
„Die beste Erziehungsmethode für ein Kind ist, ihm eine gute Mutter zu verschaffen.“
Warum Leihmutterschaft fast immer skandalumwittert ist und die Adoption so oft als Wohltun gilt?
Kirchlich gesehen –ist Leihmutterschaft die Sünde, Adoption- die Tugend.
Man versucht die Natur zu vergewaltigen um Kinderwunsches willen. Doch inwieweit ist es erlaubt, den Kinderwunsch zu erfüllen, den Kinderwunsch zu missbrauchen, solange es verlassene Kinder weltweit gibt.
Haben Sie darüber nachgedacht? Ganz scharf.
Baby M, 1986, ein Leihmutterschaftskind, das seine leibliche Mutter den Bestelleltern nicht geben wollte.
Baby Gammy, ein Pechkind, verlassen durch seine leiblichen Kinder wegen des angeborenen Herzfehlers.
Diese Ereignisse produzierten Schlagzeilen seinerzeit. Lauter Eltern sind schuld. Es kommt immer zu Spannungen zwischen beiden erwachsenen Seiten- Eltern und Leihmüttern.
Aber geht es schliesslich ums Kindeswohl. In beiden Fällen hilft man. Dem fremden Kind und dem eigenen Kind, oder dem Kind, das man als eigenes von vornherein betrachtet. Bei der Leihmutterschaft bestellt man das Kind und erwartet man von ihm etwas, es müsse angeblich den hohen Ansprüchen entsprechen. Bei der Adoption nimmt man das Kind so wie es ist.
Eine andere Differenz – bei der Leihmutterschaft bekommt man fast immer genetisch eigene Kinder, im Falle der Adoption sind es überwiegend “fremde” Kinder.
Vom Standpunkt der Gesellschaft aus, stempelt man die Leihmutterschaft „egoistisch“ und Adoption „ altruistisch“.
Wozu eigene Kinder zu zeugen, man kann andere Kinder erziehen und den Nutzen bringen, durch die Leihmutterschaft erzwingt man die Kinder zu Welt, obwohl sie darauf gar nicht bestanden haben. An der Leihmutterschaft gibt es immer viel zu beanstanden, Adoption ist vollkommen fromm.
Offen bleibt die Frage, ob diese Stempel, die Leihmutterschaft missbilligen und Adoption billigen, wirklich rechtfertigt sind?
Aber Schwierigkeiten: Die Zahl der Adoptionen von Kindern ist seit Mitte der 1990er-Jahre bundesweit rückgängig.
Für Antragsstellung, muss einer der Partnern mindestens 25 Jahre alt und anderer Partner darf nicht jünger als 21 sein. In der Regel könnten auch Alleinstehende adoptieren, allerdings hätten Paare eine bessere Vermittlungschance.
Adoptiertes Kind gilt immer als Nirgendwo-Kind, als Bastard.
Dagegen Leihmutterschaftskind zeigt oft gewisse Ähnlichkeiten mit den Eltern.
Man betrachtet Leihmutterschaft als gezwungenen Kinderwunsch und vergisst dabei, dass es früher unzählige Zwangsadoptionen gegeben hat, die das Kind dann lebenslang beeinträchtigt haben.
Dann ist es halt scheinheilige Adoption.
Zwangsadoptionen gehören zu den dunkelsten Seiten der DDR-Geschichte. Über Jahrzehnte hinweg wurden Kinder aus politischen und ideologischen Gründen ihren Eltern entrissen und zur Adoption freigegeben. Der Roman mit dem Titel „Annegret – Die fremde Tochter“ ist ein Zeugnis davon.
Bei der Adoption sucht man Eltern für das jeweilige Kind. Nicht immer klappt es.
Es gibt unzählige Geschichten, wo die Adoptivkinder adoptiert wurden und trotzdem sich einsam fühlten –in vielen Verfilmungen über Leihmutterschaft steht im Vordergrund dann die Frage „Identität“, aber nicht das Gefühl des Fremdseins.
So oder so, jedes Verfahren ist an sich gut, solange man gute Hintergründe, Motive hat und solange man zur Verfahren aufgeschlossen gegenübersteht.
Daher – Hauptsache gute Mütter und Väter zu werden -der Weg der Entstehung des Kindes ist dabei irrelevant. Beziehungen zwischen Eltern und Kindern basieren oft auf den Anpassungen und Kommunikation. Psychologie lässt sich nie ausschalten.
