erlaubt sein sollte, mit oder ohne Eizellenspende. Insoweit Leihmutterschaft unter sehr bestimmten Bedingungen, nämlich für deutsche heterosexuelle Paare, vom Staat erlaubt sein sollte. Abgesehen von Nach- und Vorteilen soll man schnell wie möglich eie Lösung finden, um Leihmutterschaft kein Job war.

  • Frida - 06/03/2018 Reply

    Kann leider nicht eindeutig sagen, ob die Leihmutterschaft eine Art von Arbeit ist. Es gibt zwei Seiten. Die erste Seite besteht daraus, dass man mit der Leihmutterschaft den ungewollt kinderlosen Paaren hilft, ein Wunschkind zu bekommen und damit diese Sehnsucht nach eigenen Kindern zu erfüllen. Sozusagen eine Art von Mildheitgeste. Die zweite Seite ist: laut Vertrag bekommt die Leihmutter Geld für das Kind oder Kinder, wenn sie diese gebärt. So verdient die Leihmutter Geld, das bedeutet, dass die Leihmutterschaft Arbeit ist. Durch Leihmutterschaft kriegen die unfruchtbaren Paare die Kinder und sind damit glücklich.

  • Benja - 19/04/2018 Reply

    Selbstverständlich, dass Elternpaare, die selber aus verschiedenen Gründen keine Kinder bekommen können, nutzen immer häufiger die Option einer Leihmutterschaft. Da sie diese lebenswichtige Hilfe nur im Ausland bekommen können, fließen sie dorthin ab. Die Leihmutterschaft bedeutet für mich, dass die Leihmama ihr Körper für 9 Monate vermietet und bekommt dafür Geld. Ja, Geld, weil das auch eine Art von Job ist.

    • Helga - 22/05/2018 Reply

      Wir sind einer Meinung! Die Unfruchtbarkeit ist ein Problem unserer Welt. Leider steigt jedes Jahr die Zahl der sterilen Leute aus. Da es in einigen Fällen keine Arznei gegen Unfruchtbarkeit gibt, ist die einzige Option für Ehepaare die Leihmutterschaft oder EZ. In vielen Ländern bekommen die Leihmütter Geld für ihre Dienstleistungen. Das ist ganz normal, weil wir in der Zeit der Marktwirtschaft leben.

  • Lina - 01/06/2018 Reply

    Jedes Jahr besuchen die Leute die Ukraine, um ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Kein Geheimnis ist, dass die Unfruchtbarkeit wegen stressiger Jobs und Umwelteinflüssen stetig zunimmt. Und eine einzige Möglichkeit ist die Leihmutterschaft. In einigen Ländern ist die Leihmutterschaft kommerziell. Aber in Griechenland dürfen Leihmütter nicht bezahlt werden. Ihre finanzielle Entschädigung ist gesetzlich geregelt und als Kompensation für die fehlende Berufstätigkeit bzw. die Behandlungskosten angerechnet http://www.tt.com/panorama/gesellschaft/14306015-91/die-letzte-chance-auf-ein-baby.csp?tab=article .

  • Marta - 03/07/2018 Reply

    Die Leihmutterschaft ist eine Art der Hilfe der Wunscheltern. Nicht alle kinderlose Familien entscheiden sich dafür. Solche Länder wie die Ukraine, Spanien, die USA usw. konnten sehr vielen Ehepaaren helfen, eine echte Familie zu bilden und Elternschaft zu genießen. Und wie alle Leute bekommen Geld für ihre Arbeit, weil alles seinen Preis hat. Darum die Leihmutter bekommen Belohnung für die Hilfe der kinderlosen Paare. Ich denke, dass es fair ist.

  • Zoe - 10/07/2018 Reply

    Wenn eine Frau schwanger ist oder wenn sie ein Kind schon geboren hat, ist sie zuerst für 9 Monaten und dann noch mindestens für 3 Jahren als Mutti tätig. So ist es auch mit den Leihmamas, die ihren Bauch für das Austragen eines fremden Babys vermieten. In den Ländern, in denen die Leihmutterschaft gesetzlich legal ist, müssen die mögliche Leihmamas zuerst ihren eigenen Kinderwunsch erfüllt haben. Diese Tatsache ist sehr wichtig, weil erstens jede Schwangerschaft einige Schäden anrichten kann und zweitens die Leihmamas müssen für eine erfolgreiche Schwangerschaft psychologisch und medizinisch vorbereitet werden. Selbstverständlich, dass die medizinische Untersuchungen und psychologische Unterstützung regelmäßig in der Reproduktionskliniken durchgeführt sind. Weiterhin werden die Leihmamas zu dieser Arbeit a priori nicht gepresst. Sie entscheiden sich selbst für die Schwangerschaft. Als Folge: die Leihmutterschaft ist ein Job.

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